Lexikon
Klaviermusik
allgemeine Bezeichnung für die Musik für Tasteninstrumente (Virginal, Cembalo, Clavichord, Klavier, bis zum 17. Jahrhundert auch für Orgel). Älteste Beispiele sind Einrichtungen von Vokalwerken (Motetten, Liedern, Teilen der Messe) und Tänzen im 14. und 15. Jahrhundert, meist mit Verzierungen (Tabulatur). Die ersten rein instrumentalen Formen wie Ricercar, Fantasie, Toccata oder Kanzone wurden in Spanien von A. de Cabezón, in Italien von C. Merulo, G. Frescobaldi, A. und G. Gabrieli, in England von T. Tallis, W. Byrd, J. Dowland und O. Gibbons entwickelt. In den Niederlanden wirkte J. P. Sweelinck, dessen Orgelmusik die deutschen Komponisten S. Scheidt und M. Praetorius entscheidend beeinflusste. Die französischen Clavecinisten (F. Couperin) entwickelten die Klaviersuite und das programmatisch geprägte Klavierstück (in Deutschland von J. J. Froberger übernommen). In der Generalbass-Zeit wurde das Cembalo zum wichtigen Fundament-Instrument. Die italienische Klaviersonate wurde von D. Scarlatti eingeführt und von J. Kuhnau in Deutschland bekannt gemacht. G. F. Händel und J. S. Bach pflegten die Klaviersuite und das Orgel- bzw. Cembalo-Konzert. Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel brachte im Zeitalter des Sturm und Drang die freie Fantasie zur Geltung. J. Haydn und W. A. Mozart etablierten die Klaviersonate als wesentliche Form der klassischen Musik; in L. van Beethovens Zeit setzte sich der moderne Konzertflügel mit Stahlrahmen und großen Klangmöglichkeiten durch. Das 19. und 20. Jahrhundert entwickelte einerseits Kleinformen wie Impromptu, Moment musical, Charakterstück, Lied ohne Worte, Intermezzo, Capriccio (F. Schubert, R. Schumann, F. Mendelssohn), andererseits große virtuose Paradestücke (F. Chopin, F. Liszt, J. Brahms, M. Mussorgskij, P. Tschaikowskij, M. Reger, S. Rachmaninow). Die französischen Impressionisten entlockten dem Klavier völlig neue Klänge (C. Debussy, M. Ravel; in Spanien I. Albéniz, in Russland A. Skrjabin); auch für die Expressionisten der 2. Wiener Schule stellte die Klaviermusik ein zentrales Ausdrucksfeld dar. Die neuere Entwicklung im 20. Jahrhundert betont die perkussiven Möglichkeiten des Instruments (S. Prokofjew, I. Strawinsky, B. Bartók) und sucht neue Klänge durch Techniken wie Cluster, direktes Anreißen der Saiten
oder präpariertes Klavier (C. Ives, H. D. Cowell, J. Cage, P. Boulez, C. Nancarrow, G. Ligeti). Auch im Jazz hat das Klavier seit dem Chicago-Stil zentrale Bedeutung und eigene Spielweisen entwickelt (F. Waller, C. Basie, E. Garner, McCoy Tyner, O. Peterson, K. Jarrett, C. Corea, H. Hancock).
Händel, Georg Friedrich
Georg Friedrich Händel
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Basie, William „Count“
William „Count“ Basie
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