Ja, sie wollen!
Sie sitzt regungslos und wird von mehreren Helferinnen dekoriert: eine chinesische Braut. Das traditionelle Hochzeitskleid ist rot - denn das soll dem jungen Paar Glück bringen. Tatsächlich trägt die Braut allerdings während der Zeremonien verschiedene Kleider. Eines ist weiß und wird während der standesamtlichen Trauung getragen. Bei der Teezeremonie und dem anschließenden Empfang schmückt ein rotes Kleid die Braut. Das offizielle Ritual - vergleichbar mit dem Jawort in der westlichen Kultur - ist in die Teezeremonie eingebettet. Die frisch Vermählten knien drei Mal nieder: zu Himmel und Erde, zur Ahnentafel und den Eltern, zu einander. Damit ist der Bund der Ehe besiegelt. Im modernen China ist das Niederknien durch eine Verbeugung ersetzt worden.Während der Feier gehen übrigens meist Feuerwerksraketen hoch; ihr Krach soll die bösen Geister vertreiben.
Während die malayische Braut aus dem Koran liest, lugen ihre mit Henna gefärbten und verzierten Hände unter dem weißen Gewand hervor. Sie sind Teil ihres Brautschmucks. Ansonsten geht die Zeremonie relativ schnörkellos vonstatten. Zärtlichkeiten - gar ein Kuss - zwischen den Frischvermählten sind tabu.Bei der Hochzeitsfeier erhalten die Gäste traditionell ein Präsent von den Gastgebern, und zwar häufig ein hartgekochtes, kunstvoll bemaltes Ei - Symbol für Fruchtbarkeit.
Spätestens seitdem Filme à la "Bollywood" über die Bildschirme flimmern, sind indischer Pomp und Farbenpracht bekannt. Vor der hinduistischen Hochzeit findet für die Braut eine zeremonielle Reinigung statt. Ihre Hände und Füße werden anschließend in aufwändigen Mustern mit Henna bemalt. Die Ornamente haben alle eine Bedeutung und sollen der Braut Glück bringen. Während der Hochzeit, bei der sich die Brautleute manchmal zum ersten Mal begegnen, sitzt das Paar in seiner glitzernden Pracht oft viele Stunden auf einem Podest, um sich von den Gästen genau betrachten zu lassen.
Die griechisch-orthodoxe Hochzeitszeremonie bindet allerlei Zubehör ein, das zum Einsatz kommt, um den "Bund fürs Leben" zu schmieden. Dazu gehören zum Beispiel der Ringtausch, zwei Hochzeitskränze und ein Tanz. Die verbundenen Kränze werden Braut und Bräutigam dreimal abwechselnd auf die Köpfe gelegt - Symbol der heiligen Dreifaltigkeit. Der Tanz ist ein Ritual, bei dem der Priester und das Paar dreimal um den in der Mitte der Kirche aufgestellten Hochzeitstisch - Symbol für die Vereinigung des Paares vor Gott.
Mit der traditionellen Shinto-Zeremonie werden in Japan die meisten Trauungen vollzogen. Ein Shinto-Priester segnet und reinigt das Brautpaar spirituell, bevor der Bräutigam seinen Eid leistet. Nach der Zeremonie werden den "Kami" - den heiligen Geistern - Opfergaben in Form von Zweigen gemacht und Sake - Reiswein - getrunken.
Die Ehe ist im jüdischen Glauben eine heilige Institution und gehört zu einem vollkommenen Leben dazu. Die Eheschließung erfolgt nach strengen Regel - ein Sabbat ist zum Beispiel als Hochzeitstag ausgeschlossen. Nach der Tradition der orthodoxen Juden tragen Braut und Bräutigam beide ein weißes Kleid beim Hochzeitszeremoniell, denn weiß ist die Farbe der Reinheit. Häufig findet die Trauung im Freien statt, um den Segen Gottes ohne Hindernis empfangen zu können. Ein Rabbiner leitet die Hochzeit, spricht den Segen aus, fordert den Bräutigam auf, den Ring aufzustecken und das Ehegelöbnis zu sprechen. Anschließend verliest er einen Ehevertrag. Bei der dann folgenden Zeremonie liest der Rabbiner sieben Segenssprüche. Dann zertritt der Bräutigam ein Glas, denn Scherben bringen auch im jüdischen Glauben Glück - Masel Tow!
Die Hälfte der rund 140 Millionen Nigerianer sind Muslime und leben vorwiegend im Norden, die restlichen 40 Prozent sind Christen und 10 Prozent sind Anhänger traditioneller Religionen.In Nigeria ist es üblich, dass die Gäste zu Ehren des Brautpaares etwas vorführen - einen Tanz zum Beispiel. Wenn die Einlage des Gästen gefällt, werden den Darbietenden Geldscheine auf die Stirn geklebt. Und das erhält dann später das Brautpaar.
Musik und Tanz spielen ein große Rolle bei einer türkischen Hochzeit. Denn ausgelassenes Feiern gehört genauso dazu wie eine ausgiebige Beschenkungszeremonie, bei der die frisch Vermählten gern mit Gold bedacht werden. Nach einem lustigen Brauch wird von den Gästen geschaut, wem von den Brautleuten es bei der Unterschrift des Ehevertrags gelingt, den anderen ein bisschen mit dem Fuß zu treten. Das soll dann der Chef - oder die Chefin - im Hause werden.
Vor allem sind die Vereinigten Staaten bekannt für die so genannten "Schnellhochzeiten", die z. B. in Las Vegas in einer "wedding chapel" abgehalten werden - gern auch nach einer durchzechten Nacht. Doch natürlich gibt es auch dort Hochzeiten, die monatelang geplant wurden. Ein Gegenpart zum Brautstrauß-Werfen hat sich in den USA - aber auch England - etabliert: Der Bräutigam entfernt das Strumpfband seiner Angetrauten und wirft es hinter sich. Wer von den Junggesellen es fängt, ist vielleicht schon der Nächste, der vor den Altar tritt.
In Deutschland ist die hupende Autokarawane, die dem frisch getrauten Paar folgt, ein Muss. Jede Autoantenne ist mit einer weißen Schleife geschmückt. Das Brautauto selbst ist meist dekoriert mit Blumengirlanden. Glück oder einem Schild "Just married". Glück bringen sollen dann noch eine Reihe von Blechdosen, die am Auspuff befestigt für richtig großen Krach sorgen.