Becker, Barschel, Birne

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Helmut Kohl verfolgt seine politische Karriere bereits in jungen Jahren mit Willen und Zielstrebigkeit. Sein "dickes Fell", das ihm den Ruf eines "Aussitzers" einträgt, und sein Gespür für Taktik, bringt ihm die Kanzlerkandidatur ein. Nachdem 1982 die FDP-Fraktion einen Koalitionswechsel von der SPD zur CDU/CSU vollzogen hat, wird Kohl am 1. Oktober 1982 durch ein konstruktives Misstrauensvotum, mit dem gleichzeitig Bundeskanzler Helmut Schmidt gestürzt wird, mit 52 Jahren zum bis dahin jüngsten Bundeskanzler einer Koalition aus CDU/CSU und FDP gewählt. 1983 verkündet er für die Bundesrepublik die "geistig-moralische Wende" (die freilich ausbleibt). Nach den für die Koalition erfolgreichen Bundestagswahlen 1983, 1987, 1990 und 1994 wird er jeweils wieder gewählt. 1998 beendet eine Wahlniederlage seine 16-jährige Kanzlerschaft, die längste aller Amtsinhaber seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland.

wissenmedia GmbH, Gütersloh

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Nach zehntägigem Flug landet die Raumfähre "Columbia" am 9. Dezember 1983 sicher in der kalifornischen Mojave-Wüste. Unter der sechsköpfigen Besatzung befindet sich auch der deutsche Physiker Ulf Merbold, der nach sechs Jahren Vorbereitungszeit als erster Bundesbürger an einem Flug ins All teilgenommen hat. In seinem Buch "Flug ins All" schildert er die dramatischen Minuten beim Start: "Wir waren an Bord gegangen, lagen in unseren Sitzen, das Gesicht zum Himmel, den Rücken zum Boden, mehr als dreißig Meter über der Erde. Ich wusste, jetzt stand der Höhepunkt meines Lebens bevor… Fünf Sekunden vor dem Start kam von den Computern an Bord das Kommando, die drei Hauptmotoren zu starten. Die Ventile für den flüssigen Wasserstoff und den flüssigen Sauerstoff öffneten sich. Wir spürten unter uns ein gigantisches Inferno von Feuer und Lärm losbrechen… Auf Millisekunden genau wurden die acht Haltebolzen, die uns bisher mit der Startplattform verbunden hatten, gesprengt. Von ihren Fesseln befreit setzte sich die Columbia in Bewegung."

ESA

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In einer nahezu skurrilen Affäre stolpert Verteidigungsminister Manfred Wörner 1984 beinahe über den Bundeswehrgeneral Kießling, der wegen angeblicher homosexueller Kontakte zum Sicherheitsrisiko geworden sei und in den Ruhestand versetzt wird. Die Tatsache, dass der Verteidigungsminister ohne ausreichende Prüfung eines MAD-Berichts seinen General in Pension schickt, löst eine Welle der Kritik in der Öffentlichkeit aus. Rücktrittsforderungen nicht nur vonseiten der Opposition, sondern auch aus den Reihen der CDU/CSU werden laut. Derart unter Druck gesetzt, ordnet Wörner eine genauere Untersuchung an. Erneute Zeugenaussagen und Behauptungen vergrößern allerdings nur noch die Peinlichkeit der Affäre, so dass schließlich Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) auf ein Ende der Angelegenheit drängt. Kohl wehrt jeden Angriff auf seinen Verteidigungsminister ab, empfiehlt diesem jedoch den Abbruch des Verfahrens. Die "Süddeutsche Zeitung" kommentiert dies mit folgenden Worten: "Der Tag, an dem die Affäre Wörner so … zum Abschluss gebracht wurde, wird eingehen in die Annalen als der Augenblick, in dem sich Kohls politischer Stil endgültig durchgesetzt hat: Arrangieren und Aussitzen".

wissenmedia GmbH, Gütersloh

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Ungläubiges Staunen herrscht unter den Passanten auf dem Roten Platz in Moskau, als der Deutsche Matthias Rust am 28. Mai 1987 mit seiner Cessna vor der Basilius-Kathedrale aufsetzt. Das Luftkontrollsystem der UdSSR hat versagt. Rusts kleines Flugzeug wird zwar vom Radar erfasst, die Militärs schätzen die kleine Maschine allerdings nicht als Bedrohung ein. Auf dem Roten Platz bildet sich schnell eine Menschenmenge um das kleine Flugzeug und den Piloten, der von den Sicherheitskräften abgeführt wird. Als Grund für seinen Flug gibt Rust an, er wolle mit dem KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatchov über den Weltfrieden sprechen. Während die westliche Presse Rust Flug als "Husarenstück" feiert, zeigt sich die sowjetische Staatsführung unnachgiebig. Der Stachel sitzt tief und Rust wird wegen "Rowdytum und Verletzung der Staatsgrenzen" zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt. Allerdings kommt er am 3. August 1988 frei.Unser Bild zeigt ihn nach dem Rückflug auf dem Frankfurter Flughafen.

Corbis-Bettmann, New York

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Sonnenbrille und Pferdeschwanz sind seine unverkennbaren Markenzeichen: Karl Lagerfeld ist der einzige Deutsche, dem es gelingt, in die internationale Phalanx der Modemacher vorzustoßen und sich dort über Jahrzehnte einen Spitzenplatz zu erobern. Karl Otto Lagerfeld wurde am 10. September 1933 oder (nach eigenen Angaben) 1938 in Hamburg geboren und begann seine Karriere als Modellist, Assistent und künstlerischer Leiter in den Modehäusern Balmain und Patou. Ab 1964 ist er freier Designer, 1963-1983 und 1993-1997 arbeitet er als künstlerischer Direktor bei Chloé, seit 1984 ist er Chefdesigner bei Chanel und gründet im gleichen Jahr sein eigenes Unternehmen, das er 1992 mit den weltweiten Rechten verkauft. Seit 1986 ist das Multitalent auch als Fotograf tätig. Unser Bild zeigt Lagerfeld 1993 umgeben von seinen drei Top-Models Cindy Crawford, Helena Christensen und Claudia Schiffer.

Corbis-Bettmann, New York