Lexikon
Bauernmalerei
Bezeichnung für die volkstümliche Malerei besonders im bäuerlichen Lebensbereich (16.–19. Jahrhundert), Teil der Volkskunst. Bei der Bauernmalerei handelt es sich vor allem um die Bemalung von Möbeln und Häusern sowie um Votivbilder. Allgemein gilt, dass in der Volkskunst Stilwechsel langsamer vollzogen werden als in den übrigen Kunstbereichen. So hielten sich in der Bauernmalerei noch lange nach Abklingen des Barock dessen Stilelemente. Die Malerei als Dekoration von Möbelstücken ist stark geprägt von landschaftlichen Eigenarten; sie dient als Fassung von plastischen, geschnitzten oder gehobelten Verzierungen, als Imitation von Holzmaserung oder Marmorierung und tritt schließlich als eigenständiges Mittel für dekorative oder bildliche Flächengestaltung (z. B. Blumen, Landschaften) auf. Besonders im 16. und 17. Jahrhundert spielte das Malen mit Schablonen eine große Rolle, vor allem in Süddeutschland. Die Bauernmalerei, die nach und nach die plastischen Dekorarten zurückdrängte, war vornehmlich eine Kunst von Handwerkern, die nach Aufträgen arbeiteten. Dies hatte einerseits zur Folge, dass sie lange Zeit nicht als vollwertige Kunstrichtung anerkannt war, andererseits aber das soziale Gefüge widerspiegelt. Erst seit etwa Ende des 19. Jahrhunderts rückten bemalte Möbelstücke u. a. Utensilien in das Interesse vieler Sammler.
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