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Herztransplantation

Alexander Stahr

Warten auf das Leben

In der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember 1967 gelang Christiaan Barnard und seinem Team in Kapstadt die weltweit erste Herztransplantation. Der Patient überlebte nur 18 Tage und starb an einer Lungenentzündung.

Die Immunabwehr musste wegen der Abstoßungsgefahr extrem unterdrückt werden. Daher führte der vergleichsweise harmlose Infekt zum Tod. Der zweite Patient lebte anderthalb Jahre mit seinem Spenderherz.

Am 13. Februar 1969 erfolgte in München die erste Herztransplantation in Deutschland an der Chirurgischen Universitätsklinik München. Der 36-jährige Organempfänger starb jedoch 27 Stunden nach der Transplantation. Eine Thrombose der rechten Koronararterie führte zum Herzversagen.

Auch die zweite Herztransplantation in Deutschland, die nur vier Wochen später durchgeführt wurde, schlug fehl. Der dritte Versuch erfolgte am Berliner Westend-Krankenhaus. Ein 46-jähriger Mann erhielt in nur vier Stunden ein neues Herz, starb aber ebenfalls neun Stunden nach dem Eingriff. Den ersten Erfolg konnten Ärzte des Deutschen Herzzentrums München am 7. Mai 1981 verbuchen. Damit war der Durchbruch in Deutschland geschafft. Rasch folgten weitere Herztransplantationen in München, an der Medizinischen Hochschule Hannover, in Hamburg und am Deutschen Herzzentrum in Berlin.

Heute werden in Deutschland jährlich etwa vierhundert Herzen in 26 Zentren transplantiert, etwa sechshundert Patienten warten auf "ihr" Organ. Die Überlebensrate über fünf Jahre ist heute immerhin bei 80 Prozent angelangt.

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