Zebrastreifen: Sind Sie im Bilde?

1/7

An dem Tag, an dem der liebe Gott das Zebra schuf, muss er besonders kreativ gewesen sein. Denn obwohl es sich beim Equus quagga lediglich um einen weiteren Vertreter der Gattung Pferd handelt, hat der Schöpfer das (Steppen-)Zebra durch eine besonders phantasievolle Musterung ausgezeichnet. Die schwungvoll über den Zebrakörper verteilten schwarz-weißen Streifen haben später auch so manchen Modeschöpfer oder Innenausstatter inspiriert und zieren immer mal wieder Bettwäsche, Fußabtreter oder Sofagarnituren. Während die Zebrastreifen in der Natur eher der Tarnung ihres Trägers dienen sollen (in der flimmernden Steppenhitze verschwimmen die Konturen des Zebras), haben die Zebrastreifen in der Mode jedoch eher Signalwirkung. Und das gilt nicht nur für die Couture, sondern auch für die Straßenverkehrsordnung.

shutterstock.com/prapass

2/7

Während die Wissenschaft der Bionik sich bestimmter Funktionsweisen und Mechanismen der Natur bedient, um sie für technische Anwendungen oder Produkte zu nutzen, haben die Vereinten Nationen 1949 ebenfalls bei der Natur abgeschaut, genauer gesagt bei den gestreiften Bewohnern des südlich der Sahara gelegenen Afrikas. Denn schon damals beschloss man, die Zebrastreifen in die künftigen Straßenverkehrsordnungen aufnehmen zu lassen. Großbritannien machte den Anfang und verkankerte das zebra crossing 1951 im Gesetz.

istockphoto.com/Alvaro Arroyo

3/7

Es ist das Richtzeichen 350 der Straßenverkehrsordnung, das auf den korrekterweise "Fußgängerüberweg" bezeichneten Zebrastreifen hinweist. Im Standard ist es 70 x 70 Zentimeter groß, zeigt einen schwarzen Mann auf schwarz-weißen Streifen vor himmelblauem Hintergrund und hängt in der Regel an einem Mast oder in Form einer Laterne neben beziehungsweise über dem Überweg. Das mag ein wenig seltsam erscheinen, zumal an einer Ampel, die ja ebenfalls den Vorrang oder die Vorfahrt regelt, auch kein Hinweisschild auf die Signalanlage angebracht ist.

Fotolia.com/Instantly

4/7

Heute weiß jedes Kind, am Zebrastreifen müssen die Autofahrer anhalten, die Fußgänger haben "Vorfahrt", ganz so wie bei einer grünen Ampel. Doch das war nicht immer so. Es dauerte geschlagene neun Jahre, bis der 1953 ins deutsche Verkehrsgesetz aufgenommene Zebrastreifen den Fußgängern auch wirklich den Vorrang einräumte: Erst seit 1964 legt die Straßenverkehrsordnung fest, dass an Fußgängerüberwegen, also explizit auch an Zebrastreifen, Fußgänger gehen dürfen und Autofahrer halten müssen. Allerdings wurden in Folge dieser Regelung viele der vorhandenen Zebrastreifen wieder überstrichen - um den Verkehrsfluss nicht allzu sehr ins Stocken geraten zu lassen.

mev, Augsburg/Eckart Seidl

5/7

Wer einen solchen Schlitten wie hier im Bild fährt, hat sicher nichts dagegen, an einem Zebrastreifen stehen zu bleiben. So haben die Fußgänger ausreichend Zeit, bewundernd oder gar neidisch zu starren. Die Gruppe, die vor dem Regent Beverly Wilshire, in dem sich einst "Pretty Woman" Julia Roberts einen Millionär angelte, am Straßenrand wartet, scheint es mit dem Queren des Zebrastreifens jedenfalls nicht eilig zu haben. Eine Szene, die sich auf dem Rodeo Drive in Beverly Hills, Kalifornien, sicher häufiger beobachten lässt.

shutterstock.com/egd

6/7

Während in Deutschland der Zebrastreifen farblich an sein tierisches Vorbild angepasst ist und sich in elegantem Schwarz-Weiß über die heimischen Fahrbahnen legt, greifen andere Länder zur grelleren Farbvariante und pinseln knallgelbe Streifen auf den Asphalt oder das Kopfsteinpflaster. So wie hier in Mérida, Méxiko. Zu sehen ist die Kathedrale am Platz der Verfassung, eine der schönsten Sehenswürdigkeiten Méridas, die viele Besucher und Urlauber anlockt. Allerdings erscheint der Zebrastreifen hier fast schon überflüssig - Autos sind jedenfalls weit und breit keine Sicht.

Kessler Medien, Saarbrücken

7/7

Das sieht in New York, der Stadt, die niemals schläft, ganz anders aus. Denn hier herrscht ein gewaltiges Verkehrsaufkommen.Touristen wird deshalb auch empfohlen, auf das Auto zu verzichten und den hervorragend ausgebauten öffentlichen Nahverkehr zu nutzen - es herrscht 24-Stunden-Betrieb auf den 200 Buslinien und dem 1000 Kilometer langen U-Bahn-Netz. Zusätzlich fahren etwa 12.000 Taxis durch New York. Wie wichtig durch Zebrastreifen markierte Fußgängerüberwege in dem eng gestrickten Netz aus Avenues und Streets sind, lässt sich allein an dem Fakt ablesen, dass sich auf manchen der Einbahnstraßen die Fahrtrichtung während der New Yorker Hauptverkehrszeit ändert.

shutterstock.com/Mauro Scarone