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Einführung

Loriot

Wer kennt nicht Herrn Müller-Lüdenscheidt nebst Herrn Doktor Klöbner und Quietscheentchen in der Badewanne, das Ehepaar Hoppenstedt und das Atomkraftwerk-Modell unterm Weihnachtsbaum, den Rentner Herrn Erwin Lindemann, für den sein Lottogewinn zum verbalen Kraftakt wird, oder die liebenswerten Figuren Wum und Wendelin? Loriot steckte hinter diesen Figuren und den so vielsagenden Geschichten aus dem Alltag, welche wohl viel authentischer waren und sind, als so mancher von uns wahrhaben möchte.

Loriot hatte dieses untrügliche Gespür dafür, wie viel Komik beispielsweise in einer eigentlich ganz beiläufigen Unterhaltung zwischen Eheleuten stecken kann. Ob das Frühstücksei weich und auf den Punkt gekocht oder doch eher viel zu hart und somit keineswegs perfekt zubereitet ist, das nämlich zählt mitunter zu den wirklich brisanten Themen einer gut - oder sagen wir über einen langen Zeitraum - funktionierenden Beziehung. Und auch seine beiden Kinofilme "Pappa ante Portas" und "Ödipussi" beschäftigen sich mit den Tücken des Alltags wie der Herausforderung, ein Spannbettlaken akurat über eine Matratze zu stülpen, und den Barrieren der Zwischenmenschlichkeit, die beispielsweise das Prinzip "Schwiegermutter" von Natur aus in sich birgt.

Am 12. November 1923 wurde Bernhard Victor (Vicco) Christoph Carl von Bülow geboren und später unter dem Namen Loriot als Karikaturist, Autor, Schauspieler und Regisseur bekannt. Der Künstler starb am 22. August 2011 im Alter von 87 Jahren. Wir erinnern uns an den großen Meister der intelligenten Unterhaltung. Dafür, dass er niemals in Vergessenheit geraten wird, dafür hat er mit seinen Geschichten und knubbelnäsigen Figuren, mit Charme und Schläue, mit seinem großartigen Team und seinem verschmitzten Lächeln selbst gesorgt.

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