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Afrika – unruhiger Erdteil in den Tropen

Von Norden nach Süden 8000 km lang und von Osten nach Westen 7600 km breit, umfasst Afrika etwa 20 % der Landfläche der Erde, aber mit 869 Mio. Einwohnern nur 14 % der Erdbevölkerung. Afrika ist ein Tropenkontinent, jedoch reicht es im Norden und Süden auch in die Subtropen hinein. Afrika ist der Kontinent mit dem größten Bevölkerungswachstum. Der Lebensraum der dunkelhäutigen Völker beginnt südlich der Sahara, während der Norden von hellhäutigeren Völkern besiedelt ist. Über 40 % der Menschen hängen dem Islam an, rd. 40 % sind Christen, der Rest Anhänger traditioneller Religionen.

Ein Großteil der ärmsten Länder der Erde liegt in Afrika. Regelmäßig treten in einigen Ländern Hungersnöte auf, oft ausgelöst durch Dürren oder kriegsähnliche Wirren. Afrika gehört bei vielen Bodenschätzen zu den führenden Welterzeugern (Diamanten, Chrom, Kupfer, Gold u. a.). Die Industrie ist gegenüber der Landwirtschaft noch wenig entwickelt. Die bedeutendsten landwirtschaftlichen Ausfuhrgüter sind Kaffee, Kakao, Kautschuk u. a.

In Afrika liegen die wichtigsten Fundstätten für frühmenschliche Überreste und Steinwerkzeuge (Oldoway in Tansania). Mit der Vereinigung von Ober- und Unterägypten (um 3000 v. Chr.) beginnt die Geschichte Afrikas im engeren Sinn. Die bedeutendsten Staaten der sudanesischen Kultur waren Ghana, Kanem, Songhai, die Hausa-Staaten und Mali. Weiter südlich bildeten sich u. a. die Reiche der Mossi und der Yoruba. Ashanti im heutigen Ghana und Dahomey (das heutige Benin) verdankten ihre Macht dem Sklavenhandel. Der wissenschaftlichen Erschließung Afrikas durch europäische Forscher und Reisende folgte Ende des 19. Jh. die politische Unterwerfung fast des ganzen Erdteils und seine Aufteilung unter westeuropäische Kolonialmächte. Die rasche Entkolonialisierung Afrikas seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs übertrug in der Regel den kolonialen Verwaltungsapparat in die Hände einheimischer Eliten. Sie stellten fast überall die Führer der nationalen Befreiungsbewegungen, die nach der Erlangung der Unabhängigkeit oft im Rahmen von Einparteiensystemen bzw. autoritären Präsidialregimen die Macht ausübten. Demokratisierungsprozesse in vielen afrikanischen Staaten zu Beginn der 1990er Jahre führten nicht überall zu einer positiven Entwicklung. Zu Beginn des 21. Jh. waren die Hauptprobleme des Kontinents wirtschaftliche Rückständigkeit, gewaltsame Konflikte (z. B. im sudanesischen Darfur) und soziale Krisen (Aids).

Marokko: Königreich im Atlas

Marokko
Amtlicher Name:
Königreich Marokko
Fläche:
458 730 km²
Einwohner:
31,5 Mio.
Hauptstadt:
Rabat
Amtsprache(n):
Arabisch
Währung:
1 Dirham = 100 Centime

Landesnatur

Welches Gebirge durchzieht das Land?

Die Ketten des Atlasgebirges, des einzigen Faltengebirges des Kontinents von alpinem Charakter, beherrschen den Landschaftsaufbau von Marokko.

Hinter einer schmalen, gut beregneten und fruchtbaren Küstenebene sowie der 600 bis 1000 m hohen Hochfläche der Meseta erheben sich im Norden der Mittlere Atlas (3343 m), dann der Hohe Atlas (Jabal Tubqal 4165 m), der das höchste und schroffste der jung gefalteten Kettengebirge in Nordafrika ist, und im Süden der Antiatlas (2531 m).

Zwischen den teilweise von Korkeichen, Zedern und Nadelbäumen in lichten Wäldern bestandenen Gebirgen erstrecken sich steppenhafte Hochbecken und Täler. Nach Südosten geht das Land in die Sahara über.

Bevölkerung

Was sind Souks?

Souks nennt man, wie in anderen arabischen Ländern, die berühmten Basare. Der orientalische Charme und das exotische Angebot locken v. a. Touristen an. Viele Souks sind größtenteils überdacht, um die Besucher vor der starken Sonneneinstrahlung zu schützen.

Die marokkanische Bevölkerung ist überwiegend islamisch und setzt sich zu mehr als 50 % aus Arabern und 35 % aus berberischen Volksstämmen zusammen. Der Anteil der Europäer, zumeist Franzosen und Spanier, ist nach Aufhebung des Protektorats 1956 stark zurückgegangen.

Wirtschaft

Welche Metropole war ein Filmschauplatz?

Casablanca – die heute größte Stadt und das Wirtschaftszentrum des Landes war Filmkulisse und Namensgeber für den legendären Klassiker mit Humphrey Bogart (»Rick«) und Ingrid Bergman (»Ilsa«). »Casablanca« kam 1942 in die Kinos und erhielt 1944 drei Oscars. In der Stadt Casablanca sowie in Tanger befinden sich die wichtigsten Häfen des Landes. Internationale Flughäfen gibt es in Casablanca, Agadir, Tanger und Marrakesch.

Übrigens: Marokko ist der drittgrößte Korkproduzent der Erde und der zweitgrößte Produzent von Sardinenkonserven. Für den Export baut die Landwirtschaft v. a. Gerste, Oliven, Zitrusfrüchte, Wein, Obst und Gemüse an. Der Bergbau liefert in erster Linie Phosphat sowie Mangan, Blei, Eisen und Erdgas. Die Industrie des Landes erzeugt u. a. Nahrungsmittel, Chemikalien, Textilien, Metallwaren und Baustoffe. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Devisenbringer.

Geschichte

Wie hieß das Land im Altertum?

Mauretania. Das Land wurde 42 n. Chr. römische Provinz. Nach der Herrschaft der Wandalen (429–534) kam es im 6. Jh. an das Byzantinische Reich; 680–700 unterwarfen die islamischen Araber das Land. Seit 890 herrschten selbstständige Dynastien.

Welche Dynastie herrscht noch heute?

Mit Mulai Ar Raschid (1667–1672) kam eine Seitenlinie der Scherifen, die Alawiten oder Aliden (auch Hassaniden), die noch heute herrschende Dynastie, an die Macht. Sein Nachfolger Mulai Ismail (1672–1727) vertrieb 1684 die Engländer aus Tanger, 1720 die letzten Portugiesen aus Ceuta. Durch die Flucht des Algeriers Abd Al Kader nach Marokko kam es 1844–1845 zu Auseinandersetzungen mit Frankreich. Im Krieg 1859/60 mit Spanien besetzten die Spanier Tetouan.

Was geschah in der Marokkokrise?

1904 begann Frankreich mit der »friedlichen Durchdringung« Marokkos, um das Land in ein Protektorat umzuwandeln. Deutschland sah darin seine Handelsinteressen in Marokko gefährdet. Nach zwei Marokkokrisen (1905 und 1911) musste Deutschland 1912 das französische Protektorat über Marokko schließlich anerkennen. Spanien erweiterte im gleichen Jahr sein Schutzgebiet in Nordmarokko. Dort brach 1921 der Aufstand der Rifkabylen unter Abd Al Krim aus, den Spanien und Frankreich gemeinsam erst 1926 unterdrücken konnten.

1956 erhielt Marokko die Unabhängigkeit, der Sultan nahm als Mohammed V. den Königstitel (1957) an. Ihm folgte 1961 sein Sohn Hassan II. Außenpolitisch beanspruchte Marokko weite Wüstengebiete Nordwestafrikas. 1963 kam es darüber zu einem ergebnislosen Grenzkrieg mit Algerien. Die Kolonie Spanisch-Sahara, die Spanien 1975 räumte, teilten sich Marokko und Mauretanien.

1999 verstarb Hassan. Sein ältester Sohn Sidi Mohammed wurde als Mohammed VI. neuer König. Im Juli 2002 kam es wegen der Besetzung der Mittelmeer-Insel Perejil durch marokkanische Polizisten zu einem außenpolitischen Konflikt mit Spanien.

Was ist die Polisario?

Eine 1973 gegründete Guerilla-Organisation in der Westsahara, die für die Unabhängigkeit des früher spanischen, 1976 zwischen Marokko und Mauretanien geteilten, 1979 von Marokko annektierten Gebiets kämpft. 1991 stimmten Marokko und die Polisario einem UNO-Friedensplan zu, der u. a. die Abhaltung eines Referendums in dem umstrittenen Gebiet vorsieht.

Mauretanien: Wüstenland am Senegal

Mauretanien
Amtlicher Name:
Islamische Republik Mauretanien
Fläche:
1 025 520 km²
Einwohner:
3,1 Mio.
Hauptstadt:
Nouakchott
Amtsprache(n):
Arabisch
Währung:
1 Ouguiya = 5 Khoum

Landesnatur

Wie heißt der wichtigste Fluss?

Senegal. Er bildet die Grenze zum gleichnamigen Nachbarstaat im Süden und ist der einzige dauernd Wasser führende Fluss des Landes. Mit seiner alljährlich vom Hochwasser überschwemmten Niederung ist er ein günstiges Siedlungsgebiet.

Der größte Teil des Landes gehört zur Sahara. An die zum Teil mit Dünen bedeckte Küstenebene im Westen schließen sich die Sandsteinplateaus Adrar und Tagant an, die mit Geröll bedeckt sind und sich nach Nordosten zum Dünengebiet El Djouf senken. Die Dornsavanne des Sahel im Süden geht nach Norden bald in vegetationslose Wüste über.

Wirtschaft

Was ist Gummi arabicum?

Ein natürliches Polysaccharid, das aus dem Pflanzensaft von Akazien gewonnen wird und ein wichtiges Exportprodukt des Landes ist. Darüber hinaus führt Mauretanien Fischfangprodukte, Eisen und Kupfer aus.

Die Industrie verarbeitet die Erzeugnisse der Viehzucht und des Fischfangs. Die wichtigsten Häfen und Flughäfen sind Nouadhibou und Nouakchott. Ackerbau ist nur im Überschwemmungsgebiet des Senegal und in den Oasen möglich.

Geschichte

Wann wurde das Land unabhängig?

Mauretanien erlangte 1960 als Teil Französisch-Afrikas die Unabhängigkeit. In diesem Jahr erfuhr ein großer Teil des Kontinents einen Wandel: 17 Länder wurden von den Kolonialmächten Frankreich, Großbritannien und Belgien in die Selbstständigkeit entlassen.

Algerien: Nur an der Küste fruchtbar

Algerien
Amtlicher Name:
Demokratische Volksrepublik Algerien
Fläche:
2 381 741 km²
Einwohner:
32,9 Mio.
Hauptstadt:
Algier
Amtsprache(n):
Arabisch
Währung:
1 Algerischer Dinar = 100 Centime

Landesnatur

Wie viel Fläche des Landes ist Wüste?

85 % des Staatsgebiets liegen in der Sahara-Wüste. Fruchtbares Land findet sich v. a. an der über 1000 km langen Küste am Mittelmeer. Parallel zu ihr liegen die Gebirgsketten des Tellatlas, begleitet von großen Längstälern und Küstenebenen.

Der Lalla Kredidja im Jurjurah-Gebirge ist mit 2308 m die höchste Erhebung des Tellatlas. Häufige Erdbeben (z. B. 1954 und 1980 in Al Asnam, 2003 östlich von Algier) zeigen an, dass die Bewegungen der Erdkruste, denen das Gebirge seine Entstehung verdankt, noch andauern. Südlich schließt sich die Hochebene der Schotts an mit zahlreichen abflusslosen Senken, die im Sommer mit Salzkrusten bedeckt sind.

Bevölkerung

Was ist Tamazight?

Ein Berberdialekt, der 2002 als nationale Sprache offiziell anerkannt wurde. Staatssprache ist Arabisch, daneben ist Französisch Verkehrs- und Bildungssprache. Neben Tamazight werden weitere Berberdialekte (Kabylisch u. a.) in den Siedlungsgebieten der Berber gesprochen.

Übrigens: Der Islam sunnitischer Richtung ist Staatsreligion. Daneben gibt es Reste vorislamischer Stammesreligionen. Rd. 50 000 Katholiken leben im Land.

Wie viele Menschen leben in der Sahara?

Die Wüste ist nur dünn besiedelt. In diesen Gebieten liegt die Bevölkerungsdichte bei unter einem Einwohner pro km². Im nördlichen Algerien beträgt sie über 100 Einwohner pro km². Der Anteil der städtischen Bevölkerung (2000: 60 %) nimmt ständig zu. Das jährliche Bevölkerungswachstum Algeriens betrug 1990–2000 durchschnittlich 2,4%.

Wirtschaft

Welche Exportfrucht wird in Oasen angebaut?

In Südalgerien wachsen in den Oasen v. a. Datteln, die ausgeführt werden. Im Norden, wo die Landwirtschaft gute Bedingungen vorfindet, werden Weizen, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Kartoffeln, Gemüse, Tabak, Wein, Obst, Südfrüchte, Oliven und Baumwolle auf über 3 % der Staatsfläche angebaut. Wein, Olivenöl und Früchte werden ebenfalls exportiert. Außerdem werden Schafe, Rinder und Ziegen gehalten. Sonst wird nur nomadisch Viehzucht betrieben (Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde, Esel, Maultiere und Kamele). Von Bedeutung sind auch die Korkeichenwälder, die Gewinnung von Alfagras und die Küstenfischerei.

Was ist das »schwarze Gold« der Sahara?

Erdöl- und Erdgasvorkommen. Ölleitungen führen von Hassi Messaoud und Edjélé zu den Mittelmeerhäfen und nach Tunesien. Erdöl und Erdgas machen zusammen ca. 97 % der Exportwerte Algeriens aus.

In der Wüste befinden sich zudem noch andere umfangreiche Bodenschätze. Hochwertiges Eisenerz wird ebenfalls ausgeführt bzw. im Stahlkombinat von Annaba verarbeitet. Abgebaut werden außerdem Phosphat, Zink-, Blei- und Silbererze, Schwefelkies, Salz u. a.; weitere Vorkommen (besonders Platin, Zinn, Gold, Quecksilber und Uran) sind noch wenig erschlossen.

Übrigens: Das Handwerk ist immer noch sehr verbreitet – wichtigste Zweige sind Teppichweberei, Verarbeitung von Leder, Keramik, Holz und Edelsteinen.

Geschichte

Seit wann ist das Land besiedelt?

Das heutige Algerien war bereits zur Altsteinzeit besiedelt. Als die Phönizier um 1100 v. Chr. Handelsplätze anlegten, stießen sie auf die Zivilisation der Berber. Der phönizische Einfluss blieb auf die Küstenregion beschränkt. Später dominierte das Reich der Karthager, bevor es an die Römer fiel.

429–534 gehörte die Küste zum Wandalenreich, danach für mehr als ein Jahrhundert zu Byzanz. Während des 7. und 11. Jh. drangen in zwei großen Invasionswellen arabisch-muslimische Eroberer in den maghrebinischen Raum ein. Vom 11.–13. Jh. gehörte Algerien zum Reich der Almoraviden und Almohaden, bevor es 1519 an das Osmanische Reich fiel.

1830 besetzten französische Truppen Algier, 1847 wurde ganz Algerien französisch. Den erwachenden algerischen Nationalismus unterdrückte Frankreich. 1954 begann der Aufstand der »Nationalen Befreiungsfront« (FLN) gegen die Kolonialmacht. Im Jahr 1962 konnte die unabhängige Republik ausgerufen werden; Ahmed Ben Bella (* 1916) wurde zunächst Ministerpräsident, dann Staatschef. 1 Mio. Europäer verließen das Land. 1965 wurde Ben Bella gestürzt. Algerien verschrieb sich einem islamisch geprägten Sozialismus.

Nach dem Wahlsieg der Islamischen Heilsfront trat der Staatschef Bendjedid Chadli 1992 zurück. Ein Oberster Staatsrat übernahm zunächst die Macht und verbot die Heilsfront. Es kam zum bürgerkriegsähnlichen Konflikt mit den Islamisten, der rd. 100 000 Tote forderte. Abdelaziz Bouteflika (seit 1999 Präsident, 2004 wiedergewählt) bemühte sich um eine Politik der Aussöhnung.

Wer sind die Tuareg?

Ein Berbervolk, dem rd. 1,2 Mio. Menschen im Westen der Zentralsahara angehören. Die Muslime leben in einer strengen hierarchischen Gliederung (Adelsschicht, Vasallen, Sklaven). Die Sprache der Tuareg ist das Tamashek, das zu den Berbersprachen gehört. Die Frauen haben eine starke gesellschaftliche Stellung und sollen die alte libysche Schrift Tifinagh überliefert haben. Bekannt ist die indigogefärbte Kleidung. Die Tuareg leben als (einst räuberische) Nomaden in Lederzelten und beherrschten lange Zeit den Karawanenhandel.

Tunesien: Touristenziel am Mittelmeer

Tunesien
Amtlicher Name:
Tunesische Republik
Fläche:
162 155 km²
Einwohner:
9,9 Mio.
Hauptstadt:
Tunis
Amtsprache(n):
Arabisch
Währung:
1 Tunesischer Dinar = 1000 Millime

Wirtschaft

Was ist der wichtigste Devisenbringer?

Der Tourismus hat sich zu einem immer bedeutenderen Wirtschaftszweig entwickelt, der Arbeitsplätze und v. a. viel Geld ins Land bringt. Insgesamt macht der Fremdenverkehr rd. 6 % des BIP aus. Touristen schätzen an Tunesien, das zu den wirtschaftlich entwickeltsten Ländern Afrikas zählt, die herrlichen Strände und antiken Sehenswürdigkeiten (z. B. das Bardo-Museum in Tunis, das die weltweit bedeutendste Sammlung römischer Mosaiken besitzt).

Im Bereich der Landwirtschaft ist Tunesien das weltweit drittgrößte Olivenöl-Exportland. Die Ölbäume wachsen im Sahel. An der Mittelmeerküste wird v. a. Getreide und Wein angebaut, auf Bewässerungsland wachsen Gemüse und Südfrüchte. In den Steppengebieten überwiegt die traditionelle, z. T. noch nomadisch betriebene Viehwirtschaft.

Landesnatur

Welches Klima herrscht im Land?

Die Küstenregion ist geprägt vom Mittelmeerklima mit milden, niederschlagsreichen Wintern und trockenwarmen Sommern, während im Rest des Landes Wüstenklima mit sehr niedriger Luftfeuchtigkeit herrscht. Diese beiden Klimazonen bestimmen auch die Vegetation in Tunesien. Die jährliche Niederschlagsmenge nimmt in den Bergländern von über 1000 mm im Norden auf über 500 mm im Süden und Osten ab. In Abhängigkeit davon gehen die Eichenwälder nach Süden hin in Aleppokiefern- und Steineichenwälder sowie schließlich Macchienbestände über. In den zentralen Steppen und der Sahel-Zone gedeihen Alfagras- und Artemisiasteppe.

Wie heißt der wichtigste Fluss des Landes?

Majradah. Er ist einer der wenigen ganzjährig Wasser führenden Flüsse im Norden und wird zur Bewässerung genutzt. Im südlichen Tafelland versickern fast alle Wasserläufe in Salzseen und Salzpfannen.

Übrigens: Annähernd die Hälfte des Staatsgebiets liegt niedriger als 200 m ü. M., namentlich die Küstenebenen im Osten und die Tiefländer im Südwesten. Der Norden des Landes wird von den östlichen Ausläufern des Tell- und Saharaatlas (im Jabal Shahambi 1544 m hoch), zwischen denen fruchtbare Talzonen eingeschlossen sind, eingenommen. Während die felsige Nordküste steil zum Meer abfällt, ist die Ostküste flach und lagunenreich mit vorgelagerten Inseln im Golf von Hammamat sowie in der Kleinen Syrte (Djerba, Qarqannah).

Bevölkerung

Wie hoch ist der Anteil der Stadtbevölkerung?

63 % der Tunesier leben in den Städten des Landes. Die Bewohner des Landes sind fast ausschließlich Araber, daneben gibt es kleinere Gruppen von Berbern, besonders im Süden und auf der Insel Djerba. Die Zahl der Europäer (v. a. Franzosen, Italiener und Malteser) ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen.

Übrigens: 99 % der tunesischen Bevölkerung gehören dem sunnitischen Islam an, der Staatsreligion ist.

Geschichte

Wer besiegte Karthago?

Die Römer. Die im Altertum bedeutende Stadt, etwa 12 km nordöstlich vom heutigen Tunis gelegen, wurde 814 v. Chr. von Phöniziern als Kolonie zur Sicherung der Schifffahrt gegründet. Karthago besaß gute, sichere Häfen und später eine mächtige Burganlage. Ab dem 5. Jh. v. Chr. beherrschte Karthago den Handel im westlichen Mittelmeer vollständig. Als die Römer Süditalien eingenommen hatten, begann schließlich der Kampf mit Rom um die Vorherrschaft über das Mittelmeer (Punische Kriege). 146 v. Chr. wurde Karthago vollständig zerstört und der Restbestand des Hinterlands zur römischen Provinz (Africa) gemacht.

In der Folgezeit wurde Tunesien von Wandalen (439–533 n. Chr.), seit 533 von Byzanz beherrscht. Ende des 7. Jh. eroberten die islamischen Araber das Land; es herrschten verschiedene Dynastien. 1574 fiel Tunesien an die Türken. 1871 erkannte die Türkei die Unabhängigkeit Tunesiens an. 1881 zwang Frankreich den Bei (Statthalter des Sultans), Tunesien der französischen Schutzherrschaft zu unterstellen.

