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Zinnguss

das Gießen von Zinn zu Gerätschaften, Zinnfiguren u. a. Gegenständen der Kleinkunst, seit dem 14. Jahrhundert in Europa betrieben in handwerklichen Fertigungsstätten, deren Angehörige in Zünften zusammengeschlossen waren. Der Zinnguss wurde nach Modellen und Formen ausgeführt, die zunächst aus Sandstein, Lehm oder Gips, seit dem 16. Jahrhundert aus festen Metallen (Blei, Messing, Eisen) bestanden; der auf rund 400 °C erhitzten Gießmasse setzte man als Härtemittel Blei, später Kupfer und Antimon zu. Die ausgeformten Stücke wurden, sofern es sich um mehrteilige Arbeiten handelte, nach dem Erkalten zusammengelötet. Die anschließende Verzierung erfolgte meist durch Ätzen, Gravieren und Patinieren, oft auch als Treib- oder Einlegearbeit; Reliefschmuck wurde bereits beim Gießen durch entsprechende Modellausformung erzielt. Zinngusserzeugnisse tragen Marken, sog. Zinnstempel, meist in Wappenschildform, daneben Meisterinitiale, Stadtmarke und Zahlen nach einem von den Vorschriften der Zünfte abhängigen System.
Die Blütezeit des Zinngusses, dessen Technik bereits im Altertum bekannt war, lag in Europa im 17. und 18. Jahrhundert. In Deutschland befanden sich die berühmtesten Werkstätten in Nürnberg (Reliefzinn), Augsburg, Ulm, München, Köln, Lübeck, Hamburg und Bremen, in Österreich in Wien (seit 1326). Die anfangs von deutschen Meistern beeinflusste schweizerische Zinnkunst zeichnete sich durch besondere Kannentypen und sog. Dedikationsplatten (Zierteller) aus.
Per Schwerlastkran wird auf der Baustelle ein vorgefertigtes Modul in den Gebäude-Rohbau gesetzt. ©robin-clouet.fr/stock.adobe.com
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