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Zukunftswerkstatt

So werden Visionen Realität

Kann man in einer Gesellschaft wirklich etwas verändern? Wie stark ist der Glaube an gelebte Demokratie? Da gibt es solche, die bereits aufgegeben und sich aufs Sofa verkrümelt haben und andere, die kein Blatt vor den Mund nehmen und lautstark auf die Straße gehen, aktuell "Wutbürger" genannt. Wem beide Varianten zu extrem sind, dem stellen sich die Fragen: Was kann ich noch tun? Und was bringt überhaupt was? Die Kreativitätstechnik "Zukunftswerkstatt" eröffnet einen weiteren, sehr effektiven Weg. Die Teilnehmer werden angeleitet, Lösungen für gesellschaftliche oder andere Probleme zu entwickeln. Es geht darum, Perspektiven zu schaffen und neue Sichtweisen zu gewinnen. Die Zukunft rückt in den Fokus und das Gefühl, ihr nicht rettungslos ausgeliefert zu sein. Selbstbestimmung ist das zentrale Stichwort.

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Blick in die Zukunft

In der Zukunftswerkstatt entwickelt eine Gruppe neue Perspektiven und Sichtweisen.

Schon die Jüngsten und Jungen, Kindergartenkinder und Jugendliche, können diesen Prozess in der Zukunftswerkstatt durchlaufen. Alter und Bildungsstand der Teilnehmer spielen keine Rolle. Kurzum: Mitmachen kann jeder, der das notwendige Interesse mitbringt. Entscheidendes Merkmal: Im Mittelpunkt steht die Fantasie. Sie wird angeregt, um neue Lösungen zu entwickeln. Die Themen sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Die Fragen können beispielsweise aus den Bereichen Politik, Architektur, Verkehr, Technik, Ökologie und Medizin stammen. Auch soziale und psychologische Probleme finden Raum, in der Regel mit regionalem Bezug. Lehrer und Schüler etwa können sich fragen, wie ihre Schule in Zukunft aussehen soll, Bürger reden mit bei der Neugestaltung des Stadtparks, Mitarbeiter regen eine bessere Teamarbeit an.

Die Zukunftswerkstatt hat eine klare methodische Struktur und chronologische Abfolge. Sie umfasst drei Hauptphasen, manchmal auch eine vierte Hauptphase für soziale Experimente. Gearbeitet wird mit den Kompetenzen und Ressourcen der Teilnehmer. Grundlegend ist die Annahme, dass jeder Experte für sich selbst ist.  Mit der Methode der Zukunftswerkstatt können brachliegende Problemlösungspotentiale mobilisiert werden. Parallel werden sich die Teilnehmer ihrer Ideen, Probleme und Wünsche bewusster. Inspiriert von eigenen Visionen, entwickeln sie – oft ungewöhnliche und überraschende - Perspektiven für die Zukunft. Es entsteht ein kollektives Engagement.

 

Methode

In den 1970er Jahren wurde die Zukunftswerkstatt von den Zukunftsforschern Robert Jungk, Rüdiger Lutz und Norbert R. Müllert entwickelt. Anlass waren die Protestbewegungen der 1968er Jahre, die sich unter anderem gegen die politischen Machtstrukturen wandten. Was auch Jungk beschäftigte: Nicht die, die es angeht, treffen die Entscheidungen, sondern in der Regel Experten, die nicht mit den Konsequenzen einer Entscheidung leben müssen. Um das zu ändern, plädierte er für eine lebendige Demokratie von unten. Dieser Grundgedanke war die Geburtsstunde der Zukunftswerkstatt.

 

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Sophie Schindler
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