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Erste Hilfe auf Reisen

Was tun bei Schlangenbiss, Reisedurchfall & Co.?

Für Krankheiten und Unfälle ist nie die richtige Zeit. Während der wohlverdienten, wenigen Urlaubswochen kommen solche Unpässlichkeiten aber besonders ungelegen. Leider kommt es trotzdem immer wieder vor, dass Krankheiten oder Unfälle gerade auf Reisen geschehen, vor allem, wenn wir auf die Gefahren, die im Urlaubsland auf uns warten, nicht gut vorbereitet sind. Erkundigen Sie sich rechtzeitig vor der Abreise – insbesondere wenn Sie eine Fernreise planen –, welche Impfungen für Ihr Urlaubsziel empfohlen werden, gegen welche Insekten und giftigen Tiere Sie sich wappnen sollten und ob Sie alle Lebensmittel gefahrlos verzehren können – damit haben Sie das Krankheitsrisiko für Ihre Reise erheblich verringert. Und wenn doch einmal etwas passiert? Wir haben für Sie alle wichtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen auf Reisen zusammengestellt.

Reiserisiko Nr. 1: Darminfektionen und Fischvergiftungen

Gar nicht so selten kommt es vor, dass Magen und Darm auf Reisen verrückt spielen. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen können Sie lästigem Reisedurchfall und anderen nahrungsbedingten Reiseerkrankungen jedoch recht zuverlässig vorbeugen.

 

Darminfektionen

Die häufigsten Reiseinfektionen sind die Darm- und Durchfallerkrankungen. Sie sind durch Viren oder Bakterien ausgelöst und häufig Folge mangelnder hygienischer Verhältnisse im Reiseland.

Auch die Infektion mit harmlosen Erregern kann zu quälenden und den Urlaub stark beeinträchtigenden Durchfällen führen. Besonders bei Kindern und älteren Menschen kann ein Flüssigkeits- und Elektrolytverlust schnell gefährlich werden.

Marktfrau in Burma

Der Verzehr tropischer Früchte birgt ein hohes Infektionsrisiko.

Der alte Merkspruch: „cook it, peel it or leave it“ hat nach wie vor Bedeutung. Das bedeutet, zur eigenen Sicherheit nur Gekochtes, Gebratenes oder selbst Geschältes zu sich zu nehmen. Verzichten sollten Sie deshalb auf rohen Fisch, Fleisch oder rohe Meerestiere, offene Nachspeisen und Salate. Bei Getränken beschränkt man sich am besten auf abgekochtes Leitungswasser und Getränke in Originalflaschen, die Sie am besten auch selbst öffnen. Auf Eiswürfel im Getränk sollten Sie verzichten. Selbst beim Zähneputzen kann Leitungswasser gefährlich werden, stattdessen lieber Mineralwasser verwenden.

Bei akuten Durchfällen ist leicht verdauliche Nahrung wie Weißbrot oder Reis und reichlich Flüssigkeit angebracht. Auch auf eine ausreichende Elektrolytzufuhr muss geachtet werden, fertige Lösungen sind in der Apotheke erhältlich. Bei leichten Durchfällen sind Salzstangen und Cola geeignet. Bei Durchfällen, die länger als zwei Tage anhalten, blutig sind oder mit Fieber einhergehen, sollte immer ein Arzt hinzugezogen werden.

Die Ursache des Durchfalls sollte dann auf jeden Fall abgeklärt werden.

Vorsicht: Bei Durchfall kann die Wirksamkeit von Medikamenten, die Sie regelmäßig einnehmen, nachlassen!

Die wichtigsten Erreger von Darminfektionen sind: Escherichia coli, Camphylobacter, Shigellen, Salmonellen, Hepatitiserreger (seltener: Amöben, Lamblien, Choleraerreger und Typhussalmonellen).

 

Fischvergiftungen

Vergiftungen durch das Verspeisen von tropischen Meeresfrüchten wie Fischen oder Krustentieren nehmen in ihrer Häufigkeit zu. Ausgelöst werden diese durch giftbildende Dinoflagellaten oder Bakterien, die sich in den Meerestieren angereichert haben. Am besten isst man nur Fische und andere Meerestiere, die vom Fangnetz bis zum Herd konstant gekühlt und anschließend ausreichend lang erhitzt wurden.

Besonders gefährlich ist dabei der Verzehr von Riff-Fischen , die die sogenannte Ciguatera-Vergiftung auslösen und der jährlich etwa 
10 000 bis 15 000 Patienten zum Opfer fallen. Typische Symptome sind Brechdurchfall mit Bauchschmerzen, danach können Herzbeschwerden und neurologische Störungen auftreten, die monatelang anhalten. In Einzelfällen kann die Vergiftung lebensbedrohlich verlaufen.

Da die Gifte weder durch Kochen, Salzen, Braten oder andere Zubereitungsmöglichkeiten sicher zerstört werden können, besteht der einzige Schutz darin, auf den Verzehr von tropischen Meeresfrüchten ganz zu verzichten.

 

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aus der wissen.de Redaktion
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