Wahrig Herkunftswörterbuch
Motte
die Bezeichnung der Schmetterlingsart lässt sich auf
[Info]germ.
*muþþon „Motte“ zurückführen, das sich auch inaltengl.
mođđe undaltnord.
motti nachweisen lässt; die weitere Herkunft ist nicht geklärt, vielleicht liegt eine Verwandtschaft mit → Made vorMotte: Du kriegst die Motten!
Ein vielen Menschen nicht mehr geläufiges Symbol für die menschliche Seele ist die Motte, die heute meistens als Nachtfalter bezeichnet wird und zu den Schmetterlingen zählt. Psyche, der Lebenshauch bzw. die Seele, wurde beispielsweise von den Griechen als Mädchen mit Schmetterlingsflügeln dargestellt, und auch bei anderen Völkern stand der Schmetterling für die Seele – der Zusammenhang besteht wahrscheinlich darin, dass Schmetterlinge ihre Gestalt mehrfach ändern und schließlich der Puppe entschlüpfen, was sie der körperlosen Seele ähneln lässt. Insekten wie Grillen, Mücken, Hummeln oder eben auch Motten werden oft mit seltsamen Gedanken assoziiert – dies zeigt sich unter anderem in der Wendung Motten im Kopf haben „komische Ideen haben“. Der erstaunte Ausruf du kriegst die Motten! „das ist ja nicht zu glauben!“ spielt jedoch auf die zersetzende Tätigkeit der Motten an: Im Rotwelschen ist die Motten haben ein verhüllender Ausdruck für „mit einer Lungentuberkulose infiziert sein“. Das dahinterstehende Bild der Lunge als eines Stoffes, den Motten durchlöchert haben, ist jedem verständlich, der im Kleiderschrank von Motten zerfressene Wollkleidung vorfindet.
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