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Obst – zum Anbeißen gut

Ob Äpfel oder Birnen, Erdbeeren oder Kirschen – ohne diese knackigen oder weichen, süß oder säuerlich schmeckenden Früchte wäre unser Speisezettel um vieles ärmer. Ihr köstliches Fruchtfleisch ist mit nahrhaften Zutaten wie Zucker, Eiweiß, Ölen oder Fetten angereichert. Hinzu kommen noch jede Menge Vitalstoffe, Vitamine und Mineralien, die der Mensch für ein gesundes Leben braucht.

Im allgemeinen Sprachverständnis unterteilt man das Obst in verschiedene Gruppen, die nicht unbedingt auf die botanische Zugehörigkeit der Pflanzen Rücksicht nehmen. Zum Kernobst beispielsweise gehören die altbekannten Äpfel und Birnen, aber auch Quitten und die selten gewordenen Mispeln. Sie können monatelang gelagert werden und sind dann besonders in der kalten Jahreszeit willkommene Vitaminspender.

Wesentlich empfindlicher sind Kirschen, Pflaumen und Pfirsiche, die zum Steinobst gerechnet werden. Sie lassen sich nur in konservierter Form aufbewahren – entweder eingeweckt, zu Marmelade verarbeitet oder tiefgefroren. Beerenobstsorten wie Himbeeren, Brombeeren oder Erdbeeren munden am besten direkt vom Strauch, wenn sie ihre volle Reife erreicht haben.

Auch exotische Früchte wie Orangen, Datteln, Mangos, Bananen oder Ananas sind mittlerweile ein genauso fester Bestandteil unseres Speiseplans wie die heimischen Obstsorten. Dienten sie in ihren Heimatländern schon lange als Nahrungsmittel, so sind sie inzwischen auch zu wichtigen Wirtschaftsgütern geworden und werden in oft riesigen Monokulturen für den Export angebaut. Zu den bekanntesten (ehemaligen) Exoten gehören die Zitrusfrüchte, die uns besonders im Winter mit dem gesundheitsfördernden Vitamin C versorgen. Während sie vor allem in den Wintermonaten in den Handel kommen, kann man Bananen das ganze Jahr über kaufen. Da sie im grünen vorreifen Zustand geerntet werden, lassen sie sich gut transportieren. Anders so empfindliche Exoten wie Mango, Litschi und Papaya: Sie fanden erst den Weg an unsere Obststände, nachdem der schnelle Interkontinentaltransport per Luftfracht möglich geworden war.

Kernobst: Vom Garten in Küche und Keller

Welches ist die Stammform der Kulturbirne?

Verschiedene Wildarten, darunter auch die heimische Holzbirne (Pyrus pyraster). Diese schöne Wildbirne wird etwa 20 Meter hoch und bildet eine kegelförmige Krone aus. Im April und Mai schmückt sie sich mit weißen Blüten. Ihre Früchte sind klein, rundlich bis birnenförmig und schmecken sehr herb. Genießbar sind sie nur nach langer Lagerung, wenn das Fruchtfleisch teigig geworden ist. Charakteristisch für sie sind auch die sog. Steinzellen mit dicken Wänden in der Nähe des Kerngehäuses.

Holzbirnen lieben tiefgründige, mineral- und kalkreiche Böden. Sie sind wärmebedürftiger als die Wildäpfel und deshalb im Norden Europas nicht anzutreffen. In der freien Natur sehr selten geworden, findet man dort häufiger verwilderte Kultursorten, die mit der Zeit wieder die Merkmale der Stammformen angenommen haben.

Wo begann die Laufbahn der Kulturbirne?

Wahrscheinlich in Persien. Von dort aus gelangte Pyrus communis, wie die Kulturbirne botanisch heißt, über Kleinasien in das antike Griechenland und um 1000 v. Chr. zu den Römern. Die Römer brachten sie schließlich, wie so viele Nutzpflanzen, über die Alpen nach Mitteleuropa.

Im Altertum kannte man wie beim Apfel bereits einige Sorten und veredelte sie. Wissenschaftler nehmen jedoch an, dass die antiken Birnen noch ähnlich harte, roh ungenießbare Früchte wie die Holzbirne trugen, die vor dem Verzehr gedämpft werden mussten. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts tauchen in der Literatur Birnen mit »schmelzendem« Fruchtfleisch auf.

Wie erntet und lagert man Birnen richtig?

Für Lagerfrüchte, die nicht am Baum ausreifen sollen, ist der richtige Erntezeitpunkt besonders wichtig. Um ihn zu treffen, kann man sich des recht zuverlässigen »Ablösetests« bedienen: Man hebt die am Ast hängende Frucht waagerecht an; löst sie sich vom Zweig, ist die Erntezeit gekommen. Zu früh gepflückte Früchte schrumpeln beim Lagern; zu spät gepflückte Birnen aber werden rasch mehlig.

Zum Nachreifen werden die Birnen in trockenen, kühlen Räumen aufbewahrt. Erst dort entwickeln die Früchte ihren optimalen Geschmack. Wer Birnen einkauft, sollte wissen, dass vollreife Früchte sofort verzehrt werden müssen. Will man sie einige Tage aufbewahren, sollte man zu nicht ganz reifen, noch festen Früchten greifen und sie zu Hause nachreifen lassen.

Wer verbirgt sich hinter der »Schmeerbirne«?

Der Speierling (Sorbus domestica). Er teilt das Schicksal vieler alter Kulturpflanzen, die heute fast vergessen und vom Aussterben bedroht sind. Als wichtiger Kulturbaum des Mittelalters fehlte er damals in keinem Hof und Garten. Er liebt die Wärme und fühlt sich besonders in den Weinbaugegenden an Rhein und Neckar, im Burgenland und Niederösterreich wohl.

Der Speierling wächst sehr langsam und kann bis zu 600 Jahre alt werden. Entsprechend wertvoll ist sein Holz, das zu den härtesten europäischen Laubhölzern zählt. Deshalb kann es auch für die Herstellung stark beanspruchter Gegenstände verwendet werden. Früher wurden daraus z. B. Weinpressen oder die Joche von Arbeitstieren, aber auch Speere gefertigt. Begehrt waren jedoch vor allem seine Früchte, die Sperbeln. Sie sind zunächst sehr hart und herb; nach längerer Lagerung oder nach Frosteinwirkung werden sie jedoch genießbar und schmecken dann angenehm säuerlich.

Welche Äpfel wurden in der Steinzeit gegessen?

Die Früchte des Holzapfels (Malus sylvestris). Das beweisen Funde zahlreicher Kerne in damaligen Behausungen. Der Holzapfel gilt als der Stammvater aller heutigen Apfelsorten. Aus ihm und dem Paradiesapfel (Malus pumila var. paradisiaca) entwickelte sich höchstwahrscheinlich der Kulturapfel (Malus domestica), den es heute in unzähligen Sorten gibt.

Der Wuchs des Holzapfels erinnert selten an einen echten Baum mit hohem Stamm. Er verzweigt sich schon nahe der Basis und wächst zu einem bis zehn Meter hohen Strauch heran. Nicht blühende Seitentriebe enden zuweilen in spitzen, wehrhaften Dornen. Die runden Früchte haben einen Durchmesser von maximal drei Zentimetern, sie schmecken sehr sauer und adstringierend, also zusammenziehend, wie Fachleute es nennen. Wer einmal in einen wilden Apfel gebissen hat, weiß, was damit gemeint ist. Verantwortlich für dieses Zusammenziehen sind die vielen enthaltenen Gerbstoffe.

Weshalb gibt es immer weniger große Apfelbäume?

Weil die ursprünglichen Kulturformen mit ihren breit ausladenden, offenen Kronen nur in aufwendiger Handarbeit abzuernten sind. Deshalb herrschen in modernen Plantagen nicht die knorrigen, charaktervollen Hochstämme vor, sondern die pflegeleichten und für die maschinelle Ernte geeigneten Niederstammformen. Sie sind meist auf wüchsige, robustere Arten gepfropft und werden vegetativ vermehrt. Da die meisten Sorten selbststeril sind, brauchen sie andere Apfelsorten in der Nachbarschaft, die zur gleichen Zeit blühen, so dass die Fremdbestäubung gesichert ist.

Übrigens: Zentren der Apfelbaumkultur in Deutschland, wo etwa 1000 Sorten angebaut werden, sind das Alte Land südwestlich von Hamburg und der Bodenseeraum. In den Lebensmittelläden ist von dieser Vielfalt leider wenig zu sehen, denn nahezu 70 Prozent des Angebots werden in Europa von nur vier Apfelsorten abgedeckt: Golden Delicious, Jonagold, Red Delicious und Gala.

Wofür steht der Apfel sinnbildlich?

Das ist je nach Kulturkreis verschieden. Im christlichen Abendland verband man den Apfel vor allem mit der biblischen Geschichte von Eva, die im Paradies die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis pflückte. Damit war der Apfel zu einem Sinnbild für die (meist verbotene) paradiesische Frucht und die Verführung geworden.

Auch in der Mythologie vieler Völker hat der Apfel diese Bedeutung: Bei den Griechen war es ein Apfel, mit dem Paris die schönste unter den Göttinnen auswählte; er entschied sich für Aphrodite, und seine Wahl mündete, wie bekannt, in den langen und unseligen Krieg um Troja. Bei den Kelten galt Avalon, das Apfelland, als Paradies, in das nur die Herrin Morgaine Einlass gewährte; beispielsweise dem König Artus, der Heilung von seinen Wunden suchte. In der germanischen Mythologie waren die Äpfel Iduna, der Göttin der Erneuerung, zugeordnet. Sie herrschte über die goldenen Äpfel des Lebens – und wer davon aß, besaß ewige Jugend.

Im Mittelalter schließlich avancierte die runde Frucht – einst auch ein Sinnbild für die Vollkommenheit der Erde und des Kosmos – zum Herrschaftssymbol: Der mit einem Kreuz geschmückte Reichsapfel gehörte zusammen mit Krone und Zepter zu den Reichsinsignien der mittelalterlichen Herrscher des Heiligen Römischen Reiches und symbolisierte die gottgewollte Herrschaft des Königs über seine Untertanen.

Welches Obst gab der Marmelade ihren Namen?

Die Quitte (Cydonia oblonga). Bei den Griechen hießen nämlich in Honig eingelegte Quitten »melimelon«; daraus machten die Portugiesen »marmelo« und bezeichneten damit das Quittenmus. In der eingedeutschten Form »Marmelade« bezeichnete das Wort dann ganz allgemein Fruchtmus.

Die reifen Früchte der Quitte verströmen einen betörenden Duft. Sie sind allerdings sehr hart und in rohem Zustand ungenießbar, können aber zu köstlichen, nicht alltäglichen Produkten verarbeitet werden. So ergeben sie etwa ein erfrischend säuerliches Gelee mit dem köstlichen Aroma und der ansprechenden goldgelben Farbe der Früchte. Das bei der Saftgewinnung anfallende Fruchtmark kann durch Kandieren zu süßem Quittenbrot verarbeitet werden. Gedünstet oder geschmort eignen sich Quitten auch hervorragend als Beilage zu Fleisch.

Übrigens: Birnenquitten (Cydonia oblonga var. pyriformis) haben nicht nur eine andere Form als Apfelquitten (Cydonia oblonga var. maliformis), sondern sind auch saftiger.

Sind Vogelbeeren giftig?

Nein, lediglich sehr große Mengen roher Beeren können Durchfall und Übelkeit auslösen. Ursache ist die enthaltene Parasorbinsäure, die beim Kochen jedoch zerstört wird. Der bittere Geschmack der Früchte, die von der Vogelbeere oder Gewöhnlichen Eberesche (Sorbus aucuparia) stammen, wird allerdings jeden davon abhalten, allzu viele der roten Beeren zu naschen. Kleine Portionen gelten unter Rednern und Sängern sogar als Geheimrezept für geschmeidige Stimmbänder. Eine süß schmeckende, völlig ungefährliche Unterart wurde 1810 in Tschechien entdeckt und etablierte sich in höher gelegenen Regionen bald als wichtiges Obstgehölz: die Mährische Eberesche (Sorbus aucuparia ssp. moravica). Gekocht oder gedünstet liefern ihre Beeren ein ausgezeichnetes Kompott und eine gute Beilage für Fleischgerichte aller Art.

Übrigens: Den Namen »Vogelbeere« tragen Ebereschen zu Recht, denn ihre Früchte sind vor allem bei Vögeln begehrt. Früher machten sich Vogelfänger diesen Umstand zunutze und lockten mit den Beeren Singvögel an, denen einst auch in Deutschland eifrig nachgestellt wurde.

Welches Wildobst wurde von Äpfeln und Birnen verdrängt?

Die Echte Mispel (Mespilus germanica). Sie war bereits im antiken Griechenland als Obstgehölz bekannt und kam im Gepäck der Römer nach Mitteleuropa. Dort zählte die Mispel während des Mittelalters zum Standardrepertoire in den Kloster- und Bauerngärten. Man aß ihre reifen »Steinäpfel« roh, verarbeitete sie zu Marmelade oder Obstwein und machte sich den hohen Gerbstoffgehalt unreifer Früchte bei der Gerberei zunutze.

Die etwa pflaumengroßen, runden oder birnenförmigen Mispeln reifen im Oktober und sind leicht zu erkennen: Am abgeflachten Ende der braunen Früchte setzt ihnen der vertrocknete Kelch der ehemaligen Blüte eine Art Krone auf. Da Mispelfrüchte erst nach langer Lagerung oder Frosteinwirkung genießbar sind und sich anschließend nicht mehr lange halten, verdrängten Apfel und Birne das Wildobst weitgehend aus den Gärten. Wo die Mispel noch zu finden ist, wurde sie in der Regel als Zierstrauch gepflanzt. Ihre strahlend weißen Blütenblätter und das schmale, dunkelgrüne Laub reizen Gärtner heute mehr als die säuerlichen, mehligen Früchte.

Wer heißt im Volksmund »Rosinenbaum«?

Die Kupferfelsenbirne (Amelanchier lamarckii), die sich seit einigen Jahren auch einen Namen als Obstgehölz macht – eigentlich keine Neu-, sondern eine Wiederentdeckung. Denn in Bauerngärten wurde der Strauch schon vor zwei Jahrhunderten wegen seiner leckeren Früchte angepflanzt. Den offiziellen deutschen Namen verdankt die Kupferfelsenbirne ihrem Laub, das kupferfarben austreibt. Man findet sie deshalb häufig als Ziergehölz in den Gärten.

