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Auf halbem Weg zur siebten Milliarde

Zum Weltbevölkerungstag 2005

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerungszahl nahezu vervierfacht – im Juli 2005 zeigt die Weltbevölkerungsuhr der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) knapp 6,5 Milliarden Menschen. Jede Minute steigt die Weltbevölkerung um mehr als 150 Weltbewohner und die Probleme wachsen im Gleichschritt mit: Immer mehr Menschen müssen mit immer weniger Land und sauberem Wasser auskommen. Nachdem am 11. Juli 1987 die Weltbevölkerung die Fünf-Milliarden-Schallmauer durchbrach, beschloss der Verwaltungsrat des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen 1989, jedes Jahr am 11. Juli den Weltbevölkerungstag zu begehen, um auf Probleme der globalen Bevölkerungsentwicklung hinzuweisen.
Der DSW-Datenreport 2005, der zum Weltbevölkerungstag erscheint, liefert neueste soziale und demographische Daten zu über 180 Ländern und den Regionen der Welt: Von den aktuellen Bevölkerungszahlen, der Geburtenrate, der Lebenserwartung, der Zahl der HIV-Infizierten bis hin zu Bevölkerungsprojektionen für die nächsten 50 Jahre.

Afrika wächst am stärksten

Einige Zahlen und Projektionen aus dem DSW-Datenreport „Weltbevölkerung 2005“: Bis zum Jahr 2050 wird die Menschheit von heute 6,5 Milliarden Menschen auf 9,3 Milliarden anwachsen. 95 Prozent des Bevölkerungswachstums finden in den Entwicklungsländern statt. Die Bevölkerung der ärmsten Länder wird sich bis 2050 fast verdoppeln. Am größten ist der Zuwachs in Zentralafrika, wo sich die Bevölkerungszahl von heute 112 Millionen Menschen auf 309 Millionen im Jahr 2050 nahezu verdreifacht. Der gesamte afrikanische Kontinent wird in diesem Zeitraum um eine Milliarde Menschen wachsen. In Asien werden zur Jahrhundertmitte 1,4 Milliarden mehr Menschen leben und Lateinamerika wird 246 Millionen Menschen hinzugewinnen.

Fertilitätsrückgang gerät ins Stocken

„Es ist noch lange kein Ende des Wachstums in Sicht. Die Weltbevölkerung wächst weiterhin jedes Jahr um etwa 80 Millionen Menschen“, warnt die stellvertretende DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. „Das sind ungefähr so viele Menschen wie derzeit in Deutschland leben.“
Jüngste Studien zeigen, wie unterschiedlich sich die Fruchtbarkeitsraten in den armen Ländern entwickeln. In einigen Entwicklungsländern sinkt die Fertilität kontinuierlich auf das sogenannte Ersatzniveau von durchschnittlich 2,1 Kindern pro Frau oder sogar darunter, wie in Costa Rica, Thailand oder Tunesien. In anderen Ländern stagniert oder verlangsamt sich der Rückgang der Kinderzahlen pro Frau, wie in Ghana, Kenia oder Indonesien. In einer dritten Gruppe von Ländern hat sich bisher nur ein sehr geringer oder sogar gar kein erkennbarer Rückgang der Fertilität abgezeichnet, darunter Niger, Nigeria und Uganda.
Die meisten Projektionen gehen jedoch nach wie vor davon aus, dass in den Entwicklungsländern ein kontinuierlicher Rückgang der Fruchtbarkeistrate stattfindet.

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