Wie die Esel!

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Sonnenlicht besteht aus ultravioletter Strahlung, dem sichtbaren Licht und der Infrarotstrahlung. Sie sind allesamt elektromagnetische Wellen und unterscheiden sich lediglich in ihrer Wellenlänge. Die hautschädigende Wirkung des Sonnenlichtes wird hauptsächlich vom ultravioletten Licht, der sogenannten "UV-Strahlung" verursacht. Dieser Teil des Sonnenlichtes ist wie die Infrarotstrahlung nicht sichtbar. Man kann UV-Strahlung entsprechend der Wellenlänge weiter unterteilen in UVA-, UVB-, und UVC-Strahlung.

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UVA-Strahlen haben eine Wellenlänge von 320-400 nm und vermögen tiefer in die Haut einzudringen als UVB. Sie bewirken eine rasche Pigmentierung der Haut durch den Pigment-Farbstoff Melanin. Lange Zeit dachte man, UVA-Strahlen seien unschädlich für die Haut. Heute weiß man jedoch, dass UVA die elastischen Fasern im Bindegewebe schädigen und somit zu einer vorzeitigen Hautalterung führen kann, man spricht auch von „Photo-Aging“. In sehr hohen Dosen kann UVA-Strahlung Sonnenbrand und Hautkrebs verursachen. Außerdem werden durch den Einfluss von UVA-Strahlen im Körper sogenannte agressive freie Radikale gebildet. In Verbindung mit manchen Medikamenten (z.B.Antibiotika) können photoallergische Reaktionen ausgelöst werden. UVA-Strahlung findet bei einigen Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, Neurodermitis und Akne therapeutischen Einsatz. Manche künstliche Lampen enthalten UVA-Strahlung sowie die Röhren in Sonnenstudios. UVA vermag Fensterglas zu durchdringen. UVB-Strahlen mit einer Wellenlänge von 280-320 nm sind im Wesentlichen für den Sonnenbrand und die gefährlichen Zellschäden verantwortlich. Im Gegensatz zur UVA-Strahlung bildet sich hier die Bräune erst nach 48-72 Stunden aus. Auch UVB findet Einsatz bei künstlichen Lampen und einigen Hautkrankheiten. Zu den negativen Wirkungen zählen akute und chronische Schädigungen der Haut, des Bindegewebes und der Blutgefäße. Trotz des körpereigenen Reparatursystems führen gehäufte Sonnenbrände zu irreparablen Schäden, die im schlimmsten Fall zu Hautkrebs führen können. UVB-Strahlen werden von Fensterglas abgefiltert, weswegen ein Sonnenbrand durch UVB-Strahlen hinter Fensterglas nicht möglich ist. UVC-Strahlen mit einer Wellenlänge von 250-280 nm werden normalerweise vom Ozon abgehalten und gelangen nicht an die Erdoberfläche. Durch das immer größer werdende Ozonloch wird diese Filterfunktion jedoch eingeschränkt. UVC-Strahlung kommt zusätzlich in einigen künstlichen Lampen vor oder wird zur Entkeimung von Luft verwendet. UVC reizt sehr stark die Bindehäute, deshalb müssen bei Arbeiten mit dieser Strahlung Schutzbrillen getragen werden. UVC wird durch Fensterglas abgefiltert. Infrarotstrahlung mit einer Wellenlänge von 800-10.000 nm führt in hohen Dosen zu Hitzeschädigungen an der Haut. Ob spezifische Schädigungen der Haut, wie z.B. durch die UV-Strahlung, ausgelöst werden können, ist noch nicht endgültig erforscht. Man weiß jedoch, dass Infrarotstrahlung die hautschädigende Wirkung von UVB verstärken kann.