Wer herrschte im unabhängigen Tunesien?

Habib Bourguiba (1903–2000) war der einflussreichste Politiker nach der Unabhängigkeit, die das Land 1956 erlangte. Er wurde Ministerpräsident, setzte 1957 den Bei ab und übernahm das Amt des Staatspräsidenten. Aufgrund des Widerstands der Bauern musste 1969 die Kollektivierung der Landwirtschaft abgebrochen werden. Nach mehrmaliger Wiederwahl ließ sich Bourguiba das Präsidentenamt 1975 auf Lebenszeit übertragen. 1981 ließ er weitere Parteien zu. Im Jahr 1987 wurde er wegen krankheitsbedingter Amtsunfähigkeit abgesetzt.

Neuer Staatspräsident wurde daraufhin Zine al Abidine Ben Ali (* 1936). Bei den Wahlen 1994, 1999 und 2004 wurde er in seinem Amt bestätigt. Die außenpolitische Orientierung nach Westen und soziale Spannungen stärkten die Position des islamistischen Fundamentalismus.

Wussten Sie, dass …

viele Gebäude in Tunesien per Gesetz nur blau und weiß angestrichen sein dürfen? Weiß dient dazu, die Hitze aus dem Gebäudeinneren fernzuhalten, Blau soll angeblich Mücken abhalten.

Hannibal, der berühmte Feldherr der Antike, seinen Alterssitz in der Verbannung auf einer der sieben Inseln vor der tunesischen Küste hatte, die heute Kerkennah-Inseln heißen?

Libyen: Ölreicher Staat im Wandel

Libyen
Amtlicher Name:
Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija
Fläche:
1 759 540 km²
Einwohner:
5,9 Mio.
Hauptstadt:
Tripolis
Amtsprache(n):
Arabisch
Währung:
1 Libyscher Dinar = 1000 Dirham

Seit wann regiert Ghadafi?

Seit 1969. Der Offizier Muammar Al Ghadafi (* 1942) stürzte in diesem Jahr die Monarchie und war danach bis 1979 unter wechselnden Bezeichnungen Staatschef. Anschließend trat er zurück, blieb aber als Führer der Revolution Machthaber. Lange Zeit verfocht Ghadafi eine radikal panarabische Politik und galt als Förderer des internationalen Terrorismus. Die Verwicklung in Aktionen des internationalen Terrorismus führten zu Spannungen mit dem Westen. 2003 vollzog Ghadafi einen politischen Kurswechsel, um Libyen aus der internationalen Isolierung zu befreien. U. a. gab er den Verzicht auf Massenvernichtungswaffen bekannt und wendete sich vom Panarabismus ab.

Landesnatur

An welche Länder grenzt Libyen?

Das nordafrikanische Land grenzt an sechs Länder: an Ägypten, Sudan, Tschad, Niger, Algerien und Tunesien (im Uhrzeigersinn).

Übrigens: Libyen gehört zwar zu den 20 größten Ländern der Welt, ist aber nur in wenigen Gebieten bewohnbar. Bis auf einen schmalen Küstenstreifen mit Mittelmeerklima wird das ganze Land von Wüsten verschiedener Art (Sand-, Geröll-, Kies- und Lehmwüste) mit nur wenigen Oasen eingenommen.

Bevölkerung

Leben Libyer in der Wüste?

Nur wenige – bis auf die Oasen sind die Wüstengebiete menschenleer. 90 % der Bevölkerung konzentrieren sich auf die Küstenregion. Libyen zählt zu den am dünnsten besiedelten Gebieten der Erde. – Die Bevölkerung besteht aus rd. 35 % Arabern, 25 % Berbern, 30 % arabisch-berberischen und 6 % arabisch-türkischen Mischlingen. Der Islam ist Staatsreligion.

Wirtschaft

Wie sichert Libyen die Trinkwasserversorgung?

Die größten Wasservorkommen des Landes liegen nicht an der Küste im Norden, sondern unter der Wüste im Süden des Landes. 2000 m unter dem Sand bildete sich vor 30 000 Jahren ein Süßwasserreservoir, dessen Dimensionen noch nicht erforscht werden können. Im Rahmen des sog. Great Man-Made River Project wird der unterirdische Wassersee angezapft und über ein mehr als 3000 km langes Röhrennetz im Land verteilt.

Übrigens: Hauptexportgüter sind Erdöl und Erdgas (über 90 % des Ausfuhrwerts).

Geschichte

Was war Libya früher?

Im Altertum war Libya die Bezeichnung für ganz Nordafrika westlich von Ägypten. Das heutige Libyen wurde im 1. Jh. v. Chr. römisch. Im 7. Jh. begann die arabische Herrschaft, die im 16. Jh. vom Osmanischen Reich beendet wurde. 1911/12 besetzten die Italiener das Land, das im Zweiten Weltkrieg von britischen Truppen erobert wurde.

Ägypten: Land mit großer Vergangenheit

Ägypten
Amtlicher Name:
Arabische Republik Ägypten
Fläche:
1 002 000 km²
Einwohner:
74,0 Mio.
Hauptstadt:
Kairo
Amtsprache(n):
Arabisch
Währung:
1 Ägyptisches Pfund = 100 Piaster = 1000 Milliemes

Landesnatur

Wo entspringt der Nil?

Der mit 6671 km längste Fluss der Erde, die Lebensader Ägyptens, hat mehrere Quellen in der Mitte des Kontinents. Der schon im 19. Jh. als Oberlauf erkannte Kagera-Nil entspringt in Rwanda und Burundi, durchströmt den Victoria- und den Albertsee, nimmt den Gazellenfluss und den Sobat auf, trifft bei Khartum als Weißer Nil mit dem Blauen Nil zusammen, nimmt bei Atbara noch den Atbara auf und fließt dann nordwärts über fünf große Katarakte durch die Wüste nach Kairo.

Mit Ausnahme der Stromoase des Nils und einiger weiterer Oasen ist das Land wüstenhaft. In der Libyschen Wüste hat Ägypten Anteil an der Sahara. Östlich des Nils fällt die Arabische Wüste (bis 2187 m hoch) zum Roten Meer ab. Höchste Erhebung ist der Jabal Katrinah (2637 m) auf der Sinai-Halbinsel.

Bevölkerung

Was sind Fellachen?

Die Ackerbau treibende Landbevölkerung in Ägypten wird Fellachen genannt. Im Land am Nil sind etwa 80 % der Einwohner Fellachen, die als arabisierte Nachkommen der alten Ägypter gelten. In Oberägypten wohnen die Nubier. Die nomadisch lebenden Beduinen gelten als reine Araber. Daneben gibt es kleinere Gruppen von Berbern sowie Türken, Griechen, Italiener, Zyprer, Malteser und Sudanesen.

Übrigens: Neben der Amtssprache Arabisch dienen Englisch und Französisch als Verkehrs- und Bildungssprachen. Die koptische Sprache, die aus dem Altägyptischen hervorgegangen ist, wird noch als christliche Kirchensprache gebraucht.

Wirtschaft

Wie viel Landfläche wird bewirtschaftet?

Das fruchtbare Kulturland nimmt nur rd. 3 % der Landfläche Ägyptens ein. Es gestattet bis zu drei Ernten im Jahr. Die Bewässerung und Energieversorgung ist v. a. durch den Staudamm bei Assuan gesichert. Es werden besonders Baumwolle, Getreide und Zuckerrohr angebaut.

Verbreitet ist noch die nomadische Viehzucht. Bodenschätze (Erdöl, Erdgas, Eisen-, Kupfererz, Phosphat) werden zunehmend gefördert. Die Industrie erzeugt Baumwollwaren, Nahrungs- und Genussmittel, Düngemittel sowie Maschinen und Fahrzeuge.

Wo liegen die Touristenziele?

Zu den wichtigsten touristischen Reisezielen gehören die Pyramiden von Gizeh sowie die Tempel von Karnak und Theben. Dem Tourismus kommt erhebliche wirtschaftliche Bedeutung zu. Über 4 Mio. ausländische Touristen besuchen jährlich das Land.

Eisenbahnen und Straßen erschließen das Niltal bis nach Assuan, das Nildelta und die Mittelmeerküste. Von internationaler Bedeutung ist der Suezkanal. Internationale Flughäfen sind Kairo und Alexandria.

Wann wurde der Suezkanal gebaut?

Der strategisch und wirtschaftlich wichtige Kanal, der das Mittelmeer mit dem Roten Meer verbindet, wurde zwischen 1859 und 1869 errichtet. Der Suezkanal verkürzt die Seewege von London nach Abadan (Iran) oder nach Mumbai (Indien) um 42 % und von Neapel nach Mitsiwa (Eritrea) sogar um 80 %. Die Durchfahrt durch den Kanal dauert durchschnittlich nur 15 Stunden, da keine Schleusen zu passieren sind.

Übrigens: Der Suezkanal ist 162,5 km lang, 38 km entfallen auf dazwischenliegende Binnenseen. An der Oberfläche ist er 300 bis 365 m breit und 21 m tief.

Geschichte

Seit wann gibt es Ägypten?

Das Land am Nil gehört zu den am frühesten besiedelten Gebieten der Erde. Sichere Spuren erster Siedlungen stammen von den Nilterrassen und lassen sich auf ca. 40 000 Jahre zurückdatieren. Die entscheidenden Neuerungen beim Übergang zur Jungsteinzeit bestanden in der Einführung von Ackerbau und Viehzucht, v. a. am Überschwemmungsgebiet des Nils, womit Bevölkerungswachstum und Sesshaftwerdung einhergingen. Um 3000 v. Chr. wurden Unterägypten (das Nildelta) und Oberägypten (das Niltal von Kairo bis Assuan) zu einem Reich zusammengelegt. Etwa gleichzeitig wurden Schrift und Kalender ausgebildet. Wenig später entwickelte sich die Steinbaukunst, Plastik und Malerei. Es bestand ein absolutes Gottkönigtum mit einer straff organisierten Beamtenschaft.

Wann wurden die Pyramiden erbaut?

Im Alten Reich (4. Dynastie, um 2570 bis 2470 v. Chr.) wurden die Pyramiden von Gizeh errichtet. Die ägyptische Pyramide entwickelte sich aus der rechteckigen Form der Mastaba als ein über der Grabkammer errichtetes Königsgrabmal aus Naturstein oder Ziegeln. Die Übergangsform zwischen Mastaba und Pyramide ist die Stufenpyramide des Djoser in Saqqara (3. Dynastie).

Wer war Thutmosis III.?

Einer der bedeutenden Herrscher der 18. Dynastie. Thutmosis III. (1490 –1436 v. Chr.) unterwarf in vielen Feldzügen ganz Syrien und verschob die ägyptische Grenze bis an den Euphrat. Innerhalb Ägyptens straffte er die Verwaltung und ließ in großer Zahl Tempel errichten.

Ein weiterer einflussreicher Pharao war Echnaton (1364–1347 v. Chr.), der versuchte, den Polytheismus durch eine monotheistische Religion zu ersetzen, in deren Mittelpunkt der Sonnengott Aton stand. Nach seinem Tod wurden alle Reformen rückgängig gemacht.

Wann wurde der Islam eingeführt?

640/41 eroberten die Araber Ägypten, führten den Islam ein und machten das Land zur Provinz des Kalifenreichs. Mit der 970 gegründeten Universität Al Azhar in Kairo wurde das Land ein religiöses Zentrum des Islam. Bis heute zieht die Universität muslimische Studierende aus allen Ländern an.

Wer stürzte die Monarchie?

Gamal Abd An Nasser (1918–1970). Er war Mitorganisator des nationalistischen Geheimbundes »Freie Offiziere«, der 1952 in einem Staatsstreich König Faruk stürzte. Ab 1954 regierte Nasser als diktatorischer Staatspräsident. Im Jahr 1956 verstaatlichte er den Suezkanal, was zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit Großbritannien, Frankreich und Israel führte (Suezkrise).

Nassers Nachfolger Anwar as Sadat (1918 bis 1981) lockerte das diktatorische Regime, wandte sich dem Westen zu und schloss 1979 als erster arabischer Staatschef Frieden mit Israel. Staatspräsident Hosni Mubarak (seit 1981) setzte die Zusammenarbeit mit dem Westen fort und bemühte sich, die durch den Frieden mit Israel herbeigeführte Isolierung Ägyptens im arabischen Lager zu überwinden.

Literatur

Was sind Totenbücher?

Mit Bildern geschmückte Sammlungen von Sprüchen, Hymnen und Liedern, die den Toten bei der Bestattung mitgegeben wurden, um ihnen Anleitungen und Hilfe für das Weiterleben im Jenseits zu geben.

Übrigens: Die bedeutendste Bibliothek des Altertums wurde von Ptolemaios I. († 283 v. Chr.) in Alexandria gegründet. Sie umfasste zu Cäsars Zeiten 700 000 Bücherrollen und wurde im alexandrinischen Krieg 47 v. Chr. zerstört.

Was geschah …

um 2000–1785 v. Chr.?

Im Mittleren Reich führen die Pharaonen das Land zu neuer Blüte.

um 1552–1070 v. Chr.?

Zur Zeit des Neuen Reichs wird Ägypten durch die Eroberung Syriens und Nubiens Großmacht.

332 v. Chr.?

Alexander der Große erobert Ägypten und verleibt es seinem Weltreich ein.

30 v. Chr.?

Während der Regentschaft Kleopatras wird Ägypten Provinz des Römischen Reichs.

1171?

Die von Saladin begründete Dynastie der Ajjubiden führt das Land zu neuer Macht und kultureller Blüte.

1517?

Ägypten erliegt dem Angriff der Türken.

1805?

Mohammed Ali verdrängt den türkischen Statthalter und übernimmt die Regierung.

1914?

Ägypten wird britisches Protektorat.

1922?

Das Land wird in die Unabhängigkeit entlassen.

Sudan: Größtes Land in Afrika

Sudan
Amtlicher Name:
Republik Sudan
Fläche:
2 505 810 km²
Einwohner:
34,3 Mio.
Hauptstadt:
Khartum
Amtsprache(n):
Arabisch
Währung:
Sudanesischer Dinar

Landesnatur

Welche Nachbarn hat Sudan?

Die Republik grenzt an Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Kenia, die Demokratische Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik, Tschad und Libyen (im Uhrzeigersinn).

Das flächenmäßig größte Land des Kontinents gehört zu etwa zwei Dritteln zur afrikanischen Großlandschaft Sudan und reicht im Norden mit den Gebieten der Libyschen und Nubischen Wüste in die Sahara hinein. Von Süden nach Norden wird das Land vom Nil durchflossen. Er bildet im Süden, im großen Becken des Weißen Nils, die Überschwemmungslandschaft Sudan. Im Westen liegt das steppenhafte Bergland von Darfur mit dem Basaltgebirge Jabal Marrah (3088 m).

Die Vegetation reicht vom tropischen Regenwald im äußersten Süden über Feucht-, Trocken- und Dornsavanne zu Halbwüste und Wüste im Norden. In den Überschwemmungssavannen herrschen Sümpfe vor.

Bevölkerung

Wie viele Menschen leben als Nomaden?

Der Anteil der Nomaden wird auf 10 % geschätzt. Ein Drittel der Bevölkerung lebt in den Städten. Die Bevölkerung des islamischen Nordens besteht v. a. aus Arabern und Nubiern, ferner Kuschiten (Bedja) sowie Nuba und Fur. Dagegen leben im Süden des Landes Niloten (Dinka, Schilluk, Nuer) u. a. afrikanische Volksgruppen (z. B. die Zande auf der Asandeschwelle). Sie gehören vorwiegend traditionellen Religionen und dem christlichen Glauben an.

Wirtschaft

Wer erschließt die Bodenschätze?

Ergiebige Vorkommen von hochwertigem Erdöl am Rande des Weißnilbeckens und vor der Küste des Roten Meeres werden von chinesischen Ölkonzernen zunehmend erschlossen. Bislang können viele Bodenschätze (Gold, Eisen, Kupfer, Blei, Chrom, Nickel, Silber, Wolfram, Zink, Mangan, Graphit, Asbest) wegen mangelnder Verkehrserschließung nicht optimal genutzt werden.

Die Landwirtschaft liefert für den Export v. a. Sesam und Baumwolle. Im Sudan werden 80 % der Weltproduktion an Gummi arabicum gewonnen. Aus der Viehzucht gelangen lebende Tiere, Häute und Felle in den Export.

Geschichte

Was war das Reich Kusch?

Kusch war ein zeitweise mächtiges Land am mittleren Nil. Es lag südlich von Ägypten und nördlich des heutigen Äthiopien. Seine hamitischen Bewohner waren den Ägyptern und Libyern verwandt. Schon in vorgeschichtlicher Zeit war es von Ägypten stark beeinflusst, das mit Nubien Handel trieb und zeitweilig auch über Nubien herrschte. Um 850 v. Chr. gründete ein einheimisches Fürstengeschlecht das Reich Kusch mit der Hauptstadt Napata. Es wurde so mächtig, dass es als 25. Dynastie (um 745–653 v. Chr.) über Ägypten herrschte. Danach dehnte das Reich Kusch seine Macht nach Süden über den Sudan aus. Um 300 v. Chr. wurde die Hauptstadt nach Meroë verlegt; seit 200 v. Chr. nahm der ägyptische Einfluss ab. Angriffe aus Äthiopien und nomadisierender Wüstenvölker ließen das Reich schließlich nach 350 in mehrere kleine Staaten zerfallen.

Wer waren die Mahdisten?

Anhänger von Mahdi Mohammed Ahmed (1844–1885), der einen erfolgreichen Aufstand gegen die ägyptische Herrschaft leitete. 1883 hatte er den Sudan in seiner Hand, 1885 eroberte er Khartum. Sein Nachfolger, Abdallah, dehnte die Macht der Mahdisten noch weiter aus: 1888/89 unternahm er Feldzüge gegen Äthiopien, 1888 wurde die Äquatorialprovinz besetzt. 1893/94 stießen die Mahdisten mit den Italienern zusammen und wurden geschlagen. Der britische Oberkommandierende der ägyptischen Armee zog schließlich gegen den Sudan und vernichtete in der Schlacht von Omdurman 1898 das Reich des Mahdi.

Was führte zum Bürgerkrieg?

Religiöse Gegensätze zwischen islamischem Nord- und christlichem Südsudan. Der 17-jährige Bürgerkrieg endete schließlich 1972 mit der Gewährung der Autonomie für die Südprovinzen.

Nachdem 1983 das islamische Recht (Scharia) eingeführt wurde, entflammte der Bürgerkrieg unter Führung der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung neu. 1989 übernahm General Ahmad Al Bashir die Macht (seit 1993 ziviler Präsident). Die Verfassung von 1998 institutionalisierte die islamische Republik Sudan (Präsidialsystem). Während sich die Lage im Süden entspannte, eskalierten Auseinandersetzungen zwischen Regierungseinheiten und Rebellengruppen in der Region Darfur seit 2003 zu einem neuen ethnisch motivierten Konflikt, der von schweren Menschenrechtsverletzungen begleitet wurde und eine Flüchtlingskatastrophe auslöste. Regierung und Sudanesische Volksbefreiungsbewegung schlossen 2005 ein Friedensabkommen zur Beendigung des Bürgerkriegs im Südsudan, der seit seinem Beginn rd. 2 Mio. Tote gefordert hatte.

Wer sind die Djandjawid?

Die schwer bewaffneten arabischstämmigen Reitermilizen führen seit Februar 2003 einen Vernichtungskrieg gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung in Darfur im Westen des Sudan. Erst nach Eingreifen des UN-Sicherheitsrates begann die Regierung die Djandjawid zu entwaffnen. Weitere Gewalttaten konnten jedoch nicht sofort unterbunden werden. Nach UN-Schätzungen starben bislang 300 000 Menschen infolge der Kampfhandlungen, an Hunger oder durch Krankheit.

Tschad: Staat im Zentrum des Kontinents

Tschad
Amtlicher Name:
Republik Tschad
Fläche:
1 284 000 km²
Einwohner:
8,9 Mio.
Hauptstadt:
N'Djaména
Amtsprache(n):
Arabisch, Französisch
Währung:
CFA-Franc

Landesnatur

Warum schrumpft der Tschadsee?

Durch starke Wasserentnahme aus dem wichtigsten Zufluss Chari trocknet der maximal 3 bis 6 m tiefe Tschadsee seit Mitte der 1970er Jahre zunehmend aus. Die Größe des versumpften Endsees schwankt je nach Jahreszeit zwischen 11 000 und 22 000 km².

Über dem Tschadbecken, das den größten Teil des Landes einnimmt, erhebt sich im Osten das Hochland von Ennedi (bis 1450 m), im Süden das Hochland von Ouadaï und im Norden das altkristalline Tibestigebirge (im Emi Koussi 3415 m).

Bevölkerung

Wie viele Volksgruppen leben im Tschad?

Die Bevölkerung umfasst über 150 verschiedene ethnische Gruppen. Rund 50 % sind Sudanvölker, gefolgt von den Arabern oder arabisierten Völkern mit rund 45 %. Die stärkste Gruppe sind die zu den Sudanvölkern gehörenden Sara im Süden.

Wirtschaft

Warum ist das Land arm?

Jahrzehntelang haben die immer wieder aufflammenden bürgerkriegsähnlichen Konflikte die Wirtschaft schwer geschädigt. Dürrekatastrophen und Misswirtschaft verschärften die Situation. Als eines der ärmsten Länder der Welt (durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen 240 US-Dollar) ist der Tschad stark auf ausländische Hilfe angewiesen. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, in der 76 % der Erwerbstätigen beschäftigt sind. Wichtigste Anbaukultur ist Baumwolle.

