Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

nehmen

neh|men
V.
88, hat genommen
I.
mit Akk.
1.
etwas n.
a)
ergreifen, fassen und festhalten;
er nahm seinen Hut und verabschiedete sich; sie nahm seinen Arm
sie hängte sich bei ihm ein;
ich nehme deinen Koffer
ich trage dir deinen Koffer
b)
annehmen, sich geben lassen;
ein Trinkgeld n.; er ist vom Stamme Nimm
ugs., scherzh.
er nimmt alles, was man ihm anbietet;
er nimmt kein Geld (für seine Dienste); er hat für die Reparatur 200 Euro genommen; n. Sie meinen herzlichsten Dank
förmlich
c)
ergreifen und an eine Stelle am Körper tun;
er nahm die Skier auf die Schulter; ein Kind auf den Schoß n.; einen Gegenstand in die Hand n.
einen Gegenstand mit der Hand ergreifen und festhalten;
er nahm seine Mappe unter den Arm; ein solches Wort nehme ich nicht in den Mund
übertr.
ein solches Wort benutze ich nicht (weil es zu derb ist);
einen Grashalm zwischen die Zähne n.; eine Verantwortung auf sich n.
übertr.
übernehmen
d)
ergreifen und von einer Stelle wegtun;
ein Glas aus dem Schrank n.; ein Buch vom Regal n.; die Mütze vom Kopf n.
e)
wegnehmen, sich aneignen, Besitz von etwas ergreifen;
einen Stein, einen Läufer n. (im Spiel); er hat Geld genommen
er hat Geld gestohlen;
einen Gegenstand an sich n. (um ihn aufzubewahren); sich etwas nicht n. lassen
auf etwas bestehen, beharren, etwas unbedingt tun wollen;
ich lasse es mir nicht n., dich vom Bahnhof abzuholen; ich lasse es mir nicht n. es war ganz bestimmt so
ich beharre darauf, ich gehe von meiner Meinung nicht ab, dass es so war
f)
essen oder trinken;
wir n. den Kaffee auf der Terrasse; er nimmt zum Frühstück nur ein Glas Milch; n. Sie Medikamente?; ich muss meine Tropfen noch n.
g)
zum Essen oder zu einem Getränk hinzufügen, als Zutat benutzen;
n. Sie Zucker zum Tee, Salz aufs Ei?; ich nehme fünf Eier für diesen Kuchen
h)
auswählen und behalten, auswählen und kaufen;
nimm dir ein Stück Torte!; ich habe den teuren Mantel doch nicht genommen; ich habe zwei Theaterkarten im ersten Rang genommen
i)
sich für etwas entscheiden;
eine angebotene Stelle (nicht) n.; ich nehme den Zug um acht Uhr
j)
mieten;
ein Zimmer, eine Wohnung n.
k)
sich geben lassen, sich erteilen lassen;
Unterricht, Stunden in Französisch n.
l)
auffassen;
eine Sache ernst, wichtig n.; wie man's nimmt!
ugs.
es kommt darauf an, wie man es auffasst, man kann es so und auch anders auffassen;
eine Bemerkung als Scherz, als Anspielung n.
m)
überwinden;
ein Hindernis n.; den Graben mit einem großen Sprung n.
2.
jmdn.oder etwas n.
a)
ertragen, dulden, hinnehmen;
man muss die Dinge, die Menschen n., wie sie sind; er ist hart im Nehmen
ugs.
er kann einen kräftigen Schlag, Hieb vertragen
b)
vorübergehend bei sich aufnehmen und versorgen;
sie nimmt die Kinder, die Blumen, den Dackel, während wir verreist sind
3.
jmdn. n.
a)
behandeln;
du nimmst den Jungen immer noch als Kind; sie weiß, wie sie ihren Mann n. muss
b)
eine Frau n. 1.
mit einer Frau den Beischlaf ausüben,
2.
eine Frau heiraten;
einen Mann n.
einen Mann heiraten;
du hättest ihn, sie ja nicht zu n. brauchen
c)
sich gegen Entgelt von jmdm. raten, helfen lassen;
einen Anwalt, einen Bergführer n.
II.
mit Dat. und Akk.
jmdm. etwas oder jmdn. n.
jmdm. etwas stehlen, jmdn. einer Sache berauben, jmdm. eine Person entziehen;
er nimmt niemandem etwas; sie haben ihm mit dem Kind seinen Lebensinhalt genommen; sie haben ihm bei der Scheidung das Kind genommen
III.
als Funktionsverb
in Angriff n.
beginnen;
in Anspruch n.
beanspruchen;
in Betrieb n.
beginnen zu benutzen;
Einblick, Einsicht in etwas n.
sich etwas prüfend ansehen;
eine bestimmte Entwicklung n.
sich auf bestimmte Weise entwickeln

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