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Er tritt typischerweise 4-6 Stunden nach dem Sonnenbad auf und erreicht seinen Höhepunkt nach 12-24 Stunden. Der Sonnenbrand ist gekennzeichnet durch eine flächenhafte Rötung, evtl. auch Schwellung oder Blasenbildung, Schmerzen und Juckreiz. Im Rahmen eines Sonnenbrandes im Gesicht können auch Beschwerden an den Augen, z.B. an Binde- oder Hornhaut, hinzukommen. Die Sonnenempfindlichkeit ist dabei abhängig vom Hauttyp, der Bestrahlungsdauer und dem UV-Index. Neben den akuten Zeichen eines Sonnenbrandes sind seine Spätfolgen gesundheitsschädlich: Durch wiederholtes Einwirken von UVA-Strahlung werden die elastischen Fasern der Haut geschädigt und eine vorzeitige Hautalterung mit ausgeprägter Faltenbildung kann eintreten. Die Haut sieht "ledrig" aus. Schwerwiegender aber ist die Tatsache, dass häufige Sonnenbrände zu irreparablen Zellschädigungen führen und Veränderungen am Erbmaterial, der DNS, bewirken. Auf diese Art und Weise können Krebszellen entstehen. Heute weiß man, dass ein Zuviel an Sonnenbestrahlung Auslöser verschiedener Krebsvorstufen und Hautkrebsarten sein kann, so für den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), den Stachelzellkrebs (Spinaliom) und den Basalzellenkrebs (Basaliom). Der Sonnenstich hingegen ist Folge einer direkten intensiven Sonneneinstrahlung, v.a. auf den unbedeckten Kopf und Nacken. Betroffene klagen über starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Kreislaufschwäche bis hin zum Kreislaufzusammenbruch als Zeichen einer Hirnhautreizung. Wichtig ist, die Person in den Schatten zu bringen, den Kopf erhöht zu lagern und mit feuchten Tüchern zu kühlen. Zusätzlich sollte ausreichend zu trinken gegeben werden.

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Bestimmte Personen haben ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Dies sind vor allem diejenigen mit sehr heller Haut (Hauttyp I und II) oder mit vielen Muttermalen. Gefährdet sind außerdem Personen, die in ihrer Kindheit mehrere Sonnenbrände erlitten haben. Deswegen ist bei Kindern besondere Vorsicht geboten, denn ihre Haut ist extrem empfindlich. Als Regel gilt, dass man pro Jahr nicht mehr als 50 Sonnenbäder genießen sollte. Diese Zahl gilt für Solarien und für natürliche Sonnenbäder zusammen. Gerötete Haut nach einem Sonnenbad sollte völlig vermieden werden. Der Selbstschutz der Haut durchläuft verschiedene Stufen: Als erstes wird ein Teil der UV-Strahlung durch die oberste Hautschicht, der Hornhaut, reflektiert. Bei wiederholter Bestrahlung verdickt sich diese Hautschicht, man spricht von „Lichtschwiele“. Zum anderen wandeln die Melanozyten der Haut Pigmentvorstufen in das endgültige Hautpigment Melanin um. Man sieht eine sofortige Bräunung, die allerdings nicht lange anhält. Letztendlich können Melanozyten den Pigmentfarbstoff Melanin auch neu bilden. Melanin stellt eine Art Schutzschild für die darunter liegenden Zellen dar, weil es UV-Licht abfiltern kann. Je mehr Melanin bereits gebildet ist, desto mehr Strahlung kann abgefangen werden. Die Menge an Melanin, die gebildet werden kann, hängt dabei vom Hauttyp ab: Hellhäutige können nur wenig Melanin produzieren und sind deshalb sonnenempfindlicher als dunklere Hauttypen.

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Sonnenschutzmittel ermöglichen einen längeren Aufenthalt in der Sonne ohne Sonnenbrand. In den heutigen Sonnenschutzmitteln befindet sich meist eine Kombination von Wirkstoffen, die UV-Strahlung vom Typ UV-A als auch vom Typ UV-B absorbieren. Der kombinierte Schutz ist sinnvoll, damit nicht nur Sonnenbrand und Zellschäden, sondern auch die vorzeitige Hautalterung verhindert werden kann. Dabei werden chemische und/oder physikalische Filter eingesetzt. Chemische Filter ( z.B. Oxybenzon) schützen die Haut indem sie die UV-Strahlung absorbieren. Da sie gelegentlich Allergien auslösen können, sind sie für Personen mit Allergieneigung nicht zu empfehlen. Physikalische Filter (z.B. Titanoxid, Zinkoxid) reflektieren das UV-Licht. Sie lösen in der Regel keine Allergien aus und werden heutzutage vor allem für Kinder empfohlen. Der Lichtschutzfaktor (LSF oder SPF (sun protection factor)) gibt an, wie viel mal länger als ohne Schutz man sich nach Anwendung des Lichtschutzmittels unbeschadet in der Sonne aufhalten kann. Zum Beispiel: Wer es ohne Sonnenschutz zehn Minuten in der Sonne aushält, kann mit einem Lichtschutzmittel Faktor 12 zwei Stunden in der Sonne bleiben. Diese Zeit sollte man allerdings nie ganz ausreizen, Dermatologen raten, die Schutzzeit nur zu 60% auszunutzen. Experten stellen fest, dass Lichtschutz-Werte über 30 weder notwendig noch exakt bestimmbar sind und den Konsumenten verführen, sich noch länger der Sonne auszusetzen. Seit einigen Jahren gibt es für die Messung des UVB-Lichtschutzfaktors eine einheitliche europäische Methode, die "COLIPA". Zur Messung des UVA-Schutzes gibt es bisher verschiedene Methoden: UVA-Schutz nach australischen Standard bedeutet, dass in Laborversuchen 90% der UV-Strahlung abgehalten wurden. Bei den Messmethoden PPD und IPD wurde der UV-Schutz auf menschlicher Haut bestimmt. Wenn Sie den richtigen UVA-Schutz für Sie wissen möchten, wenden Sie sich am besten an Ihren Hautarzt oder Apotheker.

