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Wie Männer wirklich sind (und was sie wollen) (Podcast 102)

Wann ist ein Mann ein Mann? Neues und Altbekanntes zum Weltmännertag
Männer

Weltmännertag oder Ehre wem Ehre gebührt: Um „Weltmännisches“ geht es nicht, sondern schlicht um den Mann als solchen – bei uns, in aller Welt und in all seiner Herrlichkeit! Das Gedenken jährt sich seit 1999. Der 3. November ist dem starken Geschlecht gewidmet. Parallel bekannt ist dieses Datum als Hubertustag, der Tag des Jägers, was nicht allzu weit voneinander entfernt ist – doch dazu später mehr. Ins Leben gerufen haben den Weltmännertag Andrologen, also „Männerkundler“, der Universität Wien. Vorrangige Themen für den Tag, so Schirmherr Michail Gorbatschow, seien die Gesundheit, schließlich liege die durchschnittliche Lebenserwartung sieben Jahre unter der der Frauen, die Bundeswehr und generelle Zukunftsperspektiven.

Als allgemein geltender Eintrag im Kalender ist der Weltmännertag in guter und mitunter origineller Gesellschaft: Bleiben wir beim „männlichen“ Schwerpunkt, so entdecken wir fernerhin den 1. Mai, bekannt als Tag der Arbeit und Vatertag – besonders beliebt bei Nicht-Vätern, den 19. November als Internationaler Männertag als Tag der Suppe und, hier hat das Eine nicht zwangsläufig mit dem anderen zu tun – als Welttoilettentag. Zudem der Tag des Bieres, am 23. April. Aber dies fügt sich rein intuitiv in diese Aufzählung. Fairer Weise sollte man nun, geht es um dem schönen Geschlecht zugeordnete Termine, den Internationalen Frauentag am 8. März in einem Atemzug mit dem letzten Samstag im November nennen: dem „Kauf-nix-Tag“. Im Bereich Familie feiern wir den Muttertag am 2. Sonntag im Mai, den Tag des Hundes am 1. Sonntag im Juni und den Welttag der Katzen am 8. August.

Als höchst seriös lassen sich folgende Beispiele heranziehen: der 20. Februar als Welttag der sozialen Gerechtigkeit und der 14. März als Internationaler Aktionstag gegen Staudämme. Nun ja. Höchst interessant lesen sich Termine wie der Weltknuddeltag am 21. Januar, der Internationale Tag der Kissenschlacht am 1. Samstag im April oder – wer kennt ihn nicht – den Sprich-wie-ein-Pirat-Tag am 19. September. Aber wenden wir uns nun wieder dem Wesentlichen zu: dem Mann!

 

Mal rau, mal sanft. Mal stark behaart, mal weniger - Wann ist ein Mann ein Mann?

 

Per definitionem handelt es sich um einen erwachsenen Menschen männlichen Geschlechts, um einen Träger der Geschlechtschromosomen XY; er ist meist zu erkennen an spezifischen anatomischen Hinweisen wie den primären Geschlechtsmerkmalen oder jenen sekundären in ganz unterschiedlicher Ausprägung wie zum Beispiel dem Bartwuchs und dem im Vergleich zu Frauen geringeren Körperfett- und höheren Muskelanteil als Folge eines höheren Spiegels des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Handicap ist beispielsweise die ausschließlich Männer betreffende Rot-Grün-Sehschwäche. Abgesehen davon aber reiht der Mann sich ein in die Riege der Helden mit Superkräften: Spiderman, Batman, Supermann, Mann! Forscher am Agenskalna-Institut in Riga haben nämlich Erstaunliches über die Hirnaktivität von Männern herausgefunden. Dazu haben sich Probanden mittels eines Magnetresonanztomografen verschiedenen Gedächtnistests unterzogen. Präfrontaler Cortex, so der wissenschaftliche Name der viele Missverständnisse klärenden Entdeckung – eine Art Gedächtnisfilter, der hereinkommende Informationen vorsortiert, den Mann befähigt, sich auf Wesentliches zu konzentrieren und Überflüssiges vor dem Erreichen des Gehirns auszufiltern. Weibliche Datenquellen zum Beispiel, die belanglos anmuten oder unangenehme Aufgaben nach sich ziehen könnten, fallen durch das Raster. Männlich klingende Daten hingegen werden direkt weitergeleitet: Was dem Mann der Bronzezeit eine nahende Büffelherde, ist dem Mann von heute die Bundesligatabelle, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Klar im Vorteil ist außerdem das männliche Hautbild: fettiger, großporiger, dicker und mit höherem Wasserbindungsvermögen ausgestattet. Falten bilden sich deutlich später als bei Frauen und gelten dann vielmehr als Markanz, statt als Zeichen des altersbedingten Nachgebens des Gewebes. Warum haben Männer keine Cellulite? Aber zurück zum Ernst der Sache.