Übrigens: Auch die Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis), die sich von April bis Juni mit weißen, lockeren Blütenbüscheln schmückt, bringt heidelbeergroße, rote bis bläuliche, süß schmeckende Früchte hervor.

Welcher Apfel kommt aus Amerika?

Die Apfelbeere (Aronia), eine Gattung etwa zwei bis drei Meter großer Sträucher, der nur zwei Arten mit mehreren Varietäten angehören. Eine davon ist die Kahle Apfelbeere (Aronia melanocarpa var. melanocarpa). Von ihr gelangten Anfang des 20. Jahrhunderts einige Pflanzen zufällig nach Russland, wo Forscher bald die positiven Eigenschaften ihrer Früchte entdeckten: Sie stärken Galle und Leber, beruhigen Magen und Darm und sind sogar in der Lage, Schwermetalle und einige radioaktive Substanzen aus dem Körper zu schwemmen. Nachdem sich die Apfelbeere als überaus robust erwiesen hat und auch im weniger begünstigten Klima Russlands gut zurecht kommt, baut man sie heute dort häufig als Heilpflanze und Obstgehölz an.

Im August oder September reifen die kleinen Wunderbeeren heran. Sie sind schwarzviolett und erinnern in Größe und Form an die Früchte der Eberesche (Sorbus aucuparia). Süß-säuerlich im Geschmack, lassen sie sich zu Marmelade oder Saft verarbeiten – in kräftigem Rot, das die reichlich enthaltenen Anthocyan-Farbstoffe beisteuern.

Übrigens: Schon vor vielen Jahrhunderten schätzten die nordamerikanischen Indianerstämme die kleinen Apfelfrüchte: Sie ließen sie nach dem Sammeln trocknen und verkneteten sie zusammen mit Dörrfleisch und Fett zu dem sog. Pemmikan, einer haltbaren Kraftnahrung für den Winter.

Was ist Hutzelbrot?

Ein Früchtebrot aus Hefeteig, das zur Weihnachtszeit gebacken wird. Seinen Namen verdankt es den Hutzeln – gedörrten Birnenschnitzen, die man in Süddeutschland und Österreich auch Kletzen nennt. Sie sind zusammen mit Nüssen und Rosinen für ein echtes Hutzelbrot unentbehrlich.

Mit dem Hutzelbrot verbinden sich allerlei Bräuche. Als Fruchtbarkeits- und Glückssymbol wurde es am Heiligen Abend oder am 26. Dezember angeschnitten und an die Haus- und Hofbewohner verteilt; selbst das Vieh erhielt seine »Maulgabe«. Das Anschneiden des Hutzelbrotes war auch ein Verlobungsbrauch: Ein rauer Anschnitt bedeutete eine Absage vonseiten des Mädchens, ein glatter Anschnitt ihre Zustimmung zur Verlobung mit ihrem Verehrer.

Wussten Sie, dass …

die Beeren des Speierlings früher dem Apfelwein zugesetzt wurden? Sie machten den Geschmack herber, den Saft klarer und verbesserten seine Haltbarkeit.

die berühmteste Birne aus England stammt? 1770 kam Williams Christbirne auf den Markt, deren aromatisches, leicht zimtartiges Aroma sehr beliebt ist und die auch gerne für Süßspeisen verwendet wird.

der Name des Speierlings nichts mit Übelkeit zu tun hat? Er leitet sich von dem althochdeutschen Wort »Spiera« ab, das Speer bedeutet.

der berühmteste Birnbaum im Havelland steht? In seinem bekannten Gedicht »Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland« setzte Theodor Fontane (1819–1898) ihm ein literarisches Denkmal.

Wo kann man den »Erdapfel« besichtigen?

Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Er ist der älteste noch erhaltende Erdglobus und wurde von dem Kartographen und Astronomen Martin Behaim (1459–1507) zwischen 1490 und 1493 erstellt. Der Globus zeigt außer den portugiesischen Eroberungen in Westafrika fast vollständig die Landmassen Asiens und Europas. Amerika dagegen ist noch nicht eingezeichnet, denn dass Christoph Kolumbus einen neuen Kontinent entdeckt hatte, erfuhr die Welt erst später. Behaims Globus ist also das letzte Abbild der Erde vor der Entdeckung Amerikas.

Wussten Sie, dass …

Birnenholz von Tischlern geschätzt wird? Das sehr dichte und gleichmäßige Holz wird u. a. für Messinstrumente, Blockflöten, Modeln und Weinpressen verwendet; schwarz gebeizt, diente es einst auch als Ersatz für Ebenholz.

Äpfel einst Dichter inspirierten? So bewahrte Friedrich Schiller beispielsweise faule Äpfel in der Schublade seines Schreibtisches auf, deren Aroma seinen Gedankenfluss anscheinend beförderte.

Apfelkraut ein guter Süßstoff ist? Sein Geschmack ist aromatischer als Zucker und es enthält außerdem noch viele Mineralstoffe des Apfels.

es unter den Äpfeln auch hübsche Ziersträucher gibt? Arten wie etwa der Korallenapfel (Malus floribunda) oder der Kirschapfel (Malus baccata) zieren nicht nur durch ihre Blüte, sondern schmücken sich auch mit vielen kirschgroßen Früchten.

Wussten Sie, dass …

Quitten als heilkräftig gelten? Der Schleim, der sich beim Kochen der Quittenkerne bildet, soll bei Husten und Schmerzen wohltuend wirken.

man auch die Früchte der Scheinquitten nutzen kann? Sie lassen sich genauso wie die Echten Quitten zu Marmelade und Gelee verarbeiten.

man Quittengelee nicht mit Gelierzucker kochen muss? Die Früchte enthalten so viel Pektin, dass der Fruchtsaft auch ohne zusätzliches Geliermittel ausreichend eindickt.

Was ist Pomologie?

Die Pomologie ist die Lehre von den Obstarten und -sorten. Sie befasst sich mit deren Bestimmung, Beschreibung, Empfehlung und Erhaltung, wobei man heute oft nur noch Sortenkunde darunter versteht. Die heute oft mehr belächelte denn als seriös anerkannte Wissenschaft entfaltete sich vor mehr als 200 Jahren. Damals rief eine unüberschaubare Vielfalt an Obstsorten Spezialisten auf den Plan, die sich zur zentralen Aufgabe machten, die zahlreichen Sorten zu katalogisieren und systematisch zu ordnen. Heute beschäftigen sich Pomologen auch mit Problemen des Obstanbaus wie etwa Düngung oder Schnitt oder mit betriebswirtschaftlichen Fragen wie etwa einheitlichen Fruchtgrößen oder der Vermarktung des Obstes. Nicht zuletzt kümmern sich zahlreiche Vereinigungen von Pomologen um den Erhalt alter Obstsorten.

Steinobst: Genüsse des Sommers

Wodurch unterscheiden sich Herz- und Knorpelkirschen?

Herzkirschen (Prunus avium var. juliana) und Knorpelkirschen (Prunus avium var. duracina) unterscheiden sich durch ihr Fruchtfleisch. Beide werden, botanisch gesehen, zu den Süßkirschen gezählt.

Herzkirschen haben ein sehr weiches, saftiges Fruchtfleisch. Sie sind nicht lange haltbar, kaum transportfähig und werden deshalb höchstens direkt vom Obstbauern oder auf Regionalmärkten angeboten. Knorpelkirschen mit ihrem festen, hellen Fruchtfleisch lassen sich dagegen besser transportieren und können deshalb auch überregional angeboten werden. Teuer sind beide, denn Kirschenernte ist auch heute immer noch Handarbeit. Heute werden Kirschen in vielen Sorten kultiviert, in Deutschland u. a. in den typischen Obstanbaugebieten am Bodensee und im Alten Land, vor allem aber in Unterfranken.

Übrigens: Am besten schmecken die Vitamin-C-reichen Früchte frisch. Sie lassen sich aber auch konservieren, kandieren oder zu Marmelade und Saft verarbeiten. Und selbst die Kirschkerne sind noch zu verwenden: Sorgfältig gesammelt, ausgekocht, getrocknet und in ein Leinensäckchen eingenäht, das man im Backofen aufheizt, sind sie ein einfaches, aber bewährtes Mittel für die Wärmebehandlung im Hausgebrauch.

Was sind Vogelkirschen?

Die Wildform der Süßkirsche (Prunus avium). Sowohl ihr deutscher als auch ihr botanischer Name spielt auf ihre Beliebtheit bei Vögeln an, die im Sommer die saftigen Früchte zu schätzen wissen. Denn der schwedische Naturforscher Carl von Linné (1707–1778), der die Art wissenschaftlich benannte, hängte der Kirsche den Artzusatz avium an, von lateinisch »avis« für Vogel.

Vogelkirschen, die noch häufig in Laub- oder Mischwäldern, an Waldrändern und Hecken zu finden sind, sind außer im hohen Norden in ganz Europa bis nach Eurasien und Nordamerika verbreitet. Die bis zu 20 Meter hohen Bäume können rund 90 Jahre alt werden. Charakteristisch ist die rötliche Ringelborke, die sich in waagerechten Streifen vom Stamm löst. An den Blattstielen sitzen rote, runde Drüsen, die einen süßen Saft ausscheiden, der gerne von Ameisen gefressen wird. Eine andere Absonderung ist das sog. Katzengold – eine rötliche, gummiartige Masse, die der Baum als Wundverschluss bildet, wenn seine Rinde verletzt wird. In der Volksmedizin wurde es früher, in Wein aufgelöst, als Hustenmittel genutzt. Das rötlichbraune Holz ist zum Bau von Möbeln und Musikinstrumenten sehr gesucht.

Die Vogelkirsche wird auch oft als Unterlage bei der Veredelung von Edelkirschen verwendet. Außerdem ist sie ein hervorragendes Blüten- und Vogelschutzgehölz, das nicht nur Vögeln, sondern auch vielen Insekten reichlich Nahrung in Form von Pollen und Nektar bietet.

Sind Sauerkirschen saure Süßkirschen?

Nein, denn die Sauerkirsche ist eine eigene Art mit dem botanischen Name Prunus cerasus; sie stammt aus dem Kaukasus und aus Kleinasien.

Die wilde Sauerkirsche oder Weichsel (Prunus cerasus) wächst als mehrere Meter hoher Strauch, der im Mai blüht. Aus ihr sind ebenfalls viele Kultursorten hervorgegangen. Da Sauerkirschbäume später blühen als ihre süßen Schwestern, sind sie weniger frostgefährdet und versprechen regelmäßige Ernten. Eine der bekanntesten Sorten ist die aus dem östlichen Mittelmeerraum stammende Schattenmorelle oder Strauchweichsel (Prunus cerasus ssp. acida). Sie trägt kleine, schwarzrote, oft glasige Früchte. Zum Frischessen sind sie zu sauer, sie eignen sich aber ausgezeichnet für die Herstellung von Konfitüren, Fruchtweinen oder zur Konservierung. Der lautmalerisch eingedeutschte Name leitet sich ab von »Chateau de Moreille«, einem Schloss in Frankreich, wo sie angeblich gezüchtet wurde. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen heute in Italien und auf dem Balkan.

Glaskirschen oder Amarellen (Prunus cerasus ssp. acida var. cerasus) sind vermutlich aus einer Kreuzung mit der Süßkirsche entstanden und tragen daher nur mäßig saure, durchscheinende Früchte, die mitunter auch roh genossen werden können. Schließlich ist noch die Maraskakirsche (Prunus cerasus ssp. acida var. marasca) zu nennen. Diese Varietät ist vor allem auf dem Balkan verbreitet und wird hauptsächlich zu dem bekannten Maraschino-Likör verarbeitet.

Wo ist die Kirschblüte ein Nationalfest?

In Japan, denn in keinem anderen Land haben Kirschen eine so große kulturgeschichtliche Bedeutung wie dort. Auf der asiatischen Insel gilt die Kirschblüte seit alters als Inbegriff von Zartheit und Reinheit, aber auch als Symbol der Vergänglichkeit, der Schönheit und des Lebens.

Die Kirschblüte oder »Sakura«, wie sie auf Japanisch heißt, versetzt das ganze Land alljährlich in einen Ausnahmezustand. Schon Mitte März ergreift das Kirschblütenfieber die Menschen im subtropischen Süden, bis es Mitte April Tokio und Ende Mai den Norden erreicht. Bewaffnet mit Picknickutensilien, strömen dann Millionen in die öffentlichen Parks und Grünanlagen, um das weiße oder rosarote Blütenmeer zu bewundern und zu feiern.

Gibt es einen Unterschied zwischen Pflaumen und Zwetschgen?

Das kommt darauf an, wo man wohnt. In Südwestdeutschland unterscheidet man sehr wohl zwischen Zwetschgen (auch Zwetschen oder Quetschen genannt), die zugespitzte Enden haben, und Pflaumen mit einer rundlichen Form. In Nord- und Ostdeutschland dagegen werden beide einfach Pflaumen genannt. Ganz gleich, ob Pflaume oder Zwetschge, beides sind Formen der Hauspflaume (Prunus domestica ssp. domestica).

Die Hauspflaume ist die Frucht des in Europa heimischen Pflaumenbaums (Prunus domestica), der vor langer Zeit vermutlich in Vorderasien entstand und von den Römern in die eroberten Länder nördlich der Alpen gebracht wurde. Zu seinen Vorfahren gehören der Schlehdorn (Prunus spinosa) und die wilde Kirschpflaume (Prunus cerasifera). Der strauchartige, bis zu sieben Meter hohe Baum trägt jedoch größere Früchte und nur an den jungen Trieben manchmal Dornen; die kleinen weißen Blüten erscheinen im Frühling noch vor den Blättern. Zuweilen kommt er auch verwildert in freier Natur vor. In Ostasien ist er ein Symbol des Frühlings und der Jugend und wird in China – ähnlich wie die Kirschblüte in Japan – häufig in Gedichten besungen und auf Gemälden dargestellt.

Sind alle Pflaumen blau?