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Am besten nehmen Sie keine ausgedehnten Sonnenbäder und halten sich vorwiegend im Schatten auf. Auch im Schatten bräunt man.Verbringen Sie die Zeit von 11 bis 15 Uhr nicht in der prallen Sonne, denn dann ist die Strahlung am intensivsten.Die Dauer des Sonnenbades und die Höhe des Lichtschutzfaktors müssen dem persönlichen Hauttyp angepasst sein.Gewöhnen Sie die Haut langsam an die Sonne. So können Sie nicht nur Sonnenbrände vermeiden, sondern auch einer Sonnenallergie vorbeugen.Sonnenlicht kann auch Augenschäden hervorrufen. Schützen Sie deshalb Ihre Augen mit einer Sonnenbrille, die UV-Licht absorbiert. Vorsicht bei billigen Sonnenbrillen! Sie haben häufig keinen ausreichenden UV-Filter. In Zweifelsfällen können Sie Ihre Sonnenbrille beim Optiker prüfen lassen.Schützen Sie Gesicht und Kopfhaut bei Bedarf mit einem breitkrempigen Sonnenhut und tragen sie passende, luftige, aber dichtgewebte Kleidung. Seit kurzem sind spezielle Textilien mit eingebautem UV-Schutz auf dem Markt. Beachten Sie die entsprechenden Angaben auf der Etikette.Neu auf dem Markt sind Sonnenschutz-Buttons oder – Folien. Sie werden auf die Haut oder Kleidung geklebt und zeigen dem Träger an, wann er das Sonnenbad beenden sollte.

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Wind kühlt, daher empfindet man kaum ein warnendes Hitzegefühl.Wasser, Schnee und Sand verstärken die Strahlung durch ihre reflektierende Wirkung.Auch unterhalb der Wasseroberfläche gelangt ein Teil der UV-StrahlungIm Gebirge ist die Sonnenbestrahlung generell höher als im Flachland.Auch bei bedecktem Himmel gelangen noch 50-70 Prozent der Strahlung auf die Haut, im Schatten bis zu 70%.Auch Hitze kann gesundheitliche Schäden verursachen, die sogar lebensbedrohlich werden können.Kosmetika, Deodorants und Parfüms sollten beim Sonnenbaden möglichst nicht verwendet werden. Es besteht die Gefahr bleibender Pigmentierung.Denken Sie daran, dass einige Arzneimittel die Sonnenempfindlichkeit steigern können, fragen Sie am besten Ihren Arzt.

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Tragen Sie Sonnencremes eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auf.Sparen Sie nicht beim Auftragen des Sonnenschutzmittels! Bei zu sparsamer Anwendung ist keine ausreichende Wirkung gegeben.Achten Sie bei Aufenthalt im Wasser auf wasserfeste Produkte. Wiederholen Sie das Auftragen nach dem Abtrocknen.Sonnenschutzmittel mit einem LSF über 30 machen keinen Sinn; sie belasten die Haut unnötig mit chemischen Filtern und verführen zu ausgedehnten Sonnenbädern..Benutzen Sie einen höheren Lichtschutz (z.B. Sunblocker) für die Partien, die besonders stark der Sonne ausgesetzt sind: Lippen, Nase, Ohren und Glatze.Verwenden Sie auch im Schatten ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor.Mehrfaches Auftragen des Sonnenschutzes verlängert die Schutzzeit nicht!

mev, Augsburg

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Und denken Sie daran: Die Menschen anderer Länder zeigen uns schon lange, wie der ideale Sonnenschutz aussieht. Ihrem Vorbild sollten wir folgen. Der Gesundheit wegen ...

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