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Was ist ein Satellit?

Auf Satelliten kann die moderne Welt längst nicht mehr verzichten, allein das Fernsehen wäre nur halb so schön. Der unverkabelte Zuschauer braucht sie, um per Satellitenschüssel seine Programme zu empfangen, alle übrigen TV-Benutzer, um wenigstens die satellitengestützte Wettervorhersage zu verdauen. Und natürlich dienen die unbemannten Flugobjekte auf erdnaher Umlaufbahn noch allerlei anderen Zwecken: Militärs kundschaften die Atomwaffen fremder Länder aus, Klimaforscher prüfen das Ozonloch und Archäologen untersuchen Geländeformen nach antiken Stätten unter der Grasnarbe.

Doch als Terminus der Raumfahrt ist der Satellit erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts gebräuchlich - seit die Sowjetunion am 5. Oktober 1957 jenen »Sputnik I« ins All schickte, dem bis heute mehrere tausend »Kollegen« gefolgt sind. In den Jahrhunderten zuvor bezeichnete man nicht künstliche, sondern natürliche Himmelskörper als Satelliten. Der Begriff war seit etwa 1700 in der Astronomie gebräuchlich - als Synonym für »Trabant«.

Ob künstlich oder natürlich: Gemeint ist ein Himmelskörper, der sich - immer auf derselben Umlaufbahn - an einem größeren orientiert: So ist der Mond ein Satellit der Erde und der blaue Planet wiederum ein Satellit der Sonne. Diesen Grundsatz gibt das aus dem Etruskischen übernommene lateinische Wort satelles vor, das Leibwächter, Gefolge, Begleiter, Anhänger, Helfershelfer, Spießgeselle, Trabant bedeutet und klar auf ein Abhängigkeitsverhältnis verweist.

Besonders deutlich wird dies, wenn man vom »Satellitenstaat« spricht: So tituliert man seit etwa hundert Jahren spöttisch ein Land, das von einer Großmacht abhängig ist, das sich politisch ausschließlich um die Sonne des »großen Bruders« dreht. Im Bild vom Satelliten steckt also auch der Gedanke von Unselbstständigkeit, ja Ohnmacht.

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