Nein, man kennt daneben auch grüne und gelbe Früchte, denn von Prunus domestica gibt es zahlreiche Unterarten: Prunus domestica ssp. italica liefert die runden, grün- bis gelblichen Reineclauden oder Ringlotten. Die kirschgroßen, gelben Mirabellen stammen dagegen von Prunus domestica ssp. syriaca. Hierzulande wurden sie erst im 16. Jahrhundert eingeführt. Mirabellen schmecken fein aromatisch und sind außer zum Rohessen vor allem als Einmachobst und für wohlschmeckende Konfitüren geeignet.

Am bekanntesten ist allerdings nach wie vor die große, bläulich violette Frucht von Prunus domestica ssp. domestica mit dem charakteristischen Aroma. Diese Art verlangt im Garten einen gut gedüngten, stickstoffreichen Boden und ist, im Gegensatz zu Kirschen und Äpfeln, selbstbefruchtend, benötigt also keine zweite Sorte in ihrer Nähe.

Übrigens: Die Früchte werden meist roh gegessen und verarbeitet, wobei Kuchen und Marmelade an erster Stelle stehen. Getrocknet kommen sie als Backpflaumen in den Handel; früher waren sie in dieser Form ein wichtiger Exportartikel der Balkanländer. Vom Balkan stammt auch der Slibowitz (Slivovice), ein berühmter Pflaumenschnaps. Sein Name enthält das indogermanische Wort »sli«, das »bläulich« bedeutet und auf die Farbe der Frucht Bezug nimmt.

Wie werden die Früchte der Schlehe in der Küche verwendet?

Sie lassen sich zu Kompott und Gelee verarbeiten, liefern aber auch einen hervorragenden Likör und Schnaps.

Die kleinen schwarzblauen Früchte der Schlehe (Prunus spinosa) reifen im Herbst; sie enthalten reichlich Gerbsäure und schmecken daher außerordentlich sauer. Genießbar sind sie eigentlich erst, wenn der Frost sie mürbe gemacht hat, aber dann entwickeln sie, vergleichbar mit den Pflaumen, einige kulinarische Qualitäten.

Lassen sich Schlehen im Garten kultivieren?

Vermutlich schon, jedoch sind die mit den Pflaumen verwandten Schlehen (Prunus spinosa) als Gartenpflanzen nicht sehr populär. Denn wenn sie nicht beschnitten werden bilden sie mehrere Meter hohe, sehr dichte Sträucher; zudem laufen ihre Äste in dornigen Spitzen aus, die fast waagerecht vom Haupttrieb abstehen und unachtsamen Gärtnern schmerzhafte Wunden zufügen können. Die Sträucher wirken oft sperrig und bilden mit der Zeit ein undurchdringliches Gestrüpp. Am schönsten sind Schlehen zur Blütezeit im April und Mai, wenn sie über und über mit kleinen, weißen Blüten bedeckt sind.

Obwohl die Schlehe im Großen und Ganzen ein eher anspruchsloses Gehölz ist, liebt sie Kalkböden und gedeiht in freier Natur gerne an sonnigen Wald- und Wegrändern, auf Schutthalden und in Hohlwegen. Durch starke Wurzelbrut vermehrt sie sich vegetativ und bildet oft ausgedehnte Dickichte. Von allen Prunus-Arten ist sie am weitesten in Europa verbreitet, denn sie fehlt nur im hohen Norden und auf Island. Als Bestandteil von artenreichen Hecken sind Schlehen von großer ökologischer Bedeutung. Nicht weniger als 137 Kleintieren bieten sie Unterschlupf und Nahrung, darunter allein 73 Schmetterlingsarten. Auch für 18 Wildbienenarten sind Schlehen wichtige Nahrungspflanzen.

Woran erkennt man reife Pfirsiche?

Wenn Pfirsiche reif sind, haben sie, genau wie Nektarinen, ein unvergleichliches Aroma. Beim Kauf sollte man sich deshalb auf seine Nase verlassen: Ein feiner Duft kündigt die baldige Vollreife an; zu Hause können die Früchte, die meist aus dem Kühllager in den Handel kommen, in wenigen Tagen nachreifen. Auf die Farbe des Obstes kann man sich dagegen nicht verlassen, denn sie gibt keinen Aufschluss über den Reifegrad der Früchte.

Übrigens: Bei Nektarinen und Pfirsichen unterscheidet man weißfleischige und gelbfleischige Sorten, wobei die weißfleischigen im Allgemeinen als aromatischer und saftiger, aber auch als druckempfindlicher gelten.

Sind Pfirsiche behaarte Nektarinen und Nektarinen glatte Pfirsiche?

Im Prinzip schon, denn die Nektarine (Prunus persica var. nectarina) ist lediglich eine Varietät des Pfirsichs (Prunus persica). Sie ist also nicht aus einer Kreuzung von Pfirsich und Pflaume entstanden, wie häufig behauptet wird. Hierzulande sind Nektarinen erst seit etwa 20 Jahren bekannt und mittlerweile ebenso beliebt wie die samtigen Pfirsiche. Sie haben festeres Fleisch, sind weniger saftig und lassen sich deshalb besser aus der Hand essen.

Pfirsichbäume sind im März mit herrlichen rosafarbenen Blüten übersät; ihre schmalen Blätter entwickeln sich erst später. Im Juli und August reifen die apfelgroßen, samtig-haarigen Früchte heran, die durch ihr saftiges Fruchtfleisch bestechen. Der gefurchte Stein umschließt einen ölreichen Samen, der das giftige Blausäureglykosid Amygdalin enthält.

Übrigens: Sowohl Pfirsich als auch Nektarine wurden schon vor mehreren Tausend Jahren in China kultiviert und gelangten über Persien nach Europa.

Welches Obst verbirgt sich hinter der Marille?

Die Aprikose (Prunus armeniaca), die in Österreich landläufig als Marille bezeichnet wird. Aprikosen wachsen in der Regel zu einem etwa acht Meter hohen Baum heran, dessen rötliche Zweige mit dunkelgrünen, glänzenden Blättern besetzt sind. Im zeitigen Frühjahr erscheinen oft noch vor den Blättern weiße, seltener rosa Blüten. Die kugeligen gelben Früchte schmecken am besten frisch vom Baum, wenn sie ihre volle Reife erreicht haben. Leider sind sie nicht lange haltbar, so dass man im Lebensmittelladen meist nur unreif geerntete Früchte findet. Sind sie noch hart und grün, sollte man von ihrem Kauf absehen. Wenn sie aber weich in der Hand liegen und schon etwas Farbe haben, kann man sie zu Hause bei Zimmertemperatur noch nachreifen lassen, damit sich ihr feines Aroma voll entfaltet.

Übrigens: Obwohl sie wahrscheinlich ursprünglich aus Nordchina und der Mongolei stammt, gedeiht die Aprikose in unseren Breiten am besten in den warmen Mittelmeerländern und in der ungarischen Tiefebene. Einer der Hauptproduzenten von Aprikosen ist die Türkei, die auch die nur walnussgroßen, sehr süßen Zuckeraprikosen liefert.

Wer liefert die beliebten Mandelkerne?

Die Süßmandel (Prunus dulcis var. amara). Im milden Klima der badischen Bergstraße bei Heidelberg läuten die rosafarbenen, duftigen Blüten der Mandelbäume oft schon im Februar den Frühling ein. Mandelbäume (Prunus dulcis) sind in den milden, gemäßigten Regionen überall auf der Welt zu finden. Ihre Heimatgebiete aber sind der östliche Mittelmeerraum, Kleinasien und die Levante, wo sie schon vor langer Zeit kultiviert wurden.

Äußerlich ähnelt der Mandelbaum einem Pfirsichbaum. Er trägt im Herbst samtig behaarte, grüne Früchte, die etwa so groß sind wie Aprikosen, jedoch ungenießbar. Sie platzen bei der Reife auf und geben den äußerst harten, runzligen und mit kleinen Löchern versehenen Kern frei. Darin befindet sich der begehrte Same, die wohlschmeckende Mandel, die sowohl roh gegessen wie auch als Backzutat verwendet werden kann.

Übrigens: Die Ziermandel (Prunus triloba), die wie ihre nützliche Verwandte auf warmes Klima angewiesen ist, ist ausschließlich ein Augenschmaus, denn sie bringt keine Früchte hervor. Dafür schmückt sich der bis zwei Meter hohe Strauch im Frühling mit einer Wolke aus zartrosa Blüten. Um die Blühfreudigkeit zu erhalten, sollte man ihn nach der Blüte stark zurückschneiden.

Wussten Sie, dass …

»Pfirsich Melba« nach einer Sängerin benannt wurde? Das bekannte Dessert aus Pfirsichen, pürierten Himbeeren und Vanilleeis wurde 1892 von dem französischen Meisterkoch Auguste Escoffier zu Ehren der australischen Koloratursopranistin Nellie Melba (1861–1931) kreiert.

Trockenpflaumen abführend wirken? Man weicht einfach ein bis zwei getrocknete Pflaumen am Vorabend in Wasser ein und verzehrt sie am nächsten Morgen in Müsli oder Joghurt – die Wirkung lässt meist nicht lange auf sich warten.

Warum werden Kirschen wurmig?

Weil sie von der Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) befallen sind. Im Fruchtfleisch lässt sich bei genauerer Betrachtung ein weißlicher »Wurm« entdecken, der sich allerdings gar nicht als Wurm, sondern als Made entpuppt, nämlich als die der Kirschfruchtfliege. Sie gilt als der ärgste Feind professioneller Obstbauern, gerade in wärmeren Regionen Süd- und Mitteleuropas. Das etwa fünf Millimeter lange Insekt hat es vor allem auf Süß- und weniger auf Sauerkirschen abgesehen. Braune, eingesunkene Stellen in Stielnähe und weiches Fruchtfleisch sind deutliche Anzeichen für einen Befall.

Die Fliege überwintert unterirdisch als Puppe, in der sich bis Mitte Mai das erwachsene Tier entwickelt. Wenn die Kirschen beginnen, sich von Gelb nach Gelbrot umzufärben, legen die Weibchen jeweils ein Ei in der Frucht ab – insgesamt 100 bis 250! Etwa eine Woche später schlüpfen daraus weiße Maden und schlemmen sich rund um den Kern durch das saftig rote Fleisch. Nach drei bis vier Wochen sind sie ausgewachsen, fallen zu Boden und verpuppen sich dort für die nächste Generation.

Wussten Sie, dass …

Mandeln ein begehrtes Öl liefern? Das Mandelöl wird durch Pressung gewonnen und Kosmetika zugesetzt oder dient als Grundlage für Salben; sogar der Pressrückstand, die sog. Mandelkleie, wird in der Kosmetik als mildes Hautreinigungsmittel verwendet.

Mandeln sehr nahrhaft sind? Sie enthalten über 50 Prozent Öl und rund 20 Prozent Eiweiß.

zur Aromatisierung von Kuchen oder Desserts heute keine Bittermandeln mehr verwendet werden? Mittlerweile wurden sie durch künstliches Bittermandelaroma ersetzt; es enthält Benzaldehyd als Aromastoff und ist gesundheitlich völlig unbedenklich.

Sind Mandeln giftig?

Nur die Bittermandeln. Sie wurden früher aufgrund ihres charakteristischen Geschmacks gelegentlich zur Aromatisierung von Backwaren verwendet. Auch heute noch kann man Bittermandeln kaufen, sie werden jedoch nur in sehr kleinen Packungen bis zu fünf Stück angeboten, denn fünf bis zehn Kerne können wegen des hohen Giftgehalts für Kleinkinder bereits tödlich sein.

Das Gift der Bittermandeln ist das Amygdalin, ein Blausäureglykosid, aus dem die hochgiftige Blausäure (Zyanid) abgespalten wird. Sie hemmt wie Zyankali die Zellatmung und führt unter Krämpfen zum Erstickungstod. Auch die Kerne von Äpfeln, Pfirsichen und Aprikosen enthalten Amygdalin, wenn auch in sehr viel geringeren Mengen. Die Pflanzen produzieren das Gift vermutlich, um sich gegen Fressfeinde zu schützen.

Bittermandeln sind vor allem an ihrem äußerst bitteren Geschmack zu erkennen; außerdem sind sie kleiner und unregelmäßiger geformt als Süßmandeln. Auch die Blausäure verströmt einen charakteristischen Geruch, den jedoch nicht jeder wahrnehmen kann.

Wussten Sie, dass …

den Blüten der Schlehe auch medizinische Wirkungen zugesprochen wurden? Getrocknet und aufgebrüht, wurden sie in der Volksmedizin früher als Blutreinigungstee getrunken.

die Kirsche nach einer Stadt benannt ist? Die Römer nannten sie nach der antiken Stadt Kerasos am Schwarzen Meer »cerasus«, woraus sich schließlich das deutsche »Kirsche« entwickelte.

Kirschbaumholz besonders in der Biedermeierzeit populär war? Das rötlich braune Holz wird noch heute gerne als Werk- und Furnierholz oder für Musikinstrumente verwendet.

Was ist Persipan?

Ein aus Pfirsich- und Aprikosenkernen hergestellter Ersatz für Marzipan.

Marzipan, Bestandteil feiner Gebäcke, Süßwaren und Pralinen, wird aus geriebenen süßen Mandeln, Zucker und Rosenwasser hergestellt. Die unangefochtene »Hauptstadt« des Marzipans in Deutschland ist Lübeck, wo das berühmteste Marzipan produziert wird.

Persipan kann als Marzipanersatz verwendet werden. Anstelle der Mandeln enthält es entbitterte Pfirsich- und Aprikosensamen. Vom Geschmack etwas kräftiger als Marzipan, gilt das preiswertere Persipan jedoch als weniger edel, da ihm das feine Mandelaroma fehlt.

Himbeere und Brombeere: Wild und in Kultur

Sind Himbeeren wirklich Beeren?

Nein, die dunkelroten, bei Zuchtformen mitunter auch gelben, weichen Früchte sind, anders als der Name der Pflanze suggeriert, keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte, die aus den einzelnen Fruchtblättern gebildet werden. Untereinander sind die winzigen Früchte durch feine, samtige Härchen verbunden. Anders als bei der Brombeere, übrigens auch eine Sammelsteinfrucht, ist die Frucht nur lose an den Blütenboden gebunden und kann leicht abgezogen werden. Himbeeren sind sehr saftig und aromatisch und haben dank ihres Gehalts an Apfel- und Zitronensäure ein feines, erfrischendes Aroma. Sie sind reich an Mineralstoffen wie Kalium, Eisen und Phosphor und wirken blutreinigend. Die kleinen roten »Beeren« können von Juli bis August (bei späten Sorten bis Oktober) gesammelt werden.

