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Krebsvorsorge: Besser früher ...

Viele Krebskrankheiten haben eine höhere Heilungschance, wenn sie früh erkannt werden. Grundsätzlich gilt, dass sich Krebs besser behandeln lässt, wenn er klein und örtlich begrenzt ist. Bei Brust-, Haut- und Darmkrebs sowie einigen Formen von Prostatakrebs ist die erhöhte Heilungschance statistisch erwiesen.
aus der wissen.de-Redaktion, September 2012

Was ist eigentlich Krebs?

Krebszellen
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Bei Krebs handelt es sich medizinisch um eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungsformen. Allen Krebsarten ist die bösartige Entwicklung von Körperzellen gemein. Im Gegensatz zum kontrollierten Wachstum gesunder Körperzellen wachsen Krebszellen unkontrolliert, haben keine organspezifische Funktion und wachsen meist zerstörend in das umgebende Gewebe hinein. Krebszellen können auch über Blut- und Lymphbahnen wandern und in späteren Stadien in anderen Organen Tochtergeschwülste, sog. Metastasen, bilden.

 

Krankenkassenleistungen bei der Krebsvorsorge

 

Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen bietet Untersuchungen zur Vorbeugung von Krebskrankheiten an. Gesetzliche Grundlage für die Krebsvorsorge ist § 25 Abs. 2 des Fünften Buches des Sozialgesetzbuches (SGB V).

Das Krebs-Früherkennungsprogramm gehört zu den Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Wir haben alle Angebote für Sie zusammengestellt.

 

Krebsvorsorgeangebote für Frauen


Frau bei Brustkrebskontrolle
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Ab dem Alter von 20 Jahren:

 

Genitaluntersuchung (innere und äußere Geschlechtsorgane): dazu zählt gezielte Anamnese (z. B. Fragen nach Blutungsstörungen, Ausfluss), Inspektion des Muttermundes, Entnahme von Untersuchungsmaterial vom Muttermund und aus dem Gebärmutterhals (Krebsabstrich) und zytologische Untersuchung (Pap-Test), gynäkologische Tastuntersuchung sowie Beratung über das Ergebnis.

 

Zusätzlich ab dem Alter von 30 Jahren:

Brustuntersuchung, d.h. gezielte Anamnese (z. B. Fragen nach Veränderungen oder Beschwerden der Brust), Inspektion und Abtasten der Brust und der regionären Lymphknoten einschließlich der Anleitung zur Selbstuntersuchung.


Zusätzlich ab dem Alter von 50 bis 69 Jahren:

Mammographie-Screening: Es besteht Anspruch auf Mammographie-Screening im Abstand von zwei Jahren bis zum Ende des 70. Lebensjahres.

Was können Sie sonst tun? Regelmäßiges Abtasten der Brüste und der Besuch eines Arztes, falls Veränderungen des Brustgewebes entdeckt werden.


Krebsvorsorgeangebote für Männer

 

Ab dem Alter von 45 Jahren

Prostata- und Genitaluntersuchung: dazu gehört gezielte Anamnese, Inspektion und Abtasten der äußeren Geschlechtsorgane, Tastuntersuchung der Prostata, Tastuntersuchung der regionären Lymphknoten, Beratung über das Ergebnis.

 

Krebsvorsorgeangebote für Frauen und Männer

 

Darmkrebs-Früherkennung

Ab dem Alter von 50 Jahren bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres gehört zur Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung einmal jährlich ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl - mit gezielter Beratung, Tastuntersuchung des Enddarms.

Zusätzlich ab dem Alter von 55 Jahren kann eine Darmspiegelung im Abstand von zehn Jahren oder ein Testverfahren zum Nachweis von Blut im Stuhl in Anspruch genommen werden.

Was können Sie tun? Achten Sie auf Ihre Darmtätigkeit, bei Veränderungen konsultieren Sie den Arzt. Ernährung und Bewegung spielen bei Krebserkrankungen ebenfalls eine Rolle.


Hautkrebs-Früherkennung

Gesetzlich Versicherte haben ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Untersuchung der gesamten Körperoberfläche. Der Grund: die Generation der heute 35-Jährigen hat ein erhöhtes Krebsrisiko. Zur Früherkennung zählt eine gezielte Anamnese (z. B. Fragen nach Veränderungen oder Beschwerden der Haut), eine visuelle, standardisierte Ganzkörperinspektion der gesamten Haut einschließlich des behaarten Kopfes und aller Körperhautfalten (vor allem Achselhöhlen, Leisten, Gesäßspalte, Finger- und Zehenzwischenräume, Unterbrustbereich, Bauchnabel) sowie Befundmitteilung mit diesbezüglicher Beratung (im Falle eines verdächtigen Befundes erfolgt die weitere Abklärung bei einem Facharzt/einer Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologe/Dermatologin).

 

Was können Sie selbst tun?

Schützen Sie sich vor übermäßiger Sonnenbestrahlung und gehen Sie zum Arzt, wenn sich ein dunkler Pigmentfleck verändert oder neu bildet.

 

Gut zu wissen: zusätzliche kostenlose Kassenleistungen

Sind enge Verwandte von Ihnen an Krebs erkrankt? Dann lohnt es sich, mit dem Arzt darüber zu sprechen. Eventuell können Sie zusätzliche Vorsorgeleistungen in Anspruch nehmen oder Untersuchungen bereits vor Erreichen des vorgeschriebenen Alters durchführen lassen.

Auch ein Gespräch mit Ihrer Krankenkasse kann Ihnen unter Umständen zu zusätzlichen Krebsvorsorge-Untersuchungen verhelfen: Viele Kassen bieten kostenlos Vorsorgemaßnahmen an, die über die gesetzlichen Kassenleistungen hinausgehen, etwa Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchungen in jährlichem Rhythmus anstatt, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, alle zwei Jahre.

 

IGeL kostet

Neben diesen Maßnahmen zur Früherkennung gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die durchaus sinnvoll sein können, aber vom Patienten selbst bezahlt werden müssen. Das sind so genannte IGeL (Individuelle Gesundheitsleistungen). Beispiele sind die Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) und Ultraschall zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen, die nicht zur anspruchsberechtigten Altersgruppe gehören.

Die IGeL: http://www.igel-verzeichnis.de

 

Krebsrisiken vermeiden

Mit einem gesunden Lebenswandel können Sie die Gefahr einer Krebserkrankung erheblich reduzieren. Es sind eine Reihe von Risiken bekannt, die eine Krebserkrankung mit verursachen können. Dazu zählen beispielsweise Rauchen, Alkohol, falsche Ernährung, krebserzeugende Stoffe in der Arbeits- und Umwelt einschließlich Strahlenbelastungen, aber auch Infektionen, insbesondere mit bestimmten Virusarten.

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