Niger: Ex-Kolonie der Franzosen

Niger
Amtlicher Name:
Republik Niger
Fläche:
1 267 000 km²
Einwohner:
12,4 Mio.
Hauptstadt:
Niamey
Amtsprache(n):
Französisch
Währung:
CFA-Franc

Landesnatur

Wo liegt Niger?

Niger ist ein Binnenstaat in Westafrika. Das Land hat Anteil am Nigerbecken im Südwesten und am Tschadbecken im Südosten. Beide Beckenlandschaften werden durch die Aïr-Schwelle mit dem horstartigen Gebirge Aïr (Mont Greboun 1944 m hoch) voneinander getrennt und im Norden von der zentralsaharischen Schwelle begrenzt.

Breitet sich die Sahel- Zone immer weiter aus?

Ja, die zunehmende Zerstörung der Vegetation und Bodenerosion in der Sahel-Zone begünstigen die Ausbreitung der Wüste. Die Sahel-Zone, an der Niger Anteil hat, ist eine Landschaft am Südrand der Sahara und bildet einen Übergang zwischen Wüste und Savanne. Bleiben Regenfälle ganz aus, kommt es zu Dürrekatastrophen wie 1973.

Bevölkerung

Wo leben die meisten Menschen?

Die Hauptsiedlungs- und -wirtschaftsgebiete sind der Süden, in dem noch Regenfeldbau möglich ist, und besonders der vom Niger durchflossene äußerste Südwesten, wo zum Teil auch Bewässerungsfeldbau betrieben wird. Die Weideregionen der Wanderhirten sind die Sahel-Zone und der Aïr.

Wirtschaft

Was exportiert das Land?

Wichtigstes Exportprodukt ist Uran. Daneben werden Phosphat, Braunkohle, Eisenerz und Salz gewonnen. Die Industrie beschränkt sich auf die Verarbeitung von Agrar- und Fischereiprodukten, die Herstellung von Baumaterialien, Textilien, landwirtschaftlichen Geräten und chemischen Produkten.

Geschichte

Wer war Heinrich Barth?

Ein deutscher Forscher, der u. a. das heutige Niger bereiste. Barth (1821–1865) durchquerte die Sahara und stieß bis zum Tschadsee vor. Er war der erste Forscher, der Karten von Sahara und Sahel erstellt hat.

Niger wurde Ende des 19. Jh. von Frankreich besetzt. Seit 1960 ist das Land unabhängig. 1996 putschte das Militär. 1999 wurde Mamadou Tandja zum zivilen Präsidenten gewählt (2004 bestätigt).

Mali: Nachfolgerstaat eines alten Großreichs

Mali
Amtlicher Name:
Republik Mali
Fläche:
1 248 574 km²
Einwohner:
13,5 Mio.
Hauptstadt:
Bamako
Amtsprache(n):
Französisch
Währung:
CFA-Franc

Geschichte

Wann gab es das Großreich Mali?

Bereits um 1100 entstand am oberen Niger ein Reich Mali, das durch Salz- und Goldhandel sehr reich wurde. Seine größte Ausdehnung erlangte das Reich unter Mansa (König) Kankan Musa in der ersten Hälfte des 14. Jh. Neben Kaufleuten lockte Musa auch weiße Gelehrte und Baumeister an den Niger.

Übrigens: 1904 wurde das ganze Gebiet am Senegal und Niger als Französisch-Sudan ein Teil Französisch-Westafrikas. 1958 erhielt die französische Kolonie innere Autonomie. 1960 entstand die heutige Republik Mali.

Landesnatur

Wie heißt der wichtigste Fluss?

Bedeutendster Fluss ist der Niger. An seinen Ufern sind die wichtigsten Siedlungen Malis entstanden. Oberhalb von Timbuktu bildet er ein großes Binnendelta.

Den Südwesten des Landes nimmt ein Tafelland ein, das nach Norden in die Sahara übergeht. Im Nordosten erhebt sich das Gebirgsland von Adrar des Iforas. Die Feuchtsavannen im Süden gehen über die Dornsavannen des Sahel in Halbwüste und Wüste über.

Bevölkerung

Wie viele Anhänger von Naturreligionen gibt es?

18 % der Bevölkerung von Mali halten an Naturreligionen fest. Die Mehrheit, rd. 80 %, gehört dem islamischen Glauben an, rd. 1 % sind Christen.

Die Bevölkerung setzt sich im dichter besiedelten Bereich des Niger aus Hackbau treibenden Völkern (Mande, Bambara, Soninke, Malinke) zusammen. Nomadische und halbnomadische Fulbe finden sich besonders im Westen von Mali. Das Bauernvolk der Senufo lebt v. a. im südöstlichen Landesteil. Den wüsten- und halbwüstenhaften Norden des Landes durchziehen berberische Tuareg und Mauren.

Wirtschaft

Was liefert Mali an Nachbarländer?

Das afrikanische Land versorgt die südlich liegenden Länder der Guineaküste mit lebendem Vieh. Die weitgehend von Nomaden im mittleren und nördlichen Mali betriebene Viehzucht hat große Bedeutung.

Die Landwirtschaft liefert v. a. Baumwolle, (29 % der Gesamtausfuhr). An Bodenschätzen werden Gold (50 % der Gesamtausfuhr), Marmor, Kalk und Steinsalz abgebaut.

Wussten Sie, dass …

Mali mit den Nachbarländern Burkina Faso, Côte d'Ivoire und Senegal eine Währungsunion bildet?

Deutsch nach Englisch die zweitwichtigste Sprache im Fremdsprachenunterricht ist? Sie wird von über 100 Lehrern unterrichtet.

Burkina Faso: Armer Vielvölkerstaat

Burkina Faso
Amtlicher Name:
Burkina Faso
Fläche:
274 200 km²
Einwohner:
13,2 Mio.
Hauptstadt:
Ouagadougou
Amtsprache(n):
Französisch
Währung:
CFA-Franc

Landesnatur

Was ist der Schwarze Volta?

Der Schwarze Volta ist der einzige ständig Wasser führende Fluss des Landes. Er entspringt unweit des südwestlichen Tafellandes. Ebenfalls in Burkina Faso entspringen der Rote und der Weiße Volta.

Der Binnenstaat ist ein vorwiegend von Trockensavanne bedecktes Hochland. Es herrscht wechselfeuchtes, tropisches Klima.

Wirtschaft

Was ist die Basis der Wirtschaft?

Die Landwirtschaft ist immer noch die wirtschaftliche Grundlage Burkina Fasos, das zu den ärmsten Ländern Afrikas gehört. Angebaut werden Hirse, Mais, Reis, Hülsen- und Knollenfrüchte für den Eigenbedarf. Wichtigstes Exportgut ist die Baumwolle (63 % der Gesamtausfuhr). Das Hauptweidegebiet (Rinder, Ziegen, Schafe) ist der trockene, dürregefährdete Nordwesten. Im unterentwickelten industriellen Sektor werden hauptsächlich Agrarprodukte verarbeitet.

Geschichte

Wie hieß das Land früher?

Obervolta war der Name des westafrikanischen Landes, das aus den Reichen der Mossi hervorgegangen war. Das seit dem 15. Jh. bestehende Kaiserreich der Mossi wurde 1897 französisch besetzt. 1919 wurde die französische Kolonie Obervolta gebildet. 1960 erhielt das Gebiet seine Unabhängigkeit und wurde 1984 in Burkina Faso umbenannt. Staatschef ist seit 1987 Blaise Compaoré.

Kap Verde

Kap Verde
Amtlicher Name:
Republik Kap Verde
Fläche:
4033 km²
Einwohner:
507 000
Hauptstadt:
Praia
Amtsprache(n):
Portugiesisch
Währung:
1 Kap-Verde-Escudo = 100 Centavo

Landesnatur

Was heißt Kap Verde?

Grünes Kap bzw. Vorgebirge. Die ursprünglichen Wälder wurden größtenteils abgeholzt. Kap Verde liegt vor der afrikanischen Westküste im Atlantischen Ozean. Die Inselgruppe vulkanischen Ursprungs umfasst zehn größere und mehrere kleinere Inseln.

Übrigens: Der 2829 m hohe Vulkan Pico de Cano auf der Insel Fogo ist zuletzt im Jahr 1995 ausgebrochen.

Geschichte

Wann wurden die Inseln entdeckt?

Kap Verde wurde um 1445 von dem Portugiesen Diego Gomes entdeckt und in der Folgezeit von Portugal besiedelt. Der Sklavenhandel, der erst 1876 endgültig verboten wurde, war neben dem Kaffee-Export die wichtigste Einnahmequelle. 1951 erhielten die Inseln den Status einer portugiesischen Überseeprovinz. Nach dem Sturz des Caetano-Regimes in Portugal 1974 erklärte sich Kap Verde 1975 für unabhängig. 1990 wurde nach einer Verfassungsänderung ein demokratisches Mehrparteiensystem eingeführt.

Senegal

Senegal
Amtlicher Name:
Republik Senegal
Fläche:
196 722 km²
Einwohner:
10,3 Mio.
Hauptstadt:
Dakar
Amtsprache(n):
Französisch, Wolof
Währung:
CFA-Franc

Landesnatur

Welches Land wird von Senegal umschlossen?

Gambia ist eine Enklave und wird von Senegal umschlossen. Senegal ist ein flaches Senkungsgebiet, das landeinwärts wenig ansteigt und im Südosten 400 m Höhe erreicht. Die flache Atlantikküste wird von Sanddünen gesäumt, im Süden gibt es auch sumpfige Abschnitte. Bei Cap Vert bilden vulkanische Gesteine (Basalt) eine Steilküste.

Senegal liegt im Bereich wechselfeuchten Tropenklimas im Süden und tropischen Trockenklimas im Norden. Die Dauer der Trockenzeit wächst von Süden nach Norden, die jährliche Niederschlagsmenge nimmt von 1200 mm auf rd. 300 mm ab – entsprechend wandelt sich das Vegetationsbild von der Feuchtsavanne im Süden zur Trocken- und Dornsavanne im Norden. Über ein Drittel des Landes ist Wald.

Bevölkerung

Welche Gegend ist am dichtesten besiedelt?

Am dichtesten bevölkert ist der Westen, wo fast alle größeren Orte sowie die bedeutendsten Anbaugebiete liegen, während das Landesinnere und der Osten sehr dünn besiedelt sind. Die Bevölkerung gehört überwiegend Sudanstämmen sowie den Fulbe an. Daneben gibt es rd. 200 000 Nichtafrikaner, überwiegend Franzosen, Libanesen und Syrer.

Übrigens: Mit 94 % bekennt sich der Großteil der Bevölkerung zum Islam. Unter der Landbevölkerung gibt es noch zahlreiche Anhänger von Naturreligionen.

Was ist Wolof?

Wolof ist eine Sprache, die von 40 % der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen wird. Sie hat neben Französisch den Rang einer Nationalsprache. Zudem wird mit Wolof auch eine ethnische Gruppe bezeichnet, die in Senegal, Gambia und Mauretanien lebt.

Wirtschaft

Welche Bedeutung hat Dakar?

Die Hauptstadt ist von zentraler Bedeutung. Sie verfügt über den zweitgrößten Seehafen in Westafrika und ist zugleich Knotenpunkt im interkontinentalen Luftverkehr. Dakar ist zudem Drehscheibe des im Westen von Senegal gut ausgebauten Straßennetzes. Die Landwirtschaft liefert in erster Linie Erdnüsse und Baumwolle (für den Export) sowie Palmprodukte, Hirse, Bohnen, Maniok, Reis, Kartoffeln und Mais. Die Viehzucht (Rinder, Schafe, Ziegen, Geflügel) hat v. a. im Norden Bedeutung. Sie wird von zum Teil nomadisch lebenden Fulbe und Mauren betrieben.

Von großer Bedeutung, auch für den Export, ist der Fischfang. Als bedeutender Bodenschatz kommt Phosphat vor. Die im Ausbau begriffene Industrie liefert neben Agrarprodukten, Kunstdünger und Zement auch Fertigwaren.

Geschichte

Was war Senegambia?

Eine 1982 mit Gambia geschlossene politische, militärische, wirtschaftliche und kulturelle Konföderation. Senegambia wurde bereits 1989 wieder aufgelöst.

Bestimmender Politiker der 1980er und 1990er Jahre war Abdou Diouf (* 1935), der von 1981 bis 2000 Staatspräsident des Landes war. Bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 unterlag er dem Oppositionskandidaten Abdoulaye Wade (* 1926).

Literatur

Wer war Léopold Sédar Senghor?

Ein führender Dichter der »Négritude«. Damit wird die Rückbesinnung der Afrikaner und Afroamerikaner auf die Werte der altafrikanischen Traditionen bezeichnet. Die Dichtung der Négritude versuchte den europäisch-kolonialistischen Einfluss zu überwinden und das Selbstbewusstsein der einheimischen Kulturen zu stärken. Senghor (1906–2001) erhielt 1968 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit war Senghor ein einflussreicher Politiker. Er wurde zum Führer der senegalesischen Unabhängigkeitsbewegung und gründete 1948 den Bloc Démocratique Sénégalais (BDS), aus dem 1976 die Regierungspartei Parti Socialiste hervorging. 1960–1980 war Senghor erster Staatspräsident des Senegal.

Gambia

Gambia
Amtlicher Name:
Republik Gambia
Fläche:
11 295 km²
Einwohner:
1,5 Mio.
Hauptstadt:
Banjul
Amtsprache(n):
Englisch
Währung:
1 Dalasi = 100 Butut

Wirtschaft

Was wird hauptsächlich exportiert?

Die Erdpistazie (Arachis hypogaea), besser bekannt als Erdnuss. Der Erdnussanbau liefert 68 % des Ausfuhrwerts. Die Erntemengen und Weltmarktpreise unterliegen jedoch starken Schwankungen.

Übrigens: Eine wachsende Bedeutung kommt der Fischereiwirtschaft zu, die bereits Exportüberschüsse erzielt. Die Industrie ist bis auf mehrere Ölmühlen und Fisch verarbeitende Betriebe noch wenig entwickelt.

Geschichte

Wann wurde Gambia von Europäern entdeckt?

Mitte des 15. Jh. wurde die Küste von Portugiesen entdeckt. 1843 kam das Gebiet, das im 13. und 14. Jh. Teil des Mali-Reiches war, in britischen Besitz. 1965 wurde Gambia unabhängig im Commonwealth und 1970 Republik. 1996 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum einer neuen präsidialen Verfassung zu. Im selben Jahr wurde Yahya Jammeh, der 1994 durch Putsch an die Macht gekommen war, zum Präsidenten gewählt.

Guinea-Bissau

Guinea-Bissau
Amtlicher Name:
Republik Guinea-Bissau
Fläche:
36 125 km²
Einwohner:
1,6 Mio.
Hauptstadt:
Bissau
Amtsprache(n):
Portugiesisch
Währung:
CFA-Franc

Landesnatur

Wie lang dauert die Regenzeit?

Die Regenzeit setzt im Mai ein und dauert bis November. Guinea-Bissau liegt in der tropischen Klimazone.

Das Land gehört mit den vorgelagerten Bijagósinseln zu einer jungen Senkungszone. An die buchtenreiche Küste mit tiefen Trichtermündungen der Flüsse schließt sich flachwelliges Tiefland an. Ausgedehnte Mangrovenbestände der Küstenzone werden landeinwärts von einer Regenwaldzone begleitet, an die sich ein Trockenwaldgürtel anschließt, der in Feucht- und Trockensavanne übergeht.

Bevölkerung

Welche Religion herrscht vor?

Gut die Hälfte der Bevölkerung sind Anhänger von Naturreligionen, über ein Drittel bekennt sich zum Islam. Daneben gibt es eine römisch-katholische Minderheit.

In Guinea-Bissau leben über 25 verschiedene Völker und Stämme, die überwiegend zu den Sudanvölkern gehören. Die meisten der früher im Land lebenden Europäer und Asiaten haben das Land seit der Erlangung der Unabhängigkeit (1974) verlassen.

Guinea: Viel Macht für Militärs

Guinea
Amtlicher Name:
Republik Guinea
Fläche:
245 857 km²
Einwohner:
9,4 Mio.
Hauptstadt:
Conakry
Amtsprache(n):
Französisch
Währung:
Guinea-Franc

Landesnatur

Wo liegt Guinea?

In Westafrika. Das Land grenzt an Guinea-Bissau, Senegal, Mali, Côte d'Ivoire, Liberia und Sierra Leone. Der höchste Gipfel des Landes ist der Mount Nimba mit 1752 m im regenwaldbestandenen Grenzgebiet zu Liberia und zur Republik Côte d'Ivoire.

Hinter der flachen, an Buchten und vorgelagerten Inseln reichen Küste steigt das Land nach Nordosten stufenförmig zum Bergland Fouta Djalon der Oberguineaschwelle an. In der östlichen Landeshälfte dehnen sich vom oberen Niger und seinen Nebenflüssen durchzogene Hochebenen aus. Das Landesinnere nehmen Feuchtsavannen ein, die im Nordosten in Trockensavannen übergehen.

Bevölkerung

Wer sind die Fulbe?

Die Fulbe sind ein westafrikanisches Volk, das mit den Sudanvölkern zu den wichtigsten Bevölkerungsgruppen Guineas gehört. Die Fulbe sind ab dem 17. Jh. eingewandert und leben v. a. im Bergland von Fouta Djalon. In den Städten leben noch etwa 3000 Europäer, v. a. Franzosen.

Wirtschaft

In welchem Sektor ist Guinea führend?

Guinea ist nach Australien der zweitgrößte Bauxitproduzent der Erde. Die Bodenschätze, neben Bauxit werden v. a. Gold und Diamanten gefördert, sind für den Export sehr wichtig und machen rd. 80 % des Ausfuhrwertes aus. Guineas Vorkommen an Eisenerz, Uran, Mangan, Chrom und Kupfer sind bislang noch nicht erschlossen. In der Landwirtschaft sind rd. 84 % der Erwerbstätigen beschäftigt.

Geschichte

Wer führte die Nationalbewegung?

Eine aktive Nationalbewegung erwachte 1952 in Guinea, das Teil von Französisch-Westafrika war, unter Führung von Sékou Touré (1922–1984). 1957 erhielt das Land innere Autonomie. Ein Jahr später lehnten 95 % der Wähler – als Einzige innerhalb Französisch-Westafrikas – die Verfassung der Französischen Gemeinschaft ab. Damit wurde Guinea 1958 unabhängige Republik unter Präsident Touré, der ein Terrorsystem etablierte. Seit 1984 besteht eine Militärregierung unter Führung von General Lansana Conté.

Sierra Leone: Unterentwickeltes Tropenland

Sierra Leone
Amtlicher Name:
Republik Sierra Leone
Fläche:
71 740 km²
Einwohner:
5,2 Mio.
Hauptstadt:
Freetown
Amtsprache(n):
Englisch
Währung:
1 Leone = 100 Cent

Landesnatur

An welchem Ozean liegt Sierra Leone?

Das Land liegt am Atlantik. Es dehnt sich von einem feuchttropischen Schwemmlandstreifen an der Küste bis auf die von Savannen bewachsene Nordguineaschwelle aus (Loma Mountains, 1948 m). Der flache, von Lagunen und Sandbänken begleitete Küstenstreifen wird durch ein bis zu 888 m hohes Massiv auf der Halbinsel Sierra Leone bei Freetown unterbrochen.

Die ursprüngliche Vegetation des tropischen Regenwalds ist infolge von Brandrodungsfeldbau und Holzeinschlag nur noch im Süden vorhanden. Das Klima des Landes ist tropisch mit konstant hohen Temperaturen und einem ausgeprägten Wechsel von Regen- und Trockenzeiten.

Bevölkerung

Wie schnell wächst die Bevölkerung?

Sierra Leone gehört mit einem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum von 3,8 % zu den am schnellsten wachsenden Ländern der Welt (Rang 6) – und das, obwohl die Säuglingssterblichkeit mit 177 pro 1000 Lebendgeburten weltweit die höchste ist. Die Lebenserwartung liegt bei 40,8 Jahren.

Die Bevölkerung des Kleinstaats gehört v. a. zu den Sudanvölkern (Mende, Temne, Limba, Koranko). Rd. 2 % sind Nachkommen ehemaliger Sklaven (sog. Kreolen). 39 % sind Muslime, 8 % Christen, der Rest Anhänger traditioneller Religionen.

Geschichte

Wer betrieb Sklavenhandel?

Engländer und Niederländer betrieben seit 1562 in Sierra Leone einen ausgedehnten Sklavenhandel. Das Land war um 1450 von Portugiesen entdeckt worden. 1808 wurde die Halbinsel um Freetown britische Kronkolonie, 1896 das gesamte Hinterland britisches Protektorat. 1956 fanden erste allgemeine Wahlen statt. Fünf Jahre später wurde schließlich die Unabhängigkeit proklamiert.

Anfang der 1990er Jahre entwickelte sich ein blutiger Bürgerkrieg mit aus Liberia eingedrungenen Rebellen (Revolutionary United Front, RUF). 1996 wurde Ahmad Tejan Kabbah (* 1932) zum Präsidenten gewählt. Der Bürgerkrieg konnte erst 2000 beendet werden. Bei Wahlen im Jahr 2002 wurde Kabbah im Amt bestätigt.

Wussten Sie, dass …

Freetown 1887 von den Briten für entlassene freie Sklaven gegründet wurde?

