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Schlittensport

Auf Kufen talwärts

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Al diavolo gli inglesi! - "Zum Teufel mit den Engländern", hörte man die Einwohner des sonst so friedlichen schweizerischen Kurortes St. Moritz schimpfen. Seit die verrückten Briten auf die Idee gekommen waren, für ihre spektakulären Schlittenrennen die bestehenden Wege und Strassen zu benutzen, war man seines Lebens nicht mehr sicher. Der "Village Run" schockierte Kurgäste und Einheimische gleichermaßen und machte die Pferde scheu. Wer konnte inmitten dieses Chaos schon ahnen, dass sich die Geburtsstunde des modernen Schlittensports vollzog.

Zunächst einmal musste man der Konkurrenz entscheidende Sekunden abnehmen und so legte sich der Brite M. Cornish 1887 bäuchlings auf seinen Schlitten und sauste kopfvoran die legendäre Cresta Strecke - von Davos ins 157 Meter tiefergelegene Cresta-Celerina - hinunter. Skeleton, heute noch die Spektakulärste aller Schlittensportarten, war geboren. Wie Ritter vor einem mittelalterlichen Turnier sahen sie aus, die Helden der Eisbahn, dick gepolstert, mit Sturzhelm (der mehr einem Kochtopf ähnelte), stahlüberzogenen Ellbogen und Knieschützern und Kratzeisen an den Stiefeln, um die tollkühne Fahrt wenigsten ansatzweise steuern zu können. Wenn Skeleton in Salt Lake City zu späten olympischen Ehren kommt, so bieten die Fahrer einen ästhetischeren Anblick, der Nervenkitzel aber bleibt der Gleiche.

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Richard Steiger
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