Da gibt es auch jene assoziativen, oft emotionalen Bedeutungen des Begriffes Mann. Vom soziologischen Standpunkt aus werden Tugenden häufig mit männlichen Eigenschaften assoziiert. Das lateinische Wort für Tugend, „Virtus“, leitet sich ab von „vir“ für Mann. Die in den meisten Kulturen dem Manne zugeschriebenen Tugenden sind Kraft, Mut, Risikobereitschaft, Abenteuerlust und rohe Sinnlichkeit – im Gegensatz zur ganzheitlichen Erotik, die der Frau zugeordnet wird. Hinzu kommen Aggression – vom beherzten Zupacken bei der Gartenarbeit bis hin zur Gewaltbereitschaft im Fußballstadion – sowie Führungsanspruch, Selbstbeherrschung (außer beim Fußball), Gefühlskälte (außer beim Fußball), technische und organisatorische Fähigkeiten – der eine oder andere Punkt müsste beizeiten überholt werden – und Rationalität im Vergleich zur weiblichen Irrationalität. Bei Frauen seien zudem die sozialen Fähigkeiten stärker ausgeprägt. Es soll aber „Bürokonstellationen“ geben, die dies widerlegen. Womöglich ist der Mann in seinem Kern ebenso kompliziert wie die Frau – letztere gibt bloß nicht vor, unkompliziert zu sein.

Derartige arche- und stereotypen Rollenerwartungen sind aus ethischer Sicht zu kritisieren, denn sie verletzen durch die Reduzierung auf schlichte Muster die Würde des Menschen, egal welchen Geschlechts. Heute sind Männer, die eine größere Auswahl an Kosmetika besitzen oder morgens länger im Bad verweilen als die Gattin, nichts Ungewöhnliches mehr. Ungeachtet dessen ist die Menschheitsgeschichte durch die Dominanz des Mannes auf politischer, familiärer und gesamtgesellschaftlicher Ebene geprägt – das gilt bis heute. Und auch der Großteil der Weltreligionen predigt dies.

Männer weinen heimlich. Männer haben´s schwer, nehmen´s leicht. Und: Männer sind auch Menschen – Herbert Grönemeyer schildert in seinem Song „Männer“ auf ironische Weise, welchen emotionalen Herausforderungen sich das starke Geschlecht zu stellen hat. Fakt ist: Männer von heute haben es nicht leicht. Sie sollen emotional sein und dabei hart im Nehmen. Sie sollen Geld verdienen und genug Zeit für die Familie haben. Von ihnen wird erwartet, Frauen zu verstehen. Das Wort „Frauenversteher“ aber kommt als Schimpfwort daher. Der Mann hackt Holz. Der Mann zieht in den Krieg. Wann aber wähnt sich ein Mann heute noch wirklich in Gefahr? Vielleicht in prekären Situationen wie tanzen zu müssen oder Beifahrer zu sein. Und als sei dies nicht genug, bekommt er zu Weihnachten ein Geschenk samt dem Hauch eines spöttischen Lächelns überreicht: „Ein Mann. Ein Buch.“ Hier listen die Autoren Augustin, von Keisenberg und Zaschke auf knapp 400 Seiten auf, was echte Kerle wissen und können sollten. Und im Hintergrund läuft Ina Deter – ihr erstes Album hieß übrigens „Ich sollte eigentlich ein Junge werden“ – mit ihrem größten Hit: Ich sprüh´s auf jede Häuserwand. Ich such den schönsten Mann im Land. Ein Zettel an das schwarze Brett. Er muss nett sein, auch im Bett. Kratze es in Birkenrinden. Wo kann ich was Liebes finden... Wir meinen: überall!

