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Wetterextreme: Starkregen im Anmarsch

Extreme Wetterverhältnisse haben in manchen Regionen Deutschlands jüngst für katastrophale Zustände gesorgt: Tiefdruckgebiet "Elvira" brachte am Wochenende Starkregen mit Gewitter – und hinterließ Zerstörung. Doch wie kommt es überhaupt zu solchen heftigen Niederschlägen? Und müssen wir künftig womöglich vermehrt mit Wetter-Extremen rechnen? Wissen.de klärt die meteorologischen Hintergründe.
DAL, 03.06.2016

Zu den typischen Hinterlassenschaften eines schweren Unwetters zählen ramponierte Autos.
Gewitter, Starkregen und Hagel haben in den vergangenen Tagen in vielen Teilen Deutschlands ein Bild der Verwüstung hinterlassen: Schlammige Straßen, vollgelaufene Keller, kaputte Autos und entwurzelte Bäume zeugen von den gewaltigen Wassermassen, die ganze Straßenzüge überschwemmten. Blitzeinschläge ließen mancherorts sogar Dachstühle von Wohnhäusern niederbrennen.

Besonders stark hat es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge den Süden des Landes getroffen, vor allem Baden-Württemberg und Hessen. Hier fielen bei den Unwettern in einigen Gebieten über 100 Liter Regen pro Quadratmeter binnen eines Tages – mehr als sonst in einem ganzen Monat. Die Experten sprechen von extremen Wetterlagen. Doch wie kommt es zu solchen ungewöhnlichen Schlechtwetterereignissen?

Gewitter werden in der Regel von wolkenbruchartigen Regen- oder Hagelschauern begleitet.

pixabay.com, stevepb

Tiefs als Regenbringer

Regenwetter herrscht meist dort, wo sich ein Tiefdruckgebiet breitmacht. Ein Tiefdruckgebiet entwickelt sich hierzulande zum Beispiel, wenn eine Luftmasse mit warmer und feuchter Luft vom Atlantik oder vom Mittelmeer auf kalte Luft aus dem Norden stößt. Dann gleiten diese warmen und leichten Luftmassen über die kühlere und schwerere Luft im Norden und steigen dabei auf.

Als Folge wird der Luftdruck am Boden geringer. Je höher die Luft bei dieser Aufwärtsbewegung steigt, desto mehr kühlt sie ab und der in ihr enthaltene Wasserdampf kondensiert: Dabei bilden sich Wolken und es kann zu Niederschlägen kommen.

Wenig Bewegung in den Luftmassen

Besonders turbulent geht es dort zu, wo die unterschiedlich temperierten Luftmassen im Bereich des Tiefdruckgebiets aufeinandertreffen: Diese Luftmassengrenzen werden als Tiefausläufer oder Fronten bezeichnet. Sie bilden eine Kalt- und eine Warmfront, die im Laufe der Zeit um das Zentrum des Tiefs herumwandern.

Wo die kalten und warmen Luftmassen kollidieren, entstehen häufig Regen und Gewitter. Während solche Wetterphänomene in der Regel jedoch durch die fortwährende Bewegung der Luftmassen in absehbarer Zeit weiterziehen, hielten sich die Unwetter am vergangenen Wochenende ungewöhnlich lange an einem Ort. In den Luftmassen des Tiefs "Elvira" war laut Experten des DWD wenig Bewegung: Die Luftmassen trafen deshalb an derselben Stelle immer wieder aufeinander.

Insbesondere in Regionen nahe des Drehzentrums des Tiefs sei die Verlagerung der Gewitter sehr zögerlich vonstattengegangen: "Das ist durchaus ungewöhnlich", berichten die Meteorologen. Denn normalerweise nehme in einem Tief die Windgeschwindigkeit mit der Nähe zum Zentrum zu. So jedoch kam es in den betroffenen Gebieten zu starkem Dauerregen.

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