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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Kultur:
Kultur
ist ursprünglich ein Begriff aus der Landwirtschaft: Das zugrunde liegende lateinische Verb
colere
bedeutet „bebauen“, „anbauen“, „pflegen“; das Partizip Passiv
cultum
ist „das Gepflegte“.
Cultura
bezeichnet zunächst den Landbau und dann auch die Pflege von Körper und Geist. Daraus hat sich die heutige Bedeutung von
Kultur
entwickelt: die Gesamtheit aller menschlicher Schöpfungen im Gegensatz zur Natur sowie die geistige und seelische Bildung.
So bezeichnet
Wohnkultur
den Geschmack bei Ausstattung und Pflege der Wohnung,
Esskultur
zielt auf die Tischsitten,
Streitkultur
auf die Umgangsformen bei kontroversen Diskussionen. Eine
Subkultur
bildet sich gelegentlich innerhalb eines bestimmten
Kulturkreises
, allerdings in bewusster Abgrenzung dazu. Einen
Kulturschock
erleidet möglicherweise jemand, der mit fremder Lebensart konfrontiert wird.
Der landwirtschaftliche Aspekt findet sich in Begriffen wie
Monokultur
für den Anbau nur einer Pflanzenart auf einer Fläche (aus griechisch
monos
+ Kultur).
Agrikultur
ist Ackerbau;
Aquakultur
ein Ausdruck für die Bewirtschaftung des Meeres.
Hydrokultur
ist die Pflanzenaufzucht mittels Nährlösungen.
Die gleiche Wurzel wie
Kultur
hat der Begriff
Kult
(lateinisch
cultus
„Pflege“, „Verehrung“).
Götterkult, Ahnenkult, Kult
als Ausdruck für geregelten Gottesdienst kommen daher. Die Wendung
mit etwas Kult treiben
hat abwertende Bedeutung, sie zielt auf übertriebene Verehrung für eine Sache oder Person. Positiv dagegen ist die Bezeichnung
Kultbuch
gemeint, für ein Buch, das zeitlose Verehrung durch ein bestimmtes Publikum erfährt.
Das
Kultusministerium
schließlich ist das Fachressort für kulturelle Angelegenheiten.
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