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Weihrauch

Monika Wittmann

Schweiß der Götter

Weihrauch - das ist ein Erlebnis für sich. Wer schon einmal beobachtet hat, wie das getrocknete Harz des Boswellia-Baumes zischend auf einem Stück Kohle verglüht, begreift die uralte Bedeutung des Räucherwerks in den Religionen der Welt. Stundenlang könnte man zusehen, wie die graubraunen Steinchen in der Hitze die Farbe von Bernstein annehmen, schmelzen und sich in Rauch auflösen.

Weihrauch ist eine Einladung zu Meditation und Besinnung. Der Geist wird frei, während das Auge dem aufsteigenden und sich kräuselnden Rauch folgt. Schnuppern Sie den samtig-herben Duft und vergessen Sie den Alltag! Solche Momente der Schwerelosigkeit helfen, Stress zu bewältigen. Gerade in der turbulenten Vorweihnachtszeit!

Übrigens ist Weihrauch nicht nur heilig, sondern auch heilsam. Das Harz ist der wichtigste Stoff des pflanzlichen Immunsystems. Es verschließt Verletzungen in der Rinde und schützt vor dem Eindringen von Bakterien. Vor über 3000 Jahren verwendeten die Ägypter den "Schweiß der Götter" für Salben und Wundbehandlungen. Auch gegen Mundgeruch wirkte der erste Kaugummi der Weltgeschichte. Heute wird Weihrauch als alternatives Therapiemittel vor allem gegen chronische entzündliche Erkrankungen (wieder-) entdeckt.

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