Sierra Leone seit Jahren auf dem letzten Platz des Weltentwicklungsberichts der Vereinten Nationen liegt? Der Bericht listet Länder nach Bildungsgrad, Lebenserwartung und durchschnittlichem Pro-Kopf-Einkommen auf.

Liberia: Gegründet von ehemaligen Sklaven

Liberia
Amtlicher Name:
Republik Liberia
Fläche:
111 369 km²
Einwohner:
3,3 Mio.
Hauptstadt:
Monrovia
Amtsprache(n):
Englisch
Währung:
1 Liberianischer Dollar = 100 Cent

Landesnatur

Was ist die Pfefferküste?

Liberia liegt im tropischen Afrika an der westlichen Guineaküste, die in diesem Abschnitt nach dem früher hier gewonnenen Guineapfeffer auch als Pfefferküste bezeichnet wird. Die Küste ist aufgrund der vorgelagerten Sandbänke, der Lagunen und Mangrovensümpfe schlecht zugänglich. Stellenweise reichen Vorgebirge bis ans Meer heran und bilden eine klippenreiche Steilküste. Hinter der 10–50 km breiten, feuchttropischen Küstenebene steigt das Land in bewaldeten Stufen zum durchschnittlich 1000 m hohen, trockeneren und von Savannen überzogenen Bergland der Oberguineaschwelle an. Die zahlreichen kurzen Flüsse haben wegen ihrer vielen Schnellen keine Verkehrsbedeutung.

Bevölkerung

Wer sind die »Ameriko-Liberianer«?

Ehemalige Sklaven aus den USA, die im 19. Jh. nach Liberia eingewandert sind. Ihre Nachkommen stellen rd. 2 % der Gesamtbevölkerung. Lange Zeit bildeten sie die wirtschaftliche und politische Oberschicht des Landes. Neben den Ameriko-Liberianern leben 16 verschiedene Stämme in Liberia, darunter Kpelle, Bassa, Kru, Gio, Mano, Mande u. a.

Die Bevölkerung ist ausgesprochen ungleich verteilt. Mehr als ein Drittel der Liberianer lebt in der Hauptstadt Monrovia, der einzigen Großstadt des Landes, und Umgebung. Während des Bürgerkriegs haben über 700 000 Menschen das Land verlassen.

Woran glauben Liberianer?

Die Mehrheit der Bevölkerung hängt traditionellen afrikanischen Religionen an. Rd. 20 % sind Muslime, 10 % Christen. Neben Englisch werden v. a. die Stammessprachen der Kru und Mande gesprochen.

Wirtschaft

Was sind Billigflaggen?

Als Billigflaggen werden im Seeverkehr die Handelsflaggen solcher Länder bezeichnet, die ausländischen Reedereien finanzielle Vorteile bieten, wenn sie ihre Schiffe in diesen Staaten registrieren lassen. Neben Liberia, das offiziell eine der größten Handelsflotten der Erde besitzt, ist v. a. Panama ein Billigflaggen-Land.

Der wichtigste Seehafen des Landes ist Monrovia. Die Industrie ist noch wenig entwickelt. Obwohl nur rd. 4 % der Staatsfläche landwirtschaftlich genutzt werden, bildet der Agrarsektor, in dem 68 % der Erwerbstätigen beschäftigt sind, einen wichtigen Wirtschaftszweig. Der größte Teil der bäuerlichen Bevölkerung baut in privaten Kleinbetrieben für den Eigenbedarf Reis, Mais, Maniok und Süßkartoffeln an.

Die Hauptexportgüter des Landes sind Naturkautschuk (rd. 53 % des Ausfuhrwerts) und Edelhölzer (46 %). Daneben liefert die Landwirtschaft für den Export Kaffee, Kakao, Ölpalmprodukte, Zuckerrohr und Baumwolle.

Wie schadet die Tsetsefliege?

Die Verbreitung der Tsetsefliege beeinträchtigt die Viehzucht in Liberia. Beide Geschlechter der tropischen Fliege übertragen beim Stechen u. a. Erreger der Nagana, einer fieberhaften Haustierseuche.

Trotz aller Bemühungen kann das Land den Nahrungsmittelbedarf der Bevölkerung nicht selbst decken und ist auf hohe Nahrungsmitteleinfuhren angewiesen, die 51 % der Gesamtimporte ausmachen.

Übrigens: Ein bedeutender Wirtschaftszweig Liberias war der Bergbau. Während des Bürgerkriegs wurden jedoch die Förderanlagen zerstört, so dass der Bergbau vollständig zum Erliegen gekommen ist. Besonders in den Nimbabergen lagern umfangreiche Eisenerzvorkommen. An weiteren Bodenschätzen gibt es Diamanten, Gold und Bauxit.

Geschichte

Wer herrscht im Land?

Die 1869 gegründete True Whig Party war von 1878–1980 ununterbrochen an der Regierung. Sie vertrat v. a. die Interessen der Ameriko-Liberianer. Bis 1973 blieb sie die einzige politische Partei des Landes und garantierte den Ameriko-Liberianern Schlüsselpositionen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft. In den 1960er und 1970er Jahren in Angriff genommene Reformen, die eine stärkere politische Beteiligung der Afro-Liberianer zum Ziel hatten, scheiterten am heftigen Widerstand konservativer Kreise.

Was löste die Bürgerkriege aus?

Als die Regierung 1979 die Reispreise anhob, kam es zu blutigen Unruhen. Der Militärputsch von 1980 beendete die Vorherrschaft der Ameriko-Liberianer und der True Whig Party. Es wurde ein Militärrat gebildet, der durch Dekrete regierte. Nach anfänglichen sozialistischen Erklärungen stellten sich die Machthaber auf eine Zusammenarbeit mit den USA um. Im Innern wurden Gegner aus der früheren ameriko-liberianischen Elite mit äußerster Härte verfolgt. 1986 trat eine neue Verfassung in Kraft.

Seit 1989 kämpfte eine Rebellenbewegung unter Charles Taylor (* 1948) gegen die Regierung. Trotz der Intervention einer westafrikanischen Friedenstruppe entwickelte sich ein blutiger Bürgerkrieg. Nach der Ermordung des Präsidenten Samuel Doe im September 1990 konnte sich eine Interimsregierung nicht durchsetzen. Erst 1996 einigten sich die Konfliktparteien auf einen Friedensplan.

Taylor gewann 1997 die Präsidentschaftswahlen. In der Folgezeit entwickelte sich ein neuerlicher Bürgerkrieg zwischen Regierungstruppen und einer Rebellenorganisation, die den Sturz Taylors zum Ziel hatte. 2003 ging Taylor ins nigerianische Exil. Die westafrikanische Eingreiftruppe ECOMIL bemühte sich mit US-amerikanischer Unterstützung um eine Stabilisierung der Lage. Der langjährige Bürgerkrieg hatte über 200 000 Tote gefordert.

Wer ist Ellen Johnson-Sirleaf?

Ellen Johnson-Sirleaf (* 1939) ist die neue Präsidentin Liberias. Sie wurde im Januar 2006 in ihr Amt eingeführt und ist die erste Frau, die durch eine Wahl zum Staatsoberhaupt eines afrikanischen Landes wurde. Johnson-Sirleaf ist Harvard-Absolventin und eine erfahrene Ökonomin, die bisher u. a. für die Vereinten Nationen und die Weltbank gearbeitet hat.

Wussten Sie, dass …

die Küste des heutigen Staates 1461 von Portugiesen entdeckt wurde?

Monrovia nach dem US-Präsidenten James Monroe benannt wurde?

die Küstenregion von Liberia zu den regenreichsten Gebieten des afrikanischen Kontinents zählt?

Côte d'Ivoire: Agrarland in Westafrika

Côte d'Ivoire
Amtlicher Name:
Republik Côte d'Ivoire
Fläche:
322 462 km²
Einwohner:
18,2 Mio.
Hauptstadt:
Yamoussoukro
Amtsprache(n):
Französisch
Währung:
CFA-Franc

Geschichte

Wie heißt das Land auf Deutsch?

Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung »Elfenbeinküste« verbreiteter als der offizielle französische Name Côte d'Ivoire. Der Name leitet sich vom einst wichtigsten Exportprodukt, dem Elfenbein, ab.

Bis zur Kolonialzeit wies das Gebiet der heutigen Côte d'Ivoire keine Staatenbildung auf. 1893 wurde das Gebiet französische Kolonie, später ein Teil Französisch-Westafrikas. 1960 konnte die Unabhängigkeit erreicht werden. 2002 entwickelte sich aus einer Militärrevolte ein Aufstand muslimischer Rebellengruppen gegen die Zentralregierung, die nur noch den Süden des Landes kontrollieren konnte. Französische Truppen bemühten sich um eine Eindämmung des Konflikts. 2004 stationierte die UNO Blauhelmtruppen, 2005 schlossen Regierung und Rebellen in Pretoria (Südafrika) ein Friedensabkommen.

Landesnatur

Was wächst an der Küste?

Die Küstenebene ist von dichtem Regenwald bestanden, der jedoch teilweise großen Plantagen zum Opfer fiel. Die nach Süden in den Atlantik entwässernden Flüsse Bandama und Sassandra werden durch Stauseen zur Stromgewinnung genutzt.

Wirtschaft

Welche Rolle spielt Kakao?

Das Land ist weltgrößter Exporteur von Kakao (rd. 40 % der Weltproduktion), drittgrößter afrikanischer Kaffee-Exporteur und weltweit an fünfter Stelle des Kokosnuss-Exports. Die Ausfuhr von Baumwolle, Kautschuk und Palmöl ist ebenfalls beträchtlich. Die Wälder liefern bedeutende Mengen an Mahagoni und anderen Edelhölzern. An Bodenschätzen werden Erdöl- und Erdgasvorkommen genutzt.

Côte d'Ivoire galt lange als wohlhabendster Staat Westafrikas. Mit dem Rückgang der Weltmarktpreise (ab Ende der 1970er Jahre) für die wichtigsten Exportprodukte wurde jedoch eine Wirtschaftskrise ausgelöst, die bis heute auch aufgrund der politisch instabilen Lage nicht überwunden werden konnte.

Ghana: Staat mit vielen Sprachen

Ghana
Amtlicher Name:
Republik Ghana
Fläche:
238 539 km²
Einwohner:
22,1 Mio.
Hauptstadt:
Accra
Amtsprache(n):
Englisch
Währung:
1 Cedi = 100 Pesewa

Was ist die Goldküste?

Das Küstengebiet in Ghana am Golf von Guinea wurde nach dem Gold, das landeinwärts gefunden wurde, benannt. Später wurde der Name Goldküste (englisch »Gold Coast«) auch auf die gesamte damalige britische Kronkolonie in Westafrika übertragen.

Seit dem 15. Jh. trieben Europäer – zunächst Portugiesen, danach v. a. Engländer – an der Goldküste Warenhandel. Zudem entwickelte sich das Gebiet zu einem Zentrum des europäischen Sklavenhandels.

Landesnatur

Wie hoch ist das Bergland von Ashanti?

Bis zu 900 m. Das Ashantihochland ist die Hauptpflanzungszone Ghanas und erhebt sich hinter der Küste. Inselberge und Hügelketten überragen stellenweise die eintönige Plateaulandschaft. Den Norden nimmt das Voltabecken mit Feucht- und Trockensavannen ein.

Bevölkerung

Wie viele Sprachen werden gesprochen?

Neben der Amtssprache Englisch werden über 70 Stammessprachen und Dialekte in Ghana gesprochen. Die Bevölkerung gehört vielen verschiedenen Volksstämmen an (Fanti, Ewe, Ashanti u. a.). 60 % sind Christen, 16 % Muslime, der Rest der Bevölkerung besteht aus Anhängern von Naturreligionen.

Wirtschaft

Wie wächst Kakao?

Kakao, Hauptanbauprodukt Ghanas, wächst am Kakaobaum, der 10–15 m hoch ist. Die kleinen Blüten entspringen büschelweise dem Stamm und älteren Zweigen. Die Früchte werden Kakaobeeren genannt und sind gelb oder rot gefärbt, melonenähnlich und haben eine derbe Schale. Sie sind etwa 15–25 cm lang und enthalten 25–50 Samen, die in ein säuerliches Fruchtmus eingebettet sind. Diese Samen bilden als Kakaobohnen den Rohstoff für die Kakaoerzeugnisse. Ghana ist weltweit zweitgrößter Produzent von Kakao.

Was zeichnet Mahagoni aus?

Mahagoni ist ein rötliches Holz mit einer charakteristischen Maserung, das schwer spaltbar und sehr witterungsbeständig ist. Heute wird die beliebte Holzart, die ebenso wie andere Edelhölzer in Ghana wächst, meist als Furnier genutzt.

Übrigens: Die wichtigsten Bergbauprodukte des Landes sind Bauxit, Gold, Mangan und Diamanten. Die Industrie Ghanas ist noch wenig entwickelt. Wichtigster Stromlieferant ist das Wasserkraftwerk bei Akosombo am Volta-Stausee.

Geschichte

Wann wurde das Land unabhängig?

1957 erhielt das Land die Unabhängigkeit und nahm den Namen des alten Reiches Ghana an. Der erste Staatspräsident von Ghana war Kwame Nkrumah (1909–1972). Er übernahm 1949 mit der Convention People's Party (CPP) die Führung der 1920 entstandenen Nationalbewegung. Nach dem ersten CPP-Wahlsieg 1951 wurde Nkrumah Premierminister der ersten autonomen schwarzafrikanischen Regierung im britischen Empire.

1960 wurde Nkrumah Präsident mit diktatorischen Vollmachten. Er leitete eine sozialistische Politik ein und beanspruchte für Ghana eine Führungsrolle bei der Errichtung eines gesamtafrikanischen Bundesstaats. Gleichzeitig wollte er das Land rasch industrialisieren und die allgemeine Schulpflicht einführen. Diese Politik überanstrengte die Wirtschaft des Landes, zumal Nkrumahs Polemik gegen den westlichen »Neokolonialismus« die Auslandshilfe stagnieren ließ.

Welche Rolle spielte das Militär?

Seit dem Sturz von Präsident Nkrumah im Jahr 1966 spielte das Militär immer wieder eine entscheidende Rolle in der Innenpolitik Ghanas. Polizei- und Armeeoffiziere hatten Nkrumah gestürzt, der sich auf Staatsbesuch außer Landes befand und in Guinea Asyl erhielt. Drei Jahre lang regierte das Militär, ehe 1969 schließlich Parlamentswahlen stattfanden. Die siegreiche Fortschrittspartei stellte den Premierminister.

Die Armee putschte jedoch 1972 erneut. Nach zwei weiteren Putschen fanden 1979 Präsidentschaftswahlen statt. Der siegreiche Hilla Limann wurde 1981 vom Flieger-Hauptmann Jerry John Rawlings gestürzt, der bis zum Jahr 2000 das Land autoritär regierte. Er versuchte v. a. die tiefe wirtschaftliche Krise Ghanas zu überwinden. 1991 wuchs der Druck der Opposition aufgrund mangelnder Demokratisierung. 1992 stimmte die Bevölkerung per Referendum einer neuen präsidialen Verfassung zu, die den Pluralismus festschrieb.

Rawlings wurde bei Präsidentschaftswahlen im Amt bestätigt. Bei ebenfalls durchgeführten Parlamentswahlen, die von der Opposition boykottiert wurden, erzielte die Partei des Präsidenten, der National Democratic Congress (NDC), einen überwältigenden Sieg. Bei seiner Amtseinführung proklamierte Rawlings die IV. Republik und verfolgte im Zusammenhang mit dem IWF eine konsequente Strukturanpassungspolitik. Außenpolitisch trat er v. a. bei der Friedenssuche im Liberiakonflikt hervor. Die 1996 abgehaltenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen gewann erneut Rawlings. Die Stabilisierung der demokratischen Ordnung verbesserte die Beziehungen zu den westlichen Industriestaaten.

Seit 2001 ist John Agyekum Kufuor (* 1938) Staatspräsident Ghanas. Er bemüht sich v. a. um Demokratisierung und Armutsbekämpfung. Die Bevölkerung bestätigte den politischen Kurs der Regierung in den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2004.

Wussten Sie, dass …

der UN-Generalsekretär Kofi Annan aus Ghana stammt? Er wurde am 8. 4. 1938 in Kumasi geboren.

die Farben der Flagge an das im Freiheitskampf vergossene Blut (rot), die Bodenschätze (gelb) und die Fruchtbarkeit des Landes (grün) erinnern? Der schwarze Stern gilt als Leitstern der afrikanischen Freiheit.

Was war Ashanti?

Ein im 17. Jh. gegründetes Königreich an der westafrikanischen Goldküste. Um 1800 dehnte es seine Macht bis zu den Dagomba im Norden aus. Im 19. Jh. wurde das Ashanti-Reich von England erobert und britisches Protektorat.

Das Volk der Ashanti gehört zur Arkangruppe und lebt heute im Inland von Ghana. Die Ashanti sind bekannt für ihr Kunsthandwerk (Herstellung von Goldschmuck und figürlichen Goldgewichten, Holzschnitzerei, Töpferei). Ihre traditionellen Bauten sind seit 1980 Weltkulturerbe.

Togo

Togo
Amtlicher Name:
Republik Togo
Fläche:
56 785 km²
Einwohner:
5 Mio.
Hauptstadt:
Lomé
Amtsprache(n):
Französisch, Ewe, Kabyé
Währung:
CFA-Franc

Landesnatur

Was ist der höchste Berg?

Der Mont Agou mit 1020 m. Er liegt im Togo-Atakora-Gebirge, das vom Südwesten nach Nordosten verläuft. Daneben besteht Togo vorwiegend aus Ebenen.

Übrigens: Das Land erstreckt sich als schmaler, nur 50–120 km breiter, aber 600 km ins nördliche Landesinnere reichender Streifen am Golf von Guinea.

Bevölkerung

Wer stellt die Bevölkerungsmehrheit?

Die Ewe-Völker, die im Süden des Landes leben und rd. 46 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Sie spielen eine führende Rolle im öffentlichen Leben.

Uneinheitlicher ist die Bevölkerung der nördlichen Landesteile, die weitgehend von Volta-Völkern gebildet wird, unter denen die Kabre-Gruppe zahlenmäßig am stärksten vertreten ist. Außerdem leben hier Fulbe und Hausa, deren Sprachen im Norden vielfach als Verkehrssprachen gebraucht werden. Die rd. 4000 in Togo lebenden Europäer sind überwiegend Franzosen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung hängt Naturreligionen an.

Benin

Benin
Amtlicher Name:
Republik Benin
Fläche:
112 622 km²
Einwohner:
6,9 Mio.
Hauptstadt:
Porto-Novo
Amtsprache(n):
Französisch
Währung:
CFA-Franc

Bevölkerung

Was ist Fon?

Fon ist zusammen mit Französisch die vorherrschende Sprache in Benin und zugleich der Name für die Volksgruppe, die rd. ein Drittel der Bevölkerung stellt. – Die meisten Menschen leben im Süden des Landes, weniger als die Hälfte lebt in Städten. Das durchschnittliche Bevölkerungswachstum liegt bei 3 %.

Wirtschaft

Was exportiert das Land?

Baumwolle, die auf Plantagen angebaut wird, ist das wichtigste Exportprodukt Benins. Für den Eigenbedarf werden Maniok, Jamswurzeln, Hirse, Mais, Hülsenfrüchte und Süßkartoffeln angebaut. Benin gehört zu den am wenigsten industrialisierten Ländern Afrikas.

Geschichte

Was war Dahomey?

Dahomey war der Name eines Königreichs, das das Gebiet des heutigen Benin einschloss und 1899 Teilkolonie Französisch-Westafrikas wurde. 1960 wurde das Land als Republik Dahomey unabhängig. 1975 erhielt die Republik Dahomey schließlich ihren heutigen Namen Benin. 1990 bekam Benin eine neue Verfassung und wurde eine Präsidialdemokratie.

Nigeria: Reiche Erdölvorkommen

Nigeria
Amtlicher Name:
Bundesrepublik Nigeria
Fläche:
923 768 km²
Einwohner:
127,1 Mio.
Hauptstadt:
Abuja
Amtsprache(n):
Englisch
Währung:
1 Naira = 100 Kobo

Wirtschaft

Wodurch werden Pipelines zur Gefahr?

Die Erdöl-Pipelines des Landes werden immer wieder u. a. von Dorfbewohnern angezapft. Dabei kommt es häufig zu Explosionen, die zahlreiche Menschenleben fordern. Erdöl und Erdgas, die mehr als 90 % der Gesamtausfuhr ausmachen, sind der Reichtum des Landes. Von den Erlösen profitiert die große Masse der Bevölkerung jedoch kaum.

Welche Produkte dürfen nicht exportiert werden?

Die fortschreitende Zerstörung der Regenwälder hat zu einem Ausfuhrverbot für Edelhölzer geführt. Ursprünglich war Nigeria eines der wichtigsten Exportländer für die begehrten und seltenen Holzarten.

Bevölkerung

Wie viele Menschen leben im Land?

Nigeria ist mit über 130 Mio. Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Dabei leben in den mittleren Landesteilen wenige Menschen. Am stärksten besiedelt sind der Südwesten sowie der Südosten.

Landesnatur

An welcher Bucht liegt das Land?

Nigeria liegt am Golf von Guinea. Der an Kamerun und das Nigerdelta angrenzende Teil des Golfes wurde früher auch »Bucht von Biafra« genannt.