 

Männer sind anders. Und Frauen auch. - Die traditionelle Geschlechterrolle im Wandel der Zeit

 

Vom haarigen Neandertaler ist der Mann von heute ganz weit entfernt: Er geht, bis auf wenige Ausnahmen, ins Büro statt auf die Jagd, spielt mit den Kindern und benutzt seine eigene Faltencreme. Aber wie, um Himmels Willen, konnte das passieren?

Das Bild des „Neuen“, des „reflektierenden Mannes“ entwickelte sich in der Renaissance. Emotionalität und eine Art Weichheit waren plötzlich nichts Ungewöhnliches mehr. Vorübergehend in Mode kam in der Epoche des Sturm und Drang sogar der Mann als „Mitfühlender“ und „Leidender“ – ausgelöst durch Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ aus dem Jahr 1774. In der intensiven Phase der Aufklärung formte sich dann das Bild von Männlichkeit, das bis heute gültig scheint: stark und vernünftig im Gegensatz zur schwachen, naturnahen Frau.

Mit der beginnenden Industrialisierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts arbeiteten die Väter mehr und mehr außer Haus. Einher mit der räumlichen Trennung ging nach allgemeinem Verständnis auch die zunehmende emotionale Distanz. Von 1870 bis 1960 galten Männer, die Emotionen zeigten, quasi als nicht salonfähig. Besonders deutlich offenbarte sich das während des Übergangs vom 19. ins 20. Jahrhundert. Die deutschen Männer waren trinkfest und schlagfertig – mit Worten und Fäusten! Man duellierte sich und trug davongetragene Narben mit Stolz. Zu Kaisers Zeiten galt der Sohn aus gutbürgerlichem Hause als Musterbild deutscher Männlichkeit, und ein fester Platz in einer Bruderschaft gab die Antwort auf die Frage der Ehre. Der Erste Weltkrieg förderte das militärische Männlichkeitsideal: Kameradschaft, Heldenmut, Heldentod – gemeinsam siegen oder gemeinsam untergehen! Für die Geschlechterbeziehungen aber war es eine paradoxe Zeit. Während Heldenmut hoch im Kurs stand, mussten die Frauen ihre gefallenen Männer ersetzen und in deren Rollen schlüpfen. In den 20er und 30er Jahren entwickelten sich neue Leitbilder, die sich in Kunst-Literatur und in den Medien spiegelten. Der Mann ist Herr über Tempo und Technik, ist muskulös und reaktionsschnell, wie zum Beispiel der Boxer Max Schmeling. Die Nazis verstanden es, aus diesem Klischee einen Kult zu machen. Hitler sagte: „In unseren Augen, da muss der deutsche Junge der Zukunft schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl!“ Wieder wird der Soldat zum Musterbild des Mannes. Wieder kehrt er als Verlierer zurück. Und wieder waren die Frauen gezwungen, vermeintlich „männliche“ Aufgaben zu übernehmen – und entdeckten dabei eigene Fähigkeiten! Mit zunehmender Normalisierung kehrten viele Frauen zurück in ihre Frauen- und Mutterrolle. Ganz zurückdrehen aber ließ sich das Rad nicht. Der Versuch, durch die Deklaration des Alleinverdieners wieder zu den alten Regeln zurückzukehren, gelang nur bedingt. Aus dem Kriegshelden wurde der Held der Arbeit, der sich von Kriegsneurosen loszumachen bemühte.

Zur Staatsdoktrin der DDR gehörte die Gleichberechtigung, und die Berufstätigkeit der Frau war eines der politischen Ziele. Das alte Rollenverständnis aber war in den Köpfen fest verankert, und so etablierte sich bald der Begriff der „zweiten Schicht“: Haushalt und Kinder nach Feierabend. Zeitmanagement und Rechtssystem der DDR zwangen den Ehemann letztendlich zur Teilnahme an Erziehung und Haushalt.

