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Sternenhimmel im Mai 2018

Kometenschweif, Planetentreffen und eine Raumsonde auf dem Weg zum Mars

Der Mai bringt immer kürzere Nächte und damit weniger Zeit für Beobachtungen des Nachthimmels. Dafür aber tut sich dort so einiges. Der Staubschweif des Halleyschen Kometen sorgt für reichlich Sternschnuppen und Mond und Planeten treffen sich in der Dämmerung zum Rendezvous. Spannend auch: Am 5. Mai startet die Raumsonde "Mars InSight" zum Roten Planeten – mit einer ganz speziellen Aufgabe.

Halleyscher Komet
Im Mai passiert die Erde Reste des Staubschweifs vom Halleyschen Kometen – als Folge fallen Sternschnuppen.

Die Sonne gewinnt im Mai mehr und mehr an Kraft und Höhe – und sie scheint immer länger. Im Laufe des Monats verkürzt sich dadurch die Zeit nächtlicher Dunkelheit auf Höhe Berlins von anfangs sechs auf nur noch vier Stunden. Viel Zeit für die Beobachtung der Sterne bleibt da nicht. Dennoch gibt es auch im Mai einiges am Nachthimmel zu sehen.

Sternschnuppen vom Halleyschen Kometen

Den Anfang macht der Meteorschauer der Eta-Aquariiden. Seine Sternschnuppen fallen noch bis zum 10. Mai besonders üppig, in dieser Zeit können 60 bis 80 davon pro Stunde niedergehen. Der Ursprung dieser Meteore ist der Halleysche Komet – ein Komet, der alle rund 75 Jahre wieder in Erdnähe kommt. Im Mai passiert die Erde die Überreste seines Staubschweifs und als Folge regnet es Sternschnuppen.

Die beste Zeit zur Beobachtung dieser Meteore ist der frühe Morgen vor Beginn der Morgendämmerung. Denn die meisten Sternschnuppen kommen scheinbar aus der Richtung des Sternbilds Wassermann – und das geht erst gegen zwei Uhr morgens auf. Zwar stört das Licht des noch relativ vollen Mondes Anfang Mai die Beobachtung der Meteore, dafür aber können einige Sternschnuppen wegen ihrer hohen Geschwindigkeit besonders helle und lange Lichtstreifen an den Himmel zeichnen. Sie sind daher trotz Mondlicht gut zu sehen. Zudem tauchen Sternschnuppen der Eta-Aquariiden den gesamten Monat hindurch immer wieder am Himmel auf.

Stellariumbild des nächtlichen Sternehimmels
Am Abend des 17. Mai steht die schmale Mondsichel besonders nah an der Venus.

Planeten: Rendezvous am Abendhimmel

Wer in der Abenddämmerung an den Himmel blickt, kann über dem Westhorizont einen hellen Lichtpunkt entdecken: die Venus. Unser Nachbarplanet leuchtet uns den gesamten Mai über als strahlender "Abendstern". Besonders lohnend ist der Blick nach Westen am 16. und 17. Mai. Denn dann steht die dünne Mondsichel ganz dicht an der hellen Venus – ein besonders schöner Anblick.

Während die Venus am Abend langsam untergeht, steigt ihr gegenüber, im Osten, der zweite helle Planet am Himmel auf: der Jupiter. Er leuchtet momentan besonders hell, weil er sich am 9. Mai in Opposition befindet – er steht von uns gesehen der Sonne genau gegenüber und wird daher voll von ihr angestrahlt. Gleichzeitig ist der Jupiter dadurch die gesamte Nacht hindurch sichtbar, er ist nach Mond und Venus der dritthellste Lichtpunkt am Nachthimmel.  Günstig auch: Der Jupiter ist uns momentan besonders nahe: Sein Abstand liegt "nur" bei 660 Millionen Kilometern.

Auch in der Morgendämmerung können wir im Mai ein himmlisches Rendezvous beobachten: Am 5. Mai zieht der abnehmende Mond genau zwischen Mars und Saturn hindurch. Der Ringplanet Saturn steht dabei rechts vom Mond, der Mars links unterhalb des Erdtrabanten.

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NPO, 03.05.2018
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