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LEXIKON

Demographie

[
griechisch
]
Bevölkerungswissenschaft
die Wissenschaft, die sich mit der Größe, Struktur (z. B. soziale, ethnische, religiöse Struktur) und Verteilung der Bevölkerung beschäftigt und Fragen nach den Ursachen und Wirkungen von Bevölkerungsveränderungen (insbesondere Geburten, Sterbefälle und Wanderungen) widmet. Ihr Bestand an Theorien, Methoden und statistischen Verfahren weist entsprechend den vielfältigen wirtschaftlichen, sozialen, historischen, biologischen und kulturellen Aspekten des Erfahrungsgegenstandes Teilbereiche mehrerer Grundwissenschaften auf, die nach den Erkenntniszielen der Demographie zusammengefasst sind.
Die Demographie wird in drei Teilgebiete gegliedert: 1. Demographie i. e. S. (Bevölkerungsstatistik) zur Erhebung, Aufbereitung, Verarbeitung und Analyse von Daten menschlicher Populationen in Raum und Zeit, z. B. in Form von Volkszählungen; 2. Bevölkerungsmathematik und Demometrie zur geeigneten Ausformung von Hypothesen über Zusammenhänge sowie von Schätz- und Testverfahren für bevölkerungswissenschaftliche Aussagen anhand statistischer Daten; 3. Bevölkerungstheorien als Gesamtbestand bevölkerungswissenschaftlicher Aussagen zu Geburten, Sterblichkeit und Wanderungen, die für bestimmte Länder und/oder Zeiträume einer demometrischen Überprüfung standgehalten haben. Dadurch soll eine wissenschaftliche Fundierung bevölkerungspolitischer Ziele und Maßnahmen erreicht werden, weshalb die Bevölkerungspolitik gelegentlich als 4. Teilgebiet der Demographie angesehen wird.
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