Im Westen blieb der Mann bis weit in die 60er unangefochtenes Familienoberhaupt, Alleinverdiener, Alleinentscheider und alleiniger Inhaber eines Führerscheins. Trotzdem löste sich nach und nach das Bild vom harten Mann auf. Mehr und mehr eiferten dem Bild des „Neues Vaters“ nach. Manchen überforderte bald die Doppelrolle des Ernährers und des sich rührend Kümmernden.

In den 70ern wurde der Mann plötzlich mit einem Schreckensbild konfrontiert: die Emanze. Und der Mann lief Gefahr, sich im Dickicht der Rollenbilder zu verheddern. Machos waren nicht mehr gefragt. Softies leider auch nicht. Erst einmal Ruhe kehrte dann in den 80ern ein. Sportsmann, Businessmann, verschrobener Künstler – nun war alles erlaubt und akzeptiert, sogar Männer in „Frauenrollen“. Mit den 90ern schlich sich wieder etwas mehr Verunsicherung ein, da sich traditionelle Rollenbilder endgültig aufzulösen drohten. Als Kompromiss wählten viele das Prinzip des „Rosinenpickers“: Man verband ganz pragmatisch Traditionelles mit Neuem, soweit sich dies eben als nützlich oder bequem gestaltete. Man hält wenig von der Berufstätigkeit der Gattin, freut sich aber, wenn diese etwas zum Einkommen beisteuert. Man nutzt die Vorteile der Emanzipation also nur punktuell. Aber es wäre unfair zu behaupten, dass dies für Frauen nicht ebenso gelte... Tendenziell also bringt der Mann sich im Haushalt mit ein, möchte allerdings gelobt werden, zum Beispiel für den Gang zur Mülltonne oder für seine neu entdeckten Kochkünste – und sei es nur ein Strammer Max! Davon, dass der Erziehungsurlaub Nehmende oder Teilzeitbeschäftigte, der alle Aufgaben partnerschaftlich teilt, gesellschaftliche Akzeptanz findet, ist die Gesellschaft immer noch ein Stückchen entfernt.

Nur eines steht wohl fest: Mit den Unterschieden zwischen Männlein und Weiblein werden sich noch in hundert Jahren Wissenschaftler – und Humoristen – beschäftigen.

 

Artverwandte und bedrohte Gattungen - Gibt es den typischen Mann?

 

Es gibt Banker und Surfer, Couchpotatoes, die Naturfilme gucken, und Wikinger, die tatsächlich noch in den Wald gehen, es gibt Poeten und Proleten, Hausmänner und ewige Junggesellen, es gibt den Unfall-Vater, den Wochenend-Vater und Mamis neuen Freund, es gibt Exoten, die gerne shoppen gehen, den Dichtauffahrer und den Sonntagsfahrer oder den besten Freund, der nicht zwangsläufig schwul sein muss.

Noch überschaubar sind die vom Aussterben bedrohten Gattungen: Da wäre der wilde Kerl an sich. Gladiatoren, Ritter, Henker gibt es nicht mehr – und auch keine Staubsaugervertreter! Auf der Roten Liste stehen mittlerweile auch Mosher, Hippies und Grufties. Auf jeden Fall ausgedünnt ist die Schar der Rülpsenden und Hinterher-Pfeifenden. Auch Gegenmaßnahmen wie Dschungelcamps scheitern. Immer seltener begegnet frau dem einst weit verbreiteten Gentleman. Sein angenehmes Wesen und seine Duldsamkeit sind bei anderen Männerarten verpönt. Auf lange Sicht nicht einmal auszuschließen ist das Aussterben der Gattung „Gatte“ – die des „Kumpels“ allerdings scheint vorerst gesichert.

 

Männerfreundschaften - Hauptsache zusammenhalten

 

Die Vorstellung von der „einzig wahren Männerfreundschaft“ existiert seit vielen, vielen Generationen. Konstellationen wie David und Jonathan in der Bibel, Goethe und Schiller, Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. oder Brat Pitt und George Clooney sind weitläufig bekannt.

Wissenschaftler sind sich in einem Punkt einig: Die Beziehungsform hat einen instrumentellen Charakter. Männer agieren miteinander in zugeordneten Rollen: als Kneipenkumpane, Tennis- oder Geschäftspartner. Fernerhin organisiert man sich in auf spezielle Aktivitäten ausgerichteten Gruppen: als Fußballmannschaft, als Clan in der virtuellen Welt oder als Skat-Stammtisch. Man ist Seite an Seite aktiv, unternimmt gemeinsam etwas, definiert sich als Kumpel, Kollege, Komplize und Verschworene in der frauenfreien Zone.