Die landschaftlichen Formen Nigerias sind vielfältig: Das Land erstreckt sich vom tropischfeuchtheißen Süden mit äquatorialen Regenwäldern über Feucht- und Trockensavannengebiete bis in die Dornbuschsavannen der Sahel-Zone im Norden. Von der versumpften Küstenebene steigt das Land nach Norden zu einer bis 500 m hohen Hügel- und Tafellandzone an, die jenseits der breiten Talungen der Flüsse allmählich zu den weiten Hochflächen des nordnigerianischen Plateaus überleitet.

Wie heißt der wichtigste Fluss?

Der bedeutendste Fluss des Landes heißt Niger, sein wichtigster Nebenfluss Benue. Mit Ausnahme einiger Zuflüsse zum Tschadsee und einiger Küstenflüsse gehört fast das gesamte Flussnetz des Landes zum Einzugsbereich des Niger. In einem weitverzweigten Delta mündet er in den Golf von Guinea.

Geschichte

Wann kamen die Briten?

Seit 1861 siedelten die Briten an der nigerianischen Küste. 1903 wurde das Fulbe-Reich von Sokoto von den Briten unterworfen. Im Jahr 1914 wurde Nigeria britische Kolonie. 1922 fiel ein Teil der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun als Mandat an Großbritannien und wurde verwaltungsmäßig an Nigeria angeschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewährte Großbritannien stufenweise Verfassungsreformen, steigerte den Anteil der Afrikaner an Regierung und Verwaltung und sicherte die föderative Struktur Nigerias.

1960 wurde Nigeria unabhängig und drei Jahre später Republik. 1966 versuchten junge Offiziere einen Staatsstreich.

Wodurch kam es zum Biafra-Krieg?

Durch die Abspaltung der Ost-Region (Biafra) im Jahr 1967. Der Bürgerkrieg endete 1970 mit der Kapitulation Biafras. Die nigerianische Zentralregierung wurde von Großbritannien und der UdSSR militärisch unterstützt. Die Ibo Biafras, die zuvor unter einem Pogrom zu leiden hatten, wurden nur von wenigen afrikanischen Staaten anerkannt und von Frankreich indirekt unterstützt.

Die soziale Spannung zwischen den breiten Volksmassen und einer dünnen Amts- und Bildungselite, die sich rasch bereicherte, entlud sich zum Teil in Stammes- und Parteikonflikten. Unter General Abdulsalam Abubakar wurde 1998 eine Demokratisierung eingeleitet. 1999 wurde Olusegun Obasanjo zum neuen Präsidenten gewählt.

Wussten Sie, dass …

die Kunstwerke von Ife bei ihrer Entdeckung für griechische Werke gehalten wurden?

Kinder in Nigeria oft unfreiwillig schulfrei haben, weil die Lehrer streiken? Wegen ausbleibender Gehaltszahlungen treten die Pädagogen den Schuldienst immer seltener an.

São Tomé und Príncipe

São Tomé und Príncipe
Amtlicher Name:
Demokratische Republik São Tomé und Príncipe
Fläche:
1001 km²
Einwohner:
165 000
Hauptstadt:
São Tomé
Amtsprache(n):
Portugiesisch
Währung:
1 Dobra = 100 Céntimo

Landesnatur

Wo liegen die Inseln?

Die Inselgruppe liegt rd. 200 km westlich der Küste von Gabun im Atlantischen Ozean. Sie ist vulkanischen Ursprungs und wird vom nicht mehr tätigen 2024 m hohen Pico de São Tomé überragt. Das Klima ist tropisch feucht.

Bevölkerung

Was ist »Crioulo«?

Crioulo ist eine Mischsprache aus Portugiesisch und Bantusprachen, die auf São Tomé und Príncipe weit verbreitet ist. Die Staatssprache ist Portugiesisch.

Geschichte

Welche Bedeutung hatten die Inseln früher?

Die Portugiesen, die die damals unbewohnten Inseln 1470 entdeckten und für ihr Mutterland in Besitz nahmen, nutzten die Eilande als Sträflingskolonie. Im 17. Jh. waren sie wichtige Zwischenstation im Sklavenhandel. 1975 wurde die Inselgruppe unabhängig. Manuel Pinto da Costa wurde erster Staatspräsident (1980 und 1985 wiedergewählt).

Äquatorialguinea

Äquatorialguinea
Amtlicher Name:
Republik Äquatorialguinea
Fläche:
28 051 km²
Einwohner:
504 000
Hauptstadt:
Malabo
Amtsprache(n):
Spanisch
Währung:
CFA-Franc

Landesnatur

Wie groß ist das Land?

Äquatorialguinea ist etwas kleiner als das Bundesland Brandenburg. Der Kleinstaat am Golf von Biafra, der an Gabun und Kamerun grenzt, besteht aus dem Festlandsteil Mbini, der nach Osten hinter einer 15–25 km breiten Küstenebene bis auf über 1000 m ansteigt, und den vulkanischen Inseln Bioko und Annobón. Es herrscht feuchtheißes Klima.

Geschichte

Wer waren die Kolonialmächte?

Die Insel Fernando Póo (Bioko), seit etwa 1500 portugiesisch, wurde im Jahr 1778 spanisch. Mbini wurde 1900 von Spanien kolonisiert. Seit 1963 ist das Land autonom, seit 1968 unabhängig. Der seit 1968 regierende Diktator Francisco Macías Nguema wurde im Jahr 1979 gestürzt und hingerichtet. Seitdem regierte das Militär unter Oberst Teodoro Obiang Nguema Mbasogo. 1991 trat eine neue Verfassung in Kraft. Das Regime unterdrückte aber weiterhin die demokratischen Kräfte des Landes. Bei den Präsidentschaftswahlen 1996 und 2002 wurde Obiang Nguema Mbasogo im Amt bestätigt.

Kamerun: 1961 wiedervereint

Kamerun
Amtlicher Name:
Republik Kamerun
Fläche:
466 050 km²
Einwohner:
16,3 Mio.
Hauptstadt:
Yaoundé
Amtsprache(n):
Französisch, Englisch
Währung:
CFA-Franc

Bevölkerung

Wer sind die Pygmäen?

Pygmäen ist die Sammelbezeichnung für die kleinwüchsigen, dunkelhäutigen, nicht sesshaften Wildbeuterstämme in den tropischen Regenwäldern Zentralafrikas. 10 000 Pygmäen leben in den südlichen und südöstlichen Wäldern Kameruns. Bantuvölker treiben in der Waldzone des Südens ebenso wie die Sudanvölker der nördlichen Savannen Wanderhackbau. Außerdem leben im Norden Fulbe und Araber als Viehzüchter und Händler.

Landesnatur

Welches ist der höchste Berg?

Der Kamerunberg ist mit 4070 m die höchste Erhebung des Landes und gleichzeitig der höchste aktive Vulkan Afrikas. Nach Westen schließt sich das feuchtheiße Küstentiefland an. Im äußersten Norden hat Kamerun Anteil am Tschadbecken.

Wirtschaft

Welche Industrie ist wichtig?

Die bedeutendsten industriellen Großbetriebe sind die Erdölraffinerie bei Limbe und das Aluminiumwerk bei Edea. Hier wird mit Hilfe der an den Sanaga-Fällen gewonnenen elektrischen Energie Aluminium hergestellt, das größtenteils exportiert wird.

In der Landwirtschaft werden Kakao, Kaffee, Baumwolle, Kautschuk, Ölpalmen und Bananen für den Export angebaut. Im Norden ist vor allem die Viehzucht bedeutend.

Geschichte

Wann war Kamerun eine deutsche Kolonie?

Kamerun wurde im Jahr 1884 deutsche Kolonie. Einheimische Häuptlinge hatten mit dem deutschen Afrikaforscher Gustav Nachtigal entsprechende Verträge abgeschlossen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Land ein sog. B-Mandat des Völkerbunds und zwischen Frankreich und Großbritannien geteilt. Die Mandate wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in UNO-Treuhandgebiete umgewandelt.

Die UNO vergab die Gebiete an Großbritannien und Frankreich mit der Auflage, das Land auf seine volle Unabhängigkeit vorzubereiten. 1958 erhielten die Bewohner Französisch-Kameruns Autonomie. Durch ein Plebiszit in Britisch-Kamerun wurde der Forderung nach Wiedervereinigung Rechnung getragen. 1960 wurde Kamerun unabhängige Republik und 1961 wurden beide Teile des Landes vereint, wobei ein Nordteil bei Nigeria verblieb.

Zentralafrikanische Republik: Bokassas Erbe

Zentralafrikanische Republik
Amtlicher Name:
Zentralafrikanische Republik
Fläche:
622 436 km²
Einwohner:
3,9 Mio.
Hauptstadt:
Bangui
Amtsprache(n):
Französisch, Sangho
Währung:
CFA-Franc

Geschichte

Wer war Bokassa?

Jean Bedel Bokassa (1921–1996) übernahm 1966 die Macht in dem Land, das seit 1960 unabhängig von Frankreich ist. Er ließ sich 1972 zum Staatspräsidenten auf Lebenszeit ausrufen. Seiner Willkürherrschaft fielen zahlreiche Menschen zum Opfer. 1977 krönte er sich selbst zum Kaiser. Nach seinem Sturz 1979 wurde das Land Republik.

Wirtschaft

Welche Bodenschätze sind wichtig?

Vor allem der Abbau von Diamanten ist bedeutend. Die kostbaren Steine machen ein Drittel des Ausfuhrwerts aus. Rd. 72 % der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, die aber nur 57 % des Bruttoinlandsprodukts erzeugt.

Warum ist das Land arm?

Infolge ihrer Binnenlage, einer unzureichenden Verkehrsinfrastruktur und der jahrelangen Misswirtschaft des Terrorregimes ist die Zentralafrikanische Republik eines der extrem unterentwickelten Länder Afrikas. Zudem werden die natürlichen Ressourcen des Landes (u. a. Tropenholz) ausgebeutet und illegal exportiert.

Die industrielle Entwicklung steckt noch in ihren Anfängen, beschränkt sich vorwiegend auf Kleinbetriebe und findet eine wichtige Ergänzung in dem traditionellen Handwerk (u. a. Töpfereien, Kupfer- und Eisenschmieden). Der wenig bedeutende Fremdenverkehr beschränkt sich auf Safaris.

Demokratische Republik Kongo: Hoffen auf bessere Zukunft

Demokratische Republik Kongo
Amtlicher Name:
Demokratische Republik Kongo
Fläche:
2 344 858 km²
Einwohner:
54,4 Mio.
Hauptstadt:
Kinshasa
Amtsprache(n):
Französisch
Währung:
1 Kongo-Franc = 100 Centimes

Warum werden deutsche Soldaten in den Kongo entsandt?

Die Europäische Union plante 2006 – auf Bitten der Vereinten Nationen – Soldaten in das zentralafrikanische Land zu schicken, um die bevorstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen abzusichern. Der Deutsche Bundestag beschloss, den zeitlich befristeten Auslandseinsatz mit Bundeswehrsoldaten zu unterstützen.

Geschichte

Wem gehörte der Kongo?

Der Kongo war früher persönlicher Besitz des belgischen Königs Leopold II. (1835 bis 1909). Seit 1876 hatte der Afrikaforscher Henry Morton Stanley weite Teile des Landes für den Monarchen gekauft. Die europäischen Großmächte erkannten 1884/85 diese Erwerbungen auf der Berliner Kongokonferenz als unabhängigen Staat an und beschlossen Handelsfreiheit für das Kongobecken.

Um den begehrten Rohkautschuk zu gewinnen, wurden die Eingeborenen mit brutalen Methoden ausgebeutet. Berichte über Zwangsarbeit und Folterungen führten zu einem internationalen Skandal, worauf Belgien im Jahr 1908 das Gebiet in direkte Kolonialverwaltung nahm (Belgisch-Kongo).

Wie hieß das Land bis zur Unabhängigkeit?

1960 wurde das Land als Kongo-Kinshasa (im Unterschied zum französischen Kongo-Brazzaville) unabhängig. Wahlen im Mai und die Regierungsbildung verschleierten die Schwäche des neuen Staates, die im Juli 1960 durch Meuterei der Truppen offenbar wurde. Im gleichen Monat erklärte sich die reiche Erzprovinz Katanga für unabhängig. Die Regierung rief die Vereinten Nationen zu Hilfe. 1963 beendeten UN-Truppen gewaltsam die Sezession Katangas. Die wirtschaftliche und politische Zerrüttung konnte aber nicht beseitigt werden. Nach dem Abzug der UN-Truppen brachen in mehreren Provinzen blutige Unruhen aus. Seit 1960 kamen rd. 1 Mio. Menschen in dem Bürgerkrieg ums Leben.

Wann regierte Mobutu?

Von 1965 bis 1997. General Joseph-Desiré Mobutu (seit 1972 Mobutu Sese Seko, 1930 bis 1997) übernahm 1965 das Präsidentenamt. Er ließ mehrere Oppositionspolitiker verurteilen und hinrichten. Unter seiner Führung trat jedoch eine gewisse Konsolidierung ein. Ende 1966 verstaatlichte Mobutu die Kupferbergwerke von Katanga. Er gründete 1967 die Revolutionäre Volksbewegung als Einheitspartei, verkündete eine neue Verfassung mit stark zentralistischen Zügen und ließ sein Regime, das zu den autoritärsten Afrikas gehörte, 1970 durch Wahlen bestätigen.

Was bedeutet Zaïre?

Zaïre bedeutet in Bantu »Großes Wasser« und ist ein alter Name für den Fluss Kongo. Kongo-Kinshasa wurde 1971 in Republik Zaïre umbenannt. Eine Kampagne gegen Relikte aus der kolonialen Vergangenheit, besonders gegen die katholische Kirche, setzte ein, u. a. wurden sämtliche europäische Namen durch afrikanische ersetzt.

1977/78 wurde eine Invasion von Rebellen aus Angola, ehemalige Katanga-Flüchtlinge, in der Provinz Shaba (früher Katanga) zurückgeschlagen. Seit Beginn der 1990er Jahre formierte sich eine Demokratiebewegung. 1997 wurde Mobutu gestürzt.

Wer benannte Zaïre um?

Der neue Machthaber Laurent Désiré Kabila (1939–2001) verfügte die Umbenennung Zaïres in Demokratische Republik Kongo.

1998 brach ein Bürgerkrieg aus, in dem sich das einheimische Tutsivolk der Banyamulenge mit Unterstützung rwandischer Soldaten gegen Kabila erhob. Nach der Ermordung Kabilas 2001 wurde dessen Sohn Joseph Kabila (* 1971) Staatschef. Er bemühte sich mit internationaler Hilfe um eine politische Stabilisierung des unruhigen Landes. 2006 trat eine neue Verfassung in Kraft.

Wirtschaft

Was macht die Provinz Kasai weltberühmt?

Die kongolesische Provinz ist das bedeutendste Industrie-Diamanten-Fundgebiet der Erde. Darüber hinaus werden in großem Umfang Kobalt (65 % der Welterzeugung), Kupfer, Uran, Zink, Germanium, Cadmium, Mangan, Zinn, Wolfram, Eisen, Gold, Silber und Kohle abgebaut. Neuerdings wird auch Erdöl im Küstengebiet gefördert.

Die Industrie, die sich am unteren Kongo (vor allem bei Kinshasa), bei Lubumbashi, Kalemie und Kisangani konzentriert, umfasst als wichtigste Zweige die Hütten-, chemische, Nahrungsmittel-, Textil- und Baustoffindustrie sowie die Holzverarbeitung.

Die traditionelle Landwirtschaft, die rd. 59 % der Erwerbstätigen beschäftigt, ist vorherrschend. Angebaut werden Maniok, Mais, Bananen, Hirse, Erdnüsse, Baumwolle, Tee, Hülsenfrüchte, Zuckerrohr, Reis und Weizen. Zum Export gelangen Kaffee, Kakao, Kautschuk und Palmprodukte. Darüber hinaus werden Edelhölzer geschlagen. Etwas Viehzucht (Ziegen, Rinder und Schweine) ist in Katanga und den Höhenlagen verbreitet. Die Fischerei liefert einen wichtigen Beitrag für die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln.

Landesnatur

Was wächst im Kongobecken?

Tropischer Regenwald. Das Kongobecken ist nach dem Amazonasbecken das zweitgrößte Waldgebiet der Tropen. Der Regenwald wird in der Demokratischen Republik Kongo von einem Ring von Feuchtsavannen umgeben.

Das bis 400 m hoch gelegene Kongobecken umfasst rund zwei Drittel des Landes. Nach Süden steigt das Gebiet zur 900 bis über 1500 m hohen Lundaschwelle an, nach Osten zu den Randgebirgen des Zentralafrikanischen Grabens (Ruwenzori 5110 m). Das Klima des Landes, das vom Äquator geschnitten wird, ist im Becken feucht und heiß. Weiter nach Süden wird die Trockenzeit länger.

Wussten Sie, dass …

die Demokratische Republik Kongo am Meer liegt – wenn auch nur mit einem schmalen, rd. 40 km langen Zipfel, der den Atlantischen Ozean berührt?

die Anhänger der Kirche Christi im Kongo Kimbanguisten genannt werden? Mehr als 80 % der Bevölkerung gehören dem christlichen Glauben an.

Kongo: Land am Äquator

Kongo
Amtlicher Name:
Republik Kongo
Fläche:
342 000 km²
Einwohner:
4,0 Mio.
Hauptstadt:
Brazzaville
Amtsprache(n):
Französisch, Sangho
Währung:
CFA-Franc

Landesnatur

Was haben Kongo und Deutschland gemeinsam?

Beide Länder sind etwa gleich groß. Deutschland hat mit 357 027 km² allerdings knapp die Nase vorn.

Das afrikanische Küstenland, das beidseitig des Äquators liegt, geht in die durchschnittlich 500–800 m hohe Niederguineaschwelle über, die sich nach Nordosten zum Kongobecken abdacht. Der Norden hat feuchtheißes Klima.

Bevölkerung

Wie dicht ist das Land besiedelt?

Mit 11 Einwohnern pro km² ist die Bevölkerungsdichte sehr gering. Die Bevölkerung gehört vorwiegend zu den Bantuvölkern (Kongo, Bateke, Mboshi, Kouyou u. a.). 47 % sind Katholiken, der Rest Anhänger von traditionellen Religionen.

Geschichte

Welche Länder bildeten Mittelkongo?

1888 wurde das Gebiet, das der Forschungsreisende Pierre Savorgnan de Brazza 1880 für Frankreich gesichert hatte, mit Gabun vereinigt und 1891 zur Kolonie Französisch-Kongo (Mittelkongo) erklärt.

Nachdem der Zusammenschluss der Territorien aufgelöst wurde, erhielt das Land als Kongo-Brazzaville 1960 die Unabhängigkeit. 1969 wurde es zur Volksrepublik erklärt. Eine neue präsidialdemokratische Verfassung trat 1992 in Kraft. Aufgrund wirtschaftlicher Probleme und innenpolitischer Spannungen wurde Präsident Pascal Lissouba 1997 nach blutigen Auseinandersetzungen gestürzt.

Gabun

Gabun
Amtlicher Name:
Gabunische Republik
Fläche:
267 667 km²
Einwohner:
1,4 Mio.
Hauptstadt:
Libreville
Amtsprache(n):
Französisch
Währung:
CFA-Franc

Landesnatur

Wie heiß ist es im Land?

In Gabun herrscht ein ausgesprochenes Tropenklima mit gleich bleibend hohen Temperaturen um 27 °C. Die Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls extrem hoch. Die Niederschlagsmengen (zwei Regenzeiten) bewegen sich zwischen 1600 und 3000 mm pro Jahr. Das Land ist überwiegend von Regenwald bedeckt.

Geschichte

Wer entdeckte Gabun?

1472 wurde das Land von den Portugiesen entdeckt. Vom 14. bis zum 18. Jh. beherrschten Sklavenhändler die Küste. Seit 1839 wurde das Land von Franzosen besetzt. Die Gründung von Libreville als französische Siedlungskolonie für befreite Sklaven erfolgte 1848. Gabun wurde 1854 französische Kolonie und ist seit 1960 unabhängig.

Wofür ist Lambaréné bekannt?

Die Regionshauptstadt ist in Europa v. a. durch das Krankenhaus berühmt, in dem Albert Schweitzer (1875–1965) seit 1913 tätig war. Der evangelische Theologe, Mediziner und Philosoph arbeitete als Missionsarzt im damaligen Französisch-Äquatorialafrika.

Angola

Angola
Amtlicher Name:
Republik Angola
Fläche:
1 246 700 km²
Einwohner:
14,1 Mio.
Hauptstadt:
Luanda
Amtsprache(n):
Portugiesisch
Währung:
1 Kwanza = 100 Céntimos

Landesnatur

Was ist Cabinda?

Cabinda ist eine Exklave Angolas, die nördlich der Kongomündung liegt. Das übrige Land besteht vorwiegend aus Hochland, das an den Rändern zum schmalen Küstentiefland und zu den umgebenden Becken abfällt.

Das meist ebene Hochland (Planalto) wird vereinzelt von bis zu 2300 m hohen Inselbergen überragt und von Südwest nach Nordost von der Lundaschwelle durchzogen. Dieser Gebirgszug bildet die Wasserscheide zwischen dem wasserreichen Stromsystem des Cuanza und Kongo im Norden sowie dem Kunene, Cubango und Sambesi im Süden. Dort, wo die Lunda- auf die Randschwelle trifft, liegt mit 2610 m die höchste Erhebung des Landes.

Wann ist Regenzeit?

Angola liegt im Bereich der wechselfeuchten Tropen, die Regenzeit dauert von Oktober bis April. Infolge der Höhenlage und unter dem Einfluss des kühlen Benguelastromes ergeben sich erhebliche klimatische Unterschiede. Das Binnenland hat ein mildes tropisches Klima mit Durchschnittstemperaturen von 20 °C, der Küstenbereich ist heiß und trocken. Im äußersten Süden reicht die Namib-Wüste nach Angola hinein.

