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Sie fliegen wieder: Die Zugvögel kehren aus ihrem Winterquartier zurück

KEL

Die sommerlichen Temperaturen locken uns nach draußen. So oft es eben geht, suchen wir uns ein sonniges Plätzchen, um den Frühling zu genießen. Und mit etwas Glück werden wir dann vielleicht auch noch Augenzeugen eines alljährlichen Naturschauspiels, denn es ist die Zeit des Vogelzugs. Störche, Stare und Kraniche haben die milden Temperaturen bereits zur Heimreise nach Deutschland bewegt. Bis hoch nach Norddeutschland wurden die Heimkehrer aus dem sonnigen Mittelmeerraum, Afrika oder Asien schon gesichtet.

Ziehende Kraniche
Fotolia.com/Rainer Schmittchen

Mehrere tausend Kilometer - und das oft ohne Pause - fliegen die Zugvögel bei ihrer Reise. Sie überwinden dabei hohe Gebirgsketten, die Weiten der Meere und trotzen unterwegs Regen, Sturm, eisiger Kälte und sengender Hitze. Warum aber tun die Vögel das? Was zwingt sie dazu, sich jedes Jahr erneut auf diesen kräftezehrenden Trip einzulassen?

Im Süden locken Sonne und Nahrung

Wärme und Futter, das ist es, was die Zugvögel lockt. Wenn es bei uns im Winter kalt und karg wird, dann reicht das Futterangebot nicht mehr aus, um alle unsere heimischen Vögel zu ernähren. Ganze 95 Prozent nutzen deshalb ihre besondere Fähigkeit zu Fliegen und machen sich aus dem Staub. In südliche Gefilde zieht es sie, wo sie genügend Nahrung finden. Wenn die Temperaturen dann im nächsten Frühjahr wieder steigen, kehren sie aus dem Winterquartier in die Brutgebiete ihrer Heimat zurück.

Mehr als 50 Milliarden Vögel begeben sich jährlich auf Wanderschaft. Laut krakeelend ziehen große Schwärme von Kranichen, Gänsen und Enten den Himmel entlang. Schwer nur, diese zu übersehen. Weniger bekannt ist, dass auch viele Singvögel alljährlich gen Süden ziehen, tun sie dies doch weit unauffälliger, denn sie sind ganz allein unterwegs.

Von erstaunlichen und schockierenden Rekorden

Küstenseeschwalben
Public Domain

Absoluter Rekordhalter unter den Zugvögeln ist die Küstenseeschwalbe. Zwischen ihrem Brutgebiet in der Arktis und ihrem Winterquartier in der Antarktis legt sie jährlich etwa 30.000 Kilometer zurück. Einzelne Vögel dieser Art wurden sogar dabei beobachtet, wie sie unglaubliche 80.000 Kilometer in einem Jahr flogen. Erstaunlich, dass da überhaupt noch Zeit übrig bleibt für Dinge wie Fressen, Brutplatzbau, Brutpflege und was sonst noch so zu dem Leben einer Schwalbe gehört.

Noch ein weiterer, jedoch höchst unerfreulicher Rekord ist zu verzeichnen. Mehr als 100 Millionen Zugvögel kommen leider nie in ihrem Winterquartier an. Und das nicht etwa, weil sie dem kräftezehrenden Flug nicht gewachsen wären. Nein, sie werden unterwegs von Vogeljägern abgefangen und landen letztendlich auf ägyptischen Märkten als Delikatesse auf dem Grill. Schätzungen zufolge soll sogar jeder 17. Zugvogel in den Fangnetzen der Ägypter enden. Die Naturschutzorganisation NABU beobachtet dies mit Sorge. Auch die Bundesregierung hat sich bereits eingeschaltet. Jedoch scheren sich die Menschen im derzeit krisengeschüttelten Ägypten nur wenig um Tierschutzgesetze.

Ein Viertel der deutschen Zugvögel ist bedroht

Nicht nur die Jagd auf viele Zugvögel, auch die immer knapper werdenden Rastplätze entlang der Küsten stellen eine Bedrohung der zahlreichen Arten dar. Erstmals haben Ornithologen nun eine Rote Liste der deutschen Zugvögel erstellt. Mit dem alarmierenden Ergebnis, dass ein Viertel unserer Zugvögel bedroht ist.

Bei milden Wintern, wie der vergangene einer war, ersparen sich inzwischen immer mehr Zugvögel die weite Reise in wärmere Gefilde. Glücklicherweise konnten viele von ihnen so den natürlichen und unnatürlichen Gefahren der Reise entgehen. Doch jedes Jahr können sie wohl nicht mit einem derart milden Winter rechnen. Und so gilt es durch langfristige Maßnahmen, wie dem Küstenschutz und dem Stoppen von Vogelfängern, die fliegenden Wanderer zu schützen. Damit wir sie auch in Zukunft noch als Vorboten des Frühlings alljährlich bei ihrer Rückkehr bewundern können.

(17.03.2014)

Lesen Sie noch mehr zu dem Thema in unserem Spezial Zugvögel - unsere Heimkehrer und dem scinexx-Dossier: Zugvögel - Von Weltenbummlern und Interkontinentalflügen
 

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