Lexikon
Zechstein
Vor 270–250 Mio. Jahren: Der Zechstein
270–250 Mio.
Das Klima auf der Nordhalbkugel ist warm und z.T. ausgeprägt trocken. Dagegen ist der Südkontinent Gondwana von Vereisungen geprägt.
In weiten Teilen Europas existieren große Sedimentationsbecken (Mitteleuropäisches Becken, Saar-Nahe-Trog, Innersudetisches Becken), in denen sich häufig rote Sandsteinformationen abscheiden.
In den ausgedehnten permischen Beckengebieten Europas, Nordamerikas und Sibiriens entstehen die bedeutendsten Salzlager der Erdgeschichte.
Das »Urmittelmeer« (Tethys), das sich bereits gegen Ende des Oberkarbons öffnete (um 300 Mio.), umfasst inzwischen u.a. Persien, Afghanistan, Pamir, Karakorum und Kuenlun und reicht bis Sizilien. Dadurch wird der ursprüngliche Riesenkontinent Pangaea noch deutlicher in zwei Großkontinente geteilt.
Asien, Europa und Nordamerika bilden den in sich geschlossenen Festlandblock der Norderde (Laurasia), wobei das permische Angara-Land in etwa dem heutigen Sibirien entspricht. Afrika, Südamerika, Antarktis, Australien, Indien und Arabien bilden den südlichen Subkontinent Gondwana.
Die Kohlenmoore Europas und Nordamerikas verschwinden, neue entwickeln sich in den Beckenlandschaften Sibiriens, Chinas, Vorderindiens und allgemein auf der Südhalbkugel.
Die geologischen Verhältnisse begünstigen die Bildung von Zinnlagerstätten. Außerdem sind an Karbonatite gebundene Lagerstätten von Niob, Phosphor, Eisen, Titan, Zirkonium, Barium, Kupfer usw. sowie Kimberlite (mit Diamanten) in großer Zahl anzutreffen.
In Europa ist der so genannte Kupferschiefer als Sediment häufig. Er tritt in Verbindung mit der Bildung von Faulschlamm in flachen Lagunen auf.
Die Neopterygii, eine Oberordnung der Knochenfische, entwickeln sich. Sie gehören zu den Strahlenflossern und leben ausschließlich im Meer.
Als neue Reptilienunterklassen erscheinen die Lepidosauria und Archosauria, und in Gestalt von Nothosauria (Ordnung Sauropterygia) sind erste Vertreter der Reptilien-Unterklasse Sauropterygomorpha nachweisbar. Nur im Oberperm leben Anomodontia, Mitglieder der Reptilien-Unterklasse Synapsida.
Als höchstentwickelte Pflanzen sind die (Nacktsamer) Gymnospermen verbreitet. Repräsentiert sind sie u.a. durch die Nadelholzfamilie der Voltziaceae.
In der Pflanzenwelt zeichnet sich eine deutliche namengebende Veränderung ab. Die bisherige so genannte Rotliegend-Flora stirbt weit gehend aus, die Neue Kupferschiefer-Flora (Zechstein-Flora) dominiert.
270–230 Mio.
Im südafrikanischen Karroo-Becken lagern sich die kontinentalen Rotsedimente der so genannten Beaufort-Gruppe ab. Sie konservieren zahlreiche Fossilien, darunter wesentliche Entwicklungsstufen der säugerähnlichen Reptilien (Therapsida).
270–210 Mio.
Im Nordosten Schottlands lagern sich – im Vorkommen Elgin – festländische Sedimente ab, die reichlich Fossilien führen, darunter auch die ersten britischen Dinosaurier.
270–100 Mio.
In Sedimentsteinen ist die Bildung von Kupfererzen aufgrund des trocken-warmen Klimas häufig.
Auf allen Kontinenten findet wie schon in früheren erdgeschichtlichen Zeiträumen ausgeprägte Granitbildung (Granitisation) statt.
Um 263 Mio.
Die Gebirgsbildung von Sonoma spielt sich ab. Sie erfasst eine kleinere Region in Nordamerika unweit von San Francisco.
Um 260 Mio.
In Osteuropa finden sich Belege von Großechsen der Gattungen Sauroctonus und Scutosaurus mit breitem Schädeldach von beträchtlichem Ausmaß.
Die saalische Gebirgsbildung spielt sich im Mitteldeutschen Raum ab.
256–228 Mio.
Es herrscht eine Periode mit häufig wechselnder geomagnetischer Polung.
Um 250 Mio.
Die Korallen der Ordnung Rugosa, die seit dem Ordovizium (500–440 Mio.) in den Meeren leben, sterben aus.
Als weitere Meerestiere sterben die Blastozoa, eine Unterklasse der Stachelhäuter, die Seeskorpione und Stachelhaie (Acanthodii) aus. Auch die letzte Ordnung der Trilobiten, Ptychopariida, überlebt das Paläozoikum nicht. Bei den Seelilien und Haarsternen verschwinden mit dem Zechstein die Unterklassen Camerata und Flexibilia.
Aus dem Reich der Insekten verschwinden die für das Karbon (360–250 Mio.) und Perm typischen Urflügler, die ersten primitiven Fluginsekten der Erdgeschichte.
Die meist kleinen Amphibien der Unterklasse Lepospondyli sterben aus. Aus der Unterklasse Labyrinthodontia verschwinden die Ordnungen Temnospondyli und Anthracosauria.
Die Reptilien der Unterordnungen Protothyromorpha und Pareiasauria überleben das Perm nicht.
Erdzeitalter
Erdzeitalter
© wissenmedia
Wissenschaft
Jäger und Sammler erreichten Malta schon vor 8500 Jahren
Malta zählt zu den abgelegensten Inseln des Mittelmeers. Rund 100 Kilometer offene See trennen die Insel von der Küste Siziliens. Bislang ging die Wissenschaft davon aus, dass Menschen frühestens ab der Jungsteinzeit technisch in der Lage waren, Malta auf dem Seeweg zu erreichen. Doch neue archäologische Funde widerlegen dies....
Wissenschaft
Wie hoch ist die Klimasensitivität?
Klimawissenschaftler streiten sich über eine Zahl. Eine einzige Zahl namens Klimasensitivität. Und nein, das ist kein Maß dafür, wie empfindlich einige Menschen reagieren, wenn ihnen „schon wieder ein blöder Artikel zum Klimawandel“ vorgesetzt wird. Sondern die Klimasensitivität beschreibt eine Eigenschaft jener Computermodelle,...