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Tour de France 2003


Vor mehr als einer halben Million begeisterter Radsportfans startete am 5. Juli 2003 die 90. Tour de France. Sie markierte den hundersten Geburtstag des berühmtesten, härtesten Radrennens der Welt. Insgesamt 198 Fahrer in 22 Teams gingen auf die "Große Schleife".

Die Jubiläums-Tour, die unter dem Motto “La fête et la mémoire“ (Fest und Erinnerung) stand, besuchte viele Orte, an denen in den vergangenen hundert Jahren Tourhistorie geschrieben wurde. “Wir wollen das Publikum an die Geschichte erinnern, aber wir denken auch an die Zukunft“, kündigte Rennleiter Jean-Marie Leblanc im Vorfeld an.

Ob die "Tour de France du Centenaire" dieses Versprechen hielt und neben dem Blick in die Vergangenheit auch ihre eigenen Legenden erschuf, erfahren Sie im Tour-Tagebuch von wissen.de, das die wichtigsten Ereignisse jeder Etappe der großen Rundfahrt zusammenfasst.

Spannend wie selten zuvor

Das Duell zwischen Lance Armstrong und Jan Ullrich hat die Jubiläums-Tour zu einer Hitchcock-Rundfahrt gemacht, die die Sportwelt 23 Tage lang in Atem hielt. Bei seinem fünften Erfolg hintereinander musste der 31-jährige Amerikaner gegen so viel Widerstand ankämpfen nie seit Beginn seiner Siegesserie 1999.

Am besonderen Nervenkitzel hatte ein deutscher Radprofi großen Anteil, der bei seiner sechsten Tour-Teilnahme zum fünften Mal Zweiter wurde. Jan Ullrich erwuchs Armstrong zum größten, weitgehend ebenbürtigen Gegner. Der 29-jährige Olympiasieger war wieder der alte oder sogar besser als 1997, im Jahr seines Sieges. Ullrich gewann das erste Tour-Zeitfahren in Cap Découverte, feierte damit seinen ersten Tour-Etappensieg seit 1998 und brachte Lance Armstrong auf dem Weg zu seinem fünften Toursieg an den Rand einer Niederlage. Das Comeback des Deutschen wurde von Fans und Presse stürmisch gefeiert.

Tour-Chef Jean-Marie Leblanc tat gut daran, Ullrich und seinem erst knapp zehn Wochen vor der Tour aus dem Boden gestampften Team den Weg nach Frankreich zu ebnen. Die pompöse Geburtstags-Tour war die spannendste seit 1989, als der dreifache Toursieger Greg LeMond als erster Amerikaner Paris eroberte und dem Franzosen Laurent Fignon im letzten Zeitfahren den Sieg noch mit acht Sekunden Vorsprung entriss.

“Es war sicherlich das beste Rennen seit einem Dutzend Jahren“, sagte ein sichtlich zufriedener Leblanc nach dem Rennen. “Ich glaube, mit dieser Tour haben wir die Geschichte geehrt. Wir haben gesehen, wie das Publikum an der Tour hängt. Was wir so nicht erwartet haben, war ein solch großartiges Rennen.“ Die Messlatte für die kommenden Jahre liegt damit sehr hoch: “Wir müssen schauen, dass das Soufflé im nächsten Jahr nicht zusammenfällt.“

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