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LEXIKON

Die Bartholomäusnacht

Die Bartholomäusnacht
Der zeitgenössische protestantische Historiker Agrippa d'Aubigné schildert das Massaker in Paris am 23./24. 8. 1572 (Auszüge).:

Am gleichen Abend berief das Haupt der Verschwörung, der Herzog von Guise, einige französische und schweizerische Hauptleute zu sich und erklärte ihnen: Die Stunde ist gekommen, wo es auf Befehl des Königs Rache zu nehmen gilt an den Feinden Gottes. Die Bestie (Admiral Coligny) ist ins Garn gegangen und darf keine Gelegenheit haben, sich zu retten ...

Die Straßen waren schon voll von Bewaffneten, auf deren Lärmen hin die Reformierten, denen der König in der Umgebung des Louvre Quartiere angewiesen hatte, Miene machten, dorthin zusammenzuströmen. Man antwortete ihnen auf ihre Fragen, es handle sich nur um Vorbereitungen für ein Turnier...
In diesem Augenblick hörte man die Sturmglocke anschlagen, und nun musste man dem Herzog von Guise und dem Chevalier d'Angoulême, die während der ganzen Nacht ihre Befehle ausgesandt hatten,freie Bahn lassen. Sie ... kamen zum Quartier des Admirals (Coligny)...
Nachdem der Pöbel von seinen Verfolgungszügen zurückgekehrt war, beschäftigte er sich damit, seine Nachbarn umzubringen. Die Luft hallte wider vom Geschrei der Sterbenden und derer, die man ausraubte, ehe man sie umbrachte. Verstümmelte Leichname wurden aus den Fenstern herabgeworfen, die Torwege waren versperrt durch die Leiber der Ermordeten und der Sterbenden, die Fahrbahnen der Straßen von denen, die man dahinschleifte nicht über das Pflaster, sondern über das dahinströmende Blut. Die Menge der Toten - Männer, Frauen, Kinder, soeben erst Geborene sogar - war nicht zu zählen.
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