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Khieu Samphan

[
kjø: samˈpan
]
kambodschanischer Politiker, * 27. 7. 1931 Provinz Svay Rieng; studierte in den 1950er Jahren in Frankreich und entwickelte in seiner Dissertation über „Landbesitz in Kambodscha“ (1959) die theoretischen Grundlagen für die Ideologie der Roten Khmer, denen er sich 1967 anschloss. 19761979 war er als Präsident des Präsidiums des „Demokratischen Kampucheas“ Staatsoberhaupt des von den Roten Khmer beherrschten Kambodschas. Nach dem vietnamesischen Einmarsch in Kambodscha 1979 leitete Khieu Samphan als Ministerpräsident eine Exilregierung. 1982 wurde er Vizepräsident in der Provisorischen Regierung des „Demokratischen Kamputschea“, die gegen die von Vietnam gestützte kambodschanische Regierung kämpfte. 1991 Mitunterzeichner des Pariser Friedensabkommens wurde Khieu Samphan Mitglied des Obersten Nationalrates Kambodschas, musste Phnom Penh aber im selben Jahr verlassen. 1995 übernahm er das Amt des Ministerpräsidenten einer Gegenregierung der Roten Khmer. 1998 stellte er sich den kambodschanischen Behörden. 2007 erfolgte Khieu Samphans Verhaftung und seine Überstellung an das internationale Völkermordtribunal für Kambodscha.

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