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Die Geschichte des Dartsports

Vom Kneipensport zum Massenphänomen

Schon seit längerer Zeit ist der einstige Kneipensport Darts wieder aus der Versenkung an die Öffentlichkeit gelangt. Mittlerweile begeistert das Pfeilwerfen auch in Deutschland Millionen von Menschen Live bei Meisterschaften oder auf der Couch vor dem Fernseher. Wir haben die Entwicklung dieses Kult-Sports einmal genauer unter die Lupe genommen und seine Geschichte von der damaligen Erfindung in Großbritannien bis heute nach Deutschland verfolgt.

Dartspieler beim Wurf
Dartsport

Der Ursprung der Pfeile

Der Grundstein des Sports wurde bereits in der Antike gelegt. Pfeile wurden ab dem Jahr 250 n. Chr. Bis etwa 600 n. Chr. als Waffen im Krieg eingesetzt. Die Römer machten es vor mit der sogenannten Plumbata. Die kleinen Wurfpfeile wurden unter anderem in der römischen Legion verwendet. Optisch erinnern die Waffen schon ein wenig an die heutigen Dartpfeile. Jedoch sind sie wesentlich größer. Insgesamt waren sie zwischen 50 und 70 Zentimeter lang, mit einer Klingenläge von bis zu 12 Zentimetern. Um die Durchschlagskraft zu erhöhen und die Flugbahn zu stabilisieren, war in der Mitte ein Bleigewicht angebracht. Außerdem waren die Spitzen mit Widerhaken versehen.

Später wurden solche Pfeile bei den Franzosen als Kriegswaffe genutzt. Aus dem Altfranzösischen stammt auch der Name „Darts“, was so viel heißt wie „Wurfspieß“ oder „Speer“.

Sportlich wurde es dann aber erst in England, als man mit den Pfeilen auf Wagenräder warf, die als Zielscheibe dienten.

Die Wiege des Dartsports

Darts, so wie wir die Sportart heute kennen, wurde in Großbritannien mit der Erfindung des Dartboards erfunden. Generell hat die Welt den Briten ziemlich viele Sportarten zu verdanken, jedoch waren solche Sportveranstaltungen eher darauf ausgelegt, dass man seine Wetten platzieren konnte. Wettportale, wie beispielsweise Betway, gehen auf die damalige Wettkultur aus dem Vereinigten Königreich zurück. Heutzutage kann man allerdings bequem von zu Hause aus seine Wetten platzieren und das System ist deutlich sicherer als früher.

Man kann grob festhalten, dass Darts etwa im Jahr 1896 in seiner heutigen Form entstanden ist. Zu dieser Zeit legte der Engländer Brian Gamlin die Einteilung der Dartscheibe in 20 Zahlen und vor allem auch deren Position fest. Erst ab dem Zeitpunkt dieser Anordnung wurde das Pfeilewerfen zu einem Präzisionssport.

Präzision deshalb, weil hohe Zahlenwerte immer an Felder mit einem niedrigen Wert angrenzen. Aus diesem Grund wird ein hohes Maß an Konzentration und Koordination von den Spielern abverlangt.

Das 20. Jahrhundert und die wachsende Popularität

In Großbritannien erfreute sich Darts immer größerer Beliebtheit und es entwickelte sich langsam zu einem richtigen Massenphänomen, weshalb auch Meisterschaften zu Anfang des 20. Jahrhunderts folgten.

Bei Wettbewerben wird üblicherweise der Modus „501“ gespielt. Hier wird von der Punktzahl auf 0 heruntergespielt. Der geworfene Wert wird dabei von der Summe abgezogen. Gewonnen hat der Spieler, der als erstes exakt 0 Punkte erreicht hat.

Kurz nach seiner Erfindung wurde Darts zunächst als Glücksspiel deklariert. Das jedoch implizierte, dass man nicht durch Können gewinnen kann. Außerdem hatte das Folgen für die Pubs, in denen Glücksspiel eigentlich verboten war. Im Jahr 1908 wurde es dann jedoch im Rahmen einer kuriosen Gerichtsverhandlung zum Geschicklichkeitsspiel gemacht, als ein angeklagter Gastwirt ein damaliger Dartprofi mit drei Würfen auf die 20 bewiesen, dass man den Pfeilsport doch auch beherrschen kann.

Das machte Darts nur noch populärer, woraufhin sich im Jahr 1937 rund 300.000 Teilnehmer bei den Londoner Stadtmeisterschaften mitmachten. Queen Mum, also die Mutter von Königin Elisabeth II, eröffnete das Turnier höchstpersönlich mit einem Wurf.

1970 konnte man dann das erste Mal Darts im britischen Fernsehen schauen, einige Jahre später wurde sogar die Weltmeisterschaft übertragen. In den 80er Jahren verschwand der Sport jedoch so langsam in der Versenkung. Der Grund war unter anderem der starke Alkohol und Tabakgenuss während der Meisterschaften.

Infografik zum Thema Darts
Dart-Fakten
Darts heute

Mittlerweile hat es der Pfeilsport wieder aus der Versenkung geschafft und erfreut sich wieder größter Beliebtheit bei Jung und Alt und das überall auf der Welt. Im Interview mit DDV Präsident Michael Sandner wird deutlich, wie sehr die Deutschen den Sport lieben: Insgesamt verzeichnete der Deutsche Darts-Verband zur Saison 2019/2020  über 15.000 Spieleranmeldungen. In den ersten Bundesländern ist es sogar schon zum anerkannten Schulsport geworden.

Vor allem durch die Fernsehübertragungen diverser Dartveranstaltungen, wie etwa die Promi-Darts-WM auf ProSieben oder die Weltmeisterschaft, die jährlich im Londoner Alexandra Palace stattfindet, wächst die Popularität. Spieler wie beispielsweise der amtierende Weltmeister, der Niederländer Michael van Gerwen, werden verehrt wie Popstars und verdienen auch dementsprechend.

Darts als olympische Disziplin?

Ein logischer Schritt in Richtung Zukunft wäre in der Folge die Etablierung als olympische Disziplin. Populär genug ist der Sport. Das beweisen die Millionen Zuschauer an den TV-Geräten und die Preisgelder in Millionenhöhe. Der Sport würde bestimmt gut in das Konzept der Spiele passen. Der Weltverband WDF arbeitet bereits an einer Anerkennung durch das Olympische Komitee.

Allerdings muss man bedenken, dass Darts dann viel von seinem festivalartigen Charakter einbüßen müsste, weshalb es auch viele Gegner gibt, die alles lieber beim Alten belassen möchten.

Nichtsdestotrotz wird Darts wohl in Zukunft immer beliebter werden und zwar ohne eine olympische Disziplin zu sein. Für alle Interessierten und die, die es einmal werden möchten, haben wir alles noch einmal in einer Infografik zusammengefasst.

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