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Franklin-Expedition

Die tödliche Suche nach der Nordwestpassage

Am 19. Mai 1845 begibt sich der britische Polarforscher Sir John Franklin auf seine dritte und letzte große Forschungsreise. Er soll das geografische Rätsel um die sagenumwobene Nordwestpassage zwischen Nordamerika und der Arktis lüften – und damit einen kürzeren Seeweg von Europa nach Asien finden. Doch seine Fahrt ins Eismeer endet in einer Katastrophe.

Sir John Franklin und Francis Crozier, die Befehlshaber der Franklin-Expedition
Die Kommandanten

Links Sir John Franklin, der Expeditionsleiter und Kapitän der HMS Erebus, rechts Francis Crozier, der Kapitän der HMS Terror.

Der Mythos eines nördlichen Seewegs um Amerika herum hatte die Menschen schon Jahrhunderte lang beschäftigt. Spätestens seitdem der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan im Jahr 1520 Südamerika umschifft hatte, war klar: Was südlich gelungen war, musste doch auch nördlich möglich sein! Vor Franklin hatten deshalb schon einige Abenteurer und Forscher den Versuch unternommen, den amerikanischen Kontinent auf dem Weg nach Ostasien nördlich zu umrunden und auf diese Weise eine deutlich kürzere Route zu entdecken als jene um den Süden des Kontinents herum. Von Erfolg gekrönt waren diese Unternehmungen jedoch nicht und unzählige Männer ließen auf der Suche ihr Leben.

Nach 300 Jahren vergeblicher Anläufe soll Sir John Franklin zur Ehre der Seemacht Großbritannien im Jahr 1845 nun endlich schaffen, was noch keiner vor ihm geschafft hat: die Nordwestpassage vollständig durchsegeln, kartieren und damit klären, wo der Verbindungsweg zwischen Atlantik und Pazifik verläuft – und ob dieser schiffbar ist. Der verdiente Admiral und erfahrene Polarforscher bekommt dafür die eistauglichsten Schiffe seiner Zeit: die „Erebus“ und die „Terror“, die sich bereits bei Expeditionen in der Antarktis bewährt haben. Sie bestehen zwar aus Holz, doch ihr Bug ist stahlverstärkt. Für die Franklin-Expedition werden die beiden Schiffe zusätzlich mit einer Dampfmaschine aufgerüstet, die die Crew unabhängig vom Wind macht.

Katastrophe im Eis

Mit 134 Mann Besatzung laufen die „Erebus“ und die „Terror“ in Begleitung eines Versorgungsschiffs am 19. Mai unter dem Kommando des 59-jährigen Franklins aus. An  Board geladen: modernste Instrumente für geomagnetische Messungen und meteorologische Beobachtungen sowie Proviant für drei Jahre, darunter literweise Zitronensaft gegen die Vitaminmangelerkrankung Skorbut und eingekochtes Fleisch in Konservendosen. Knapp zwei Monate später erreicht die Expedition die Disko-Insel vor der Westküste Grönlands. Hier wird der restliche Proviant auf die „Erebus“ und die „Terror“ umgeladen, das Versorgungsschiff kehrt um gen Heimat.

Irgendwann danach beginnt die Katastrophe. Nur noch zweimal werden die beiden Schiffe von Walfängern gesichtet, bevor die Expedition offensichtlich an wachsenden Packeis-Massen und den geografischen Tücken des kanadisch-arktischen Archipels scheitert. Was genau passiert, bleibt bis heute ungeklärt. Lediglich ein Schriftstück wird gefunden, mit dessen Hilfe sich der Verlauf der Unternehmung rekonstruieren lässt – bis zu dem Tag, an dem die Besatzung die Schiffe verlässt und für immer im Eis verschwindet.

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