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Vanille

Monika Wittmann

Frucht der Orchidee

Vanille ist ein sinnlicher Genuss: Sie duftet verführerisch, schmeckt unwiderstehlich und sieht auch noch schön aus! Die Schoten sind nämlich die Früchte einer Orchidee. Diese kommt ursprünglich aus Mexiko und nur dort lebt eine bestimmte Bienenart, welche sie bestäuben kann. Überall sonst müssen die gelben Blüten, die sich nur an einem einzigen Tag öffnen, von Hand befruchtet werden. Neun Monate später sind die Schoten reif. Sie sind jedoch noch grün und riechen nach gar nichts. Ihr begehrtes Aroma entfalten sie durch eine langwierige Schwitz- und Trockenprozedur.

Wegen der aufwendigen Produktion ist Vanille eines der teuersten Gewürze überhaupt. Trotzdem werden wir vom Aroma Vanillin fast überschwemmt. Obwohl die Orchideen weltweit nur rund 40 Tonnen des begehrten Stoffs liefern, werden jährlich rund 12.000 Tonnen in Backwaren, Süßspeisen oder Joghurts gerührt. Diese 99,67 Prozent kommen aus der Retorte.

Heißt es "natürliches Aroma", wurde das Vanillin von Schimmelpilzen oder Bakterien produziert. "Naturidentisches" Vanillin wird chemisch hergestellt, häufig aus den Abwässern der Papierindustrie. Ausgangsstoff ist die im Holz enthaltene Substanz Lignin. Diese bleibt als Abfallprodukt zurück, wenn zur Herstellung von Papier Holz ausgekocht wird.

Unser Tipp: Gönnen Sie sich den vielschichtigen Duft der echten Vanille! Gemahlenes Vanillepulver gibt es in Reformhäusern oder Naturkostläden. Zum Wegwerfen viel zu schade sind die kostbaren, ganzen Vanillestangen. Nachdem Sie das Mark ausgekratzt haben, legen Sie die Schote einige Tage in ein fest verschlossenes Glas mit Zucker oder Tee. Sie werden staunen!

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