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Zahlenfutter

Verzehrgewohnheiten deutscher Durchschnittsesser

Lästiges Muss oder Leibgenuss? Ob wir uns schnell einen Happen zwischen die Rippen schieben oder ein 5-Sterne-Menü auf der Zunge zergehen lassen: Essen und Trinken verschlingen in unserem Leben eine Menge Zeit und Raum. Wissenschaftler versorgen uns mit verblüffenden runden Zahlen.

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1434 kg Speis und Trank

Gut essen und trinken ist für die meisten Menschen ein wichtiger Teil des Lebens. Bei einer Umfrage erreichte die Nahrungsaufnahme Rang 4 der Lebensgenüsse, lediglich überholt von Urlaub, Familie und Sex bzw. Liebe.

Schon Großmutter wusste: „Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen.“ Zur Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge nimmt der Durchschnittsbürger über eine Tonne (1434 kg) Lebensmittel und Getränke jährlich zu sich. Das sind mit Verpackung mehr als 4,5 m³ Speis und Trank.

Ein anschauliches Modell der Mengen, die Jahr für Jahr in unseren Schlund wandern, steht im Foyer der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe. Es ist eine Pyramide von beeindruckenden 2,4 x 2,4 x 2,4 Metern Seitenlänge.
Jedes Jahr vertilgen die Deutschen 82 Millionen solcher Pyramiden.

Selbstverständlich variiert das Verzehrsvolumen individuell. Nach einer einfachen Faustregel schluckt jeder einzelne jährlich das 20fache seines Körpergewichts.

Mahlzeit

Anders als die meisten Lebewesen, die einen Großteil ihre Zeit grasen oder jagen, können wir Menschen uns einfach im Supermarkt oder am nächsten Döner-Stand mit den lebensnotwendigen Nährstoffen versorgen.

Elefanten futtern täglich zwischen 18 und 20 Stunden. Der bundesdeutsche Durchschnittsesser ist täglich ca. 2,5 Stunden mit der Verpflegung beschäftigt.

Dabei sind die Beißwerkzeuge selbst nur 67 Minuten aktiv. 82 Minuten dauert allein die Vorbereitung oder Nachbereitung des Essens - Kochen, Spülen, Lebensmittel Einräumen etc.

Pro Jahr verbringen wir 499 Stunden, ca. 21 Tage an Tisch oder Tresen. Hochgerechnet mampft ein 80jähriger also 4,5 Lebensjahre (1663 Tage) am Stück.

Nimmt man die statistischen Daten genauer unter die Lupe, zeigen sich einige interessante Abweichungen. Zwar dauern die Mahlzeiten von Männern und Frauen etwa gleich lang.
Dafür stehen Frauen aber täglich 90 Minuten in der Küche, fast eine Stunde länger als Männer. Diese sind verbringen nur 34 Minuten am heimischen Herd oder Spülbecken.

Am meisten Zeit zum Schlemmen nehmen sich Ehepaare ohne Kinder. Sie dinieren täglich 96 Minuten. Familien mit Kind hält es nur 74 Minuten am Tisch.

Erwerbstätige Singles bevorzugen die schnelle Küche - Kochen und Spülen erledigen sie in 39 Minuten.

Geschmacksfrage

Was wollen wir heute essen? Beim Einkauf haben wir die Qual der Wahl. Rund 230.000 verschiedene Produkte wollen den Verbraucher verführen.

Ob wir uns für Sushi oder Pommes mit Majo entscheiden, ist mehr als eine Geschmacksfrage. Eine Rolle spielt zum Beispiel der Geldbeutel oder der Laden um die Ecke. Nicht zuletzt zeigt sich beim Essen auch der Lebensstil.
Wissenschaftler unterscheiden zwischen Ernährungstypen wie Gourmet, Gesundheitsapostel oder Fast-Food-Fan.

Der Durchschnittsbürger verzehrt pro Jahr unter anderem

  • 681,7 kg Getränke
  • 172 kg Milch und Milchprodukte
  • 132 kg Frischobst
  • 102,9 kg Brot
  • 95,1 kg Fleisch und Wurst
  • 26,7 kg Zucker und Süßwaren
  • 16,3 kg Fette und Mayonnaise

Übrigens haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Dicke grundsätzlich nicht mehr essen als Schlanke. Oft haben sie aber eine besondere Vorliebe für fettreiche Lebensmittel, die sich in überflüssigen Pfunden auf der Waage niederschlägt.

Ernährungsberater empfehlen täglich höchstens 60 bis 80 Gramm Fett. Dazu zählen auch versteckte Fette, wie sie unter anderem in Wurst oder Süßwaren vorkommen. Salami oder Teewurst enthalten zum Beispiel 30 bis 40 Prozent Fett.

Erkrankungen durch falsche Ernährung und mangelnde Bewegung schlagen jährlich mit Kosten von 50 Milliarden Euro zu Kasse.

Zum Wohlsein

Essen ist mehr als der Nachschub von Nährstoffen. Essen ist ein Ritual, das zu allen festlichen Anlässen gehört.

Die Statistik zeigt, dass wir es uns am Wochenende besonders wohl ergehen lassen. In 20 Prozent aller Haushalte gibt es sonntags ein Frühstücksei. Unter der Woche haben nur 6 Prozent der Befragten Zeit dafür.
Auch ein Bierchen oder ein Schoppen Wien gehören zum Weekend-Feeling: So steigt der Alkoholkonsum am Wochenende um ca. ein Drittel.

Im Schnitt lassen wir uns die nahrhafte Kost 18 Prozent unseres Haushaltsbudgets kosten.

Seit Einführung des Euro zeigen sich jedoch deutliche Knicks in der Konsumkurve. So aßen die Deutschen 2002 390 Millionen mal seltener außer Haus als im Jahr 2000.

Monika Wittmann
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