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LEXIKON

Rey

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Fernando, eigentlich Fernando Casado Arambillet Veiga, spanischer Schauspieler, * 20. 9. 1917 La Coruña,  9. 3. 1994 Madrid; wurde durch seine Zusammenarbeit mit L. Buñuel international bekannt; Filme u. a.: „Viridiana“ 1961; „The French Connection“ 1971; „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“ 1972; „Dieses obskure Objekt der Begierde“ 1978; „The Hit“ 1984; „1492“ 1992.
  • Deutscher Titel: Viridiana
  • Original-Titel: VIRIDIANA
  • Land: Spanien
  • Jahr: 1961
  • Regie: Luis Buñuel
  • Drehbuch: Luis Buñuel, Julio Alejandro
  • Kamera: José F. Aguayo
  • Schauspieler: Francisco Rabal, Silvia Pinal, Fernando Rey, Margarita Lozano
  • Auszeichnungen: Goldene Palme Filmfestspiele Cannes 1961 für Film
Empört weist die junge Novizin Viridiana (Silvia Pinal) den Heiratsantrag ihres Onkels Don Jaime (Fernando Rey) zurück, woraufhin er sich umbringt. Viridiana tritt aus dem Orden aus und begründet gegen den Willen des Miterben Jorge auf dem Gut des Onkels ein Armenasyl. Doch das Unternehmen scheitert an der Unvereinbarkeit von religiösen Zielen und menschlichen Niederungen: Bettler, die in das Haus eindringen, misshandeln Jorge und Viridiana; die Frau entgeht nur knapp einer Vergewaltigung.
Nach »Nazarin« (1959) setzt sich Buñuel erneut mit der Unerfüllbarkeit religiöser Ideale auseinander. In vielen Ländern u.a. auch in Deutschland werden nur zensierte Fassungen gezeigt. Kirchliche Vertreter zeigen sich empört über »schockierende« Szenen mit christlicher Symbolik. Im Entstehungsland Spanien wird der Film ganz verboten; verantwortliche Beamte der Film-Genehmigungsbehörde werden entlassen. Die Abrechnung des Filmemachers, der aus einer streng katholischen Familie stammt, mit der christlichen Karitas gilt heute als eines der hervorragendsten Werke des spanischen Surrealisten.
  • Deutscher Titel: Brennpunkt Brooklyn
  • Original-Titel: THE FRENCH CONNECTION
  • Land: USA
  • Jahr: 1971
  • Regie: William Friedkin
  • Drehbuch: Ernest Tidyman, nach dem Buch von Robin Moore
  • Kamera: Owen Roizman
  • Schauspieler: Gene Hackman, Fernando Rey, Roy Scheider
  • Auszeichnungen: Oscars 1972 für Film, Regie, Hauptdarsteller (Gene Hackman), Drehbuch, Ausstattung, Ton, Schnitt
An William Friedkins neuem Film scheiden sich die Kritikermeinungen an der Frage der Darstellung von Selbstjustiz und Gewalt: Seine Gegner sind der Ansicht, »Brennpunkt Brooklyn« glorifiziere illegale, brutale Fahndungsmethoden, seine Anhänger halten die Darstellung für ein Meisterwerk des kritischen Realismus.
Der New-Yorker Polizeidetektiv Doyle (Gene Hackman) jagt Drogenabhängige und kleine Kriminelle, bis er eines Tages auf einen großen Ring von Heroinschmugglern stößt. Eine fanatische Jagd beginnt, die ihren Höhepunkt in einer rasanten Autoverfolgungsjagd findet. Doyle betreibt seine Arbeit mit dem Fanatismus einer klassischen Detektivfigur, doch im Gegensatz zu dieser treibt ihn blanker Haß voran. Gewalttätig und brutal geht er gegen das Gefühl seiner eigenen Ohnmacht an.
1974 kommt, wieder mit Hackman in der Titelrolle, die Fortsetzung ins Kino.
  • Deutscher Titel: Der diskrete Charme der Bourgeoisie
  • Original-Titel: LE CHARME DISCRET DE LA BOURGEOISIE
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1972
  • Regie: Luis Buñuel
  • Drehbuch: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière
  • Kamera: Edmond Richard
  • Schauspieler: Fernando Rey, Delphine Seyrig, Stéphane Audran
  • Auszeichnungen: Oscar 1973 für ausländischen Film
Im Mittelpunkt stehen sechs Mitglieder der sog. besseren Gesellschaft, die sich ständig gegenseitig zu einem Abendessen einladen. Doch trotz aller hartnäckigen Versuche, die meist in peinlichen Situationen enden, gelingt es nicht, das gemeinsame Mahl einzunehmen, denn ständig passieren unvorhergesehene Dinge. Hinter bürgerlicher Selbstinszenierung werden Dekadenz und Verlogenheit offensichtlich.