Wachsen Himbeeren an Sträuchern?

Nein, genau genommen sind »Himbeersträucher« Stauden, die mithilfe ihrer Wurzeln überwintern. Aus dem Wurzelstock treiben sie im Frühjahr lange, schwach verholzende Ruten aus, die bis zu zwei Meter hoch wachsen und mit weichen Stacheln besetzt sind. Die drei- bis fünfzähligen Blätter bedeckt auf der Unterseite ein weißer Flaum. Im ersten Jahr beschränken sich die Ruten darauf, in die Höhe zu wachsen. Erst im zweiten Jahr treten aus den Achselknospen der Blätter kurze Seitentriebe hervor, aus denen der Blütenstand wächst: eine nickende Rispe mit wenigen weißlichen Blüten. Fünf Kelch- und ebenso viele rundliche Blütenblätter kennzeichnen sie als ein Mitglied der Rosengewächse.

Übrigens: Die wilde Verwandte der Gartenhimbeere ist die in ganz Europa und Asien verbreitete Waldhimbeere (Rubus idaeus). Hierzulande ist sie in lichten Laub- und Mischwäldern an Waldrändern und auf Kahlschlägen anzutreffen. Sie liebt nährstoffreiche Böden und ist ein Stickstoffzeiger.

Was macht die Brombeere mit ihren Wandersprossen?

Sie vermehrt sich damit. Brombeeren bilden oft ausgedehntes, undurchdringliches Gestrüpp an Waldrändern, auf Lichtungen und in Hecken. Und bei dem Versuch, an die leckeren schwarzen bis rötlichen Früchte zu gelangen hat bestimmt jeder schon einmal Bekanntschaft mit den spitzen Stacheln der Brombeere gemacht. Mithilfe sog. Wandersprossen können sich Brombeeren leicht vermehren: Berührt eine Brombeerrute mit der Spitze den Boden, so kann sie Wurzeln entwickeln und aus Achselknospen neue Sprosse treiben, die übrigens erst im zweiten Jahr die begehrten Früchte tragen.

Übrigens: Die Brombeere ist in manchen Landesteilen unter dem Namen »Kratzbeere« oder »Kroatzbeere« bekannt. Ihr botanischer Name lautet Rubus fruticosus und bezeichnet eine Sammelart, die über 2000 Sippen umfasst. Der eigentliche Name »Brombeere« leitet sich vom althochdeutschen Wort »brama« ab, was so viel heißt wie Dornenstrauch.

Welche Sorten kommen bei uns auf den Markt?

Die Früchte, die bei uns auf den Markt kommen, stammen aus landwirtschaftlichem Anbau. Die Brombeere wird erst seit dem 19. Jahrhundert kultiviert, wobei bevorzugt amerikanische Sorten angebaut wurden, von denen heute viele verwildert sind. Eine bekannte moderne Sorte ist »Theodor Reimers«, benannt nach einem Pflanzenzüchter aus Hamburg. Sie treibt kräftige Ruten, die bis zu drei Meter hoch werden können, allerdings dicht mit starken Dornen besetzt sind. Die zahlreichen pechschwarzen Früchte lassen sich nur im reifen Zustand leicht vom Blütenboden ablösen und haben ein feines Aroma – was leider nicht bei allen Kultursorten selbstverständlich ist, denn bei der Zucht werden oft Aussehen oder Haltbarkeit höher bewertet als der Geschmack. Inzwischen werden auch stachellose Sorten angeboten, was die Ernte der köstlichen Früchte natürlich sehr erleichtert.

Wachsen Brombeeren auch im hohen Norden?

Ja, durchaus, beispielsweise die Moltebeere (Rubus chamaemorus), deren weitere Bezeichnung »Arktische Brombeere« bereits auf ihr nördliches Verbreitungsgebiet hinweist. Diese Rubus-Art gedeiht rund um den Polarkreis bis nach Südskandinavien. Die zweihäusige Pflanze treibt aus einem ausdauernden Wurzelstock 10–15 Zentimeter lange Sprosse mit fünflappigen Blättern. Noch im gleichen Jahr entwickeln sie männliche oder weibliche Blüten, die Erdbeerblüten ähneln. Ihre orangegelben Früchte mit dem fein säuerlichen Geschmack enthalten viel Vitamin C. In Skandinavien werden Moltebeeren gerne als Wildobst gesammelt und entweder roh verzehrt oder zu Marmelade verarbeitet. Auch die Aakerbeere (Rubus arcticus) hat sich den hohen Norden als Lebensraum auserkoren. Ihre würzigen Früchte sollen von allen Rubus-Arten am besten schmecken.

Wo bekommt man die Goldene Himbeere?

In Hollywood. Alljährlich wird in den USA die Goldene Himbeere für den schlechtesten Film, die schlechteste schauspielerische Leistung und Ähnliches verliehen – sozusagen als Gegenstück zu dem begehrten Oscar. Vergeben wird der Preis von der 1980 gegründeten Golden Raspberry Award Foundation (G.R.A.F.), der zurzeit rund 450 Filmkritiker, Journalisten und in der Filmbranche Tätige angehören. Im Jahr 2000 wurden Sylvester Stallone und Madonna als schlechteste Akteure des ganzen 20. Jahrhunderts »ausgezeichnet«.

Begehrt scheint die Goldene Himbeere nicht zu sein, denn keiner der Gekürten hat sie je in Empfang genommen!

Wussten Sie, dass …

man Himbeeren und Brombeeren auch an ihren Stacheln unterscheiden kann? Himbeeren haben keine oder nur weiche Stacheln, die langen Ranken der Brombeeren sind dagegen mit starken Stacheln besetzt.

Himbeeren so teuer sind, weil sie mit der Hand gesammelt werden müssen und sich nicht lange lagern lassen?

Himbeeren und Brombeeren sich kreuzen lassen? Aus dieser Kreuzung soll 1881 im Garten eines Richters namens Logan in Kalifornien die Loganbeere (Rubus loganobaccus) entstanden sein, deren längliche, weinrote Früchte ein feines Aroma haben und besonders für Kompott geeignet sind.

die ebenfalls aus Kalifornien stammende Boysenbeere eine Rückkreuzung der Loganbeere mit Brombeere oder Himbeere ist? Sie liefert große, schmackhafte Früchte und wird mit und ohne Stacheln angeboten.

Erdbeere und Rhabarber: Süß-saure Kombination

Was essen wir bei den Walderdbeeren?

Das gleiche wie bei den Kulturerdbeeren: den fleischig angeschwollene Blütenboden mit den ihm aufsitzenden kleinen grünen oder gelben Nüsschen. Denn anders als ihr Name vermuten lässt, gehören Erdbeeren im botanischen Sinn gar nicht zu den Beeren (bei echten Beeren verspeist man nämlich das den oder die Samen umhüllende Fruchtfleisch), sondern zu den sog. Sammelnussfrüchten.

Die Walderdbeere (Fragaria vesca) bevorzugt nährstoffreiche Böden und wächst auf Waldlichtungen, Kahlschlägen, an sonnigen Wegrändern und in Gebüschen. Sie ist in ganz Europa, Asien und Nordamerika verbreitet und dringt in den Alpen bis in eine Höhe von über 2000 Metern vor. Die ausdauernde Pflanze mit den behaarten Stängeln und den für Erdbeeren typischen dreizähligen Blättern wird etwa 15 Zentimeter hoch. Im Mai und Juni erscheinen die kleinen, weißen Blüten, die von Insekten bestäubt werden.

Sind Walderdbeeren ungesund?

Mitunter schon, denn leider ist der Genuss von rohen, wild wachsenden Erdbeeren nicht unbedenklich. Besonders in Regionen, in denen der Fuchsbandwurm verbreitet ist, sollte man Walderdbeeren – ebenso wie andere Wildfrüchte, die in Bodennähe wachsen – nur gekocht verzehren, um sich vor einer Infektion mit dem gefährlichen Parasiten zu schützen. Im Zweifelsfall sollte man bei dem zuständigen Forstamt nachfragen.

Übrigens: Neben der Walderdbeere sind noch zwei weitere Wildarten hierzulande heimisch: Die selten gewordene Zimt- oder Moschuserdbeere (Fragaria moschata) gedeiht an Waldrändern und in feuchtem Gebüsch. Von der Walderdbeere unterscheidet sich diese Pflanze durch ihre Größe, die bis zu 30 Zentimeter beträgt. Ihrer wohlschmeckenden Früchte wegen wurde sie früher häufig kultiviert. Da sie späte Nachtfröste übel nimmt, ist sie nur für geschützte Standorte geeignet. Die Knackerdbeere oder Knackelbeere (Fragaria viridis) ist etwas kleiner als die Walderdbeere, ziemlich hart und schmeckt etwas fade. Die Art besiedelt trockene Gebüsche, Halbtrockenrasen und Wegränder.

Vermehren sich Erdbeeren nur über ihre Früchte?

Nein, Erdbeeren können sich auch über Ausläufer vermehren. Im ersten Jahr bilden sie eine Rosette dreizähliger Blätter aus, die an langen Stielen sitzen. Im zweiten Jahr erscheint der Blütenstand mit wenigen Blüten. Dann entwickelt die Pflanze aus den Blattachseln neue Triebe, die wiederum Blattrosetten ausbilden. Zusätzlich kommen aus den Achseln der niedrigen Blätter weitere Triebe hervor. Sie wachsen waagerecht als Ausläufer , verankern sich im Boden und bilden neue Blattrosetten. So kann aus einer einzigen Erdbeerpflanze eine Vielzahl von Tochterpflanzen entstehen.

Übrigens: Eine weitere Art ist die in den Alpen heimische Monatserdbeere (Fragaria vesca var. semperflorens). Monatserdbeeren nennt man heute Sorten, die innerhalb einer Saison mehrmals blühen und Früchte entwickeln. Auch Zimterdbeere und Knackerdbeere wurden eine Zeit lang in Kultur genommen. Heute sind sie längst von Sorten mit größeren Früchten verdrängt.

Stammt die Gartenerdbeere von der Walderdbeere ab?

Nein, die Ausgangsarten unserer heutigen Gartenerdbeere (Fragaria × ananassa) sind die Scharlacherdbeere (Fragaria virginiana), die im 17. Jahrhundert aus Nordamerika zu uns kam, und die Chile-Erdbeere (Fragaria chiloensis), die an der gesamten Pazifikküste heimisch ist und zuerst in England und Frankreich angebaut wurde. Durch Kreuzungen und züchterische Weiterentwicklung entstanden schließlich immer neuen Sorten, die größere Früchte tragen. Leider bleibt bei diesen großfrüchtigen Sorten häufig der Geschmack auf der Strecke. Ihre Größe erreichen Gartenerdbeeren für gewöhnlich, indem die Pflanzen in die Früchte mehr Wasser einlagern als ihre wilden Verwandten, aber weniger Zucker und Fruchtsäuren. Dadurch reichen Gartenerdbeeren nur selten an den Geschmack wilder Erdbeeren heran.

Was ist Rhabarber – Obst oder Gemüse?

Eigentlich ein Gemüse, doch er wird meist wie Obst genutzt: Mit viel Zucker gekocht wird er kalt als Kompott serviert, zu Fruchtmarmeladen hinzugefügt oder zu wohlschmeckendem Kuchenbelag verarbeitet. Besonders mit Erdbeeren harmoniert seine Säure gut. Verwertet werden lediglich die fleischigen Blattstiele der Pflanze. Die Blätter sind wegen ihres hohen Gehalts an Oxalsäure ungenießbar. Auch die Stängel enthalten Oxalsäure, deren Gehalt mit der Zeit langsam ansteigt, so dass die Ernte ab Mitte Juni eingestellt werden sollte.

Im Garten bevorzugt Rhabarber einen sonnigen Standort und lockere, fruchtbare Erde. Um dem Geschmack der Verbraucher entgegenzukommen, hat man Kultursorten mit einem geringeren Säureanteil gezüchtet. Als Faustregel gilt: Rhabarbersorten mit grünen Stangen werden meist dicker und schmecken saurer, rote Sorten sind milder, aber oft auch dünner. Bis zu zehn Jahre lang kann eine Pflanze gute Erträge liefern, dann sollte der Wurzelstock des pflegeleichten Gemüses geteilt und an einer anderen Stelle wieder eingepflanzt werden.

Die großen, krausen Rhabarberblätter treiben schon früh im Jahr aus. Wird ihr Wachstum unter Folie beschleunigt, können die langen, fleischigen Stiele schon ab April geerntet werden. Im Sommer schmückt sich der Rhabarber mit einem imposanten, bis zu zwei Meter hohen Blütenstand. Will man jedoch verhindern, dass der Pflanze allzu viel Kraft entzogen wird, sollte man ihn entfernen, um das Rhizom nicht zu schwächen. Im August sterben die Blätter dann ab.

Warum sind auf vielen Marienbildern Erbeeren zu sehen?

Weil ihre weißen Blüten die Unschuld der Gottesmutter verkörpern. Wie viele andere Pflanzen, die im Laufe der Kulturgeschichte eine große symbolische Bedeutung erlangten, steht auch die Erdbeere als Symbol für gegensätzliche Dinge. So galt sie im Mittelalter beispielsweise aufgrund ihres verführerischen Aromas und der leuchtend roten Farbe als Sinnbild der Verlockung und Weltlust. Andererseits wurde sie zum Sinnbild der Rechtschaffenheit, Bescheidenheit und Demut. Die dreigeteilten Blätter hielt man für ein Symbol der Dreifaltigkeit, und die weißen Blüten verkörperten die Unschuld der Gottesmutter Maria. Auf vielen Gemälden, die Maria oder die Heilige Familie zeigen, sind deshalb Erdbeerpflanzen zu sehen.

Wussten Sie, dass …

es auch »falsche« Erdbeeren gibt? Die fade schmeckenden Früchte der Indischen Scheinerdbeere (Duchesnea indica) sind leicht mit Walderbeeren zu verwechseln. Als zierender Bodendecker ist die Pflanze aus Süd- und Ostasien in vielen Gärten zu finden.

in China die Rhizome des Rhabarbers genutzt werden? Schon vor 4000 Jahren kannte man deren abführend wirkende Inhaltsstoffe.

Stachelbeeren und Johannisbeeren: Bunte Beerenvielfalt

Sind alle Stachelbeeren grün?

