Lexikon

Volksdemokratie

kommunistische Bezeichnung für die Staats- und Gesellschaftsordnung in den osteuropäischen Ländern, in denen nach 1945 mit sowjetischer Rückendeckung die kommunistischen Parteien die politische Führung übernahmen. Der Begriff Volksdemokratie sollte zum Ausdruck bringen, dass diese Staaten nicht mehr „bürgerliche“ Demokratien im westlichen Sinn seien, aber noch nicht das Stadium des Sozialismus wie in der Sowjetunion erreicht hätten. In verschiedenen Bereichen der Volkswirtschaft bestand z. B. noch Privateigentum an Produktionsmitteln; das parlamentarische System wurde formell beibehalten. Anfangs wurden diese Besonderheiten, ab 1948/49 jedoch mehr und mehr die Gemeinsamkeiten mit der Sowjetunion betont. Die Volksdemokratie wurde nunmehr definiert als eine Form der Diktatur des Proletariats, die grundsätzlich gleicher Natur wie die Sowjetmacht sei. In den 1960er Jahren kam die Bezeichnung Volksdemokratie allmählich außer Gebrauch; die betreffenden Länder bezeichneten sich dann überwiegend als „sozialistisch“.
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