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LEXIKON

Solidaritạ̈tsphilosophie

[lateinisch + griechisch]
um 1900 in der französischen Nationalökonomie und Soziologie aufgekommene Richtung, die zwischen Individualismus und Sozialismus (Kollektivismus) vermittelte. Sie wurde von H. Marion, R. Michels, L. Bourgeois („La Solidarité“ 1897), C. Gide, C. Bouglé u. a. vertreten und in den Moralunterricht aufgenommen. Sie bestimmte die französische Sozialgesetzgebung und hob die Pflichten des Einzelnen gegen die Gesellschaft wie die der Gesellschaft gegenüber dem (sozial benachteiligten) Einzelnen hervor. Die Solidaritätsphilosophie wurde in Deutschland von H. Pesch zu einer christlichen Nationalökonomie (Solidarismus) ausgebaut.
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