Lexikon

Straßenbahn

elektrisch betriebenes Personennahverkehrsmittel, dessen Gleise meist in die Straßendecke verlegt sind. Der Antrieb erfolgt durch Gleichstrommotoren mit einer Leistung von 60 bis 75 kW. Die elektrische Energie (Spannung 500 bis 750 V) wird ihnen aus der Oberleitung mittels Stromabnehmer zugeführt und über die geerdeten Schienen abgeführt. Mit dem Fahrschalter wird die Leistung des Elektroantriebs geregelt. Der Bremsvorgang wird erreicht durch Schaltung der Motoren als Generatoren und Umwandlung der elektrischen Energie in Wärme oder Rückspeisung ins Netz. Moderne Straßenbahnen sind zusätzlich mit einer mechanischen Bremse und einer elektrischen Magnetschienenbremse ausgestattet.

Geschichte

Die ersten Straßenbahnen waren Pferdebahnen (1832 New York, 1854 Paris, 1865 Berlin). Dampfgetriebene Straßenbahnen wurden in Deutschland 1877 in Kassel eingeführt. 1879 wurde auf der Berliner Gewerbeausstellung die erste elektrische Bahn vorgeführt und 1881 in Berlin-Lichterfelde die erste elektrische Straßenbahn in Betrieb genommen (Stromentnahme über die Fahrschienen). Erst mit der Erfindung eines betriebssicheren Stromzuführungssystems, des Stangenstrom- (1885 C. van Depoele) und des Bügelstromabnehmers (1889 W. Reichel), konnte sich der elektrische Straßenbahnbetrieb durchsetzen. Wegen der hohen Anlagekosten und der Beeinträchtigung des Autoverkehrs wurden seit den 1950er Jahren in einigen Großstädten die Straßenbahnen durch andere Nahverkehrssysteme (Omnibus, U-Bahn) ersetzt.
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