Nein, Stachelbeeren gibt es in etlichen Farben. Insbesondere in England wurden viele der heute etwa 150 verschiedenen Sorten gezüchtet. Da gibt es grünschalige Sorten wie den Klassiker »Grüne Kugel«; etwas mildere gelbschalige und rotschalige, die auf die Unterart Ribes uvacrispa var. reclinata zurückgehen sollen; und schließlich hält der Fachhandel auch noch Sorten mit weißlich-grünen oder fast braunen Beeren bereit. Im Garten werden die von Natur aus strauchartig wachsenden Stachelbeeren häufig als Hochstämmchen gezogen. Ihre Blätter sind auf der Unterseite mit gelblichen Harzdrüsen besetzt und verströmen einen charakteristischen Geruch. Bei guter Pflege haben sie eine Lebensdauer von 15 Jahren.

Die Wildform der Stachelbeere (Ribes uva-crispa) findet man in ganz Eurasien bis hin nach Nordostchina. Sie gedeiht an Felsen und Burgmauern, in Schlehengebüschen, an Waldrändern oder in Schlucht- und Auenwäldern. Die Blütentrauben haben nur ein bis drei Blüten, aus denen sich erbsengroße gelbgrüne Früchte entwickeln.

Übrigens: Wichtigstes Anbauland für Stachelbeeren ist Deutschland, auch wenn Importe aus Ländern wie Ungarn und Polen die Saison der süßsauren Beeren verlängern.

Warum sind Schwarze Johannisbeeren schwarz?

Die dunkle, fast schwarze Farbe dieser Johannisbeere wird durch wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, den sog. Anthocyanen hervorgerufen, die die Pflanze u. a. vor schädlichem UV-Licht aus der Sonnenstrahlung schützen. Der würzig-herbe Geschmack Schwarzer Johannisbeeren ist nicht jedermanns Sache, denn manche Menschen empfinden ihn zuweilen als »wanzenartig«.

Übrigens: Die in Mittel- und Osteuropa sowie Nordasien heimische Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) wird seit dem 16. Jahrhundert kultiviert und heute noch in den gemäßigten Regionen der Erde angebaut.

Tragen alle Johannisbeeren genießbare Früchte?

Nein, einige Gattungen finden nur als Ziersträucher Verwendung. Mit ihren dunkelroten Blütentrauben bieten die Blutjohannisbeerensträucher (Ribes sanguineum), die gern neben die zur gleichen Zeit aufblühenden Forsythien gepflanzt werden, im Frühling einen herrlichen Anblick. Es gibt etliche Sorten dieser aus Nordamerika stammenden Zierjohannisbeeren, darunter auch rosa und weiß blühende. Den Farbeffekt der Blüten bewirken neben den kleinen Kronblättern vor allem die größeren Kelchblätter. Blutjohannisbeeren werden bis 2,50 Meter hoch, haben aromatisch duftende Blätter und tragen schwarzblaue, bereifte Beeren, die allerdings nicht zum Verzehr geeignet sind.

Wie werden die Beeren zubereitet?

Beide Arten können auf vielerlei Weise kulinarisch verarbeitet werden. Ob wie bei Großmutter als Hefekuchen mit Schmand oder aus Konditorhand fein und edel mit Baiserhaube – Stachelbeerkuchen ist ein ganz besonderer Genuss. Dieser wird noch dadurch gesteigert, dass dieses Beerenobst – sieht man einmal von der Verwendung tiefgekühlter Früchte ab – nur wenige Sommerwochen lang Saison hat.

Der charakteristisch-herbe Geschmack der Johannisbeeren verleiht Saft seine besondere Note. Dieser wird deshalb auch als Ausgangsprodukt für Gelee, Sorbet, Likör oder Fruchtwein eingesetzt und die Cumberlandsoße, die gerne zu kaltem Wildbraten gereicht wird, wäre ohne Johannisbeergelee undenkbar. Mit ihrem süßsäuerlichen Geschmack munden die roten Beeren aber sowohl direkt vom Strauch als auch, nach Belieben gezuckert, in Obstsalaten oder als Torten- und Kuchenbelag. Man verarbeitet sie zu Konfitüren ebenso wie zu Roter Grütze. Wen beim Essen die kleinen Kerne stören, der wird Saft oder daraus bereitetes Gelee oder Obstwein vorziehen.

Übrigens: Von der Roten Gartenjohannisbeere (Ribes rubrum var. domesticum) waren bereits Ende des 16. Jahrhunderts verschiedene Kultursorten bekannt – bis heute sind es über 50 Sorten. Sie werden in fast allen Anbaugebieten Deutschlands und in vielen anderen Ländern der gemäßigten Zone kultiviert.

Wer verbirgt sich hinter der Chinesischen Stachelbeere?

Die Kiwi. In den 1970er Jahren begann Actinidia deliciosa (= chinensis) den deutschen Markt von Neuseeland aus zu erobern. Dort nannte man sie Chinese Gooseberry, Chinesische Stachelbeere. Heute kennt man die Vitamin-C-reiche Frucht bei uns besser als Kiwi. Diesen Namen verdankt sie ihrer äußerlichen Ähnlichkeit mit dem gleichnamigen neuseeländischen Laufvogel. Trotz des grünen Fruchtfleisches, einer derben, behaarten Schale und eines Geschmacks, der zumindest bei gekochten Kiwifrüchten an den von Stachelbeeren erinnert, gehört sie doch in eine ganz andere Pflanzenfamilie, nämlich zu den Strahlengriffelgewächsen (Actinidiaceae). Weltgrößter Kiwiproduzent ist heute Italien vor Neuseeland, Chile und Frankreich.

Wussten Sie, dass …

die Johannisbeere ihren Namen Johannes dem Täufer verdankt? Die Reifezeit der Pflanze liegt um den Johannistag (24. Juni) herum.

es auch weiße Johannisbeeren gibt? Sie sind botanisch gesehen jedoch keine eigene Art, sondern lediglich eine Kulturform der Roten Johannisbeere, der der rote Pflanzenfarbstoff (Anthocyan) fehlt.

Lassen sich Johannisbeere und Stachelbeere kreuzen?

Ja, das Ergebnis ist Josta (Ribes × nidigrolaria), eine Züchtung aus Kultursorten der Schwarzen Johannisbeere und der Stachelbeere mit Einkreuzung der nordamerikanischen Wildstachelbeere Ribes divaricatum. Ihr Name wurde aus den Anfangsbuchstaben der Elternarten zusammengezogen. Die Jostabeere entstand, als man Beerensträucher zu züchten versuchte, die gegen den aus Amerika eingeschleppten Stachelbeermehltau resistent waren. Wie viele Artbastarde, zeigt sich die neue Beerenobstart wuchsfreudiger als die Eltern. Angenehmerweise ist sie stachellos und trägt Beeren, die in Größe und Geschmack zwischen Stachelbeeren und Schwarzen Johannisbeeren liegen. Mit ihren sehr fest sitzenden Beeren eignet sich die Frucht nicht für den Erwerbsobstbau.

Zitrusfrüchte: Wichtige Vitamin-C-Quellen

Warum sind Zitrusbäume so beliebt?

Weil die immergrünen kleinen Bäume mit ihren dichten Kronen und ledrigen Blättern neben ihren dekorativen Früchten auch noch duftende Blüten tragen und so nicht nur einen Augenschmaus, sondern zugleich ein olfaktorisches Erlebnis bieten.

Die Römer waren die Ersten, die diese Eigenschaften der Zitruspflanzen zu schätzen wussten und aus diesem Grunde mit ihnen vornehmlich ihre Villen schmückten. Nachdem die exotischen Pflanzen über die Alpen gebracht worden waren, fungierten sie zunächst als Heil-, später auch als Zierpflanzen. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts wurden selbst in Deutschland Zitrusbäume in Kübeln zu unentbehrlichen Bestandteilen herrschaftlicher Gärten. Im Barock sollte man kein Schloss mehr ohne Orangerie finden. Mit dem Interesse an den begehrten und bewunderten Pflanzen gingen intensive Züchtungsaktivitäten einher. Denn alle Citrus-Arten lassen sich miteinander kreuzen, selbst mit manchen nahe verwandten Gattungen sind Kreuzungen möglich. Interessante Mutationen wurden weitergezüchtet und eingekreuzt, so dass Artgrenzen zu verschwimmen begannen. Daher ist schwer zu sagen, ob es nun 15 oder 100 verschiedene Arten gibt.

Woher stammen eigentlich Orangen und Zitronen?

Die Heimat fast aller Arten der Zitrusfrüchte (Gattung Citrus) liegt im Grenzgebiet zwischen Südwestchina und Nordostindien. Allerdings kamen bereits im Altertum die ersten Zitruspflanzen der Art Zitronatzitrone nach Südeuropa, wo man sie zunächst als Heilpflanzen und als Mittel gegen Motten schätzte. Nördlich des Äquators blühen fast alle Citrus-Gewächse Mitte März und werden dann gern von Bienen angeflogen. Viele Kultursorten kommen heute allerdings ohne Bestäubung aus; sie bringen die begehrten kernlosen Früchte hervor.

Übrigens: Typisch für -Arten sind die durch Öldrüsen aromatischen Blätter, deren Stiele häufig geflügelt sind. Bei vielen Arten kommen Sprossdornen vor. Die Blüten sind meistens weiß und enthalten einen Diskus mit Nektardrüsen.

Welche Zitruspflanze liefert die schwersten Früchte?

Die Pampelmuse. Sie trägt ihren lateinischen Namen Citrus maxima, der »größte Zitrusfrucht« bedeutet, zu Recht: Ihre runden Früchte haben üblicherweise einen Durchmesser von etwa 20 Zentimetern und werden zwei bis drei Kilogramm schwer. Mit zwei bis drei Zentimetern ist ihre Schale sehr dick. Es wurde aber auch schon von Exemplaren mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern berichtet, die zehn Kilogramm auf die Waage brachten. In Südchina kommt die Pampelmuse sowohl als Wild- als auch als Kulturform vor. Da die Früchte lange lagerfähig sind, ist sie dort das ganze Jahr erhältlich, bei uns jedoch nur in den Wintermonaten.

Sind Pampelmuse und Grapefruit das Gleiche?

Nein. Obgleich »Pampelmuse« und »Grapefruit« oft fälschlich synonym verwendet werden, ist die Grapefruit (Citrus x paradisi) vermutlich das Produkt einer spontanen Kreuzung von Apfelsine und Pampelmuse und entstand 1750 auf den Westindischen Inseln. Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts wird sie vor allem in Florida angebaut. Ihr bitterer Geschmack wurde wenig geschätzt, so dass man Sorten züchtete, die möglichst süß und wenig bitter waren.

Grapefruits sind plattrunde Früchte mit gelber Schale und hellgelbem Fruchtfleisch, das sehr saftig ist, säuerlich schmeckt und durch das Glykosid Naringin eine leicht bittere Note erhält. Die zunehmend den Markt beherrschenden rosa Sorten sind milder und süßer als die gelben. Der englische Name Grapefruit (»Traubenfrucht«) stammt wohl daher, dass die Früchte an den bis zu zehn Meter hohen Bäumen oft dicht beieinander hängen und nicht einzeln wie Zitronen oder Orangen. Vor allem in angelsächsischen Ländern finden Grapefruits großen Absatz, da sie dort ein wichtiger Bestandteil des Frühstücks sind: Man löffelt die halbierten und mit Zucker bestreuten Früchte aus.

Übrigens: Es gibt natürlich auch Kreuzungen zwischen Pampelmusen und Grapefruits, so z. B. »Sweetie« und »Pomelo« aus Israel. Die ovale »Sweetie« ist etwa so groß wie eine Grapefruit, aber viel süßer. Die gelb-grüne, birnenförmige Pomelo kann sogar die Größe eines Kinderkopfes erreichen. Da ihre Schale unbehandelt ist, kann man diese ebenfalls verwerten, beispielsweise für Marmelade.

Was macht Grapefruits so gesund?

Sie enthält viel Vitamin C, außerdem Pektinfasern, die zum Absenken des Cholesterinspiegels beitragen, und Bitterstoffe, die Immunsystem, Magen und Darm stärken. Ihr Genuss soll zudem Arterienverkalkung verhindern und das Wachstum von Krebszellen hemmen. Vielversprechend sind erste Versuche mit Extrakt aus Grapefruitkernen verlaufen, die als natürliche Antibiotika gegen 800 getestete Bakterienstämme wirken. Das ätherische Öl ist nicht nur für die Parfümindustrie von großer Bedeutung, auch in der Aromatherapie wird es gern als belebendes Mittel eingesetzt.

Übrigens: Ein bedeutender Teil der Grapefruiternte wird zu Saft verarbeitet, wobei die Früchte im Ganzen gequetscht werden. Durch Zentrifugieren trennt man dann den Saft von den leichteren ätherischen Ölen, die aus den Schalen stammen.

Woher stammt die Apfelsine?

Aus China. Schon der botanische Name der Apfelsine, Citrus sinensis, verrät ihre Herkunft. In China war die Orange schon vor Tausenden von Jahren bekannt, gelangte aber erst im 14. Jahrhundert nach Indien. Im Gepäck portugiesischer Kaufleute kam sie Anfang des 18. Jahrhunderts nach Portugal, von wo aus sie ihren Siegeszug rund um die Erde antrat. Heute kennt man über 400 verschiedene Sorten. Den größten Anteil an der Weltproduktion haben die Navel-Orangen – große, süße und kernfreie Früchte mit einem köstlichen Aroma. Erkennen kann man Navel-Orangen an den kleinen Sekundärfrüchten, die in das Fruchtfleisch eingebettet sind. Ebenfalls beliebt sind die großen Jaffa-Orangen und die spät reifenden Valencia-Apfelsinen. Ein erheblicher Teil der Apfelsinenernte wird zu Saft verarbeitet. Bei diesem Prozess wird auch das in den Schalen enthaltene Öl gewonnen, das bei der Herstellung von Parfüm, Lebensmitteln, Getränken und Reinigungsmitteln als Aromastoff zum Einsatz kommt. Außer Vitaminen enthalten Orangen auch wertvolles Kalzium, Magnesium, Kalium, Phosphor und Eisen.

Übrigens: Blutorangen erhalten ihre charakteristische Farbe durch rote Anthocyane, die sich im Zellsaft der Früchte bilden, wenn sie tiefen Nachttemperaturen ausgesetzt sind. Sie haben einen herberen und intensiveren Geschmack als die »Blondorangen«.

