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Der Kürbis: Trendgemüse der Herbstzeit

Das Wetter ist zunehmend regnerisch, die Blätter werden langsam bunt und es gibt wieder Pumpkin Spice Latte: Der Herbst kommt – und mit ihm die Kürbiszeit. Dabei ist aber Kürbis nicht gleich Kürbis. Es gibt ihn in verschiedenen Formen und Farben, als gigantischen Riesenkoloss und als kleines Dekorationsgemüse. Auch die Rezepte sind vielfältig, doch welcher Kürbis eignet sich am besten für welche Verwendung?
JFL, 14.09.2022
Symbolbild Kürbisse

Mypurgatoryyears, GettyImages

Ob als Cremesuppe, im Risotto oder als angebratene Beilage: In der herbstlichen Küche darf der Kürbis nicht fehlen. Das ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika stammende Gemüse ist schon lange in unseren Breitengraden angekommen und prägt nicht nur geschmacklich die stürmische Jahreszeit. Viele Dekorationen vor Hauseingängen, auf Kommoden oder in Schaufenstern greifen das Kürbis-Thema auf. Dabei ist aber nicht jeder Kürbis für beides geeignet. So gibt es schöne Zierkürbisse, die giftig sind, und eher unansehnliches Speisegemüse.

Kochkürbisse gibt es viele

Einer der aktuell beliebtesten Kürbissorten ist der Hokkaido. Er bringt einen nussigen Geschmack mit sich und fällt durch seine besonders runde Form und einen leuchtend orangenen Farbton auf. Der eher mittelgroße Hokkaido-Kürbis bringt im Schnitt etwa ein bis drei Kilogramm auf die Waage, weshalb sich ein kleineres Exemplar perfekt für eine Mahlzeit eignet. Die Schale kann dabei übrigens einfach mitgegessen werden, beim Garen sollte man jedoch daran denken, dass sie etwas länger als das Fruchtfleisch braucht, um weich zu werden. Lediglich die groben Fasern und die Kerne im Zentrum des Kürbisses sollten entfernt werden – letztere können aber noch geröstet und als Snack verwendet werden.

Auch der Butternut-Kürbis findet immer wieder seinen Weg in unsere Herbstküche. Er hat meist eine Birnenform und eine eher blasse Farbe. Ähnlich wie der Hokkaido eignet er sich für sämtliche Kürbisgerichte wie Risotto, Cremesuppe oder im Ofen gebacken. Auch hier kann die Schale mitgegessen werden, schmeckt aber herber als das Fruchtfleisch, das einen nussig-würzigen Geschmack mit sich bringt. Alle Speisekürbisse sind übrigens auch roh genießbar, beispielsweise im Salat oder Smoothie.

Einen etwas kräftigeren Geschmack liefert der Muskatkürbis. Er hat eine runde, gerillte Außenhülle und ist meist grün oder bräunlich-orange. Muskatkürbisse bringen etwa drei bis fünf Kilogramm auf die Waage und haben eine festere Schale als Butternuts oder Hokkaidos. Trotzdem kann auch hier die Schale gegessen werden. Wenn die Kürbisstückchen im Rezept aber nur eine kurze Garzeit haben, also beispielsweise angebraten werden, sollte die Schale vorher entfernt werden. Bei Backofenkürbissen oder Suppen sollte sie aber kein Problem darstellen.

Zierkürbisse sind oft ungenießbar, klein, mehrfarbig und weisen zum Teil recht bizarre Formen auf.

Stefanie Keller, GettyImages

Nur gucken, nicht aufessen

Anders als bei den delikaten Speisekürbissen sollte man von Zierkürbissen lieber die Zunge lassen: Sie enthalten giftige Cucurbitacine. Das sind Bitterstoffe, die aus den essbaren Sorten herausgezüchtet wurden und zu Übelkeit und Bauchschmerzen führen. Wer sich nicht sicher ist, ob ein Kürbis genießbar ist, kann allerdings ein kleines Stück des rohen Gemüses probieren. Wenn es bitter schmeckt, sollte man ihn nicht essen. Für den heimischen Kürbisanbau wird außerdem empfohlen, offiziell geprüftes Saatgut zu verwenden. Wer die eigenen Samen aus dem Vorjahr verwendet, läuft Gefahr, dass sich über die Befruchtung im Freiland Mischsorten mit Bitterstoffen gebildet haben.

Eine Zwischenform bildet der Howden-Kürbis. Er ist generell genießbar und kann grundsätzlich gegessen werden. Meist sieht man ihn aber nur als Deko, denn: Ein Großteil der typischen Halloween-Laternen wird aus Howden-Kürbissen geschnitzt. Das liegt vor allem an seiner Größe – er kann bis zu 15 Kilogramm wiegen und hat meist eine schöne runde Form. Neben dem Howden gibt es mittlerweile auch Sorten, die speziell für die Verwendung als Halloween-Laterne gezüchtet wurden. Dazu gehört beispielsweise der passend benannte „Jack o’Lantern“-Kürbis, der besonders rund, schön orange und leicht auszuhöhlen ist.

Dieser auf einer County Fair in den USA ausgestellte Lokalchampion brachte weit über 400 Kilogramm auf die Waage – und dies, obwohl es sich um ein schlechtes Jahr gehandelt haben soll.

carolo7, GettyImages

Die größte Frucht der Welt

Während der Howden-Kürbis schon zu den Schwergewichten unter den „normalen“ Speisekürbissen gehört, sieht er neben einem Verwandten mickrig aus: Der passend benannte Riesen-Kürbis trägt den lateinischen Beinamen maxima nicht ohne Grund: Diese Sorte produziert nicht nur die größten Kürbisse, sondern sogar die größten Früchte aller Pflanzen. Erst 2021 wurde in der Toskana ein neuer Weltrekord aufgestellt: 1.226 Kilogramm brachte ein Riesen-Kürbis von Stefano Cutrupi auf die Waage.

Auch wenn wohl keine Familie solche Mengen zeitnah vertilgen könnte, so sind Riesen-Kürbisse grundsätzlich genießbar. In den USA ist er beispielsweise Grundlage des traditionell zu Thanksgiving gebackenen Kürbiskuchens, des Pumpkin Pie. Eine etwas kürzere Tradition feiert auch dieses Jahr wieder ihr Comeback: Das Herbst-Kultgetränk Pumpkin Spice Latte ist zurück. Interessant hierbei: Seit seiner Erfindung im Jahr 2003 bis zum Jahr 2015 war in dem Getränk kein Kürbis enthalten – lediglich herbstliche Gewürze und Farbstoffe. Nach einiger Kritik daran wurde dies aber geändert.

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