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LEXIKON

Die Spielregel

  • Deutscher Titel: Die Spielregel
  • Original-Titel: LA REGLE DU JEU
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1939
  • Regie: Jean Renoir
  • Drehbuch: Jean Renoir, Carl Koch
  • Kamera: Jean Bachelet, Jacques Lemare
  • Schauspieler: Marcel Dalio, Nora Grégor, Roland Toutain, Jean Renoir
Robert de la Chesnaye (Marcel Dalio) lädt den berühmten Ozeanflieger André
Juri
eux (Roland Toutain) zu einer Jagdgesellschaft auf sein Schloß ein. Er ahnt nicht, dass
Juri
eux ein Verhältnis mit seiner Frau Christine (Nora Grégor) hat und den spektakulären Atlantikflug nur deshalb unternommen hat, um ihr zu imponieren. Robert hingegen umgarnt was seine Frau längst weiß Geneviève de Marrast (Mila Parély). Als Robert bemerkt, dass
Juri
eux um seine Frau wirbt, kommt es zu einer Schlägerei; erst Geneviève bringt die beiden auseinander. Parallel dazu entwickelt sich eine Liebesromanze zwischen dem Diener Marceau (Julien Carette), der sich heimlich als Wilderer betätigt, und dem Zimmermädchen Lisette (Paulette Dubost), der Frau des Jagdhüters Schumacher (Gaston Modot). Als Schumacher den Rivalen erschießen will, trifft er versehentlich den Piloten, der sich zu einem nächtlichen Rendezvous mit Christine getroffen hatte. Das Ganze wird als tödlicher Unfall vertuscht und die Ruhe ist wiederhergestellt.
Jean Renoirs Film erscheint nur oberflächlich betrachtet als harmlose Komödie. In Wirklichkeit entblößt »Die Spielregel« eine »im Verfall begriffene Gesellschaft« (Renoir) und übt eine ins Mark treffende Gesellschaftskritik. Bei der Premiere entwickelt das Publikum eine ablehnende Haltung gegen den Film, da er die tiefe Bewusstseinskrise der französischen Gesellschaft im Sommer 1939 offenbart. Erst nach 1945 wieder entdeckt, wird der Streifen »Die Spielregel« dann stilbildend für die Regisseure der »Nouvelle Vague«.
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