Lexikon
Schubert
Franz, österreichischer Komponist, * 31. 1. 1797 Himmelpfortgrund bei Lichtental (heute Wien), † 19. 11. 1828 Wien; Schüler von Antonio Salieri; war zunächst als Schulgehilfe des Vaters tätig (1813–1817), widmete sich jedoch dank der Unterstützung seiner Freunde, des Juristen Josef von Spaun, des Dichters Franz von Schober und des Hofopernsängers Johann Michael Vogl, ab 1818 fast nur noch seinem kompositorischen Schaffen. Schubert lebte in Wien in einem Kreis enger Freunde und Bewunderer (Moritz von Schwind, Franz Grillparzer, Franz Lachner u. a.), denen er regelmäßig während der als „Schubertiaden“ bezeichneten Hauskonzerte seine neuesten Werke vorstellte.
Schubert prägte mit Werken wie dem „Erlkönig“, „Heidenröslein“, „Wandrers Nachtlied“ (alle 1815) und „Der Tod und das Mädchen“ (1817) vor allem die Gattung des Kunstliedes, dem er durch seine ausgearbeiteten und der Gesangsstimme gleichwertigen Klavierbegleitungen eine neue Bedeutung verlieh. Eine enge Verbindung zu seinem Liedschaffen besteht in seiner Klaviermusik, deren lyrischer Charakter besonders in den „Moments musicaux“ und den „Impromptus“ zum Tragen kommt. Als Sinfoniker bewahrte Schubert die Traditionen der Wiener Klassik, gleichzeitig weisen seine Sinfonien in ihrer Expressivität bereits auf die Romantik hin. Von seinen Bühnenkompositionen sind heute lediglich seine Opern „Fierrabras“ (1823) und „Alfonso und Estrella“ (1821–1827) sowie die Bühnenmusik zu „Rosamunde“ (1823) bekannt.
Schuberts umfangreiches Œuvre enthält 8 Sinfonien (u. a. die „Unvollendete“ 1822, die Große C-Dur-Sinfonie 1826), Streichquartette und -quintette („Der Tod und das Mädchen“ 1824; „Forellenquintett“ 1819), Klaviermusik („Wandererfantasie“ 1828), geistliche Vokalwerke („Deutsche Messe“ 1826/27) und weltliche Chormusik besonders für Männerchor. Ferner schrieb er über 600 Lieder auf Gedichte u. a. von Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Müller, Friedrich Schiller, Friedrich Gottlieb Klopstock, Matthias Claudius, Heinrich Heine und Novalis, darunter die Liederzyklen „Die schöne Müllerin“ 1823 und „Die Winterreise“ 1827. Ein thematisches Werkverzeichnis wurde von Otto Erich Deutsch und Donald R. Wakeling zusammengestellt (Deutsch-Verzeichnis, Abkürzung D, Neuausgabe 1978).
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