Der Mann als Freund ist verschwiegener als die Frau, tratscht weniger, ist weniger intrigant und divenhaft, weniger missgünstig im Berufsleben? Zwar redet man von Stutenbissigkeit und nie von Hengstbissigkeit, aber auch hier weicht die Rollenverteilung allmählich auf.

Dass Männer weniger als Frauen dazu neigen, ihr Herz auszuschütten, heißt nicht, dass sie ihren männlichen Freunden nicht vertrauen oder weniger Zuneigung empfinden – trotz des tief verankerten Prinzips der Rivalität. Mann gegen Mann! Einen richtigen Freund aber nimmt der Mann nicht als Bedrohung wahr. Sie stärken sich den Rücken, sind füreinander da – aber eben nicht, um Gefühle auszutauschen, sondern vielmehr um sich Luft zu machen und uneingeschränktes Verständnis zu finden. Ein Mann vermag Ratschläge zu geben, ohne sich wirklich einzumischen. Es fehlt der Druck, sich rechtfertigen zu müssen. „Wir verstehen uns total gut“, das ist Intimität unter Männern.

Die Kinokomödie „Männer“ von Doris Dörrie aus dem Jahr 1985 nimmt neben dem Kampf der Geschlechter auch die Eitelkeiten der Männer unter die Lupe und aufs Korn. Ein Ehemann, eine Ehefrau, zwei Kinder. Er betrügt sie mit der Sekretärin und erfährt, dass auch sie eine Affäre hat, und zwar mit einem freischaffenden Künstler – in jeder Hinsicht anders als er selbst. Im Zuge aller Irrungen und Wirrungen entwickelt sich tatsächlich eine Männerfreundschaft zwischen den beiden Konkurrenten. Was ausgeschlossen scheint, ist doch möglich, vielleicht aber eben nur unter Männern.

 

Der Mann, das unbekannte Wesen - Ein Fazit

 

Die Hauptfigur in Ildikó von Kürthys Roman „Mondscheintarif“ resümiert: „Es gibt nur eine Problemzone bei der Frau: den Mann!“ Witzig, aber nicht sehr nett. Vielen Damen ist nicht klar, wie hoch ihre Ansprüche sind. Individualität ist heute gefragt, Humor, ein festes Einkommen, viel Zeit für gemeinsame Träume und natürlich Attraktivität. Aber der Beau von heute muss etwas mehr an sich arbeiten, um als solcher zu gelten. Man vergleiche James Dean und Brat Pitt einmal mit freiem Oberkörper! Was schon mal hilft, ist Fußball zu spielen, anstatt als Online-Fußballmanager nur den Finger auf der Maus sportlich zu betätigen. Aber mit rasierter Brust und metrosexuell polierten Fingernägeln wie David Beckham? Hier teilt sich die weibliche Bevölkerung in zwei entgegen gesetzte Fanblöcke.

Und der Begriff „Eigenständigkeit“? Die Frauen haben den Ball längst zurück gespielt. Eigenständigkeit ist nämlich plötzlich als seltenes und außerordentlich willkommenes Merkmal im männlichen Profil zu finden. Hat man im Zuge der Rechtschreibreform vielleicht nur übersehen, dass man Emanzipation künftig mit zwei „N“ schreiben müsste? Viele dieser Fragen bleiben offen: Wer hat die Hosen an? Sollte man dem Mann das Recht, Röcke zu tragen, wieder absprechen? Die Entscheidung, welcher Redakteur sich diesem Thema widmen soll – also womöglich am meisten „Kerl“ ist – ist logischerweise im Vorfeld gefallen. Weniger eindeutig lässt sich Folgendes ausmachen: Wie wäre eine Welt ohne Männer? Hier lässt sich nur vermuten: Es gäbe keine Kriege mehr, nur noch lauter glückliche, dicke Frauen...

Tina Denecken und Michael Fischer, wissen.de-Redaktion

 

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