Geschichte

Wer war die Kolonialmacht?

Das Gebiet des heutigen Angola war Teil des Königreichs Kongo, als der Seefahrer Diego Cao 1482 die Küste des Landes entdeckte und für die portugiesische Krone in Besitz nahm. Luanda diente seit 1575 als Stützpunkt für den Vorstoß ins Landesinnere, dem die Einheimischen starken Widerstand entgegensetzten. In der Folgezeit entwickelte sich die Region zum größten Ausfuhrgebiet des portugiesischen Sklavenhandels.

Wann begann der Befreiungskampf?

Erst in den 1960er Jahren begann der Befreiungskampf gegen die Portugiesen. Der Sturz der Diktatur in Portugal brachte Angola 1975 die Unabhängigkeit.

In der Folge entbrannte ein Bürgerkrieg, bei dem sich die marxistische MPLA mit Hilfe kubanischer Truppen gegen die von Südafrika unterstützte UNITA durchsetzen konnte. 1988 einigten sich Angola, Kuba und Südafrika auf den Abzug der kubanischen Truppen aus Angola. 1991 kam es zu einem Friedensvertrag zwischen der UNITA und der MPLA. Nach dem Sieg der MPLA – geführt von dem seit 1979 amtierenden Staatspräsidenten José Eduardo dos Santos – bei den Wahlen 1992 nahm die UNITA den bewaffneten Kampf wieder auf. Alle Friedensbemühungen blieben zunächst ohne Erfolg. Erst nach dem Tod des UNITA-Führers Jonas Savimbi 2002 kam es unter Vermittlung der UNO zu einem Waffenstillstand und Verhandlungen über eine neue Verfassung.

Bevölkerung

Wie hoch ist die Kindersterblichkeit?

Mit 26 % gehört die Rate der Kindersterblichkeit zu den höchsten in der Welt. V. a. auf dem Land haben viele Menschen keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen und sind zudem auf ausländische Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Obwohl sich die Bevölkerungszahl in den letzten 25 Jahren verdoppelt hat, weist Angola nur eine geringe Bevölkerungsdichte auf. Traditionelle Siedlungsräume sind die klimatisch begünstigten Landschaften der Randschwelle und das sich anschließende Planalto.

Warum leben nur wenige Menschen im Norden?

In den feuchten Gebieten des nördlichen Angola ist die Tsetsefliege weit verbreitet. Sie überträgt die Schlafkrankheit und die Tierseuche Nagana. Selbst Viehhaltung ist wegen des Insekts in einigen Landesteilen unmöglich.

Wirtschaft

Was wird exportiert?

Mit einem Exportanteil von über 90 % ist Erdöl, das vor der Küste gefördert wird, die tragende Säule der Wirtschaft. Angola besitzt überdies reiche Vorkommen an Erdgas, Diamanten, Eisenerz, Kohle, Phosphat und Nickel. In der Landwirtschaft werden v. a. Kaffee und Zuckerrohr für den Export angebaut.

Wussten Sie, dass …

weniger als die Hälfte der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser hat? Die Lebenserwartung der Angolaner lag 2004 bei nur 37 Jahren.

Angola neben anderen zentralafrikanischen Staaten als Florenz der afrikanischen Kunst gilt? Die schönen Holzarbeiten der angolanischen Stämme sind von besonders hoher Qualität.

Namibia: Langer Kampf um Unabhängigkeit

Namibia
Amtlicher Name:
Republik Namibia
Fläche:
824 269 km²
Einwohner:
2 Mio.
Hauptstadt:
Windhuk
Amtsprache(n):
Englisch
Währung:
1 Namibia-Dollar = 100 Cent

Waren Deutsche die Kolonialherren?

Ja, unter dem Namen Deutsch-Südwest oder Südwestafrika wurde das heutige Namibia 1884 deutsche Kolonie. Aufstände der Herero und Nama wurden 1904–1907 blutig niedergeschlagen.

Im Ersten Weltkrieg eroberten südafrikanische Truppen das Land; es wurde 1919 der Südafrikanischen Union als Mandat des Völkerbunds überlassen. 1966 erklärte die UN-Vollversammlung das Mandat für erloschen und gab dem Land 1968 den Namen Namibia. Die Unabhängigkeitsbewegung SWAPO wurde als einzige legitime Vertreterin des Volkes anerkannt. 1988 vereinbarten Südafrika und die UNO eine gemeinsame Verwaltung Namibias bis zur völligen Souveränität des Landes. 1990 wurde die Republik Namibia unabhängig. Die SWAPO wurde Regierungspartei.

Bevölkerung

Wer sind die Herero?

Die Herero sind ein Bantuvolk, das u. a. in Namibia lebt. Sie verfügen über eine eigene Sprache und gehören heute zumeist dem Christentum an. In der Schlacht am Waterberg 1904 gegen die deutsche Kolonialmacht wurden sie vernichtend geschlagen und in die Wüste vertrieben, Zehntausende starben.

Neben den Herero leben die ebenfalls den Bantuvölkern angehörenden Ovambo und Okavango sowie die Bergdama, Nama und Buschleute in Namibia. Rd. 100 000 Weiße und Mischlingsgruppen leben im Land.

Landesnatur

Wo liegt die Etoschapfanne?

Die Etoschapfanne, eine trockene, abflusslose, salzverkrustete Landschaft, befindet sich im Norden Namibias. Sie zählt zu den größten Salzpfannen des Kontinents. Die geringen Niederschläge fallen unregelmäßig. Darüber hinaus gibt es drei Großlandschaften: die Küstenwüste Namib, das Südwestafrikanische Hochland und das Kalaharibecken.

Wirtschaft

Was ist die Walfischbucht?

Die Walfischbucht ist (neben Lüderitz) einer der beiden Naturhäfen des Landes. Die Fischerei (vor allem Langusten) ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Landes. Der Bergbau liefert den Hauptteil des Exports, vor allem Diamanten und Uran. Steigende Bedeutung hat der Fremdenverkehr.

Südafrika: Neuanfang nach der Apartheid

Südafrika
Amtlicher Name:
Republik Südafrika
Fläche:
1 219 090 km²
Einwohner:
45,2 Mio.
Hauptstadt:
Pretoria
Amtsprache(n):
Englisch, Afrikaans, Ndebele, Setswana, Swati, Tsonga, Venda, Xhosa, Zulu, Nordsotho, Südsotho
Währung:
1 Rand = 100 Cent

Landesnatur

Wie heißt die Spitze Südafrikas?

Kap der Guten Hoffnung. Es wurde erstmals vom portugiesischen Seefahrer Bartolomëo Diaz 1487 umfahren. Zu dieser Zeit hieß es noch Kap der Stürme.

Südafrika ist ein ausgesprochen vielfältiges Land. Der größte Teil des Landes ist eine 900 bis über 1200 m hohe muldenförmige Hochebene. Das Klima ist subtropisch.

Wo liegt die Kalahari?

Die meist aus rotem Sand bestehende Wüste erstreckt sich vom Norden Südafrikas bis weit nach Angola. Die baumreichen Feuchtsavannen Südafrikas im östlichen Teil gehen nach Westen und Nordwesten zur Kalahari hin in Trocken- und in Dornsavannen über.

Bevölkerung

Was ist Afrikaans?

Damit wird die koloniale Tochtersprache des Niederländischen in Südafrika bezeichnet. Von 1925–1994 war sie mit dem Englischen Amtssprache Südafrikas, heute steht Afrikaans in Konkurrenz zu verschiedenen offiziellen lokalen Sprachen.

Die Bevölkerung des ehemaligen Apartheid-Staats setzt sich zu 78 % aus Schwarzen (Bantu), 10 % Weißen (v. a. niederländischer und britischer Herkunft), 9 % Mischlingen (»Coloureds«) und 2,5 % Asiaten (meist Inder) zusammen.

Wirtschaft

Ist Südafrika reich?

Südafrika ist v. a. in den städtischen Regionen ein gut entwickeltes Land und gehört zu den an Bodenschätzen reichsten Ländern der Erde. Es liefert knapp 16 % der Weltförderung an Gold sowie große Mengen an Uran, Diamanten, Platin, Eisen, Vanadium, Mangan, Chrom, Kupfer, Asbest und Steinkohle.

Geschichte

Wer sind die Buren?

So werden die Nachfahren der seit 1652 von der Niederländisch-Ostindischen Kompanie im Kapland angesiedelten Holländer und Rheinländer genannt. Seit 1806 unter englischer Herrschaft, zogen 1835 etwa 10 000 Buren nach Norden (»Großer Treck«) und gründeten die Burenrepubliken Natal, Oranje-Freistaat und Transvaal.

Was war die Apartheid?

Mit Apartheid wird die von 1948 bis 1994 praktizierte Politik der »Rassentrennung« bezeichnet. Durch politische, soziale, wirtschaftliche und räumliche Trennung zwischen weißer und nicht-weißer Bevölkerung sollte eine sog. getrennte Entwicklung in allen Bereichen herbeigeführt werden, um die Vorherrschaft der weißen Bevölkerungsminderheit zu sichern. Historische Grundlage der Apartheid bildete der Widerstand der calvinistischen burischen Siedler gegen die als zu liberal empfundene Politik der Briten in der Kapprovinz. Goldfunde in Transvaal 1886 verschärften diese Tendenzen, da für den Abbau unter Tage billige schwarze Arbeitskräfte benötigt wurden.

Gegen die Diskriminierung organisierte sich der African National Congress/ANC (1912 als South African Native Congress gegründet), der 1960 verboten wurde. Nelson Mandela (* 1918) war der führende schwarze Oppositionspolitiker. 1964 ließ ihn das Regime zu lebenslanger Haft verurteilen. Erst Präsident Frederik de Klerk (seit 1989) leitete die Abkehr vom Apartheidsystem ein und veranlasste 1990 die Freilassung Mandelas.

Welche Südafrikaner bekamen den Literaturnobelpreis?

Nadine Gordimer (* 1923) erhielt die Auszeichnung 1991 und John M. Coetzee (* 1940) bekam den Literaturnobelpreis im Jahr 2003. Gordimer, die wohl bekannteste südafrikanische Schriftstellerin, beschreibt in ihren Werken (u. a. »Fremdling unter Fremden«) die Lebenswirklichkeit der schwarzen und weißen Afrikaner und prangert Apartheid und Rassismus an. Coetzee schreibt politische und psychologische Romane (u. a. »Warten auf die Barbaren«), in denen er in Form von Fabeln und Allegorien die Vergangenheit und Gegenwart Südafrikas analysiert.

Lesotho

Lesotho
Amtlicher Name:
Königreich Lesotho
Fläche:
30 355 km²
Einwohner:
1,8 Mio.
Hauptstadt:
Maseru
Amtsprache(n):
Sesotho, Englisch
Währung:
1 Loti = 100 Lisente

Landesnatur

Wo liegt das Königreich?

Das Land liegt mitten in Südafrika, das Lesotho vollständig umschließt. Drei Viertel des Staatsgebietes sind Hochland über 2000 m (»Dach Südafrikas«), selbst das Vorland ist noch 1000 m hoch. Als östliche Begrenzung legen sich die Drakensberge wie ein nach Südwesten offenes Hufeisen um die Hochflächen.

Wirtschaft

Was bedroht die Landwirtschaft?

Überweidung und Beackerung auch stärker geneigter Hänge führen zu Bodenzerstörung. Inzwischen werden Schutzmaßnahmen ergriffen – Terrassen, Dämme und Grasstreifen werden zur Sicherung des Bodens angelegt. Die Viehhaltung ist auf die weit entfernten Sommerweiden im Gebirge angewiesen. 35 % der männlichen Bevölkerung sind als Wanderarbeiter in Südafrika beschäftigt.

Geschichte

Wie entstand Lesotho?

Aus Flüchtlingen, die vor der Verfolgung durch den Zulu-König Tschaka um 1820 im südafrikanischen Bergland Zuflucht suchten, wurde das Volk der Basuto. Bis 1870 wurde das Land vom ersten König Moshoeshoe I. regiert, der 1868 um britischen Schutz vor den Buren-Republiken bat – das britische Protektorat Basutoland war entstanden. Als Lesotho erlangte es 1960 die Unabhängigkeit.

Swasiland

Swasiland
Amtlicher Name:
Königreich Swasiland
Fläche:
17 364 km²
Einwohner:
1,1 Mio.
Hauptstadt:
Mbabane
Amtsprache(n):
Si-Swati
Währung:
1 Lilangeni = 100 Cent

Wirtschaft

Was lockt Touristen?

Wildreservate und die Hauptstadt Mbabane (mit Spielkasino) sind die Hauptanziehungspunkte für die knapp 2 Mio. Auslandsgäste im Jahr. Die Landwirtschaft ist von großer Bedeutung, gefolgt von der Viehhaltung.

Geschichte

Wann wurde Swasiland unabhängig?

Das Land erhielt 1968 als letztes britisches Gebiet auf dem afrikanischen Kontinent (mit Ausnahme Rhodesiens) die Unabhängigkeit. Staatsoberhaupt von 1921 bis zu seinem Tod 1982 war König Sobhuza II. Er hob 1973 die Verfassung auf, verbot alle politischen Parteien und errichtete ein autokratisches System. 1986 wurde Prinz Makhosetive zum König Mswati III. gekrönt. Auch wiederholte Streiks und Massenproteste konnten das quasi absolutistische Regime nicht zu weiteren Reformen bewegen. Im Juli 2005 weigerte sich der König, die vom Parlament verabschiedete Verfassung zu unterzeichnen.

Botswana: Einzigartige Natur am Okavango

Botswana
Amtlicher Name:
Republik Botswana
Fläche:
582 000 km²
Einwohner:
1,8 Mio.
Hauptstadt:
Gaborone
Amtsprache(n):
Englisch
Währung:
1 Pula = 100 Thebe

Wirtschaft

Worin besteht der Reichtum des Landes?

Botswana stieg mit südafrikanischer Beteiligung zu einem der größten Diamantenexporteure der Erde auf. Der Staat und der südafrikanische Konzern De Beers sind jeweils zur Hälfte an der Produktion beteiligt. Andere bedeutende Ausfuhrgüter sind Kupfer, Nickel und Fleischprodukte.

Die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt lockt jedes Jahr zahlreiche Touristen an. Der Fremdenverkehr hat sich zu einer wichtigen Stütze der Wirtschaft entwickelt.

Landesnatur

Wo findet sich ein Paradies für Tiere?

Im gewaltigen Binnendelta im Norden des Landes, das vom Fluss Okavango gebildet wird. Zur Regenzeit überflutet der Fluss große Teile des Deltas. Dann wird aus dem Okavango eine gewaltige Seenlandschaft mit idealen Bedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Bevölkerung

Wo leben die San?

Das Volk der San, die so genannten Buschleute, wurde nach und nach in die unwirtlichsten Teile der Kalahari zurückgedrängt. Die größte Bevölkerungsgruppe sind die Tswana, die sich in acht Stämme mit jeweils streng voneinander abgegrenzten Stammesgebieten gliedern.

Geschichte

Was ist Betschuanaland?

Das heutige Gebiet Botswanas, das zu den Regionen Afrikas mit der ältesten Siedlungsgeschichte gehört, wurde 1885 als Betschuanaland britisches Protektorat. Seit 1966 ist es als Botswana unabhängige Republik.

Simbabwe: Hochland im südlichen Afrika

Simbabwe
Amtlicher Name:
Republik Simbabwe
Fläche:
390 757 km²
Einwohner:
12,9 Mio.
Hauptstadt:
Harare
Amtsprache(n):
Englisch
Währung:
1 Simbabwe-Dollar = 100 Cent

Landesnatur

Wie hoch sind die Victoriafälle?

107 m stürzt das Wasser des Sambesi hier in die Tiefe. Die Wasserfälle liegen bei Livingstone (vorübergehend Maramba) auf der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe. Seit 1989 gehören sie zum Weltnaturerbe.

Das Hochland Simbabwes (1100–1800 m) senkt sich nach Norden zum Sambesi, nach Süden zum Limpopo und nach Westen zur Kalahari. Im Osten erreicht es in den Inyangabergen mit 2596 m die größte Höhe. Das randtropische Klima hat im Hochland gemäßigte Temperaturen mit von Westen nach Osten zunehmenden Niederschlägen.

Wirtschaft

Warum wurden weiße Farmer enteignet?

Staatspräsident Robert Mugabe enteignete ab 2000 weiße Großfarmer, um damit persönliche und politische Vorteile durchsetzen zu können. Die Enteignungen und gewaltsamen Farmbesetzungen hatten einen drastischen Niedergang der Agrarproduktion zur Folge – zumal die Landwirtschaft einen herausragenden Stellenwert hat. 64 % der Erwerbstätigen sind in ihr beschäftigt.

Geschichte

Welchen Namen trug das Land früher?

Seit 1895 Rhodesien – nachdem das Gebiet 1889/90 von der Britisch-Südafrikanischen Gesellschaft in Besitz genommen wurde. Süd-Rhodesien wurde 1923 britische Kolonie. Es bildete 1953–63 zusammen mit Nord-Rhodesien (heute Sambia) und Njassaland (heute Malawi) die Föderation Rhodesien und Njassaland. Der Süden erklärte sich als Rhodesien 1965 einseitig für unabhängig und 1969 zur Republik. Es regierte eine weiße Minderheitsregierung, gegen die schwarze Guerillaorganisationen kämpften. 1978/79 gab es erstmals eine aus Vertretern der weißen Minderheit und der schwarzen Mehrheit gebildete Regierung, die aber keine Anerkennung fand. Danach erhielt Rhodesien kurzzeitig wieder den Status einer britischen Kolonie. Schließlich ging die Macht 1980 auf die Schwarzafrikaner über und das Land wurde als Simbabwe unabhängig.

Sambia: Land am Sambesi

Sambia
Amtlicher Name:
Republik Sambia
Fläche:
752 614 km²
Einwohner:
10,9 Mio.
Hauptstadt:
Lusaka
Amtsprache(n):
Englisch
Währung:
1 Kwacha = 100 Ngwee

Landesnatur

Was ist der Copperbelt?

Der Kupfergürtel (engl. Copperbelt) ist ein bedeutendes Bergbauzentrum in Sambia. Es liegt im Grenzgebiet zu Katanga (Demokratische Republik Kongo). Hier werden Kupfererze gewonnen und verhüttet.

Durch die reichen Erzvorkommen hat sich der Bergbau zum wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes entwickelt, auf den 90 % des Exports entfallen. Wichtigste Zweige der vielseitigen Industrie sind Nahrungsmittel-, Textil, chemische und Metallindustrie.

Mit seinen zahlreichen Natur- und Nationalparks besitzt Sambia gute Voraussetzungen für die Entwicklung des Fremdenverkehrs. Zu den Attraktionen zählen insbesondere Safaris.

Wo verläuft der Sambesi?

Der mit 2736 km längste Fluss im südlichen Afrika entspringt an der Lundaschwelle. Am Mittellauf befinden sich die Victoriafälle bei Livingstone. Bei Chinde mündet der Fluss in den Indischen Ozean. Die Wasserkraftwerke an den beiden großen Staudämmen des Mittellaufs versorgen Bergbau- und Industriegebiete von Sambia, Simbabwe, Mosambik und Südafrika mit Elektrizität.

Bevölkerung

Wie hoch ist die Analphabetenrate?

Sambia hat viel in das Bildungswesen investiert. Die Analphabetenrate konnte von 71 % (1960) auf 22 % (2000) gesenkt werden.

Wie viele Stämme gibt es?

Die Bevölkerung setzt sich aus 73 verschiedenen Stämmen (v. a. Bantus) zusammen. Daneben gibt es etwa 80 000 Europäer (v. a. Briten) und Asiaten sowie rd. 200 000 Flüchtlinge aus den Nachbarländern.

Geschichte

Wie hieß das Land zu Kolonialzeiten?

Nord-Rhodesien. Es wurde 1890 vom britischen Kolonialpolitiker Cecil Rhodes für die von ihm gegründete Britisch-Südafrikanische Gesellschaft erworben. 1899–1964 war es britisches Protektorat, 1953 wurde es Teil der Föderation von Rhodesien und Njassaland. 1964 wurde die Republik Sambia selbstständig. Nachdem es 1987 zum Bruch mit dem Internationalen Währungsfonds kam, verschärften sich die Wirtschaftsprobleme. 1964–1991 regierte Staatsgründer Kenneth David Kaunda.

Malawi: Agrarland im südlichen Afrika

Malawi
Amtlicher Name:
Republik Malawi
Fläche:
118 484 km²
Einwohner:
12,3 Mio.
Hauptstadt:
Lilongwe
Amtsprache(n):
Englisch, Chichewa
Währung:
1 Malawi-Kwacha = 100 Tambala

Wirtschaft

Wie arm ist Malawi?

Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Erde und ist auf Entwicklungshilfe angewiesen. Das jährliche Bruttosozialprodukt pro Kopf beträgt nur rd. 170 US-Dollar. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert bei rd. 25 000 US-Dollar.

Die Landwirtschaft ist für rd. 83 % der Erwerbstätigen die Lebensgrundlage. Auf kleinen Parzellen ernten die Bantufamilien für den Eigenbedarf Mais, Reis, Maniok und Hülsenfrüchte. Rd. 3 % der Nutzfläche befinden sich im Besitz von Europäern, die die neben Tabak wichtigsten Exportgüter produzieren: Tee und Zuckerrohr sowie Kaffee und Erdnüsse. Malawi ist arm an Bodenschätzen. Die Industrie verarbeitet vorwiegend Agrarprodukte.

