Lexikon

Göring

Hermann, deutscher Politiker (NSDAP), * 12. 1. 1893 Rosenheim, Oberbayern, † 15. 10. 1946 Nürnberg (Selbstmord); erfolgreicher Jagdflieger des 1. Weltkriegs. 1922 trat Göring der NSDAP bei und übernahm die Führung der SA. 1923 beim sog. Hitlerputsch schwer verwundet, floh er ins Ausland (bis 1927); 1932 Präsident des Reichstags. Maßgeblich an der Bildung der Regierung Hitler beteiligt, 1933 preußischer Ministerpräsident und Innenminister sowie Reichsminister der Luftfahrt.
Unter Göring entstanden die ersten Konzentrationslager und das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapo).
Ich schieße wenigstens
Ich schieße wenigstens
Aus einer Rede des Reichsinnenministers Hermann Göring am 11. 3. 1933:

Ich habe erst angefangen zu säubern, es ist noch längst nicht fertig.
Für uns gibt es zwei Teile des Volkes: einen, der sich zum Volk bekennt, ein anderer Teil, der zersetzen und zerstören will.
Ich danke meinem Schöpfer, dass ich nicht weiß, was objektiv ist ...
Ich werde die Polizei rücksichtslos einsetzen, wo man das deutsche Volk zu schädigen weiß. Aber ich lehne es ab, dass die Polizei eine Schutztruppe jüdischer Warenhäuser ist ...
Wenn sie sagen, da und dort sei einer abgeholt worden, so kann man nur erwidern: Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Wir haben jahrelang die Abrechnung mit den Verrätern angekündigt. Ruft nicht so viel nach Gerechtigkeit, es könnte sonst eine Gerechtigkeit geben, die in den Sternen steht und nicht in den Paragraphen! Und wenn diese Gerechtigkeit leuchtet, ist euer Ende gekommen. Man klagt über die Unterdrückung von Zeitungen. Wundert euch das? Mich wundert, dass sie noch existieren. Ich würde pflichtwidrig handeln, wenn ich länger dieses Gift ins Volk hineinträufeln ließe ... Lieber schieße ich ein paar Mal zu kurz oder zu weit, aber ich schieße wenigstens.
Es muss endlich einmal der Unfug aufhören, dass jeder Gauner nach der Polizei schreit.
Eine oft behauptete Teilnahme am Reichstagsbrand (27. 2. 1933) ließ sich nicht schlüssig nachweisen. 1935 Oberbefehlshaber der von ihm aufgebauten Luftwaffe, 1936 Beauftragter für den Vierjahresplan, 1939 von Hitler für den Fall seines Todes zum Nachfolger bestimmt, 1940 Reichsmarschall. Im 2. Weltkrieg mitverantwortlich für das Versagen der deutschen Luftwaffe. Am 29. 4. 1945 „wegen eigenmächtiger Verhandlungen mit dem Feind“ von Hitler aus allen Partei- und Staatsämtern ausgestoßen. Vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod verurteilt, entzog Göring sich der Hinrichtung durch Gift.
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