Wahrig Herkunftswörterbuch
Industrie
Massenherstellung von Waren auf mechanischem Wege, Gesamtheit der Industriebetriebe
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frz.
industrie in ders. Bed. sowie „Geschicklichkeit, Betriebsamkeit“ auslat.
industria „beharrliche, energische Tätigkeit, Betriebsamkeit“, zulat.
industrius „regsam, tätig, beharrlich“, ausaltlat.
indu „in“ undaltlat.
struere „aufbauen, bewirken“Industrie
Nicht immer ist es nur ein in– oder im– am Wortanfang, das auf einen lateinischen Ursprung verweist. Im Falle von Industrie ist der Wortanlaut vom altlat. indu „in“ abgeleitet, das in einigen Wörtern zum Teil bis zur Zeitenwende erhalten blieb. Lukrez verwandte noch im 1. Jahrhundert die Form induperator statt imperator. Der zweite Teil des im 18. Jahrhundert über das frz. industrie aus lat. industria „Fleiß, Tatkraft“ abgeleiteten Wortes stammt vom Verb struere „bauen“. Der zur Zeit der Kaiser Augustus und Tiberius als Grammatiker, Philologe und Altertumsforscher tätige Marcus Verrius Flaccus erklärte im 1. Jahrhundert nach Christus die Herkunft des Adjektivs industrius „betriebsam“, das der industria zugrunde liegt, mit anderen Worten, aber in diesem Sinne: industrius kommt von industruus – die Tatkraft ist das Prinzip, das im Inneren baut (intro strueret). Anfangs bezeichnete die Industrie auch im Deutschen die „Tatkraft“, erst später ersetzte es das noch von Goethe verwendete Wort „Maschinenwesen“.
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