Was zeichnet Mandarinen aus?

Das Charakteristische von Mandarinen lässt sich am besten anhand eines Vergleichs mit anderen Zitrusfrüchten, vor allem Orangen, aufzeigen. Mandarinen (Citrus reticulata) wachsen an kleinen, dornigen Bäumen mit weidenartig herabhängenden Zweigen. Die Früchte sind kleiner als Apfelsinen, reifen im Allgemeinen früher und lassen sich leichter schälen. Ihr sehr süßes Fruchtfleisch enthält weniger Säuren als das der Orangen, aber mehr Mineralstoffe. Anders als die meisten anderen Zitrusfrüchte, kann man Mandarinen nicht lange reif am Baum hängen lassen und auch ihre Lagerfähigkeit ist auf nur sechs Wochen beschränkt. Um den Bedarf über Monate hinweg decken zu können, wurden Sorten gezüchtet, die zu unterschiedlichen Zeiten reifen. Die Früchte der ursprünglichen Art Citrus reticulata – die auch unter dem bezeichnenden Namen Citrus deliciosa geführt wird – haben zwar viele Kerne, dafür aber ein unvergleichliches Aroma, das von keiner der Hochzuchtsorten erreicht wird.

Übrigens: Clementinen und Satsumas sind nichts anderes als die kernlosen Varianten der Mandarinen. Die kleinsten Früchte, die vor allem als Konservenobst angeboten werden, sind die Tangerinen.

Was ist Bergamotte?

Die Bergamotte (Citrus aurantium ssp. bergamia) ist eine Verwandte der Bitterorange oder Pomeranze, die vor allem in Italien kultiviert wird. Ihre Früchte sind ungenießbar, das grünliche Öl aus ihren Schalen umso begehrter. Ihm verdankt z. B. Earl-Grey-Tee seinen unvergleichlichen Duft. Der Duftstoff dieser Zitrusfrucht wird auch in der Aromatherapie bei Patienten mit Depressionen eingesetzt. Auch das ursprünglich als Heilmittel verwendete Kölnischwasser enthält neben Zitronen-, Orangen- und Neroliöl das Öl der Bergamotte.

Weshalb ist die Schale von Zitronen nicht zum Verzehr geeignet?

Weil die Früchte gegen Schimmelpilzbefall mit einer Diphenyllösung behandelt werden, einem Stoff, der als Krebs erzeugend gilt und die Schale ungenießbar macht.

Dieser Befall von Schimmelpilzen war der Grund, warum Zitronen (Citrus limon) lange Zeit nur selten in Ländern, in denen sie nicht angebaut wurden, anzutreffen waren. Erst nachdem man einen Weg gefunden hatte, die Schimmelbildung zu verhindern, erweiterten sich die Exportmöglichkeiten der Anbauländer erheblich und die Zitrone trat ihren Siegeszug rund um die Erde an.

Auch wenn sich die Schale der Zitrone für den Einsatz in der Küche nicht eignet, so wird der Saft der Frucht dank ihres hohen Gehalts an Zitronensäure von 3,5 –7 Prozent gern als Würze oder zur Herstellung erfrischender Limonaden verwendet. Fast alle Menschen mögen den Duft der Zitronenschale und verbinden damit Sauberkeit und Frische. Daher wird auch das Öl aus der Schale häufig Arznei- und Reinigungsmitteln, Kosmetika und Seifen zugesetzt.

Woher stammt das Zitronat?

Von der Zitronatzitrone (Citrus medica). Die Frucht, die, wie bereits erwähnt, schon Römer und Griechen kannten und vorrangig zu Heil- und Zierzwecken kultivierten, wird noch heute im Mittelmeerraum angebaut, vor allem ihrer runzligen Schale wegen. Sie ist so dick, dass in der Frucht nur noch wenig Fruchtfleisch vorhanden ist, das fast keinen Saft hergibt und das außerdem auch sehr sauer schmeckt. Diese Schalen werden mehrmals in Zuckerlösungen, die immer stärker konzentriert sind, gekocht, bis sie glasig durchscheinend werden. Danach schneidet man sie in kleine Würfel, die dann als Zitronat oder Sukkade in den Handel kommen.

Wussten Sie, dass …

Orangen die beliebtesten Zitrusfrüchte sind? Mit 70 Prozent haben Orangen an der Weltproduktion von Zitrusfrüchten den größten Anteil, gefolgt von Mandarinen mit 14 Prozent.

ein mittelgroße Orange fast den täglichen Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen deckt? Damit ist die Apfelsine zusammen mit Kiwi und Grapefruit einer der besten Vitamin-C-Spender, denn pro 100 Gramm essbarem Anteil enthält sie 49,4 Milligramm Vitamin C.

Gibt es auch grüne Zitrusfrüchte?

Ja, sie stammen meist aus tropischen Ländern. Die Schale der Zitrusfrüchte ist zweigeteilt: Die äußere, durch Carotinoide gelb oder orange gefärbte Schicht enthält viele Sekretbehälter, aus denen ätherische Öle, etwa für die Parfümherstellung, gewonnen werden können. Aus der schwammigen, weißen Innenschicht wachsen, während die Frucht reift, Saftschläuche nach innen in die Fächer des Fruchtknotens hinein, umhüllen eng den Samen und bilden so das eigentliche Fruchtfleisch.

Der Farbstoff Chlorophyll in den Schalen grüner, also unreifer Früchte wird erst dann abgebaut, wenn die Nachttemperaturen tief genug absinken, was in den Mittelmeerländern im Herbst und Winter der Fall ist. Daher kommen von dort immer orangefarbene Apfelsinen, während in den Tropen, wo die Temperatur normalerweise nicht unter den Gefrierpunkt sinkt, auch ausgereifte Früchte mit teilweise grüner Schale zu finden sind.

Wussten Sie, dass …

Grapefruits den Abbau bestimmter Medikamente verzögern? Denn mit den Früchten gelangen Substanzen in den menschlichen Körper, die bestimmte Enzyme blockieren, die für den Abbau von Fremd- und Schadstoffen und damit auch Medikamenten verantwortlich sind.

Öl aus Mandarinenschalen aufmunternd wirken soll? Vermutlich ist es aus diesem Grund ein wichtiger Bestandteil von Eau de Cologne.

Welche Zitrusfrüchte sind nicht zum Verzehr bestimmt?

Vor allem Bitterorangen oder Pomeranzen (Citrus aurantium ssp. aurantium). Diese Zitrusfrüchte sind für den Genuss im rohen Zustand nicht geeignet; dennoch werden viele Teile der Pflanze genutzt. Die Früchte dienen beispielsweise der Herstellung der englischen Orangenmarmelade, bei der auch Schalen mitverarbeitet werden. Kandierte und dann zerkleinerte Schalen liefern darüber hinaus das Orangeat, nicht nur in der Weihnachtszeit eine beliebte Backzutat.

In französischen Plantagen erntet man vor allem die duftenden Blüten, aus denen das teure Neroliöl extrahiert wird, das für hochwertige Parfüms benötigt wird. Auch aus Blättern und Zweigen gewinnt man ein Öl, das in der Parfüm- und Kosmetikindustrie zum Einsatz kommt und auch dem Curaçao-Likör seinen typischen Geschmack verleiht.

Melonen: Erfrischend im Sommer

Was haben Wassermelonen, Honigmelonen und Gurken gemeinsam?

Sie gehören allesamt zu der Familie der Kürbisgewächse (Curcubitaceae). Die Honigmelone (Cucumis melo) ist jedoch mit der Gurke (Cucumis sativus) enger verwandt als mit der Wassermelone (Citrullus lanatus), was sich im gemeinsamen Gattungsnamen widerspiegelt.

Die einjährigen, meist kriechenden Rankpflanzen der Melone haben breite Stängel, flaumige Blätter und kleine, gelbe Blüten. Bei den Früchten, die bis zu vier Kilogramm schwer werden können, gibt es eine große Formen- und Farbenvielfalt, allen gemeinsam ist jedoch die dicke, nicht essbare Schale. In der Mitte der Früchte befindet sich eine Höhlung, in der zahlreiche glatte, weiße Samen sitzen, die sich mit einem Löffel leicht entfernen lassen. Die etwa 90  Prozent Wasser enthaltenden Früchte verdanken ihren süßen und aromatischen Geschmack einem hohen Zuckeranteil. Ebenfalls hoch ist ihr Gehalt an Provitamin A, wobei die orangefleischigen Sorten in dieser Hinsicht noch wertvoller sind als die grünen.

Lassen sich Melonen auch in unseren Breiten anbauen?

Ja, in Deutschland gedeihen die Melonen in klimatisch begünstigten Gegenden wie dem Kraichgau, der Vorderpfalz und dem südlichen Rheintal im Freiland. Die ursprüngliche Heimat der Melonen liegt jedoch im tropischen und subtropischen Westafrika, wo diese Pflanzen schon vor über 4000 Jahren kultiviert wurde.

Über Ägypten und Persien gelangten sie schließlich nach Asien. Hier entstand im Laufe ihrer Kultivierung eine große Vielfalt an Formen, die heute als Dessertmelonen im Handel sind. Inzwischen werden Melonen weltweit sowohl in den tropischen als auch in gemäßigten Klimazonen angebaut.

Der Großteil der auf unseren Märkten angebotenen Früchte stammt aus Spanien, Italien oder Frankreich. Für den Export von z. B. Wassermelonen werden Exemplare von vier bis sechs Kilogramm Gewicht bevorzugt, die oft noch unreif geerntet werden und während Transport und Lagerung nachreifen.

Was ist der Unterschied zwischen Charentais-, Netz- und Honigmelone?

Die rund 500 Melonensorten werden in diese drei Hauptgruppen zusammengefasst; unter diesen Bezeichnungen sind sie auch meist im Handel erhältlich.

Charentais-Melonen sind runde, mehr oder weniger stark gerippte Früchte mit süßem, charakteristisch duftendem Fruchtfleisch, das meist orangefarben ist. Auch die aus Israel stammenden Ogen-Melonen gehören zu dieser Gruppe, haben aber ein grünes Fruchtfleisch. Bei Charentis-Melonen werden zwei Untergruppen angebaut, die sich in ihrer Haltbarkeit geringfügig unterschieden: Die grünhäutigen Sorten sind etwas haltbarer als die gelbhäutigen. Für Netzmelonen ist der netzartige Überzug ihrer hellgrünen oder goldenen Schalen typisch, der sich am Ende der Fruchtreifung aus Korkzellen ausbildet. Ihr orangerosa oder auch blassgrünes Fruchtfleisch hat einen aromatisch süßen Geschmack. Die runden Früchte sind etwas haltbarer als die Charentais-Melonen. Eine Variante der Netzmelone ist die Galiamelone, deren Schale sich während des Reifeprozesses von grün zu goldfarben umfärbt. Honigmelonen schließlich sind an ihrer glatten, zitronengelben Schale zu erkennen, die bei reifen Früchten leicht nach Ananas riecht. Die Früchte sind länglich oval, ihr helles Fruchtfleisch ist honigsüß, aber nicht sehr aromatisch. Die bekannteste Sorte aus dieser Gruppe ist die Gelbe Kanarische Melone mit ihrer leuchtend gelben Schale.

Weshalb sollte man nur vollreife Wassermelonen kaufen?

Weil Wassermelonen zu den nicht-klimakterischen Früchten gehören, also nach der Ernte nicht mehr nachreifen und deshalb nicht mehr an Süße gewinnen. Leider braucht es einige Erfahrung, um den korrekten dumpf vibrierenden Ton zu erkennen, der beim Klopfen auf eine reife Melone zu hören ist. Deshalb sollte man sich besser eine Frucht aufschneiden lassen, um Farbe und Festigkeit des Fleisches begutachten zu können, oder vielleicht sogar ein Stück probieren.

Obwohl die Wassermelone in über 150 Sorten angeboten wird, tauchen deren Namen im Handel nur sehr selten auf. Einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangten die Früchte der Sorte »Crimson Sweet« oder die dunkelgrüne und kugelförmige »Sugar Baby«. Man unterscheidet zudem noch nach der Farbe des Fruchtfleisches zwischen rot- und gelbfleischigen Melonen, den sog. Ananasmelonen. Die Schale kann dunkelgrün oder grünweiß gestreift sein, besonders große Exemplare können ein Gewicht von über 20 Kilogramm erreichen.

Sind Wassermelonen Obst oder Gemüse?

Auch die Wassermelone gehört wie die übrigen Melonenarten botanisch zum Gemüse, wird aber wie Obst behandelt. Anders als bei den Zuckermelonen sind ihre Kerne nicht in der Mitte der Frucht konzentriert, sondern über das gesamte Fruchtfleisch verteilt. Ihr Wassergehalt liegt bei rund 95 Prozent. So ist es nicht überraschend, dass Wassermelonen harntreibend und nierenreinigend wirken. Im asiatischen Raum dienen neben dem Fruchtfleisch, das man dort in Spalten geschnitten direkt aus der Hand genießt, auch die gerösteten Samen als Nahrungsmittel.

Haben Wassermelonen heilende Kräfte?

Die Wassermelone selbst nicht, aber eine in Vergessenheit geratene Verwandte von ihr. Die zweite Art der Gattung Citrullus, die neben der Wassermelone kultiviert wird, ist die Koloquinthe oder Balsamgurke (Citrullus colocynthis). Diese Wüstenpflanze ist einhäusig, d. h., männliche und weibliche Blüten befinden sich auf einer Pflanze. Die kugelrunde Frucht misst etwa zehn Zentimeter im Durchmesser; ihre Schale ist vor der Reife hellgrün, danach gelb oder grüngelb gestreift. Ihr Fruchtfleisch schmeckt sehr bitter und riecht unangenehm. In getrockneter Form wird es als starkes Abführmittel eingesetzt. Die heutigen Anbaugebiete für Koloquinthen liegen im Sinai und in der Wüste Negev; von dort aus gehen die Früchte an pharmazeutische Betriebe in aller Welt. Die genießbaren Samen wurden bei manchen Beduinenstämmen in Notzeiten zu einer Art Brot verarbeitet.

Wussten Sie, dass …

Asien führend im Melonenanbau ist? Von dort – vor allem aus China – kommen rund 60 Prozent aller Zucker- und etwa 75 Prozent der Wassermelonen.