Die bourgeoise, bis zur Karikatur entstellte Gesellschaft bleibt ein Lieblingsthema des spanischen Regisseurs Luis Buñuel. In seinem neuen Film, der bei aller Sozialkritik durchaus noch komödiantische Züge trägt, lehnt er sogar die bürgerliche Dramaturgie ab: Es gibt keine erzählte Geschichte mehr, sondern nur noch einzelne Anekdoten. In surrealistischer Manier vermischen sich dabei Traum und Wirklichkeit: Das sichere Gefühl der Zuschauer, Logik und Realität zu erkennen, bringt er damit ins Wanken.
  • Deutscher Titel: Dieses obskure Objekt der Begierde
  • Original-Titel: CET OBSCUR OBJET DU DESIRE
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1977
  • Regie: Luis Buñuel
  • Drehbuch: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière
  • Kamera: Edmond Richard
  • Schauspieler: Fernando Rey, Carole Bouquet, Angela Molina
In seinem letzten Werk zieht der 77-Jährige, fast taube Luis Buñuel noch einmal alle Register seines Könnens: »Dieses obskure Objekt der Begierde«, die Geschichte der Tänzerin Conchita, die den reichen Lebemann Mathieu um den Verstand bringt, wird beim Altmeister des Surrealismus zur ironischen Parabel auf den desolaten Zustand der Bourgeoisie.
Pierre Louys Roman »La femme et le pantin« von 1898 wurde bereits mehrfach verfilmt, u.a. 1935 von Josef von
Sternberg
mit Marlene Dietrich (»Die spanische Tänzerin«) und 1958 von Julien Duvivier mit Brigitte Bardot (»Ein Weib wie der Satan«). Während sich diese Filme auf den melodramatischen Gehalt der Femme-fatale-Story konzentrierten, zeigt Buñuel die Brüchigkeit einer scheinbar fest gefügten bürgerlichen Ordnung.
Am Anfang des Films gießt Mathieu (Fernando Rey) aus dem Zug heraus der jungen Conchita einen Eimer Wasser über den Kopf. Während der Fahrt erklärt er den Mitreisenden im Abteil sein Verhalten: In Rückblenden zeigt der Film, wie Conchita als Hausmädchen zu ihm kommt, wie der alte Lüstling sogleich versucht, sie zu verführen, sie jedoch all seinen Bemühungen widersteht. Die Schöne findet Gefallen daran, mit ihm zu spielen. Sie betrügt ihn vor seinen Augen, oder sie läßt ihn bereitwillig in ihr Bett, wo er vor einem festverschnürten Korsett kapitulieren muss. Mathieu bleibt ihr verfallen selbst dann noch, als sich Conchita Terroristen anschließt.
Während der Dreharbeiten zerstritt sich Luis Buñuel mit seiner Hauptdarstellerin Angela Molina. Um den Film zu retten, besetzte er die Rolle der Conchita doppelt. Leinwand-Debütantin Carole Bouquet sprang für die schöne Spanierin ein. Der Umstand, dass das obskure Objekt der Begierde von zwei Frauen verkörpert wird, verstärkt die irritierende Wirkung des Films.
  • Deutscher Titel: The Hit
  • Original-Titel: THE HIT
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1984
  • Regie: Stephen Frears
  • Drehbuch: Peter Prince
  • Kamera: Mike Molloy
  • Schauspieler: Terence Stamp, John Hurt, Tim Roth, Laura Del Sol, Bill Hunter
Der unerschrockene Killer Braddock (John Hurt) und sein unerfahrener Partner Myron (Tim Roth) werden beauftragt, den ehemaligen Kriminellen Willie Parker (Terence Stamp) in Spanien zu entführen und nach Paris zu bringen, Willie hat vor zehn Jahren seine Partner an die Polizei verraten und soll nun dafür büßen; dies scheint ihn allerdings überhaupt nicht zu berühren. Braddock und Myron metzeln auf der Fahrt jeden nieder, der sich ihnen in den Weg stellt, und schon bald verfolgt die Polizei ihre blutige Spur. Nur die Prostituierte Maggie (Laura Del Sol), die sie unterwegs als weitere Geisel genommen haben, kommt ungeschoren davon, doch ihr gelingt es, der Polizei einen Tipp zu geben. Kurz vor der Grenze verliert Braddock die Nerven: Er kann weder mit der Extremsituation umgehen noch mit der Unerfahrenheit seines Kollegen und der gelangweilten Ruhe Willies. Er tötet die beiden Männer, bevor er selbst der Polizei in die Hände fällt.
Trotz einiger inhaltlicher Ungereimtheiten gelingt Stephen Frears mit »The Hit« eine glaubhafte Studie menschlichen Handelns in Extremsituationen.
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