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Adam und Eva

Nach Genesis 1,26 ist Adam "der [erste] Mensch" (hebräisch: ha Adam) und Urvater der Menschheit. Sein Name wird im Hebräischen vorwiegend mit dem Artikel genannt und ist entsprechend Genesis 4,25 (auch 1. Moses 2-5) ein Eigenname. Etymologisch ist seine Bezeichnung unklar und wird mit "rote Erde" (hebräisch: adama), Staub und Blut in Verbindung gebracht.
Nach Genesis 1,27 ist Eva (hebräisch chawah, "Leben spenden"; aramäisch: chewa, "Schlange") die erste Frau und "Mutter aller Lebendigen" (1. Mose 3,20). Eva ist am sechsten Schöpfungstag entweder gemeinsam mit Adam oder (nach Genesis 2,21) aus dessen Rippe geschaffen worden. Ihren Namen erhält Eva erst nach dem Sündenfall.

Die Schöpfungsgeschichte

Über den Zeitpunkt der Erschaffung des Menschen innerhalb des Schöpfungsakts sowie über seine Herkunft gibt es zwei gravierend unterschiedliche Darstellungen.

Die erste und ältere Version

Ihr zufolge hat Gott (Elohim) Adam am sechsten Schöpfungstag als letztes der organischen Lebewesen erschaffen. Er schuf ihn nach seinem Ebenbild, gab ihm seinen Segen und verlieh ihm Fruchtbarkeit sowie die Herrschaft über die gesamte Tierwelt (Genesis 1,26-30).

Die zweite Version

In Genesis 2-3 wird der Schöpfungsakt in zeitlich umgekehrter Reihenfolge dargestellt. Nach ihr ist Adam zwar ebenfalls nach Gottes Ebenbild, aber entgegen Genesis 1,26 das erste von Gott, vor allen anderen organischen Lebewesen erschaffene Geschöpf.

(In der Aggada, einem Teil der Tora, die erzählerische Traditionen verschiedenster Art enthält, wird Adam schöner als die Sonne beschrieben, "weil Adam für den Dienst des Heiligen, und der Lauf der Sonne für den Dienst an der Menschheit geschaffen wurde".)

Für Adam pflanzt Gott im Land Eden einen Garten, den der nach seinen Bedürfnissen bebauen (1. Moses 2,15) und dessen Früchte er ungestraft genießen darf. Nur der Verzehr derjenigen des einen der Bäume, die des Baums der Erkenntnis von Gut und Böse, wird ihm bei Verlust des Lebens verboten (1. Mose 2,16 f.).

Adam, Eva und der Sündenfall

Nachdem Adam unter den Tieren vergebens nach einer ihm ebenbürtigen Hilfe gesucht hat schafft Gott aus dessen Rippe das Weib Eva (1. Moses 2,22). Von der Schlange verführt, isst Eva (hebräisch: Hawwah, auch Chawwa, "Leben weckend", aramäisch: Chiwja, "Schlange") von den Früchten des Baums der Erkenntnis und gibt auch Adam von ihnen zu essen. Gott aber straft sie. Danach erkennen sie ihre Nacktheit. Schamvoll bedecken sie ihre Blöße mit Feigenblättern und verbergen sich vor dem Allmächtigen. Gott jedoch entdeckt und verflucht sie. In Fellröcken werden sie aus dem Garten Eden vertrieben, damit sie nicht vom Baum des Lebens essen und dadurch unsterblich würden. Fortan, so gebietet er, soll die Schlange auf dem Bauch kriechen und Staub fressen; Eva soll unter großen Schmerzen gebären und sie und Adam sollen hinfort unter Mühsal die Erde bebauen und nur karge Nahrung aus ihr ziehen können. Die Söhne Adams und Evas sind Kain und Abel (Polarität von Gut und Böse), nach ihnen folgen Set sowie weitere Söhne und Töchter, deren Namen nicht genannt werden (1. Mose 5,7). Der Überlieferung nach stirbt Adam im Alter von 930 Jahren (1. Mose 5,5).

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