Wassermelonen neben Wasser (bis zu 95 Prozent) noch etwa knapp fünf Prozent Kohlenhydrate, ferner etwa 0,5 Prozent Eiweißstoffe und 0,2 Prozent Fette enthalten?

Passionsfrucht und Co.: Exotische Früchte

Tragen alle Feigen essbare Früchte?

Nein, lediglich die bis zu zehn Meter hohe, strauch- oder baumförmig wachsende Echte Feige (Ficus carica), die hierzulande auch in Weinbaugebieten gedeiht, wahrscheinlich aber aus Vorderasien stammt, liefert die als Feigen bekannten süßen Früchte, die frisch, getrocknet oder gegart verzehrt werden. Bei den Früchten der Echten Feige handelt es sich um sog. Scheinfrüchte, deren zahlreiche winzige Steinfrüchte in saftiges und süßes Fleisch eingebettet sind; umgeben werden sie von der krugartig hochgewachsenen Blütenstandshülle.

Übrigens: Archäologische Forschungen belegen, dass Feigen bereits vor mehr als 5000 Jahren in Assyrien als Nahrung dienten. Als Obstgehölze werden die Pflanzen schon seit dem Altertum in vielen Mittelmeerländern kultiviert.

Wozu brauchen Feigen Gallwespen?

Zur Fortpflanzung, denn der Bestäubungsmechanismus der Feigen ist im Pflanzenreich einzigartig. Sie nutzen den Brutinstinkt von kleinen Gallwespen aus, denen sie Schutz und besondere Blüten für ihren Nachwuchs anbieten. Sozusagen ganz nebenbei sorgen die Gallwespen im Gegenzug für eine Bestäubung. Jede Feigenart hat im Laufe der Zeit eine ganz spezielle, sehr innige Beziehung zu einer bestimmten Wespenart aufgebaut. Die Echte Feige liefert ein besonders anschauliches Beispiel für diese komplexe Symbiose.

Der anfangs flache Blütenstand mit Hunderten winziger Blüten wölbt sich bald krugförmig auf, so dass die Blüten in einem flaschenartigen Gebilde eingeschlossen stehen, von außen allein durch eine kleine Öffnung zugänglich. Bei den Ess- oder Hausfeigen (Ficus carica var. domestica) sind in den Blütenständen nur fruchtbare weibliche Blüten mit langen Griffeln zu finden. Holz-, Bocks- oder Caprifeigen (Ficus carica var. caprificus) dagegen haben in ihren »Krügen« sowohl kurzgrifflige, sterile weibliche Blüten, sog. Gallblüten, als auch männliche Blüten nahe der Öffnung. Um die Bestäubung der Essfeigen zu fördern, werden Holzfeigen entweder in ihrer Nähe angepflanzt oder ihre Zweige in die Kronen der Essfeigen hineingebunden. Die kleine Feigengallwespe Blastophaga psenes kann ihre Eier ausschließlich in die sterilen Gallblüten der Holzfeigen legen, da ihr Legestachel zu kurz ist, um die langgriffligen Blüten anzustechen. Die Larven entwickeln sich in den sterilen Fruchtknoten. Noch innerhalb der Fruchtverbände begatten die frisch geschlüpften Männchen die Weibchen. Letztere fliegen aus und beladen sich dabei mit Blütenstaub. Dringen sie dann in andere Feigen ein, darunter natürlich auch Essfeigen, bestäuben sie die weiblichen Blüten.

Seit wann sind Bananen eine beliebte Frucht?

Das ist von Region zu Region unterschiedlich. Die etwa 35 Arten der Gattung Banane (Musa) stammen ursprünglich aus Indien und Südostasien, wo sie im feuchten Klima lichter Tropenwälder gedeihen. So verwundert nicht, dass Bananen in Asien, wo sie zuerst in Ostasien nachgewiesen werden konnten, bereits seit Tausenden von Jahren ein begehrtes Nahrungsmittel sind. Bananen finden sich auf zahlreichen bildlichen Darstellungen früher Hochkulturen. Schon Assyrer und Ägypter kannten die gelben Früchte. Soldaten Alexanders des Großen (356–323 v. Chr.) entdeckten Bananen bei der am Indus lebenden Bevölkerung. Nach Südamerika gelangte die Pflanze wahrscheinlich um 1516 mit den Spaniern, die sie von den Kanarischen Inseln nach Santo Domingo brachten. Von dort aus fand sie schnell ihren Weg nach Brasilien und das übrige Südamerika. Ihren weltweiten Siegeszug als Obst traten Bananen allerdings erst an, als man sie in Kühlschiffen und Flugzeugen schnell über die Weltmeere transportieren konnte.

Übrigens: Obst- und Mehlbananen, die meistens als Essbananen unter Musa x paradisiaca zusammengefasst werden, sind offenbar Bastarde der beiden Wildarten Musa acuminata und Musa balbisiana. Ihren botanischen Namen Musa, der sich vom arabischen Wort für Finger ableitet, verdanken sie ihren fingerförmigen Früchten, die sich auch ohne Bestäubung entwickeln.

Was essen wir von der Ananas?

Den sog. Beerenfruchtverband. Bis die süße, saftige, leckere und gesunde Frucht der Ananas geerntet werden kann, vergeht geraume Zeit: Die Ananaspflanze bildet zunächst einen stark gestauchten Haupttrieb, um den sich zahlreiche, armlange und meist stark bestachelte Blätter zu einer Rosette reihen. Nach mindestens einem Jahr Wachstum treibt aus der Mitte dieser Blätter ein locker beblätterter Spross, der in einer 30 Zentimeter langen Blütenachse endet. In ihr sind weiße oder violette Blüten schraubig verteilt, jeweils von einem spitzen, oft rötlich gefärbten Hochblatt getragen. Die obersten Hochblätter bleiben steril und grün, sie bilden den Kronschopf. Nach der Bestäubung, die bei den Kultursorten gar nicht erforderlich ist, entwickeln sich die meist samenlosen, fleischigen und saftigen Beeren, die samt der Blütenstandsachse und den Tragblättern zu einem Fruchtverband verwachsen. Die Spitzen der Tragblätter kann man an der reifen Ananas noch immer als kleine Zipfel auf der Außenhaut erkennen, beim Aufschneiden wird dann auch die Blütenstandsachse als holziger Strunk sichtbar.

Übrigens: Die Ananas enthält das Enzym Bromelain, das medizinisch genutzt wird. Es wirkt entzündungshemmend, hilft beim Abbau von Fibrin, einem Eiweißstoff, der die Blutzirkulation hemmen kann, und stärkt das Immunsystem. Bromelain wird darüber hinaus eingesetzt, um Fleisch zart zu machen, außerdem verhindert es das Gelieren.

Welche Frucht wächst am »Baum der Gesundheit«?

Die Papaya. Bei den Indianern Süd- und Mittelamerikas ist die heilende Wirkung der Papaya schon seit langem bekannt. Vermutlich ist der Name »Papaya« auf das karibische Wort »ababai« zurückzuführen, das so viel wie »Baum der Gesundheit« bedeutet. Bereits die Inka sollen ihre Speisen mit den fünf Millimeter großen, schwarzen und scharfen Papayakernen gewürzt haben, die sich im Inneren der Beerenfrüchte befinden und dank eines ätherischen Senföls kresseartig scharf schmecken. Die Ureinwohner Costa Ricas und Mexikos betrachten die Pflanze als Heilmittel gegen fast alle Krankheiten.

Übrigens: Das weiche orangefarbene Fruchtfleisch besteht zu 90 Prozent aus Wasser, einigen Prozent Zucker und besitzt kaum Fruchtsäuren. Dadurch schmeckt es aromatisch süß, aber wenig erfrischend. Tatsächlich enthält die Frucht der Papaya u. a. viele Antioxidantien, mehr Betakarotin als Karotten und mehr Vitamin C als Kiwis, darüber hinaus wichtige Mineralien wie Kalium und Magnesium. Sie ist außerdem kalorienarm und fördert die Verdauung. Daher ist die Papaya ein wertvolles Nahrungsmittel zur Stärkung der Immunabwehr.

Warum trägt nicht jeder Papayabaum Früchte?

Weil die Papaya meist zweihäusig ist, d. h., die Pflanzen tragen entweder männliche oder weibliche Blüten, die beide zur Fruchtbildung nötig sind. Die gelblich weißen Blüten der weiblichen Bäume erscheinen das ganze Jahr über. In den Blattachseln stehen an kurzen Stielen je ein bis vier Blüten. Männliche Pflanzen tragen dagegen Rispen mit vielen schmalen, trichterförmigen Röhrenblüten. Die Geschlechtsausprägung ist jedoch nicht streng. Einige männliche Blüten besitzen verkümmerte Fruchtknoten, die sich bei Befruchtung zu kleinen, flaschenförmigen, aber minderwertigen Früchten an langen Stielen entwickeln. Insekten bestäuben die Pflanze, bei Zwittern ist auch Selbstbefruchtung möglich.

Die runden, birnen- oder eiförmigen Früchte reifen innerhalb von fünf bis sechs Monaten heran. Sie hängen unterhalb der Blätter direkt am Stamm der weiblichen Pflanzen und sind erst grün und später gelb bis orange. Je nach Sorte erreichen sie ein Gewicht von bis zu zehn Kilogramm.

Weshalb heißt die Karambole auch Sternfrucht?

Weil dekorative, fünfzackige Sterne entstehen, wenn man ihre Früchte – einzigartige, faustgroße Beeren, die meist orange, manchmal auch eher grünlich gefärbt sind – in Scheiben schneidet. Unter der wachsig glänzenden, dünnen Schale der Karambole (Averrhoa carambola), die zu den wenigen verholzenden Sauerkleearten gehört, verbirgt sich ein knackiges, saftiges Fruchtfleisch, das leicht säuerlich und erfrischend schmeckt. Vom Aroma erinnert es ein wenig an Stachelbeeren, daher nennt man die Früchte manchmal auch Baumstachelbeeren.

Übrigens: Die hierzulande vor allem in den Wintermonaten erhältlichen Kultursorten zeichnen sich durch besonders große, süßere und aromatischere Früchte aus und haben auch einen geringeren Gehalt an Oxalsäure. Diese, für Sauerkleegewächse typische organische Säure ist in hohen Dosen giftig, aber auch in niedrigerer Dosierung hauptsächlich deshalb unerwünscht, weil sie die Aufnahme von Calcium hemmt. Zu hohe Oxalsäurekonzentrationen fördern außerdem die Bildung von Blasen- und Nierensteinen, der allerdings der Säuregehalt der Früchte wieder entgegenwirkt.

Was macht die Avocado zu einer »Wunderfrucht«?

Es sind ihre gesunden Inhaltsstoffe. Avocados tragen beträchtlich zur Versorgung mit Vitamin E und B, Eisen, Calcium, Magnesium und Kalium bei. Wegen ihres hohen Fettgehalts (bis 25 Prozent) sind sie ausgesprochen nahrhaft. Allerdings ist ihr leicht verdauliches Fett reich an gesunden ungesättigten Fettsäuren, die u. a. auch den Cholesterinspiegel senken. Ihr weiches, grünliches Fruchtfleisch, das nussartig schmeckt und cremig auf der Zunge zergeht, mundet z. B. als Ersatz für Fleisch und Käse oder in der Guacamole, einer kalt servierten mexikanischen Sauce.

Die Avocado stammt aus Zentralamerika und wird heute in vielen tropischen Gebieten, etwa in den Tropenregionen Kaliforniens, angebaut. Obwohl die Pflanze sehr schnell an Höhe gewinnt, beginnt sie erst nach etwa zehn Jahren, Früchte zu tragen.

Übrigens: Die Avocado findet auch in der Kosmetik Verwendung. Schon die alten Völker Amerikas strichen sich das Fruchtfleisch als kühlende, nährende Gesichtspackung auf die Haut oder als Haarwuchsmittel auf den Kopf. Heute mixt die Kosmetikindustrie das Avocadoöl als hautstraffenden und feuchtigkeitsspendenden Zusatz in Cremes und Seifen. Es wirkt sich günstig auf trockene, schuppige Haut aus.

Was ist das Besondere bei der Gattung Annona?

Die Pflanzen bilden Sammelbeeren, die wie eine Einzelfrucht wirken. Aus den Blüten der drei bis zehn Meter hohen immergrünen Bäume, die einzeln oder zu wenigen in den Blattachseln erscheinen, entstehen rundliche oder längliche Sammelbeeren, die oft apfelgroß, im Falle des Sauersacks sogar melonengroß werden und bis über zwei Kilogramm auf die Waage bringen können. Wenngleich die Frucht wie eine Einzelfrucht aussieht, verrät die Oberfläche der meisten Arten noch deutlich, dass es sich um Sammelbeeren handelt: Die Teilfrüchte sind als schuppen-, warzen- oder stachelartige Gebilde sichtbar. Von der gemeinsamen Fruchtschale umhüllt, sind sie mitsamt den dunkel glänzenden, ungenießbaren Samen in ein weiches Fruchtfleisch eingebettet, dessen Geschmack sich als cremig und süß aromatisch mit milder Säure charakterisieren lässt. Die Früchte werden roh gegessen oder z. B. zu Eis, Saft, Milchshakes oder Marmelade verarbeitet.

Übrigens: Wir kennen etwa 140 Annona-Arten, die hauptsächlich aus Mittel- und Südamerika stammen. Von ihnen werden u. a. der Rahmapfel (Annona cherimola) und die köstliche Tropenfrucht Cherimoya, die bereits von den Inkas kultiviert wurde, geschätzt; des Weiteren beliebt sind Sauersack (Annona muricata), der auch als Stachelannone, Guanábana oder Graviola bekannt ist, Zimtapfel oder Süßsack (Annona squamosa) sowie die Netz- oder Ochsenherzannone (Annona reticulata).

Was haben Maracuja, Grenadille und Eierfrucht gemeinsam?

Es handelt sich bei allen dreien um Früchte der Passionsblumen (Gattung Passiflora), die nach der spanischen Bezeichnung als Maracujas bekannt sind. Aus den Blüten von ca. 50 verschiedenen Passionsblumenarten entwickeln sich nach Bestäubung durch Bienen, Hummeln oder Kolibris oft sehr stattliche, hühnerei- bis faustgroße Früchte, die unter einer ledrigen Schale ein höchst aromatisches, saftiges, leicht säuerlich schmeckendes Fruchtfleisch bergen. Man genießt sie frisch, indem man sie auslöffelt oder in Stücke schneidet. Viel häufiger allerdings presst man Saft, der Mixgetränken eine exotische Note verleiht.

