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Das Wort des Monats Juli 2005

Rentenloch

Es gibt ja so Momente und Situationen - jeder kennt das - da fällt man in ein Loch oder steht zumindest davor. Vor dem großen gähnenden Schlund, der einem Angst einjagt. So fühlen sich vielleicht einige Schüler im Sommer, die plötzlich aus dem sicheren Hort der Schule vertrieben werden und sich um Ihre Zukunft kümmern sollen. Trotz Rekordarbeitslosenzahlen und fehlenden Ausbildungsplätzen. Wie überhaupt der Sommer immer gerne mit Löchern in Verbindung gebracht wird. Da ist natürlich das immer wiederkehrende Sommerloch, das dieses Jahr glücklicherweise durch die bevorstehende Wahl nur in abgemilderter Form zu drohen scheint - auch wenn wir uns Ende Juli 2005 wieder einmal um das Liebesleben von Boris Becker kümmern müssen. Dabei ist das einzige Sommerloch, das man sich wünscht, doch das Loch im feinen Sandstrand, das wir in Ermangelung interessanterer Beschäftigungen (was soll man auch sonst in der Hitze tun!) gegraben haben.

Nun ja, jetzt tut sich also mitten im Sommerloch ein weiteres Loch auf: das Rentenloch. Hoffentlich fällt keiner rein, denn es scheint tief zu sein. Schrecklich tief. Keine Chance es zu stopfen. Nur Herrn Rürup ist eine Lösung eingefallen: Höhere Löhne. Nur wollen das die Arbeitgeber nicht. Schade. Was soll das überhaupt sein: Rentenloch? Heißt das, dass jetzt keine Rente mehr ausgezahlt wird? Gibt es denn gar kein Renten-Schlupfloch? Müssen jetzt die geplanten Gelder für neue Kinderkrippen in die Rentenkasse fließen? So müssten noch mehr junge Eltern zu Hause bleiben, machten Platz für ältere Arbeitnehmer, die dann einfach bis 70 arbeiten und ja ohnehin aufgrund ihrer langen Arbeitserfahrung höhere Löhne kassieren ... Ich weiß auch nicht. Zahnschmerzen. Vermutlich ein Loch.

Allen Teilnehmern an unserer Aktion “Wort des Monats“ vielen Dank. Wir honorieren Ihre Mühe, trotz tropischer Temperaturen Erklärungen zu finden, warum Ihr Wort nun ausgerechnet das Wort des Monats werden sollte. Senden Sie uns auch im kommenden Monat wieder Ihren Vorschlag mit einer Begründung an die bekannte E-Mail-Adresse:wortdesmonats@wissen.de. Wie üblich gibt es einen Wahrig: Deutsche Rechtschreibung zu gewinnen (dafür aber nicht die Begründung vergessen!) wir freuen uns auf Ihre Einsendung und wünschen viel Erfolg!

P.S.: Die vergangenen Wörter des Monats finden Sie alle über die Suche einfach “Wort des Monats“ eingeben!

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Dietmar Hefendehl
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