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Herzschrittmacher

Alexander Stahr

Die Kontraktion des Herzmuskels wird durch die regelmäßig wiederkehrende elektrische Stimulation der Muskelzellen erzeugt. Verantwortlich dafür ist das Reizleitungssystem des Herzens, das eine elektrische Erregung auslöst. Bei einer Reihe von Störungen der Reizleitung ist die Therapie mit einem temporären oder permanenten Schrittmacher notwendig.

Solch ein Schrittmacher ist ein batteriebetriebener elektronisches Gerät, das elektrische Impulse an das Herz abgibt. Er besteht aus einem Gehäuse mit der entsprechenden Elektronik sowie einer oder zwei kleinen Leitungen mit Elektroden. Der Schrittmacher wird in der Regel in lokaler Betäubung in einem etwa 20 Minuten dauernden Eingriff unter den Brustmuskel implantiert und beeinträchtigt das Leben des Trägers kaum.

Der erste vollständig in den menschlichen Körper eingebettete Herzschrittmacher wurde am 8. Oktober 1958 einem Patienten in Stockholm implantiert. Dazu war eine Öffnung des Brustkorbes notwendig und die Elektroden wurden auf den Herzmuskel aufgenäht.

Die Lebensdauer des Gerätes betrug nach der Implantation leider nur 24 Stunden. Der Patient verstarb allerdings erst im Januar des Jahres 2002 im gesegneten Alter von 86 Jahren. Bis zu seinem Tod wurden Ihm 22 verschiedene Herzschrittmacher implantiert.

Seither gab es erhebliche Fortschritte in der Technologie der Schrittmacher. Sie zeigen sich vor allem in der Elektronik, der Lebensdauer, den Batterietypen, den Stimulationselektroden und der Programmierbarkeit. Neuere Schrittmacher können zum Beispiel auch ihre Schlagfolge an die Körperaktivität des Schrittmacherträgers anpassen.

In Deutschland wurden im Jahr 2001 rund 60.000 Herzschrittmacher implantiert. Je nach Art des Einsatzes beträgt die mittlere Lebensdauer des Gerätes etwa zehn Jahre.

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