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LEXIKON

Sydney

Hauptstadt des australischen Bundesstaats Neusüdwales, an der Südostküste (Port Jackson Bay), bedeutendster Hafen und größte Stadt Australiens, mit Vororten 4,2 Mio. Einwohner. Die in mehreren Wellen erfolgte Zuwanderung hat Sydney zu einer kosmopolitischen Stadt gemacht. Die größten Immigrantengruppen stellen Chinesen, Griechen, Iren und Italiener; die Einwanderer der jüngsten Zeit sind vor allem ost- und südostasiatischer Herkunft (Vietnamesen, Filipinos u. a.).
Die Metropole ist Sitz eines anglikanischen und eines katholischen Erzbischofs und eines der bedeutendsten Bildungs- und Kulturzentren des Landes mit vier Universitäten (die älteste gegründet 1805), technischer Universität, Fachhochschulen, wissenschaftlichen Instituten, Musik- und Kunstakademie sowie mehreren Bibliotheken, darunter die Staatsbibliothek. 1997 wurde das National Aboriginal Culture Centre eröffnet. Unter den zahlreichen Museen und Galerien finden das naturhistorische Museum, das Meeresmuseum, das Australien-Museum, Sydney-Museum, Geologisches Museum und das Museum für zeitgenössische Kunst besondere Beachtung.
Die Metropole verfügt über zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Wahrzeichen der Stadt ist das 1973 eröffnete Opernhaus (Weltkulturerbe seit 2007) in der Nähe der 4 km langen Harbour Bridge (19231932 erbaut; Spannweite 500 m). Zu den weiteren Attraktionen zählen das restaurierte alte Hafenviertel The Rocks und der 1988 fertig gestellte moderne Freizeit-, Büro- und Tagungskomplex Darling Harbour. Höchstes Gebäude Sydneys und der gesamten Südhalbkugel ist der 325 m hohe, 1981 vollendete Sydney Tower. Erholungsmöglichkeiten bieten die zahlreichen Grünanlagen der Stadt (Hydepark, botanischer und chinesischer Garten, Taronga Zoo und vor allem die stadtnahen Strände, z. B. Bondi Beach u. a.). Jüngster Anziehungspunkt Sydneys sind die für die Olympischen Sommerspiele 2000 angelegten Sportstätten, insbesondere der Olympiapark im Westen der Stadt.
Sydney ist das größte Bankenzentrum Australiens und gleichzeitig Sitz zahlreicher Versicherungs- und Handelsgesellschaften sowie der größten Börse Australiens. Ein breites Spektrum an Industriezweigen hat die Metropole zu einem der wichtigsten Industriezentren des Kontinents gemacht. Von Bedeutung sind Schiffbau, Erdölraffinerien, Maschinen-, Metall-, Fahrzeug-, Textil-, chemische, Holz-, Elektro- und Nahrungsmittelindustrie.
Mit Port Jackson und den neuen Hafenanlagen an der Botany Bay im Süden der Stadt hat Sydney den größten Seehafen Australiens. An der Botany Bay liegt auch der internationale Flughafen Kingsford Smith. Mit Perth an der Westküste des Kontinents ist Sydney durch eine Eisenbahnlinie verbunden. Der innerstädtische Verkehr wird durch die U-Bahn und die Stadtbahn entlastet.

Geschichte

Sydney wurde 1788 als erste europäische Siedlung auf dem australischen Kontinent gegründet und nach dem damaligen britischen Innenminister Lord Thomas Townshend Sydney benannt. Zunächst britische Strafkolonie, erlebte die Stadt im Zusammenhang mit der Erschließung u. Besiedlung von Neusüdwales ein rasches Wachstum. Insbesondere der Goldrausch Mitte des 19. Jahrhunderts und der einträgliche Export von Schafwolle ließen die Einwohnerzahl in die Höhe schnellen. Auch die bis heute bestehende Rivalität zum 1835 gegründeten Melbourne konnte nicht verhindern, dass sich Sydney im 20. Jahrhundert zur internationalen Handels-, Industrie- u. Finanzmetropole entwickelte. Als Ausrichter der Olympischen Sommerspiele 2000 genoss die Stadt das besondere Interesse der Weltöffentlichkeit.
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