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LEXIKON

Boulez

[
buˈlɛ:s
]
Pierre, französischer Komponist, Dirigent und Musikschriftsteller, * 26. 3. 1925 Montbrison, Loire; gründete 1953 mit J.-L. Barrault und M. Renaud die Konzertreihe „Domaine Musical“, 19551967 Dozent bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt; 19601963 Kompositionslehrer in Basel; (seit) 1976 Professor in Paris und Gründung des „Ensemble Intercontemporain“ (EIC); 19771991 Leiter des Pariser Forschungsinstituts IRCAM; als Dirigent nach Stationen in Baden-Baden, Cleveland, Chicago und London 19711977 Nachfolger Leonard Bernsteins als Chefdirigent des New Yorker Philharmonic Orchestra, seither Gastdirigate bei den Bayreuther Festspielen („Jahrhundert-Ring“) und den Salzburger Festspielen sowie beim Chicago Symphony Orchestra; setzt sich besonders für zeitgenössische und Komponisten der Zweiten Wiener Schule ein; als Komponist besonders von Claude Debussy beeinflusst; versuchte daneben, das serielle Prinzip auf das gesamte musikalische Material zu übertragen (serielle Musik); bezieht auch zufällige Formkonstellationen mit ein (Aleatorik), ebenso elektronische Klänge; zu Beginn der 1950er Jahre Experimente mit der Musique concrète, von der er sich jedoch wenig später distanzierte; 1955 Durchbruch mit „Le marteau sans maître“ nach Texten von René Char; schreibt nur wenige Werke, die er immer wieder umarbeitet: Orchester- und Kammermusik („Livre pour quatuor“ 1948ff.), Klavierwerke („Structures II“ 19561961), Chor- und elektroakustische Musik; ferner zahlreiche Schriften zur modernen Musik; erhielt 1979 den Ernst von Siemens Musikpreis und 1996 den Polar Music Prize.
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