Geschichte

Was war das Njassaland?

Seit 1907 der Name Malawis, das 1891 britisches Protektorat wurde. 1953 setzten weiße Siedler die Vereinigung mit Nord- und Süd-Rhodesien durch. 1964 wurde das Land unabhängig und 1966 Republik. Ein autoritäres Einparteiensystem unterdrückte die Opposition. Lediglich mit Südafrika nahm Malawi diplomatische Beziehungen auf.

Landesnatur

Wie groß ist das Land?

Malawi ist etwa ein Drittel so groß wie Deutschland. Durch die nordsüdlich gerichtete Längsachse des Landes zieht sich in ganzer Länge der Südteil des Ostafrikanischen Grabens, der im Norden vom Malawisee und im Süden von dessen Abfluss Shire eingenommen wird.

Plateauartige Hochländer zwischen 900 und 1400 m Höhe, im Süden überragt vom Mt. Mlanje (3000 m), liegen zu beiden Seiten des Grabens. Das Hochland ist kühler, die Ufer des Malawisees und das Shiretal sind sehr heiß. Die Dauer der Trockenzeit nimmt von Norden nach Süden zu.

Mosambik: Unruhiges Küstenland

Mosambik
Amtlicher Name:
Republik Mosambik
Fläche:
799 380 km²
Einwohner:
19,8 Mio.
Hauptstadt:
Maputo
Amtsprache(n):
Portugiesisch
Währung:
1 Metical = 100 Centavo

Wirtschaft

Welche Produkte sind für den Export wichtig?

Cashewnüsse, Baumwolle und Zuckerrohr werden ausgeführt. Der Export ist nach der Unabhängigkeit und dem Bürgerkrieg jedoch stark zurückgegangen.

Rd. 81 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, die überwiegend der Selbstversorgung dient. Die Viehzucht hat in dem Land, das zu den ärmsten Ländern der Welt zählt, wegen der Verbreitung der Tsetsefliege nur eine geringe Bedeutung. Wichtig für die Versorgung der Bevölkerung ist der Fischfang.

Landesnatur

An welchem Ozean liegt Mosambik?

Das Küstenland liegt am Indischen Ozean. Es wird überwiegend von einem 1000–2000 m hohen Tafelland mit aufgesetzten Inselbergen eingenommen. An der Küste und im Süden erstreckt sich z. T. versumpftes Flachland. Das tropische Klima wird von den sommerlichen Monsunregenfällen bestimmt.

Geschichte

Was sind FRELIMO und RENAMO?

Die beiden Gruppen sind Guerilla- oder Widerstandsbewegungen, die die Geschicke des afrikanischen Landes mitbestimmt haben.

Seit 1964 führte die FRELIMO einen Befreiungskrieg gegen das Mutterland Portugal, das seit 1752 Kolonialmacht war. 1975 wurde die Unabhängigkeit gewährt und die Volksrepublik Mosambik gegründet, die sich fortan eng an die kommunistischen Staaten anlehnte. Gegen das Regime kämpfte seit 1977 die von Südafrika unterstützte rechtsgerichtete Guerillabewegung RENAMO. Im Jahr 1992 wurde ein Friedensvertrag unterzeichnet. UNO-Truppen überwachten die Einhaltung dieses Abkommens.

Madagaskar: Insel im Indischen Ozean

Madagaskar
Amtlicher Name:
Republik Madagaskar
Fläche:
587 041 km²
Einwohner:
18,6 Mio.
Hauptstadt:
Antananarivo
Amtsprache(n):
Französisch, Madagassisch
Währung:
1 Ariary = 5 Iraimbilanja

Landesnatur

Wie groß ist die Insel?

Madagaskar ist nach Grönland, Neuguinea und Borneo die viertgrößte Insel der Erde. Sie liegt vor dem afrikanischen Festland im Indischen Ozean.

Über das zentrale, nach Osten allmählich ansteigende Hochland (800–1600 m) erheben sich Inselberge und vulkanische Gebirgsstöcke (Maromokotro 2886 m). Nach Osten fällt das Hochland steil zur Küste ab. An der Ostseite fallen das ganze Jahr über reichlich Niederschläge; alle anderen Gebiete erhalten nur im Sommer Regen.

Große Schäden richten die tropischen Wirbelstürme an. Im Osten und Nordwesten finden sich immergrüne Regenwälder, im wechselfeuchten Hochland Laub abwerfender Trockenwald, der nach Westen in Trocken- und im Südwesten schließlich in Dornsavanne übergeht.

Bevölkerung

Wer sind die Merina?

Merina ist die Bezeichnung für ein Volk malaiischer Abstammung, das im Innern von Madagaskar lebt. Über 3 Mio. Menschen gehören dieser Gruppe an. Oft leben sie als Reisbauern mit hoch entwickelter Bewässerungstechnik.

Geschichte

Woher kamen die ersten Siedler?

Die Insel wurde von Südasien aus besiedelt. Im 16. Jh. setzten sich Portugiesen und Franzosen an der Küste fest. Nach 1787 dehnte sich das Reich der einheimischen Merina vom Hochland durch Eroberungen über ganz Madagaskar aus. Der 1864–1895 amtierende Premier Rainilaiarivony versuchte vergeblich, den Staat nach japanischem Vorbild selbstständig zu modernisieren. 1885 setzte Frankreich sein Protektorat durch.

Wann wurde die Insel eine Kolonie?

Madagaskar wurde 1896 französische Kolonie. Zusammen mit den anderen französischen Kolonien in Afrika erhielt Madagaskar 1956 begrenzte Autonomie, 1960 die Unabhängigkeit.

1975 übernahm nach einem Putsch das Militär die Macht. Staatsoberhaupt war 1975–93 und seit 1996 Didier Ratsiraka. Die von ihm geführte Partei AREMA erhielt bei den Parlamentswahlen 1977, 1983 und 1989 die große Mehrheit der Stimmen.

Gegen die marxistisch geprägte Politik Ratsirakas kam es seit 1989 zu blutigen Protesten der Opposition. 1992 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum für eine neue Verfassung. Die Präsidentschaftswahlen 2001 gewann der Oppositionelle Marc Ravalomanana. Ratsiraka erkannte das Ergebnis zunächst nicht an und das Land geriet an den Rand eines Bürgerkriegs. Schließlich konnte sich Ravalomanana behaupten. Ratsiraka floh ins Exil nach Frankreich. Die Parlamentswahlen im Dezember 2002 gewann die den amtierenden Präsidenten unterstützende Partei.

Wirtschaft

Was ist das Hauptnahrungsmittel?

Reis ist das wichtigste Nahrungsmittel. Er wird in Bewässerungskulturen angebaut. Die Landwirtschaft, die auch mit fast 50 % am Export beteiligt ist, liefert darüber hinaus Zuckerrohr, Baumwolle, Kaffee, Vanille, Gewürznelken, Sisal, Tabak und Kakao. Im Westen werden Zeburinder und Schafe gehalten. An Bodenschätzen gibt es Chrom, Graphit, Glimmer, Bauxit, Kohle u. a. Bedeutend ist die Textilindustrie.

Das Straßennetz ist nur zum Teil ganzjährig befahrbar. Bedeutend ist die Küstenschifffahrt. Dem Inlandsflugverkehr kommt eine große Bedeutung zu. Eine wachsende Bedeutung hat der Tourismus.

Mauritius

Mauritius
Amtlicher Name:
Republik Mauritius
Fläche:
2040 km²
Einwohner:
1,2 Mio.
Hauptstadt:
Port Louis
Amtsprache(n):
Englisch
Währung:
1 Mauritius-Rupie = 100 Cent

Landesnatur

Wo liegt Mauritius?

Der Staat im Indischen Ozean liegt etwa 900 km östlich von Madagaskar. Er besteht aus der Hauptinsel Mauritius, der kleineren Insel Rodrigues sowie kleineren Eilanden.

Wirtschaft

Weswegen kommen die Touristen?

Viele Touristen schätzen die Insel wegen ihrer herrlichen Korallenriffe als Tauchparadies. Neben dem Fremdenverkehr hat sich das Land durch die Ansiedlung ausländischer Banken zu einem Finanzzentrum entwickelt.

Geschichte

Seit wann ist das Land unabhängig?

1968 wurde Mauritius als parlamentarische Monarchie im Commonwealth unabhängig. Das Land hat eine wechselvolle Kolonialgeschichte hinter sich: 1510 wurde die Insel von Portugiesen entdeckt; 1598–1710 war sie niederländisch, seit 1715 als Île de France französisch und seit 1810 britisch. 1992 wurde schließlich die parlamentarische Republik proklamiert.

Seychellen

Seychellen
Amtlicher Name:
Republik Seychellen
Fläche:
455 km²
Einwohner:
82 000
Hauptstadt:
Victoria
Amtsprache(n):
Kreolisch, Englisch, Französisch
Währung:
1 Seychellen-Rupie = 100 Cent

Wer besucht die Inseln?

80 % der Touristen kommen aus Europa. An erster Stelle liegen dabei Franzosen, an zweiter Stelle Deutsche. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftssektor (19 % des BSP).

Übrigens: Die Seychellen setzen verstärkt auf einen ökologischen Tourismus. Über die Hälfte der Landesfläche ist Naturschutzgebiet – dies ist weltweit der höchste Prozentsatz.

Landesnatur

Was droht den Inseln?

Sollte der Meeresspiegel aufgrund globaler Klimaveränderungen ansteigen, könnten einige der Inseln, die oft nur wenige Meter hoch sind, vollständig im Meer verschwinden. Die 115 Inseln gliedern sich in die eigentlichen Seychellen und in Koralleninseln.

Geschichte

Wann kamen Entdecker?

Die Seychellen wurden von Portugiesen im 16. Jh. entdeckt; 1743 kamen sie in französischen Besitz. Seit 1814 waren sie britisch; seit 1903 mit anderen Inseln Kronkolonie; ab 1976 unabhängige Republik.

Komoren

Komoren
Amtlicher Name:
Union der Komoren
Fläche:
1861 km²
Einwohner:
798 000
Hauptstadt:
Moroni
Amtsprache(n):
Komorisch, Französisch
Währung:
1 Komoren-Franc = 100 Centime

Geschichte

Wer war Kolonialmacht?

Frankreich besetzte die Komoren im 19. Jh. Zuvor waren die Komoren ein Schlupfwinkel für Seeräuber. 1886 wurden sie französisches Protektorat, 1909 Kolonie, 1946 erhielt die Kolonie den Status eines Überseeterritoriums. Im Jahr 1961 wurde Autonomie gewährt. Ende der 1960er Jahre entstand im Exil die komorische Unabhängigkeitsbewegung Molinaca.

1975 wurden die Komoren unabhängig. 2001 trat eine neue föderalistische Verfassung in Kraft, die die Union der Komoren konstituierte. Im Mai 2006 fanden Präsidentschaftswahlen statt, die der Islamist Ahmed Abdallah Mohamed Sambi gewann. Er löste damit den seit 1999 amtierenden Präsidenten Azali Assoumani ab.

Wirtschaft

Was wird exportiert?

Die Wirtschaft wird bestimmt durch die größenteils von europäischen Gesellschaften und komorischen Großgrundbesitzern betriebenen Plantagen. Sie liefern für den Export u. a. ätherische Öle, Vanille und Pfeffer. Gegenwärtig sind noch rd. 75 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Die Viehzucht hat geringe, der Fischfang größere Bedeutung.

Tansania: Berühmt für seine Tierwelt

Tansania
Amtlicher Name:
Vereinigte Republik Tansania
Fläche:
945 087 km²
Einwohner:
37,7 Mio.
Hauptstadt:
Dodoma
Amtsprache(n):
Kisuaheli, Englisch
Währung:
1 Tansania-Schilling = 100 Cent

Landesnatur

Was macht Serengeti und Ngorongoro einzigartig?

Beide Gegenden im Norden Tansanias sind für ihren außergewöhnlichen Wildbestand berühmt. Der 14 763 km² große Serengeti-Nationalpark ist Weltnaturerbe seit 1981. Ngorongoro ist ein Vulkankrater von 22 km Durchmesser. Er ist Weltnaturerbe seit 1979 und Wohngebiet der Massai.

Wo liegt Sansibar?

Die Koralleninsel liegt vor der ostafrikanischen Küste im Indischen Ozean und gehört seit 1964 mit Pemba zu Tansania. Das tropisch-feuchtheiße Klima begünstigt den Plantagenbau u. a. von Gewürznelken (Hauptlieferant des Weltmarkts), Pfeffer und Reis.

Wie hoch ist der Kilimandscharo?

Der höchste Berg Afrikas ist 5895 m hoch. Der Vulkan liegt im Nordosten Tansanias nahe der Grenze zu Kenia.

Bevölkerung

Was ist Kisuaheli?

Kisuaheli ist Verkehrssprache in Tansania, seit 1967 auch offizielle Landessprache. Daneben ist auch Englisch Amtssprache.

Die Bevölkerung besteht aus über 100 Bantustämmen, ferner aus ostnilotischen Hirtenvölkern (Massai, Tutsi) im Norden und Nordwesten. An der Küste lebt die arabisch-afrikanische Mischbevölkerung der Suaheli.

Geschichte

Wer war Kolonialmacht?

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs war Tansania Teil Deutsch-Ostafrikas. 1919 wurde das Tanganjika-Territorium Völkerbundsmandat unter britischer Verwaltung, 1961 wurde das Land unabhängig. 1964 wurde durch Vereinigung von Tanganjika mit Sansibar die Vereinigte Republik Tansania geschaffen.

Burundi: Zerrissenes Land

Burundi
Amtlicher Name:
Republik Burundi
Fläche:
27 834 km²
Einwohner:
7,5 Mio.
Hauptstadt:
Bujumbura
Amtsprache(n):
Kirundi, Französisch
Währung:
1 Burundi-Franc = 100 Centime

Landesnatur

Wie groß ist Burundi?

Das Hochland zählt mit 27 834 km² zu den kleinsten Staaten Afrikas. Es ist etwas kleiner als das deutsche Bundesland Brandenburg, hat aber mehr als doppelt so viele Einwohner.

Bevölkerung

Was trennt Hutu und Tutsi?

Die Hutu stellen die Bevölkerungsmehrheit, die Tutsi die herrschende Schicht. Rd. 80 % der Bevölkerung gehören zum Bantuvolk der Hutu, die Ackerbau treiben, 19 % zum Hirtenvolk der Tutsi. Über 65 % der Bevölkerung sind Christen.

Geschichte

Seit wann gibt es ethnische Konflikte?

Bereits seit 1993. Burundi, das 1962 unabhängig wurde, wird stark durch den blutigen Dauerkonflikt zwischen den verfeindeten Bevölkerungsgruppen der Hutu und Tutsi belastet. Bisher sind dabei mehr als 300 000 Menschen ums Leben gekommen.

Eine im Jahr 2000 in Arusha unter Vermittlung des südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela getroffene Friedensvereinbarung sollte die Verhältnisse entspannen. Der Friedensprozess blieb jedoch zerbrechlich.

Wirtschaft

Wie ist die wirtschaftliche Lage?

Der Bürgerkrieg mit seinen Begleiterscheinungen, v. a. das Flüchtlingsproblem und das Wirtschaftsembargo der Nachbarstaaten, haben zu einem anhaltenden Niedergang der Wirtschaft geführt. Zur Versorgung der Bevölkerung ist Burundi auf Finanzhilfe und Nahrungsmittellieferungen angewiesen. Die Landwirtschaft dient v. a. der Selbstversorgung.

Rwanda: Kleinstaat in Ostafrika

Rwanda
Amtlicher Name:
Republik Rwanda
Fläche:
26 338 km²
Einwohner:
8,5 Mio.
Hauptstadt:
Kigali
Amtsprache(n):
Französisch, Englisch, Kinyarwanda
Währung:
1 Rwanda-Franc = 100 Centime

Geschichte

Welcher Konflikt beherrscht das Land?

Die ethnischen Spannungen zwischen der Bevölkerungsminderheit der Tutsi und der Bevölkerungsmehrheit der Hutu führten zu ständigen Konflikten.

Diese eskalierten 1994 nach dem Tode von Staatspräsident Juvénal Habyarimana (seit 1973 im Amt). Rd. 1 Mio. Menschen wurden Opfer blutiger Massaker. Während die Innenpolitik von der Aufarbeitung des Völkermords bestimmt wurde, beherrschten die blutigen Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo die Außenpolitik.

Wer war Kolonialmacht?

Zusammen mit Burundi gehörte Rwanda 1899–1919 zur Kolonie Deutsch-Ostafrika, war dann Mandatsgebiet des Völkerbunds und als Ruanda-Urundi seit 1946 UN-Mandat unter belgischer Verwaltung. 1962 wurde die Staatenunion getrennt, Rwanda wurde unabhängige Republik.

Wirtschaft

Was wird exportiert?

Die wenigen Großfarmen liefern Kaffee, der 37 % des Exports ausmacht, und Tee (39 %), ferner Baumwolle, Sisal, Chinarinde, Tabak u. a. für den Export.

Der Bergbau liefert vor allem Zinnerz und Wolfram. Der Kivusee enthält große Vorräte an Methan. Das Land ist kaum industrialisiert, deshalb wandern zahlreiche Rwander als Saisonarbeiter ins angrenzende Ausland ab. Das verhältnismäßig dichte Straßennetz ist größtenteils nur zu den Trockenzeiten befahrbar. Eine Eisenbahn gibt es nicht.

Uganda: Unruhiges Binnenland

Uganda
Amtlicher Name:
Republik Uganda
Fläche:
242 554 km²
Einwohner:
26,7 Mio.
Hauptstadt:
Kampala
Amtsprache(n):
Englisch, Kisuaheli
Währung:
Uganda-Schilling

Geschichte

Wie lange herrschte Idi Amin in Uganda?

General Idi Amin (1925–2003) stürzte 1971 Präsident Milton Obote und errichtete eine Terrorherrschaft, die bis 1979 währte. Nach Schätzungen fielen der Willkürherrschaft rd. 250 000 Menschen zum Opfer. Darüber hinaus wies Amin rd. 50 000 in Uganda lebende Asiaten aus und führte den wirtschaftlichen Niedergang des Landes herbei. Mit tansanischer Hilfe wurde der Diktator gestürzt. Tansanische Truppen besetzten Uganda.

Wie entstand Uganda?

Ende des 19. Jh. hatte Großbritannien sein Protektorat über die Königreiche Buganda, Bunyoro, Ankole, Toro errichtet und sie zur neuen Gebietseinheit Uganda verbunden. 1962 erhielt Uganda die Unabhängigkeit. Im Jahr darauf wurde das Land eine Republik mit föderativer Verfassung. 1966 wurde Milton Obote (1924–2005) Staatsoberhaupt, der einen sozialistischen Kurs verfocht.

Welche Rolle spielte das Militär?

Obote wurde 1980 erneut Staatspräsident, konnte jedoch die zerrütteten Verhältnisse im Land nicht ordnen. Vor allem gelang es ihm nicht, das Militär zu disziplinieren, das weiter raubte und mordete. Sein Regime wurde in der Folge von Untergrundorganisationen im Landesinnern und in der Hauptstadt Kampala bekämpft. Nach Stammesauseinandersetzungen innerhalb des Heeres wurde Obote 1985 durch das Militär gestürzt.

Wer ist Museveni?

1986 wurde Yoweri Museveni (* 1944) neuer Staatspräsident. Er gestattete 1993 die Wiedereinrichtung der 1967 aufgelösten Königreiche. Bei den Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung im März 1994 gewannen die Anhänger des Präsidenten eine Zweidrittelmehrheit. Die 1995 in Kraft getretene Verfassung untermauerte die starke Stellung des Präsidenten. Aktivitäten politischer Parteien blieben verboten.

Museveni, dessen reformorientierte Wirtschaftspolitik international Beifall fand, gewann die Präsidentschaftswahlen 1996. Bei den freien Parlamentswahlen im Juni 1996 errangen die Anhänger des Präsidenten eine überwältigende Mehrheit. Blutige Konflikte mit verschiedenen Rebellenbewegungen destabilisierten immer wieder die innenpolitische Lage.

Bei den Präsidentschaftswahlen 2001 und 2006 erteilte die Bevölkerung Museveni das Mandat für eine weitere Amtszeit. 2005 sprach sich eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung in einem Referendum für die Rückkehr zu einem Mehrparteiensystem aus.

Landesnatur

Wie groß ist Uganda?

Das Binnenland hat mit 242 554 km² etwa die Größe von Großbritannien. Es nimmt den Norden des Hochbeckens zwischen dem Ost- und dem Zentralafrikanischen Graben ein. Im Osten erhebt sich der Vulkan Mt. Elgon (4321 m), im Westen das Hochgebirge des Ruwenzori (5110 m). Aus dem Victoriasee im Süden durchfließt der Victoria-Nil das Land. Das tropische Höhenklima ist gemäßigt warm. Regenwälder gibt es nur noch in Restbeständen.

Bevölkerung

Wie viele Menschen leben in den Städten?

Nur 14 % der Bevölkerung leben in Städten. Am dichtesten besiedelt sind das Nordufer des Victoriasees, das Gebiet westlich des Mount Elgon und der äußerste Südwesten.

Was sind Buganda und Banjoro?

Es sind die wichtigsten Verkehrssprachen – neben den Staatssprachen Englisch und Kisuaheli. In Uganda gibt es keine allgemeine Schulpflicht. Im Jahr 2000 betrug die Analphabetenquote 32 %.

Wirtschaft

Was wird angebaut?