Der wichtigste Fruchtlieferant ist die brasilianische Purpurgrenadille (Passiflora edulis), auch Eierfrucht genannt, die mittlerweile weltweit in den Tropen angebaut wird. Pro Pflanze kann man jährlich rund 100 hühnereigroße, purpurfarbene Früchte ernten. Die Süße Grenadille (Passiflora ligularis) aus dem nördlichen Südamerika trägt mandarinengroße, sehr süß schmeckende Lederbeeren. Curuba oder »Banana Passion Fruits« werden die aus den roten Blüten der Bananen-Passionsblume (Passiflora tripartita var. molissima) hervorgehenden, gelben, bananenförmigen Früchte genannt. Die größten Früchte produziert die Königs- oder Riesengrenadille (Passiflora quadrangularis): Sie werden bis zu 30 Zentimeter lang und erreichen 15 Zentimeter im Durchmesser. Ihr weißes Fruchtfleisch ist weniger aromatisch, in ihrer Heimat in Mittelamerika kocht man sie wie Zucchini.

Was zeichnet reife Mangos aus?

Reife Mangos bestechen hauptsächlich durch ihr sehr saftiges, süßes und Vitamin-C-reiches Fruchtmark, das herrlich duftet und gern zu Getränken, Curry, Saucen und Süßspeisen verarbeitet wird. Zugleich ist das gelbe bis orangerote Fruchtfleisch unter der ledrigen, gelbgrünen Schale der nierenförmigen Steinfrüchte gut geschützt. Es wird um einen großen, flachen Steinkern herum gebildet und gibt, wenn es reif ist, auf Druck ein wenig nach. Mangos können bis zu zwei Kilogramnm schwer werden.

Übrigens: Der Mangobaum geht sehr verschwenderisch mit seinen Blüten um. Sie erscheinen zu vielen Tausenden in Rispen zwischen den schmal lanzettlichen Blättern, als teils zwittrige, teils männliche Blüten – doch letztlich entwickelt sich an einem Baum nur gut ein Dutzend Früchte.

Welchen Eigenschaften verdanken Kokospalmen ihre Verbreitung?

Ihre Samen, die Kokosnüsse, können hervorragend schwimmen und sind außerdem sehr lange keimfähig. Die etwa kopfgroßen Steinfrüchte der Kokospalme (Cocos nucifera) sind von der Natur geradezu genial präpariert, um sich auf lange Seefahrten zu begeben: Das dicke, faserige Mesokarp – die mittlere Schicht der Fruchtwand – enthält reichlich Luft und wirkt wie ein Schwimmreifen, das lederhäutige Exokarp – die äußere Schicht der Fruchtwand – schützt die Frucht wirksam vor Wasser und Wind. Bis zu 4500 Kilometer und mehrere Monate dauernde Reisen im Meerwasser können dem Keimling deshalb nichts anhaben. Auf diese Weise eroberte die Kokospalme – wahrscheinlich von Polynesien aus – Insel um Insel und Kontinent um Kontinent.

Übrigens: Bei jungen Kokospalmen ist frühestens ab dem sechsten Lebensjahr mit den ersten Blüten und, in deren Folge, auch mit Früchten zu rechnen. In den nächsten 30 bis 60 Jahren liefert die Palme je Blütenstand bis zu zehn Kokosnüsse und kann etwa viermal im Jahr beerntet werden. Danach nimmt die Ertragsfähigkeit der gut 100 Jahre alt werdenden Bäume merklich ab.

Ist die Kokosnuss eine Nuss?

Im botanischen Sinne nein, denn die »Nuss« ist eigentlich eine Steinfrucht. Obwohl der botanische Artname nucifera übersetzt nichts anders bedeutet als »Nuss tragend«, handelt es sich bei der »eigentlichen« Kokosnuss nur um den Samen, der von einer äußerst harten, holzigen, inneren Fruchtwand (Endokarp) umschlossen wird. Die fransigen Anhängsel der Kokosnuss sind Überreste des faserigen Mesokarps, das den Samen umhüllt. Dieses wiederum wird von einem glatten, grüngelben Abschlussgewebe umschlossen.

Wussten Sie, dass …

Bananen nicht auf Bäumen wachsen? Obwohl sie wegen ihres dicken Scheinstamms und der gigantischen Blattschöpfe sogar als Palmen angesehen werden, bleiben sie ihr Leben lang unverholzt, sind also echte Kräuter.

Granatäpfel Farbstoffe liefern? Mit der Schale und dem Saft der Früchte werden seit Jahrhunderten Orientteppiche gefärbt; kocht man Granatäpfel, erhält man pechschwarze Tinte.

Warum ist die Banane krumm?

Der Grund für die typische Krümmung der länglichen Beerenfrüchte liegt im besonderen Verlauf ihrer Reife. Die einzelnen Bananen entwickeln sich unter den derben Tragblättern aus den Blüten, die ringförmig und in Etagen an der Blütenachse angeordnet sind. Solange die Früchte noch vom Tragblatt wie von einem schweren Umhang umgeben sind, wachsen sie von der Blütenachse nach außen, mit einer leichten Tendenz zum Boden, also zur Schwerkraft hin. Doch sobald das Tragblatt abfällt und die Sonne auf sie scheint, bestimmt das Licht ihr weiteres Wachstum. Jetzt orientieren sie sich nach oben, der Sonne entgegen.

Wussten Sie, dass …

sich der Name »Passionsblume« auf die Passion Christi bezieht? So sieht man die auffällig hervorstehenden drei Narben mit den verdickten Enden als die Nägel an, mit denen Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. Die fünf Staubblätter stehen für die Wundmale, der fransige Strahlenkranz beschreibt die Dornenkrone, die blutgetränkten Enden der Geißel oder auch die durch die Geißelung zerrissenen Kleider Jesu. Der gestielte Fruchtknoten wird entweder als die Säule angesehen, an die Jesus zur Folter gebunden wurde, oder aber als der mit Essig getränkte Schwamm, den man Jesus am Kreuze reichte.

Warum ist die Papaya ein Zartmacher für Fleisch?

Weil die Pflanze die Eiweiß spaltenden Enzyme Papain und Chymopapain enthält, die bewirken, dass Fleisch zarter wird. Den Milchsaft, auch Papaya-Latex genannt, der diese Enzyme enthält, gewinnt man, indem man unreife Früchte oder den Stamm der Pflanze anritzt. Er kommt getrocknet als Pulver in den Handel. Papain wird, wie das Verdauungsenzym Pepsin, als »Zartmacher« für Fleisch verwendet.

Übrigens: Die Indianer wussten um diese Wirkung; im 19. Jahrhundert beobachtete man, wie sie Fleisch vor dem Kochen mit Papayablättern umwickelten, um es mürbe zu machen.

Wie nutzt der Mensch die Kokospalme?

Fast alle Bestandteile lassen sich verwerten: der Stamm zum Bau von Hütten, Booten und Möbeln, die Blätter zum Abdecken der Häuser und Hütten oder zum Flechten von Matten und Körben. Aus den Fasern der mittleren Fruchtwand (des Mesokarps) lassen sich Seile, Teppiche und Textilien fertigen. Die Endknospen landen als schmackhafte Palmherzen auf dem Speiseteller und aus dem Saft in Stamm und Blütenständen gewinnt man Sirup, der zu Palmwein oder Arrak, dem Palmschnaps, vergoren bzw. destilliert werden kann. Die harte Schale (die innere Fruchtwand, das Endokarp) wird zu hauswirtschaftlichem Gerät verarbeitet oder man nutzt sie als Brennmaterial.

Wussten Sie, dass …

Autos auch mit Kokosöl fahren können? Genau wie Rapsöl kann Kokosöl nach dem Durchlaufen eines chemischen Prozesses (Veresterung) als Biodiesel genutzt werden.

es einen Krebs gibt, der Kokosnüsse knacken kann? Der Palmendieb (Birgus latro) ist das größte bekannte an Land lebende Krebstier.

Kokospalmen 30 Meter hoch werden können und ihre Blätter eine Länge von bis zu fünf Metern erreichen?

Weinreben: Frisch wie vergoren beliebt

Welches Klima benötigen Weintrauben zum Reifen?

Weintrauben brauchen mindestens 1300 Sonnenstunden im Jahr und eine Jahresdurchschnittstemperatur, die 9 °C nicht unterschreiten sollte, um zu reifen. Die Früchte des Weinstocks, die botanisch gesehen gar keine Trauben sind, sondern zu den Beerenfrüchten zählen, stellen also recht hohe Ansprüche an das Klima. Entsprechend liegen die Hauptweinbaugebiete auf der Nordhalbkugel ungefähr zwischen dem 40. und 50. Breitengrad; auf der südlichen Hemisphäre wird Wein zwischen 45. und 30. Breitengrad kultiviert.

Übrigens: Die Rebe selbst ist eher genügsam. Da ihre Wurzeln bis zu 20 Meter tief ins Erdreich eindringt, kann sie sogar auf extrem nährstoffarmen und trockenen Böden überleben.

Wie viele Rebsorten gibt es?

Wie viele Rebsorten es inzwischen gibt, weiß niemand ganz genau. Wissenschaftler schätzen, dass es bis zu 10 000 Sorten sind. Die wichtigste Repräsentantin der Rebengewächse ist die Echte Weinrebe (Vitis vinifera). Als eine der Urformen gilt die auch heute noch in den Auenwäldern des Mittelmeergebiets und des südlichen Oberrheins verbreitete Wilde Weinrebe (Vitis vinifera ssp. sylvestris). Sie gehört zu den wenigen Lianen der mitteleuropäischen Flora und steht unter Naturschutz.

Als weitere Urform wird die in Zentralasien heimische Kaukasus-Weinrebe (Vitis vinifera ssp. caucasica) betrachtet: Sie soll die Stammart derjenigen Kultursorten sein, die unter der botanischen Bezeichnung Vitis vinifera ssp. vinifera zusammengefasst werden.

Seit wann wird Wein hergestellt?

Das ist bis heute noch nicht abschließend geklärt, denn die Weinrebe ist neben Getreide eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Bereits den Menschen der Steinzeit waren die schmackhaften Beeren vertraut: Traubenkerne finden sich schon in über 10 000 Jahre alten Abfallhaufen prähistorischer Siedlungen. Im Gebiet des heutigen Syrien wurde gar eine Traubenpresse aus dieser Zeit gefunden und in Georgien entdeckte man 8000 Jahre alte Gefäße zur Aufbewahrung von Wein. Die Ägypter hielten den Weinbau seit Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. bildlich fest und auch in China fand Weinbau nachweislich bereits vor 4000 Jahren statt. Griechen und Römer betrieben in der Antike eine intensive Weinkultur. Die Römer, die schon über 100 Rebsorten kannten, brachten diese noch vor der Zeitenwende aus dem Mittelmeerraum in die eroberten Gebiete West- und Mitteleuropas. Im Mittelalter lag der Weinbau weitgehend in den Händen der Klöster. So legten die Zisterzienserklöster Cluny und Citeaux den Grundstein für den Ruhm der französischen Burgunderweine.

Heute ist Frankreich nach Italien eines der Haupterzeugerländer für Wein, Sekt, Weinbrand und Weinessig, gefolgt von Spanien, den USA, Deutschland und Argentinien.

Werden Trauben nur zur Weinherstellung genutzt?

Nein, Weinreben liefern nicht nur das edle Getränk Wein samt »Nebenprodukten« wie Sekt, Champagner und Weinbrand, sondern bereichern unser Nahrungsangebot auch durch zahlreiche weitere Köstlichkeiten. So sind beispielsweise die im Allgemeinen größeren und saftigeren Tafeltrauben zu Recht als Frischobst beliebt: Sie enthalten Mineralstoffe, Vitamine und Antioxidantien. Getrocknet, als Rosinen, sind Trauben beliebte Zutaten für Backwaren aller Art. Rosinen werden aus hellen Traubensorten gewonnen, die etwas kleineren Sultaninen aus hellen, aber kernlosen Früchten. Korinthen entstehen aus den kernlosen blauschwarzen Trauben der Schwarzen Korinthe (Vitis vinifera var. apyrena). Zibeben sind an der Pflanze getrocknete, kernhaltige, aber besonders große und wohlschmeckende Trockenfrüchte.

Ein weiteres Weinprodukt ist der Essig. Auch er hat in vielen Variationen, ob als milder Balsamico-Essig, als feinwürziger Weinessig oder als aromatischer Gewürzessig, einen festen Platz in der Küche.

Wussten Sie, dass …

auch die Stiele der Trauben noch genutzt werden? Aus ihnen destilliert man sog. Tresterbrände; bekannt ist etwa der italienische Grappa.

die Güte eines Weins nicht nur von der Rebsorte abhängt? Auch die Lage des Weinbergs und sein Boden, die lokalen Klimabedingungen, die Zahl der Sonnentage, Düngung, Rebsorte, Zeitpunkt und Art der Lese spielen dabei eine Rolle.

Stimmt es, dass Wein gesund ist?

Ja, das ist er und das ist auch seit langem bekannt: Bereits der griechische Arzt Hippokrates (um 460 bis um 377 v. Chr.) führte den Wein in die Heilkunde ein und verordnete ihn als Kräftigungsmittel für Genesende, außerdem als Beruhigungsmittel und bei Herz-Kreislauf-Störungen. Heute belegen umfangreiche wissenschaftliche Studien, dass Wein, regelmäßig und in Maßen genossen, der Gesundheit förderlich ist. Die Betonung liegt dabei natürlich auf »in Maßen«. So kann Wein Herzinfarkt und Osteoporose vorbeugen, den Cholesterinspiegel im Blut senken, die Verdauung anregen, die Immunkräfte stärken und zur Entspannung beitragen. Abhängig von der Traubensorte und dem Reifegrad finden sich eine ganze Reihe wirksamer Substanzen im roten Rebensaft. Besonders bemerkenswert sind die Polyphenole aus dem Fruchtfleisch und der Beerenhaut. Sie gelten als Antioxidantien und sollen sogar gegen Krebs wirken. Der Gehalt an Polyphenolen ist in Rotwein übrigens sechs- bis siebenmal höher als in Weißwein.

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