Lexikon

Goldrausch

  • Deutscher Titel: Goldrausch
  • Original-Titel: THE GOLD RUSH
  • Land: USA
  • Jahr: 1925
  • Regie: Charles Chaplin
  • Drehbuch: Charles Chaplin
  • Kamera: Jack Wilson, Roland Totheroh
  • Schauspieler: Charles Chaplin, Georgia Hale, Mack Swain, Tom Murray
Charles Chaplins Film »Goldrausch« begeistert das New Yorker Premierenpublikum und wird bald zum populärsten Werk des Komikers.
Zu dem Erfolg des Films trägt bei, dass er anders als z.B. »The Kid« nicht in der modernen Gesellschaft spielt, sondern im Alaska der Goldsucher gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Charlie ist zwar auch hier dank seiner Naivität ein Außenseiter, muss aber die Entbehrungen mit anderen teilen. Schicksalsschläge werden ihm von der Natur zugefügt und sind nicht sozial bedingt. Für sein Unglück scheint es keine Abhilfe zu geben.
Charlie, der Tramp, kommt in den Norden, um dort sein Glück zu suchen, gerät aber zunächst in eine Reihe von Extremsituationen. So wird er z.B. von einem Schneesturm überrascht und muss mit Kollegen Hunger leiden. In seiner Unschuld erkennt er nicht, dass die Frau, die er begehrt, eine Prostituierte ist. Am Ende stößt Charlie mit seinen Kumpeln jedoch auf eine Goldmine, kehrt als Millionär zurück und heiratet das inzwischen geläuterte Mädchen.
Formal erweist sich Chaplin in dem Film auf dem Höhepunkt seines Könnens. Die Szene, in der er seine Schuhsohle verspeist, die Schuhbänder wie Spaghetti um die Gabel wickelt und die Schuhnägel wie Hühnerknochen genüsslich ablutscht, sowie der sog. Brötchentanz, mit dem sich Charlie bei
Laun Louny
e hält, als ihn das geliebte Mädchen zu Silvester versetzt, gehen in die Filmgeschichte ein. Sehr eindrucksvoll ist auch Chaplins betont feminine Gestik und Mimik, mit denen er die beiden Raubeine, bei denen er eingekehrt ist, zu besänftigen versucht.
Unter dem Eindruck des langanhaltenden Erfolgs von »Goldrausch« bringt Chaplin 1942 und 1956 neue, jeweils mit Musik und von ihm selbst gesprochenen Kommentaren unterlegte Fassungen des Films heraus.
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