Für den Eigenbedarf werden Mehlbananen, Mais, Hirse, Bohnen, Bataten, Maniok, Erdnüsse, Weizen und Sesam angebaut. In den Export geht vor allem Kaffee, der 63 % der Gesamtausfuhr stellt. Daneben werden auch Baumwolle, Tee und Tabak ausgeführt, ferner etwas Zuckerrohr und Sisal. Sehr ertragreich ist die Binnenfischerei. Wichtigste Fanggebiete sind der Kyoga- und der Victoriasee.

Von den Bodenschätzen (Gold, Kupfer, Wolfram, Kobalt, Zinn, Chrom, Beryllium, Eisen, Phosphat) werden nur Gold, Kupfer- und Chromerze in geringen Mengen gefördert.

Was geschah in Entebbe?

Der Flughafen in Entebbe geriet 1976 in das Licht der Weltöffentlichkeit. Ein israelisches Kommando befreite Passagiere und Besatzung eines von deutsch-irakischen Terroristen entführten Flugzeugs. 31 Menschen kamen dabei ums Leben. Die Entführer hatten das französische Verkehrsflugzeug mit 248 Passagieren an Bord, darunter 70 israelische Staatsbürger, in ihre Gewalt gebracht und nach Entebbe gezwungen. Sie bezeichneten sich als »Kommando der Volksfront zur Befreiung Palästinas« und verlangten die Freilassung von 53 »Freiheitskämpfern«.

Kenia: Touristenziel in Ostafrika

Kenia
Amtlicher Name:
Republik Kenia
Fläche:
582 000 km²
Einwohner:
32,4 Mio.
Hauptstadt:
Nairobi
Amtsprache(n):
Kisuaheli
Währung:
1 Kenia-Schilling = 100 Cent

Welche touristischen Attraktionen bietet Kenia?

Das Angebot umfasst nicht nur den Badetourismus an der Küste des Indischen Ozeans, sondern auch Safarireisen in die zahlreichen Nationalparks. Zu den bekanntesten zählen der Amboseli, der Masai Mara und der Mount Kenya Nationalpark. Die meisten Gäste kommen aus Deutschland. Der Fremdenverkehr ist der wichtigste Devisenbringer des Landes. Die Einnahmen aus dem Tourismus lagen 2003 bei 535 Mio. US-Dollar. Zudem hat er für andere Wirtschaftszweige starke Impulse gebracht. So hat das Handwerk neuen Aufschwung bekommen: Holzschnitzereien, Sisalflechtereien und handgeschmiedete Massai-Waffen werden als Andenken angeboten und exportiert.

Landesnatur

Liegt Kenia am Äquator?

Ein Teil des Landes liegt südlich, der andere Teil nördlich des Äquators. Diese Lage bedingt zwei Regenzeiten: Das kühle Hochland empfängt mit Ausnahme der trockeneren Grabenzone reichlich Niederschläge und ist mit seinen fruchtbaren vulkanischen Verwitterungsböden das Hauptsiedlungsgebiet. Im trockenen Grabengebiet und auf den östlichen Ebenen gedeiht nur Dornsavanne, der Norden wird von Halbwüste eingenommen.

Dem Tiefland im Osten steht das Hochland im Westen gegenüber, das durch den nordsüdlich verlaufenden Ostafrikanischen Graben (Rift Valley) mit dem Turkanasee im Norden und dem Aberdaregebirge als östliche Begrenzung sowie durch zahlreiche erloschene Vulkane (Mt. Kenya 5200 m, Mt. Elgon 4321 m) stärker gegliedert ist. Im Westen grenzt das Land an den Victoriasee.

Bevölkerung

Wo leben die Massai?

Das Volk der Massai lebt im südlichen Kenia und im nordöstlichen Tansania. Etwa 540 000 Menschen gehören dazu. Massai leben als nomadische Viehhirten (Ziegen, Rinder) und waren bis zum Ende des 19. Jh. ein großes Hirtenkriegervolk mit bemalten Lederschilden, reicher Verzierung an Speeren und Schwertern (Massai-Schwert).

Massai leben in mit Rinderhäuten gedeckten Kuppelhütten. Ihr Sozialleben ist gekennzeichnet durch Altersklassen, Initiation und Mehrehe.

Wer stellt die Mehrheit?

Die Bevölkerung besteht zu über 60 % aus Bantuvölkern (Kikuyu, Luhya, Kamba u. a.) sowie aus Niloten (Luo, Massai, Oromo, Somali). Daneben leben Araber, Inder und Europäer im Land.

Die Bevölkerung bekennt sich zu über 30 % zum Christentum. Weiterhin gibt es Anhänger von traditionellen Religionen, Muslime und Hindus. Die höchsten Bevölkerungsdichten findet man im gut beregneten Hochland und in der südlichen Küstenregion.

Wie ist das Bildungssystem aufgebaut?

Das britisch beeinflusste Schulsystem gliedert sich in eine kostenfreie achtjährige Grundschule, die sehr an überfüllten Klassen und Lehrermangel leidet, und eine kostenpflichtige weiterführende vierjährige Sekundarstufe. Die Hochschulbildung umfasst ein vierjähriges Studium.

Wirtschaft

Welche Rolle spielt die Industrie Kenias?

Im Vergleich zu den umliegenden Ländern ist die kenianische Industrie gut entwickelt. Sie verarbeitet Agrarprodukte und erzeugt Verbrauchsgüter (Möbel, Textilien, Schuhe und Papier). Größere Bedeutung haben auch Fahrzeugmontage, chemische und Metallindustrie.

Geschichte

Seit wann gibt es Kenia?

Vor der Kolonisation bildete das Land keine politische Einheit. 1895 kam das Land unter britische Kolonialverwaltung. Seit 1902 wurde das fruchtbare Hochland an weiße Siedler verteilt. Diese europäische Minderheit förderte und lenkte die wirtschaftliche Erschließung. 1919 erreichte sie auch Mitsprache in der Verwaltung. Die afrikanische Nationalbewegung entzündete sich, besonders unter den Kikuyu, an der Landnot.

1963 erhielt Kenia die Unabhängigkeit, im Jahr darauf wurde es präsidiale Republik. Als Regierungspartei setzte sich die Kenya African National Union (KANU) unter Jomo Kenyatta (1891–1978) durch, der von 1964 bis zu seinem Tod autokratisch als Staatspräsident regierte.

1978 wurde Daniel Arap Moi (* 1924) Präsident. Seit Ende der 1980er Jahre wuchs der Druck auf Moi, Kenia zu demokratisieren. Nach einer Verfassungsreform fanden 1992 freie Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt, bei denen sich Moi durchsetzen konnte. 2002 kam es zu einem Machtwechsel, Mwai Kibaki (* 1931) wurde neuer Staatspräsident.

Was war Mau-Mau?

Die Bezeichnung der britischen Kolonialbehörden für eine Aufstandsbewegung der Kikuyu in Kenia, die 1952 zum Ausbruch kam. Ziel der Bewegung war die Rückgewinnung des an weiße Siedler verteilten Landes und die politische Unabhängigkeit. Durch harte Polizeimaßnahmen und militärische Aktionen gegen Guerilla-Gruppen wurde der Aufstand bis 1954 unterdrückt, der Ausnahmezustand erst 1960 aufgehoben.

Somalia: Kampf um die Macht am Horn von Afrika

Somalia
Amtlicher Name:
Republik Somalia
Fläche:
637 657 km²
Einwohner:
10,3 Mio.
Hauptstadt:
Mogadischu
Amtsprache(n):
Somali
Währung:
1 Somalia-Schilling = 100 Centesimi

Geschichte

Was sind Warlords?

Die Militärführer rivalisierender Banden und Clans werden Warlords genannt. In Somalia spielen v. a. die Clans und bewaffnete Milizen seit Jahren eine mächtige Rolle.

Mitte 2006 eroberten islamische Kämpfer nach eigenen Angaben die Hauptstadt Mogadischu. Damit verloren die Warlords erstmals seit dem Sturz des ehemaligen Diktators Siad Barre 1991 die Kontrolle über die Hauptstadt. Die Übergangsregierung war nicht in der Lage, die Ordnung im Land zu gewährleisten. Sie verlegte ihren Sitz aus Sicherheitsgründen außerhalb von Mogadischu.

Seit wann herrscht Bürgerkrieg?

Der seit 1969 amtierende Staatschef General Muhammad Siad Barre wurde nach blutigen Kämpfen 1991 gestürzt. Auch danach hielten die Bürgerkriegswirren an, die u. a. eine Hungerkatastrophe zur Folge hatten. Die UNO stationierte bis 1995 Friedenstruppen, ohne eine Befriedung Somalias zu erreichen.

Das Land wurde zwischen 1887 und 1891 unter England, Italien und Frankreich aufgeteilt. Italienisch-Somaliland und Britisch-Somaliland erhielten 1960 die Unabhängigkeit und vereinigten sich zur Republik Somalia.

Landesnatur

Wo liegt Somalia?

Somalia liegt im Osten Afrikas am Golf von Aden sowie am Indischen Ozean. Die Somalitafel geht nach Südosten in ein flaches Tiefland über. Nach Norden steigt sie auf über 2000 m an. Die Nordküste gehört zu den heißesten Gegenden Afrikas.

Wirtschaft

Warum ist das Land so arm?

Somalia verfügt über fast keine Ressourcen. Zudem litt die ökonomische Entwicklung durch den langen Bürgerkrieg. Das Land am Horn von Afrika zählt zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern dieser Erde. Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt rd. 200 US-Dollar.

Äthiopien: Hoffnung auf internationale Hilfe

Äthiopien
Amtlicher Name:
Demokratische Bundesrepublik Äthiopien
Fläche:
1 133 380 km²
Einwohner:
72,4 Mio.
Hauptstadt:
Addis Abeba
Amtsprache(n):
Amharisch
Währung:
1 Birr = 100 Cent

Landesnatur

Wie hoch liegt das Land?

Äthiopien ist der am höchsten gelegene Flächenstaat Afrikas. Die Hälfte seines Territoriums mit beeindruckenden Landschaften liegt über 1200 m, ein Viertel sogar über 1800 m, einzelne Massive bringen es auf mehr als 4000 m Höhe (Ras Dashen 4620 m).

Die zwei hoch gelegenen Tafelländer, aus denen Äthiopien im Wesentlichen besteht, werden durch einen Teil des Ostafrikanischen Grabenbruchs getrennt. Im südwestlichen Abschnitt ist die Grabensohle schmaler und hat ein unregelmäßiges Relief. Sie öffnet sich im Nordosten trichterförmig zum Roten Meer.

Das Hochland erhält reichlich Niederschläge (bis 2000 mm pro Jahr), hat verhältnismäßig niedrige Temperaturen und zum Teil üppigen Waldwuchs.

Bevölkerung

Wie viele Menschen leben in Äthiopien?

Äthiopien zählt zu den bevölkerungsreichsten Ländern Afrikas. Die Einwohnerzahl hat sich in 30 Jahren trotz der Kriege und Hungerkatastrophen mehr als verdoppelt. Die Mehrheit lebt in der Woina Dega, in Dörfern ohne fließendes Wasser oder Elektrizität.

In den 1980er Jahren kam es auf Regierungsbeschluss zu Zwangsumsiedlungen aus den überbevölkerten und von Dürrekatastrophen heimgesuchten Hochlandregionen in die kaum besiedelten Tieflandregionen.

Die Bevölkerung setzt sich aus über 100 Nationalitäten und ethnischen Gruppen zusammen. Seit dem 13. Jh. bestimmte die Minderheit der Amharen die Geschicke des Landes.

Wirtschaft

Was hemmt die Wirtschaft?

Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt. Noch immer hat sich die auf dem Agrarsektor basierende Wirtschaft vom Bürgerkrieg nicht erholt. Zudem hemmen Dürrekatastrophen sowie das Bevölkerungswachstum die wirtschaftliche Entwicklung.

Wer hilft Äthiopien?

Das Land ist auch weiterhin von internationalen Geldgebern, privaten und (halb-)staatlichen Hilfsorganisationen sowie umfangreichen Nahrungsmittellieferungen abhängig. Im Rahmen des Europäischen Entwicklungsfonds sind für die Jahre 2002–2007 insgesamt 538 Mio. Euro an Zahlungen vorgesehen. Der Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft wird zwar vorangetrieben, doch hat dies bislang kaum zu spürbaren Verbesserungen der Lebensbedingungen geführt.

Etwa 80 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, in der die kleinbäuerlichen Betriebe überwiegen. Ausbleibende Regenfälle, insbesondere in den nördlichen Landesteilen, sowie die fortschreitende Verkarstung und Erosion der ehedem fruchtbaren Böden führen immer wieder zu Ernteausfällen. Exportiert wird v. a. Kaffee, der zum größten Teil von den wild wachsenden Sträuchern in den Wäldern des Südwestens gewonnen wird und 40 % des Gesamtexports ausmacht. Große Bedeutung hat auch die Viehwirtschaft, die im Osten bei den Hirtennomaden einzige Existenzgrundlage ist.

Geschichte

Seit wann ist das Land christlich?

Bereits um das Jahr 350 wurde das Land christianisiert und stieg in der Folgezeit, dem vordringenden Islam trotzend, zu einer regionalen Macht auf. Seit dem 13. Jh. war Äthiopien ein Gesamtstaat unter dem Negus Negesti (»König der Könige«). Das christliche Königreich musste im Verlauf der Jahrhunderte zwar Gebietsverluste hinnehmen, war aber u. a. dank portugiesischer Hilfe gegen islamische Angriffe im 16. Jh. in seiner Einheit zunächst nicht gefährdet. Erst im 18. Jh. zerfiel Äthiopien in Teilfürstentümer. Im 19. Jh. bildete sich aber wieder eine starke Zentralgewalt heraus.

Ab wann regierte Haile Selassie I.?

Nachdem Haile Selassie (1892–1975) ab 1916 Regent unter Kaiserin Zauditu war, ließ er sich 1930 zum Kaiser krönen. Äthiopien wurde 1935/36 durch Italien erobert, woraufhin Haile Selassie nach London ins Exil ging. 1941 kehrte er in das befreite Land zurück. Nach einem Putsch wurde der Kaiser 1974 abgesetzt und 1975 Äthiopien zur Demokratischen Volksrepublik erklärt.

Die Staatsführung hatte seit 1977 Mengistu Haile Mariam inne. 1987 wurde eine Verfassung nach sowjetischem Vorbild verabschiedet. Neben zahlreichen Rebellenbewegungen kämpfte in Eritrea eine Unabhängigkeitsbewegung gegen die Regierung. 1991 gelang den Rebellen der Sieg im Bürgerkrieg. Mengistu floh ins Ausland. Eritrea wurde 1993 selbstständig, 1994 trat eine parlamentarische Verfassung in Kraft.

Was ist »Menschen für Menschen«?

Der Schauspieler Karlheinz Böhm wettete 1981 in der ZDF-Sendung »Wetten, dass...?«, dass nicht jeder dritte Zuschauer Geld für die Not leidenden Menschen in der Sahel-Zzone spenden würde. Böhm gewann die Wette leider, flog aber mit immerhin 1,2 Mio. DM nach Äthiopien. Kurz darauf gründete er die Hilfsorganisation »Menschen für Menschen«, die sich seitdem um die Menschen und eine Verbesserung ihrer Lebenssituation in Äthiopien kümmert.

Eritrea: Im Konflikt mit dem Nachbarn

Eritrea
Amtlicher Name:
Staat Eritrea
Fläche:
124 324 km²
Einwohner:
4,4 Mio.
Hauptstadt:
Asmera
Amtsprache(n):
Arabisch,Tigrinya
Währung:
1 Nakfa = 100 Cent

Landesnatur

Was bedeutet Eritrea?

Der Name Eritrea leitet sich vom griechischen Erythra Thalassa ab. Er bedeutet »Rotes Meer« und benennt die Lage des Staates im östlichen Afrika.

Eritrea hat die Länder Sudan, Äthiopien und Djibouti als Nachbarn. Hinter einer trockenheißen Küstenzone erhebt sich das Bergland von Eritrea. Der Westen wird von einem gemäßigt trockenen Hochland eingenommen.

Eritrea hat ein teils trockenes, teils wechselfeuchtes Tropenklima. Die Unterschiede sind vorwiegend durch die Höhenlage bedingt. Im zentralen Hochland liegen die jährlichen Temperaturmittelwerte bei 18 °C und die durchschnittlichen Niederschlagsmengen bei 600 mm. Im nördlichen Küstenbereich fallen bei einer Durchschnittstemperatur von 30 °C etwa 200 mm, im Süden nur noch 50 mm Regen pro Jahr.

Bevölkerung

Wo leben die Menschen?

Dem dünn besiedelten, weithin öden Küstenland steht das dicht besiedelte zentrale Hochland gegenüber. Nur jeder Fünfte lebt in einer Stadt. Die einzige Großstadt ist die Hauptstadt Asmera.

Krieg und Dürre führten zu massiven Bevölkerungsbewegungen. Derzeit kehren ins Ausland geflüchtete Bürger wieder verstärkt in ihre Heimat zurück. Die Bevölkerung bekennt sich v. a. zum Islam und zum koptischen Christentum.

Wirtschaft

Wie entwickelt sich die Wirtschaft?

Bürgerkrieg, anhaltende Grenzkonflikte mit Äthiopien und eine Dürreperiode haben Eritrea in seiner wirtschaftlichen Entwicklung stark gehemmt und die Armut seiner Bewohner verschärft. Dennoch hält die Regierung an dem Vorhaben fest, das Land weitgehend ohne ausländische Hilfe aus der Misere zu führen.

Die Agrarproduktion reicht bei weitem nicht aus, um den Bedarf an Nahrungsmitteln zu decken. Im klimatisch begünstigten fruchtbaren Hochland werden außer Gemüse, Knollenfrüchte und Hirse auch Kaffee, Baumwolle und Tabak angebaut. In den trockeneren Landstrichen wird extensive Weidewirtschaft betrieben. Der Fischfang spielt in der Küstenregion eine wichtige Rolle.

Zu den bisher größtenteils noch nicht erschlossenen Bodenschätzen des Landes gehören u. a. Gold, Kupfer, Nickel, Chrom, Salz und Erdöl. Die wenig entwickelte Industrie beschränkt sich auf die Herstellung von Textilien, Lederwaren und Nahrungsmitteln. Entwicklungshemmend ist das unzureichende Verkehrsnetz. Der Wiederaufbau und Ausbau der während der Kolonialzeit angelegten Infrastruktur erfordert gewaltige Investitionen. 2003 konnte die im Bürgerkrieg streckenweise demontierte Bahnlinie zwischen der Hafenstadt Mitsiwa und Asmera wieder eröffnet werden.

Geschichte

Seit wann gibt es Eritrea?

Eritrea war seit alters ein Teil Äthiopiens und wurde 1890 italienische Kolonie. 1941 kam das Gebiet zunächst unter britische Verwaltung.

Auf Beschluss der UNO wurde Eritrea trotz Unabhängigkeitsbestrebungen 1952 als autonomes Gebiet Äthiopien angeschlossen.

Welche Rolle spielte Äthiopien?

Äthiopien beschnitt die Autonomierechte systematisch und gliederte Eritrea 1962 als Provinz ein, nachdem ein Jahr zuvor eine Befreiungsbewegung den bewaffneten Kampf aufgenommen hatte.

Nach dem Sturz der Monarchie in Äthiopien 1974 und dem Sturz des Militärregimes in Addis Abeba 1991 wurde 1993 die Unabhängigkeit Eritreas proklamiert. Die Bevölkerung sprach sich auch in einem Referendum dafür aus. Erster Staats- und Regierungschef wurde Isayas Afewerki. 1998 eskalierten Handels- und Grenzstreitigkeiten mit Äthiopien zum militärischen Konflikt. Im Jahr 2000 wurde ein Friedensabkommen geschlossen, das Grenzproblem jedoch nicht endgültig gelöst.

Djibouti

Djibouti
Amtlicher Name:
Republik Djibouti
Fläche:
23 200 km²
Einwohner:
712 000
Hauptstadt:
Djibouti
Amtsprache(n):
Französisch, Arabisch
Währung:
1 Djibouti-Franc = 100 Centime

Wirtschaft

Wovon leben die Menschen?

Djibouti hat keine abbauwürdigen Bodenschätze, Industrie ist kaum vorhanden und die Landwirtschaft leidet unter dem extremen Wassermangel.

Wirtschaftlicher Mittelpunkt ist die Hauptstadt Djibouti, die eine bedeutende Rolle im Handel und Seeverkehr spielt.

Landesnatur

Was ist am Klima extrem?

Der kleine Wüstenstaat am Horn von Afrika gehört zu den heißesten Gebieten der Erde. Die Temperaturen liegen im Durchschnitt zwischen 26 °C und 36 °C, die jährliche Niederschlagsmenge bei nur 130 mm. Die Lage des Landes gegenüber des Jemen ist strategisch bedeutsam.

Geschichte

Wer war Kolonialmacht?

1862 erwarb Frankreich einen ersten Stützpunkt und schloss 1896 die Gebiete an der Afar- und Issaküste zur Kolonie Französisch-Somaliland zusammen.

1958 und 1967 sprach sich die Mehrheit der Bevölkerung für den Verbleib bei Frankreich aus. Erst 1977 wurde Djibouti in die Unabhängigkeit entlassen. Die Regierung stellt die Bevölkerungsmehrheit der Issa, wodurch die Spannungen zwischen den Volksgruppen eskalierten und sich zu einem Bürgerkrieg ausweiteten. 1994 schloss die Regierung ein Friedensabkommen mit den Afar-Rebellen, die in der Folgezeit an der politischen Macht beteiligt wurden. Präsident ist seit 1999 Ismail Omar Guelleh.

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