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LEXIKON

Sittlichkeit

das sittliche Verhalten und auch die diesem gemäße Gesinnung und Zielsetzung, wobei sittliches Verhalten ursprünglich ein von der Sitte bzw. der kollektiven Lebensordnung gefordertes Verhalten ist.
Die Frage nach dem Endziel oder dem höchsten Gut des (individuellen) Lebens ist seit der Antike die Grundfrage der Ethik. Sie wurde anfänglich im Sinn der individuellen Tüchtigkeit innerhalb der Polis beantwortet (Platon, Aristoteles), dann aber auf das individuelle Wohlergehen, das naturgemäße Leben (Stoa) und schließlich auf das Heil der Seele allein (hellenistische Philosophie, Christentum) bezogen. Vielfältig wie die Ansichten über das Wesen der Sittlichkeit sind in der Philosophie auch die über die Art der sittlichen Verbindlichkeit (Sittengesetz, Pflicht). Da die sittliche Beurteilung eine Bewertung ist, fragt es sich, ob es besondere sittliche Werte an sich gibt. Wertphilosophie.
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